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„Sometimes the strength of motherhood is greater than natural laws.“ (Barbara Kingsolver)

iStock_000015941675_LargeAus dem Leben unsere Adoptivfamilie

Vor einigen Jahren haben mein Mann und ich in einem aufreibenden Adoptionsprozess zwei Kinder aus Russland adoptiert. Neben unserem Alltag als Adoptivfamilie schreibe ich hier über Themen, die Adoptionsfamilien begegnen und mich als Adoptivmutter bewegen.

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Der Spuk der Angst ist endlich vorbei…

Little girl holding a hand of her mother. Family relations concept.

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Seit gestern haben wir nun den pathologischen Befund der operativ entfernten Lymphknoten bei Nadeschda. Es war beziehungsweise ist eine Infektion im Lymphsystem. Es könnten noch weitere Lymphknoten befallen sein, aber im Grunde schafft es Nadeschda’s Körper nun nach dem Entfernen der am stärksten befallenen Knoten von selbst zu heilen, ohne eine weitere Therapie.

Wir, vor allem Nadeschda, haben noch einmal riesiges Glück gehabt. Der Spuk der Angst ist nun vorbei. Wir sind unendlich erleichtert und dankbar!

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Der 7. Sinn – Mein Sohn hat ihn…

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Danke an Pixabay

Als ich in den vergangenen Tagen endlich einmal wieder Tagebuch für meine Kinder schrieb, fiel mir folgenden Begebenheit ein: Als Maxim klein war und die Sprache gefunden hatte, überraschte er mich hin und wieder mit weisen Aussagen, die nur ein Erwachsener hätte machen können. Oder mit Kommentaren, die kaum einem Dreijährigen zuzutrauen waren. Auch erzählte er mir Dinge über Nadeschda, an die er sich im Grunde unmöglich hätte erinnern können. Dass er höchst sensibel ist, wussten wir von Anfang an. Doch mit der Zeit glaubte ich auch immer mehr, dass er so etwas, wie einen 7. Sinn hat. Zu oft geht das im Alltag leider unter. Doch vor ein paar Wochen gab es eine Begebenheit, die mich wieder an die besondere Gabe meines Sohnes erinnerte.

An einem Nachmittag, als es noch so richtig warm war, hatte ich unsere Kinderfrau gebeten, Maxim von der Schule abzuholen. Ich hatte mit Nadeschda einen Termin. Um Maxim etwas Gutes zu tun, hatte ich vorgeschlagen, dass unsere Kinderfrau mit ihm in seine Lieblingseisdiele in einem Einkaufszentrum in der Nähe der Schule fährt und dort mit ihm noch ein Eis isst, bevor sie nach Hause fahren. Das taten sie dann auch. In der Regel parken wir immer auf einem Parkplatz außerhalb des Einkaufszentrums im Freien und fahren nicht in das Parkhaus des Einkaufszentrums. Wegen einer Baustelle kam unsere Kinderfrau aber nicht zu unserem gewohnten Parkplatz, sondern fuhr in die Tiefgarage des Einkaufszentrums. Was Maxim gar nicht recht war. Mit Händen und Füßen wehrte er sich gegen das Parken im Parkhaus. Und er bat unseren Kinderfrau inständig, das Parkhaus wieder zu verlassen. Auch sie kennt meine Kinder inzwischen gut und kann Machtkämpfe von echten Bedürfnissen unterscheiden. Sie verließ das Parkhaus wieder und suchte sich mühselig den Weg durch die Baustelle zu dem gewohnten Parkplatz im Freien. Zufrieden stieg mein Sohn aus dem Auto und marschierte in freudiger Erwartung seines Eises zur Eisdiele.

