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„Sometimes the strength of motherhood is greater than natural laws.“ (Barbara Kingsolver)

iStock_000015941675_LargeAus dem Leben unsere Adoptivfamilie

Vor einigen Jahren haben mein Mann und ich in einem aufreibenden Adoptionsprozess zwei Kinder aus Russland adoptiert. Neben unserem Alltag als Adoptivfamilie schreibe ich hier über Themen, die Adoptionsfamilien begegnen und mich als Adoptivmutter bewegen.

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„Wie schmeckt Euch eigentlich die Plastiktüte?“

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Photo by Eddie Howell on unsplash.com

Maxim engagiert sich mit großem Elan in einem Umweltprojekt, das seine Klasse initiiert hat. Entstanden ist es aus einzelnen kleinen Projekten, die die Schüler selbst erarbeiten sollten. Nun ist die ganze Klasse in Bewegung und macht an allen Stellen über den zunehmenden Plastikmüll aufmerksam. Auch bei uns zuhause zeigt das Projekt erste Wirkung: Wir benutzen kein Duschgel mehr aus Plastikverpackungen sondern Seife, wir kaufen nur noch Obst und Gemüse, das nicht mehr in Plastik verpackt ist, Jogurt und Milch gibt es nun nur noch aus dem Glas, oder wenn es nicht anders geht, dann nehmen wir die Jogurtbecher, von denen wir wissen, dass sie in der Schulküche wiederverwendet werden als Aufbewahrungsboxen. Wir versuchen nun bewusst, wo es geht, unnützen Plastik im Alltag zu vermeiden. Im Büro meines Bruders haben sie aufgrund von Maxim’s Impuls Porzellan-Suppenschalen angeschafft, mit denen nun in der benachbarten Suppenküche mittags das Essen geholt wird, und man die Plastikgebinde der Suppenküche nicht mehr nimmt und nach dem Essen entsorgt. So gibt es noch mehrere Impulse, die Maxim mit seiner Klassenaktion gesetzt hat.

Und um auch Euch zum Nachdenken anzuregen, teile ich mit Euch den Flyer, den Maxim  mit seiner 4. Klasse geschrieben hat und, wo auch immer es geht, verteilt:

„Wie schmeckt Euch eigentlich die Plastiktüte?

Wir produzieren viel zu viel Plastik. Mit dem daraus entstandenen Müll könnte man die Welt 6 mal einhüllen. In den Ozeanen schwimmen riesige Müllstrudel, die immer mehr Plastik anziehen. Wenn zum Beispiel die Schildkröten zum Lufthüllen auftauchen, verheddern sie sich im ganzen Müll. Plastikmüll, alte Netze und Mikroplastikteilchen sind eine große Gefahr für die Meeresbewohner. Fische verwechseln Plastiktüten und Flaschen mit ihrer ursprünglichen Nahrung. Mehrere Kilo Müll wurden in den Mägen von toten Walen gefunden. 

Plastik enthält giftig Stoffe, die sich in den Flüssen und im Meer herauslösen. Sie gelangen ins Grundwasser, auf Felder und Wiesen. Sie vergiften die Tiere und Pflanzen und gelangen mit der Nahrung auch in unseren Körper. Mikro- und Nanoteilchen befinden sich in allen Meeresflächen. Was sie dort anrichten, darüber wissen die Forscher wenig. 

Dieser Flyer soll einfach zum Nachdenken anregen. 

Danke fürs Lesen. 

Weitere Informationen zu diesem Thema findet Ihr unter wwf-junior.de“

 

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Von der Wut und der Angst, die dahinter steckt… – neue Sichtweisen auf die Folgen von Traumatisierung

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Von einem Buch, von dem ich wünschte, ich hätte es schon vor Jahren gelesen..

Viel habe ich in den vergangenen Wochen wieder über Traumatisierung und ihre Folgen bzw. Auswirkungen auf die Kinder und ihr Lernverhalten in der Schule gelesen. Begeistert erzählte ich am Wochenende einer Freundin davon, denn uns beide vereinen die Sorgen um die schulische Entwicklung unserer Kinder und der tägliche Kampf gegen die eigenen uns manchmal übermannenden Ängste und das tägliche Ringen mit unseren Kindern, zuhause das nachzuholen, was sie in der Schule aufgrund ihres nach wie vor traumatisierten Zustandes nicht mitbekommen, geschweige denn verinnerlicht haben. Häufig endet gerade dieses Ringen in Wutanfällen, häufig stellt das tägliche Lernen und Üben für die Schule einen extremen Kraftakt dar. – Bei uns inzwischen zwar immer weniger, aber die Momente, in denen die Stimmung kippt, und der Machtkampf droht, gibt es immer noch. Ich hatte gelernt, dass das so ist, in einem Leben mit einem anstrengungsverweigernden Kind. Genauso wie ich weiß, wo die Ursachen der Anstrengungsverweigerung liegen.