Doch als sie dort ankamen und bestellten, tat es auf einmal einen riesigen Schlag. Ein dumpfer, ohrenbetäubender Knall erfüllte das gesamte Einkaufszentrum. Es musste sich so wie eine Explosion angehört haben. Die Angestellten der Eisdiele schlossen sofort alle Glastüren. Andere Besucher des Einkaufszentrums verließen fluchtartig das Gebäude. Über die Außentür der Eisdiele wurden die Gäste aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Auch Maxim und unsere Kinderfrau verließen die Eisdiele. Auf dem Weg zum Parkplatz sahen sie noch fünf Mannschaftswagen der Feuerwehr kommen. Eilig machten sich Maxim und unsere Kinderfrau auf den Weg nach Hause. Doch im Stimmengewirr in all dem Chaos hatte unsere Kinderfrau noch ausgemacht, dass der Fahrstuhl in der Tiefgarage brannte und es dort wohl mehrere kleine Explosionen gegeben hatte…

 

P.S. Leider ist Nadeschda’s Zustand für ihn zu überbordend und belastend, dass er sich nicht dazu äußert. Muss er auch nicht…. Hier werden uns andere „Zeichen“ weisen. Wir werden sehen….Dennoch: An dem Morgen, bevor Nadescda und ich ins Krankenhaus gingen, kam mein Sohn zu mir und zeigte mir ein Bild. „Mama, ich habe einen kleinen Comic gemalt. Schau! Da ist ein kleiner Junge. Und da ist ein Riesen Monster. Und guck mal es spricht: „Ich bin ein fürchterliches Monster, aber Du brauchst keine Angst vor mir zu haben…“

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (109)

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Photo by Cathryn Lavery on unsplash.com

Nun ist auch diese Woche geschafft. Kennt Ihr das? Es gibt so Wochen im Jahr, da ist man einfach froh, wenn sie glimpflich vorübergezogen sind. Diese war so eine. Nadeschda hat ihre OP gut überstanden und erholt sich zunehmend von ihr. Die Wunde heilt langsam aber gut. Wir harren derweil der Dinge, bis das pathologische Ergebnis vorliegt. Erst im Verlauf der kommenden Woche werden wir mehr wissen. Hoffentlich! Gleichzeitig sind nun auch unsere Ferien vorbei. Und ich weiß nicht, ob ich mich über die Rückkehr in den Alltag freuen soll, oder ob ich mir lieber wünschte, wir hätten jetzt noch einmal mindestens eine Woche schulfrei. Nach wie vor habe ich das Bedürfnis, mich mit meinen Kindern in unserem schützende und sichere Hülle unseres Zuhause zurückzuziehen. Dennoch bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Für die viele Unterstützung und Anteilnahme, die wir noch einmal in der vergangenen Woche erfahren haben. Nicht nur für Nadeschda, sondern vor allem auch für Maxim. Er war wirklich gut versorgt und hat die viele Zeit mit seinen Freunden in vollen Zügen genossen. So hatte er wenigstens das Gefühl, trotz allem doch auch schöne Ferien zu haben.
  2. Für die ruhigen Stunden mit Nadeschda Zuhause in den Tagen nach der Operation, in denen wir viel vorgelesen und Spiele gespielt haben.
  3. Für die Zeit, die ich trotzaltem noch gefunden habe, endlich einmal wieder in den Tagebüchern meiner Kinder zu schreiben. Das brannte mir schon so lange auf der Seele. Und es tat gut, endlich einmal wieder zu schreiben, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und mir die großen Dinge, die so oft unter den vielen kleinen Dingen des Alltags untergehen, noch einmal bewusst zu machen.

Habt einen schönen Herbstsonntag und kommt wohlbehalten in die neue Woche!

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Von der Angst (reloaded) – der Spuk geht noch ein wenig weiter…

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Photo by Evaldas Daugintis on unsplash.com

Am Dienstag Morgen wurde Nadeschda operiert. In 45 Minuten Operation wurden ihr zwei Cherry-Tomaten große Lymphknoten unter der Achsel entfernt. Aussagen zu irgendwelchen Tendenzen traf der operierende Kinderchirurg nicht. Darf er wahrscheinlich auch nicht. Nur machte er wiederholt sehr deutlich, dass die Operation und damit das entfernen der Lymphknoten keine Therapie sondern nur ein Auftrag sei, um eine weiterführende Diagnostik einleiten zu können. Eine Therapie müsse sich – wie auch immer geartet – der Operation anschließen.