Doch es gibt zwei Bücher, die ich in den vergangenen Wochen gelesen habe, die noch einmal meine Sicht auf die Dinge verändert haben. Ja, da ist sehr viel Wut in meinen Kindern. Unbewusste, nicht benennbare Wut. Wut, die mit der Trauer um den Verlust oder das Verlassen werden durch ihre russische Mutter zu tun haben. Trauer um den Verlust einer behüteten frühen Kindheit, die meine beiden Kinder nie gehabt haben. Eine Wut, die die wunderbare Sherrie Eldridge erst in der vergangenen Woche wieder einmal so treffend beschrieben hat. Dennoch es gibt auch eine etwas andere Sicht auf die Dinge, die mir noch einmal die Augen geöffnet hat. Und mir hat so vieles noch einmal klar werden lassen. Zunächst las ich von Heather Forbes „Help for Billy“. Hier schildert die amerikanische Autorin, die selbst zwei Kinder aus Russland adoptiert hat, warum traumatisierte Kinder so schwer in der Schule lernen können, und wie Lehrer mit diesen Kindern umgehen sollten. Primär ist es eine praktische Anleitung für Lehrer. Aber grundsätzlich macht Heather Forbes sehr deutlich, warum gängige Unterrichtspraktiken bei traumatisierten Kindern nicht greifen. Vieles war mir schon bewusst oder ich hatte es anderer Stelle gelesen, doch die Klarheit und Deutlichkeit, mit der sie das formuliert, war mir neu. Spannend war für mich vor allem ihr Ansatz, dass alles, was das traumatisierte Kind tut – gemeint ist vor allem jedes auffällige Fehlverhalten -, aus einer tiefen schmerzhaften Angst passiert, aus der Angst, nicht überleben zu können. So ähnlich, wie ich es schon in meinen Post „Mehr als Manipulation, es geht um’s Überleben…“ angedeutet hatte. Doch in dieser Deutlichkeit, dass sich hinter Verweigerung, Aggression, Wut, Lügen, Stehlen, Trotz, etc. immer nur die Angst steht, hatte ich bisher in dieser Klarheit nicht gelesen.

Das wurde mir erst bewusst und hat in mir selbst noch einmal ein Umdenken in Bewegung gesetzt, als ich Heather Forbes‚ 2. Buch bzw. eigentlich erstes Buch „Beyond Consequences, Logic, and Control“ gelesen haben, in dem sie sich ausschließlich an die Eltern traumatisierter Kinder richtet. Gemeinsam mit ihrem Co-Autor entwickelt sie ein Stress-Modell, aus dem hervorgeht, dass jegliches auffälliges Verhalten eines traumatisierten Kindes auf Angst zurückzuführen ist. Entlang dieses Modells führt sie im folgenden in ihrem Buch aus, warum Verhaltensweise, wie Aggression und Trotz, aber auch Stehlen, Lügen, Horten von Essen und fehlender Blickkontakt immer auf eine tiefe darunterliegende Angst, wieder verlassen zu werden, wieder Hunger zu erleiden, wieder nicht geliebt zu werden zurückzuführen sind. Für die annehmenden Eltern gilt es, nicht in den bisher propagierten Erziehungswegen diesen Kindern diese Verhaltensweisen „abzutrainieren“, sondern die Angst dahinter zu sehen und das Kind mit dieser Angst in bedingungsloser Liebe anzunehmen und zunächst alles daran zusetzen, dem Kind diese Angst in der Situation zu nehmen.

Besonders bewegend ist ihr dem vorangestelltes Kapitel, in dem sie aufzeigt, dass traumatisierte Kinder auch die eigenen Traumata der Eltern berühren und wieder wachrufen. Und sie deshalb die berühmten Köpfchen drücken. Aber auch hier wieder, sie tun dies nicht manipulativ, sondern es wird beim Lesen deutlich, dass das eigenen Trauma etwas ist, das wir Eltern vielleicht in uns tragen. Unsere Kinder reagieren nur darauf bzw. unser eigenes Trauma lässt uns vielmehr so – eben nicht immer adäquat und in der Emotionalität viel zu stark – auf das Verhalten unseres Kindes reagieren. Ich wusste, was gemeint war, als ich mich an meines eigene Wut erinnerte, die ich immer gespürt habe, wenn ich das Gefühl hatte, ich würde auf Maxim einreden, wie auf einen kranken Gaul, er aber gar nicht reagierte. Nicht reagieren, mich ignorieren, war das schlimmste was mir passieren konnte. Denn dieses Nicht gesehen werden, war mein eigenes Kindheitstrauma. Erst mit dem Tod meines Vaters vor ein paar Jahren und mit dem inneren Abschließen mit dem Verhältnis zu meiner Mutter schwand diese alte Wut. Und ich lernte mit Maxim’s Ignorieren anders umzugehen.