Im Gegensatz zu vorangegangenen Operationen hat Nadeschda die Narkose gut überstanden. Sie war verhältnismäßig schnell wieder wach und überraschend klar. Zur Beobachtung blieben wir noch weiter in der Klinik. Doch zum Glück hat sie weder Schmerzen noch Beschwerden, so dass wir seit gestern wieder Zuhause sind.

Nun warten wir auf das Ergebnis der pathologischen und mikrobiologischen Untersuchungen. Erst im Laufe der kommenden Woche liegt dies vor. Dann erst haben wir (vielleicht) Gewissheit, was diese starken Schwellungen der Lymphknoten verursacht hat. Bis dahin müssen wir weiter mit der Ungewissheit leben und warten. Bis dahin hat die Angst um Nadeschda uns weiter fest im Griff.

Warten war noch nie eine meiner Stärken. Gepaart mit der Angst vor dem was kommt – es gibt sogar Momente, wo ich mich erwischt habe, mir zu wünschen, das Stadium der Ungewissheit nicht zu verlassen; denn vielleicht ist diese Ungewissheit besser und schmerzloser als die Gewissheit, die dann kommt…- ist dieser Zustand kaum auszuhalten. So lange wir im Krankenhaus waren, war ich in meinem Funktionsmodus, fokussiert auf den Gespräche mit den Ärzten und den Schwestern, konzentriert auf mein Kind. Nun zuhause kommt es mir, vor als würde die Angst wieder aus ihrer Ecke, in die sie sich vorübergehend zurückgezogen hatte, wieder hervorkriechen, sich genüsslich das Maul lecken und voll zynischer Freude sich erneut in unserer Mitte breit machen.

Auch Nadeschda hat Angst. Sie spricht nicht darüber. Doch ich sehe die Angst in ihren tief in gedankenversunkenen Blicken, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Ich spüre ihre Angst, wenn sie sich nachts an mich kuschelt, wenn sie abends beim Einschlafen meine Hand hält und tiefe Seufzer ausstößt. Und wir erleben ihre Angst in ihrer Wut, die sie erneut zeigt. Aus dem Nichts taucht die Wut wie ein kleines Monster auf und hält meine Tochter fest in ihrem Griff. Dann schreit sie, tobt, tritt um sich, bis sie verzweifelt weinend in sich zusammenbricht. Zu übermächtig ist die Bedrohung der Angst und der Ohnmacht….

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (108)

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Photo by Pedro Lopes on unsplash.com

Diese Woche war auf diesem Blog eine besondere für mich. Ich möchte Euch allen, die hier so zahlreich kommentiert haben, danken, für all Eure lieben Worte und Ermunterungen, egal ob als Kommentar oder Mail. Eure Anteilnahme gibt gerade jetzt so viel Zuversicht und Halt! Ein großer Dank geht von mir an Euch! Eure Anteilnahme ist für mich etwas ganz Besonderes!

Nun, der nächste Kontrolltermin für Nadeschda stand am Donnerstag an. Über meine Angst habe ich geschrieben. Im Ergebnis sagte die Ärztin: „Wir werden dem Spuk jetzt ein Ende bereiten.“ Am kommenden Dienstag wird Nadeschda operiert, das „Ding“ entfernt und anschließend histologisch untersucht. Wenn alles gut läuft, sind wir bereits am Mittwoch wieder Zuhause. Doch das Ergebnis der Gewebeuntersuchung bekommen wir dann erst in der Woche drauf. Insofern geht der Spuk doch noch eine Weile für uns weiter… Aber dennoch, ein wenig mehr Klarheit scheint in greifbarer Nähe. Und so bin ich an diesem Sonntag für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Nicht nur hier auf diesem Blog, sondern auch in unserem Freundeskreis und vor allem aus dem Freundeskreis unserer Kinder habe ich in den vergangenen Tagen so unglaublich viel Unterstützung erfahren. Das ist wunderbar und einfach großartig! Maxim ist aufgrund so unzähliger Hilfsangebote mehr oder weniger die komplette nächste Woche bei Freunden. Er kann sich also über langweiliges Ferienprogramm nicht beschweren…. Und mir tut es so gut, ihn gut aufgehoben zu wissen.
  2. Ich habe im Zuge dessen auch gelernt, Hilfe anzunehmen. Nicht immer alles irgendwie alleine zu stemmen und zu organisieren. Und auch zu sagen, was ich brauche. Am Montag bin ich mit Nadeschda schon zu den Vorgesprächen in der Klinik. Dienstag ist die OP. Maxim ist derweil bei unseren wunderbaren Freunden hier in einer näher gelegenen Stadt, deren Sohn in derselben Stadt in Russland geboren ist wie Maxim. Die beiden Jungen verbindet eine ganz tiefe Seelenverwandtschaft. Umso dankbarer war ich, als seine Mutter mir anbot, dass Maxim von Montag auf Dienstag bei ihnen bleiben kann. Ich kann mir keinen besseren Ort für Maxim vorstellen als dort. In einer Zeit, in der er selbst die überbordende „Bedrohung“ nicht verkraften kann. Auch wenn er nicht um unsere tiefsten Ängste Bescheid weiß, so spürt er sie doch. Denn er hat einfach sehr sensible Antennen, oder viel mehr einen 7. Sinn.
  3. Immer wieder bin ich erstaunt über Nadeschda’s Selbstfürsorge. Seitdem der Knoten da und für uns präsent ist, ist sie sehr, sehr anhänglich. Zunächst hatte ich gedacht, dass es sie mit der Schule zusammen alles überfordert. Aber das ist es nicht. Sie braucht einfach meine Nähe und vor allem die Sicherheit ihres Zuhauses. Sie will sich – im Gegensatz zu ihrem Bruder – nicht verabreden, sondern ist glücklich, wenn wir hier einfach Zuhause sind. Und sie braucht ganz viel Struktur und fordert diese ein. Am Freitag beim Abendessen wurde sie nicht müde zu fragen: „Und was ist der Plan für morgen? Was machen wir morgen?“ Als Richard zwar begann zu erzählen, was wir alles am Samstag machen könnten, aber nicht so konkret wurde, hielt sie inne und sagte: „Nein Papa, was ist der konkrete Plan für morgen? Ich brauche das. Ich muss das wissen.“ Ich schmunzelte und war begeistert von meiner Tochter, die trotz allem so klar artikulieren kann, was sie braucht und will.

Mit einem großen Dank wünsche ich Euch allen einen hoffentlich zauberhaften Herbstsonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche!

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Angst um Nadeschda…

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Photo by Bekah Russom on unsplash.com

Seit vier Wochen ist die Angst um Nadeschda einmal wieder unser ständiger Begleiter. Seit vier Wochen hat Nadeschda einen Walnussgroßen Knoten unter der Achsel. Er schmerzt nicht. Was in diesem Fall nichts Gutes heißt…. Entgegen dem Gängigen, wenn man Dr. Google befragt, „Warten Sie erst einmal ab. In der Regel geht eine mögliche Schwellung der Lymphknoten nach zwei bis drei Wochen bei Kindern von alleine weg.“, sind wir nach einer Woche beim Kinderarzt gewesen. Der war mächtig entsetzt und verlor auch kurz die Fassung, als er „das Ding“ sah, sortierte sich aber schnell und leierte sofort alle möglichen Untersuchungen an. In den vielen Jahren, die wir bei ihm sind, habe ich ihn als unglaublich guten Diagnostiker kennen- und schätzen gelernt. Im Ultraschall konnte man sehen, dass es wohlmöglich ein vergrößerter Lymphknoten ist. Allerdings fanden sich in Nadeschdas Blut keine Hinweise und Indizien auf irgendetwas. Jede mögliche Virusinfektion, die eine derartige Schwellung hervorrufen kann, konnte ausgeschlossen werden. Auch die Entzündungswerte waren nicht erhöht. Und andere Organe wie Milz und Leber nicht vergrößert.