Am Wochenende habe ich zu meiner Freundin gesagt: „Vergiss alle andere Adoptionsliteratur, vergiss alle Bücher über Bindungstheorien bei traumatisierten Adoptivkindern. Lies dieses eine Buch. Ich habe beim Lesen gedacht, warum habe ich es nicht schon vor acht Jahren gelesen. Es hätte mir viel Leid und Kampf erspart.“

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (127)

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Photo by Toa Heftiba on unsplash.com

Glücklicherweise haben wir unsere Erkältungswelle überwunden, und so konnten die Kinder und ich wieder einmal fleißig sein. Maxim und Nadeschda in der Schule, ich in meinem neuen Buchprojekt – und auch hier für diesen Blog ist nun endlich wieder das ein oder andere entstanden. Vor allem aber habe ich Richards Abwesenheit auf einer langen Dienstreise nutzen können, meinen Fotobuchrückstand von vier Jahren um ein Jahr zu reduzieren. Yeahhh!!! Das erste ist nun endlich vollbracht und ich bin gespannt auf das Ergebnis. Als ich vor ein paar Wochen mein Visum für Russland beantragt habe und dort die Frage auftrat nach den Daten meiner letzten Reise nach Russland, musste ich erst überlegen. Die Ausreise war mir natürlich noch präsent, da wir einen Tag zuvor unsere Kinder endlich in Empfang genommen hatten, ich wusste aber nicht mehr, wann wir eingereist waren. Da war es dann doch im ersten Moment praktisch, das Fotobuch der Reisen direkt griffbereit zuhaben – meinen alten Reisepass hätte ich erst suchen müssen -. Aber viel mehr bin ich dann versunken in den Bildern, als Maxim und Nadeschda noch so klein, zart und schutzlos waren… Mein Gott, dass scheint eine Ewigkeit her zu sein, auch wenn wir die Folgen bis heute spüren…. Umso dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Für meinen Sohn, der immer größer wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem wir im vergangenen Jahr seinen Kleiderschrank quasi zweimal größentechnisch durchtauschen mussten, und er mir nun bis ans Kinn reicht, wächst er auch innerlich immens. Während wir bei Nadeschda’s Lerntherapeutin warten mussten, entdeckte er ein Kinderbuch vom kleinen Nein und vom großen Nein. Es ist die Geschichte vom deutlichen, lauten „Nein-Sagen“ in Situationen, die dies auch wirklich erfordern. Am Ende schloß er das Buch und sagte: „Mama, ich kann schon ein großes Nein sagen.“ Und ja, er kann sich behaupten. Er ist nicht mehr der schüchterne, es allen recht machende kleine Junge. Er sagt seine Meinung. Auch wenn ich selbst damit natürlich manchmal zu kämpfen habe, so erfüllt es mich doch mit großem Stolz. Und ich bin tief beruhigt, wenn ich an die Schule komme, es wieder einmal, wie zu oft in den vergangenen Wochen Ärger unter den Jungs in der Klasse gab, ich meinem Sohn sage, dann solltest Du jetzt das und das tun, und er mir antwortet: „Habe ich schon gemacht.“ Er beginnt für sich zu kämpfen und seine Interessen und sein Wohlergehen durchzusetzen. Und das ist großartig.
  2. Für meine Tochter, die jeden Tag von neuem in der Schule so hart kämpft. Ja, seitdem ich nochmal die Bilder von damals mir ins Bewusstsein gerufen habe, und sehe, welchen Weg sie seitdem mit allem gegangen ist, ziehe ich innerlich noch einmal mehr den Hut vor ihr. Das Leben hat es nicht immer gut mit ihr gemeint, und manchmal habe ich das Gefühl, dass das Schicksal auch glaubt, die sollte oder könnte noch eine Schippe mehr ertragen. Das müsste nicht sein, aber sie kämpft sich durch!! Unsagbar tapfer.
  3. In Vorbereitung auf Maxim’s und meine Reise nach Moskau, lese ich wieder sehr viel über Russland. Was für ein Land! Ich bin so gespannt auf die Metropole Moskau, auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass wir eigentlich viel zu wenig Zeit haben. Doch all das lehrt mich, die Herkunft meiner Kinder noch einmal mehr schätzen.

In diesem Sinne habt einen wunderbaren Sonntag und einen erhellenden Start in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (126)

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Photo by Kelly Sikkema on unsplash.com

Eine Woche mit etwas Entschleunigung liegt nun hinter uns. Maxim und Nadeschda waren von einer heftigen Erkältung geplagt. Und so gingen sie auch an zwei Tagen nicht in die Schule, sondern wir verbrachten geruhsame Tage zuhause. Das tat gut, auch wenn auf der anderen Seite die Berge der unerledigten Dinge wieder wachsen. Doch auch das muss manchmal sein. Wie habe ich doch sinngemäß in einem Buch in dieser Woche gelesen: Zu Liebe gehört auch, die To Do Listen einmal aus dem Kopf zu streichen, nicht an all das zu denken, was noch erledigt werden muss, sondern einfach einmal mit seinen Kindern zu sein. Und genau das haben wir getan. So bin ich an diesem Sonntagmorgen dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Für die ungeplante Zeit mit meinen beiden Kindern, in der wir alles mit etwas mehr Ruhe tun konnten. Und auf einmal eröffnen sich dann wieder neue Räume, in denen Nadeschda auf die Idee kommt, einen Kissenbezug für ihre Puppen zu nähen und Maxim sich in die Küche stellt und einen Berg Pfannkuchen backt, den er dann alleine verspeist.
  2. Zu lernen mich mehr abzugrenzen. In der Schule liegt so vieles im Argen, was man erst sieht, wenn man ganz tief drin ist, so wie ich. Ich hatte kurz den Anflug, mich wieder einmal in ein neues Thema einzumischen, in dem ich viel Gestaltungsmacht hätte. Doch ich habe mich dagegen entschieden. Ich tue ohnehin schon genug, ich muss nicht noch eine weitere Baustelle für mich eröffnen. Wenn es andere nicht für wichtig erachten, sich dem Thema anzunehmen, warum sollte ich nun auch noch dieses Problem lösen. Es tut keine wirkliche Not, und ich muss nicht die Welt retten…
  3. Für die Entdeckung von Heather T. Forbes. Mit „Beyond Consequences, Logic and Control“ vor allem aber mit „Help Billy“ hat sie für mich zwei großartige Bücher zum Umgang mit traumatisierten Kindern geschrieben. Sie ist selbst Adoptivmutter von zwei Kindern und schreibt in ihren Büchern Augen öffnend über einen neuen Weg, mit frühtraumatisierten Kindern umzugehen, in der Familie und in der Schule. So hilfreich und klar war selten ein Fachbuch für mich. Auf einmal fällt mir so einiges wie Schuppen von den Augen. Das wird sicherlich noch einen weiteren Post wert ein.

Damit wünsche ich Euch einen bezaubernden Sonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (125)

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Photo by Ashim d Silva on unsplash.com

Nach einer sehr arbeitsamen Woche genießen wir das ruhige Wochenende, ohne Termine, ohne Zeitdruck. Mit fünf Aufführungen ist meine Theaterproduktion am Freitag erfolgreich zu einem Ende gekommen. Nun heißt es ein wenig auf- und durchatmen. Ich freue mich darauf, nun auch wieder Zeit für andere Dinge zu haben. Doch zuvor bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Einmal wieder kann ich nur dankbar sein, dass meine Kinder die vergangenen zwei Wochen so tapfer mit mir gemeinsam bewältigt haben. Ja. da war das Arbeiten auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite sind es gerade im Moment wieder sehr viele Therapeuten- und Arztterminen, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Da bleibt leider unter der Woche wenig Raum zum Spielen. Um so mehr genießen Maxim und Nadeschda aber nun die Zeit am Wochenende, wo sie ungebremst spielen können.
  2. Kindermund tut Wahrheit kund: Nadeschda wollte unbedingt so ein Licht haben, das einen Sternenhimmel an die Zimmerdecke projiziert. Die bekam sie dann auch von ihrem Vater. Kaum eine Woche später war das Ding kaputt. Als Richard daran scheiterte, es zu reparieren, erntete er statt Tränen nur den trockenen Kommentar meiner Tochter: „Tja, Papa, selber Schuld, wenn Du so billiges Zeug im Internet kaufst….“ Wo sie das wohl her hat???
  3. Wirklich gefreut habe ich mich in der vergangenen Woche, dass Claire von mamastreikt unser Interview zur Fürsorgearbeit veröffentlicht hat. In dem Gespräch geht es um unsere Situation mit zwei bedürftigen Adoptivkindern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Doppel- oder Dreifachbelastung durch die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter. Den gesamten Beitrag findet Ihr hier noch einmal zum Nachlesen: „Rollentausch – Wenn die Eltern pflegebedürftig werden“.