Etwas „Normales“ war dieser Knoten aber nicht. So viel stand nach zwei Tagen fest. Und da unser Kinderarzt sich unsicher war, ließ er Nadeschda in die Kinderklinik und die dazugehörige hämatologische-onkologische Abteilung einweisen. „Die kennen sich am besten mit raumfordernden Prozessen aus,“ sagte noch unser Kinderarzt, „und es heißt nicht, dass jetzt das Schlimmste zu befürchten ist.“ Dennoch fiel es mir schwer, Ruhe zu bewahren. Die Angst hatte mich bereits fest im Griff.

In diesen Momenten bin ich so unendlich dankbar für meinen Mann. Er hatte sofort gesagt, dass er mit Nadeschda ins Krankenhaus fährt. Nachdem ich Nadeschdas Koffer gepackt hatte, wollte ich ihm noch ein paar Sachen einpacken. Verdutzt guckte Richard mich an und sagte: „Nein, wieso? Wir sind doch heute Abend wieder zurück.“ So war es dann auch. Nach erneuter Blutkontrolle und Ultraschall, waren die Ärzte in der Klinik davon überzeugt, dass es sich um eine Infektion eines Lymphknoten handelt. In den folgenden Tagen sollte Nadeschda zwei Antibiotika nehmen, die die Infektion behandelten. Die Angst lockerte ein wenig ihren Griff…

Doch in der folgenden Woche lernten wir, was der Kinderarzt in der Klinik mit seinem Satz „Eine Antibiose ist in diesen Fällen in der Regel der erste Schritt. Wenn das die Nerven der Eltern mitmachen…“ gemeint hatte: Der Knoten wurde nicht kleiner, die Antibiotika wirkten nicht und die Wartezeit bis zum nächsten Kontrolltermin entwickelte sich zu einem nervlichen Drahtseilakt. Die Angst griff wieder fester zu und führte mich an die Grenzen meiner Belastung.

Auch beim folgenden Kontrolltermin hielten die Ärzte an ihrer Vermutung fest, dass es sich eher um eine Infektion als um ein Lymphom – irgendwann war dann das Wort, das wir alle in den Tagen zuvor gemieden hatten wie der Teufel das Weihwasser, doch auf dem Tisch – handelte. Nadeschda zeigte ja keine der gängigen Begleiterscheinungen, keinen Nachtschweiß, kein Fieber, kein schlechter Allgemeinzustand. Wir sollten noch einmal zehn Tage warten, und beobachten wie sich der Knoten entwickelt. Um so vielleicht einen operativen Eingriff zu vermeiden. „Lassen Sie sie doch lieber noch einmal spielen und rumtoben…“ hatte eine der Ärztinnen gesagt.

Nun die zehn Tage sind morgen vorbei. Richard wird morgen wieder mit Nadeschda in die onkologische Abteilung der Kinderklinik fahren, zu einer nächsten Kontrolle. Der Knoten ist da. Unverändert. Nach wie vor so groß und bedrohlich wie vor vier Wochen. Die Angst hat sich erneut in unserer Mitte niedergelassen, und drückt hämisch grinsend ihre Klauen immer fester zu.

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#bestofElternblogs Oktober 2018

schoolboy crying in the hallway of the school

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Die liebe Anja von der Kellerbande  ruft jeden Monat dazu auf, den meist gelesenen Beitrag des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Nach einem oft nervenaufreibenden September, der leider geprägt war von vielen Sorgen um meine Kinder und ihre Gesundheit, beteilige ich mich doch wieder sehr gerne an dieser wunderbaren Blogparade. Denn diesmal musste ich wirklich dreimal in die Zahlen schauen, um zu glauben, dass aus irgendwelchen Gründen mein Beitrag über den „Umgang mit der Anstrengungsverweigerung“ aus dem vergangenen Jahr im vergangenen Monat so viele Zugriffszahlen hatte, wie kaum jemals ein anderer Post auf meinem Blog.

Habt Dank für’s Lesen, Teilen und Liken!