Habt noch einen entspannten und erholsamen Sonntag. Vor allem aber startet wohlbehalten in die neue Woche!

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„Rollentausch – Wenn die Eltern pflegebedürftig werden“ – Mein Interview auf mamastreikt

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Photo by Jorge Lopez on unsplash.com

Vor einiger Zeit habe ich ein langes und intensives Gespräch mit der wunderbaren Claire von mamastreikt, die sich so tapfer und hartnäckig für die Anerkennung von Care-Arbeit als Arbeit in unserer Gesellschaft eingesetzt, geführt. Ausführlich ging es um unsere Situation mit zwei bedürftigen Adoptivkindern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Doppel- oder Dreifachbelastung durch die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter. Entstanden ist ein wertvoller Beitrag, in dem Claire uns einmal wieder sehr deutlich vor Augen führt, dass es allerhöchste Zeit ist, in unserer Gesellschaft zu einem Umdenken zu kommen und endlich Fürsorgearbeit mehr wertzuschätzen und überhaupt erst einmal anzuerkennen. Aber lest selbst…

P.S. Claire von mamastreikt schreibt regelmäßig über Care-Arbeit. Schon ihrem Netzprotest #carearbeitmusssichtbarwerden bin ich aufmerksam gefolgt. Doch erst mit der bei mir einziehenden doppelten Care-Arbeit hat das Thema für mich eine neue Brisanz bekommen. Umso mehr möchte ich Euch Claire’s aktuelle Aktion „Care eine Stimme geben“ ans Herz legen.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (124)

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Mit freundlicher Unterstützung von Pixabay

Wie verwegen: Richard und ich waren zum ersten Mal in all den Jahren über Nacht alleine – ohne Maxim und Nadeschda – verreist und das auch gleich mehrere hundert Kilometer von Zuhause entfernt. Für gute 24 Stunden flogen wir nach Hamburg, genossen die Elbphilharmonie und den Hafen. Es war kurz, aber dafür wunderschön. Maxim und Nadeschda wurden derweil von unserer Kinderfrau und ihrem Onkel versorgt. Sie hatten ihren Spaß, und ich bin froh, dass sie die Zeit ohne uns gut überstanden haben. Ja, sie werden nun immer größer und brauchen uns allmählich immer weniger. Es tut gut, auch einmal wieder Zeit als Paar alleine zu verbringen. Vielleicht ist es ein Auftakt, nach einem anstrengenden vergangenen Jahr, nun wieder Kräfte zu sammeln und etwas mehr Selbstfürsorge – in jeder Hinsicht – zu betreiben. Und so bin ich an diesem Sonntag Morgen für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Ich habe meinen inneren Schweinehund einmal wieder überwunden und habe seit einer Woche nun wieder das Laufen begonnen. Noch muss sich beweisen, ob ich das durchhalte. Drei bis vier Wochen muss ich dranbleiben, bis es zur Routine wird. Aber ein Anfang ist gemacht.
  2. Ich bin froh, dass ich mein 100 Seiten Lesen – Projekt bisher in unserem Alltag aufrecht erhalten kann. (Auch wenn es nicht immer 100 Seiten sind, so doch meist mehr als 50.) Ja, es ist weniger Unterhaltungsliteratur, sondern gerade wieder sehr viel Fachliteratur. Aber der Input tut gut, und das Fachwissen zu verfestigen, erweitert auch irgendwie den Horizont. Vor allem ans Herz legen möchte ich Euch „Help for Billy“ von Heather Forbes. Sehr eingängig schildert sie das Lernverhalten von traumatisierten Kindern in der Schule und die erforderlichen Anpassungen, die Lehrer im Umgang mit diesen Kindern vornehmen sollten. Selten habe ich ein so klar formuliertes Buch in den Händen gehalten.
  3.  Nach den Ferien ist vor den Ferien: An meinen freien Abenden widme ich mich nun der Reiseplanung für Maxims und meinen Besuch in Moskau im Frühjahr. Das macht einmal wieder ungemein Spaß. Es tut gut, neue Dinge zu entdecken und die Vorfreude auf neuen Eindrücke und Impulse zu genießen.

Habt einen erholsamen Sonntag und startet gut und wohlbehalten in die kommende Woche.