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„Anders Mutter werden – Das erste Jahr nach einer Auslandsadoption“

„Sometimes the strength of motherhood is greater than natural laws.“ 
(Barbara Kingsolver)

cover_anders_mutter-werden_blogNach der Adoption unserer zwei Kindern aus Russland habe ich meine Erfahrungen aus dem ersten Jahr als Adoptivfamilie aufgeschrieben. Auszüge daraus haben Euch auf diesem Blog begleitet. Als erzählendes Sachbuch schildert „Anders Mutter werden“ nun den besonderen Alltag, die unterschiedlichen Herausforderungen, Veränderungen und Schicksalsschläge sowie die Reaktionen des sozialen Umfeldes im ersten Jahr einer frisch gebackenen Adoptivfamilie. Die Suche nach dem richtigen Umgang mit der neuen Mutterrolle bildet seinen roten Faden. Es ist das erste Buch auf dem deutschen Markt, das sich intensiv mit der ersten Zeit nach einer Auslandsadoption befasst.

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Über Impulse im Leben – ein paar kritische Gedanken zum Ende meiner Ausbildung

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Impulse sind wie knallige Farbspritzer, die eine grau gewordenen und sich immer wiederholende Routine in neuem Licht leuchten lassen. Zu gerne lese ich daher auch die Montagsimpulse von Katja auf homeiswheretheboysare. Und auch in den vergangenen Tagen hat mich das Thema Impulse noch einmal im Rahmen meines Ausbildungsabschlusses bewegt. Deshalb ein paar Gedanken zu Impulsen, die jetzt einfach rausmüssen, um den Weg frei zu machen für Neues!

Ob neue Impulse immer von Innen heraus kommen, wenn man nur lang genug in sich selbst sucht, wie ein Zitat von Rudolf Steiner „Drei Schritte tue nach innen, dann den nach außen.“ – ein wenig suggeriert, wage ich zu bezweifeln. Oft genug kommt es vor, dass ein Lehrer viel zu lange in seinem eigenen Saft schmort, oft auch viel zu wenig Zeit und Energie hat, den Blick nach Außen zu wenden, um sich mit Neuem und Anderem auseinanderzusetzen. Nicht selten fehlt es dann auch an Mut, neue Wege zu gehen. An Altbewährtem festzuhalten ist eben nicht nur bequem, sondern vor allem auch sicher. Und gerade in der Arbeit mit Kindern will man keine Experimente eingehen.

Hinzukommt, so habe ich es zumindest in der Ausbildung empfunden, wird einem jungen Lehrer von Beginn an beigebracht, alleine seinen eigenen Weg zu gehen. Ein Austausch mit anderen Kollegen findet selten statt. Wenn dann sind es höchsten die „alten Hasen“ an den Schulen, die schon seit über dreißig Jahren bestimmte Unterrichtsmethoden, – inhalte und Konzepte fahren, die ja nicht in Frage gestellt werden dürfen. Ganz zu schweigen von einer neuen Lesart von Steiners Ideen. Nein, viel zu oft schwirrt der Satz herum „Das haben wir immer schon so gemacht.“

Doch woher nehmen, die neuen, frischen und farbenfrohen Impulse, die die Arbeit mit Kindern um so ein Vielfaches reicher machen könnten? Die Kollegen lassen sich nicht in die Karten schauen. Ein kritisches Überdenken althergebrachter Konzepte ist oft nicht erwünscht.

 Ja, innere Reflexion ist wichtig, um zu sehen, wo es eine Veränderung braucht. Doch kommt nicht meist der Anstoß von außen? Der frische Wind zu einer neuen Idee, die frische Farbe für einen neuen Weg? Neben aller kritischer Betrachtung braucht es vor allem auch den Blick über den Tellerrand, manchmal auch ab von allem wertvollen anthroposophischen Gedankengut und Waldorfpädagogik.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (92)

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So, Endspurt ist angesagt vor den Ferien. Eine knackige Woche mit Zirkusproben und -aufführungen für Maxim und eine weitere Theaterproduktion für mich neben der Präsentation meiner Portfolioarbeit liegt hinter uns. Wir haben das Dank klarer Prioritätensetzung recht gut hinbekommen. Andere Termine, wie etwa ein weiteres Vorspiel von Maxim mit der Trompete, habe ich abgesagt. Mein Sohn war dankbar. Auch er lernt, sein Pensum, das er sich selbst zumuten kann, langsam einzuschätzen. Und nach zwei Zirkusauftritten an einem Tag sah er ein, dass er nicht mehr dazu in der Lage sein wird, abends um halb neun noch Trompete zu spielen. Er war sehr froh, dann zuhause sein zu können. Und der Lehrer war dann doch auch sehr verständnisvoll. Was er bei anderen Familien, deren Kinder auch im Zirkus auftraten, nicht unbedingt war. Vielleicht lag es auch ein wenig an der Art meiner Absage…. Heute Nachmittag geht wieder ein kleiner Lebensabschnitt für mich zu Ende. Ich werde, während Maxim seinen letzten Zirkusauftritt für diesen Sommer hat, bei der Abschlussfeier meiner Ausbildung sein. Zwei Jahre harter Arbeit gehen dann zu Ende. Keine zwei Abende die Woche mehr die Schulbank drücken, keine Wochenendseminare mehr alle drei Wochen. Was für ein Luxus….Und so bin ich an diesem denkwürdigen Sonntag Morgen für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Für meine beiden Kinder und meinen Mann, die die letzten zwei Jahre so tapfer durchgehalten haben, wenn ich in meiner Ausbildung war, und mir dieses „Projekt“  möglich gemacht haben.
  2. Für meinen Willen und Kraft, vor allem auch in den vergangenen Monaten, wo oft alles zu viel wurde, doch durchzuhalten und diese Ausbildung nun zu einem guten Ende zu bringen.
  3. Für all die Perspektiven, die sich in den vergangenen Wochen aufgetan haben, wie es nach meiner Ausbildung und auch dem Sommer weitergehen könnte für mich. Das wird spannend. Und darauf freue ich mich sehr.

Doch viel mehr noch freue ich mich, dass ich ab der kommenden Woche wieder so viel mehr Zeit für meinen Blog haben werde. Es schwirren mir so viele Beiträge in meinem Kopf und einige liegen angefangen aber unbeendet auf meinem Rechner. Ich freue mich, hier wieder mehr präsent zu sein, und vielleicht den ein oder anderen Impuls zu setzen. In diesem Sinne: Habt einen wunderbaren Sonntag und kommt gut in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (91)

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Photo by Chloe Ridgeway on unsplash.com

Hey, so langsam lichtet sich der Berg an Dingen, die alle noch vor den Ferien endlich erledigt werden wollen. In diesem Sinne liegt eine höchst produktive Woche hinter mir. Meine letzte Seminararbeit ist fertig geschrieben und wartet hier gedruckt auf ihre Präsentation in der kommenden Woche. Ich habe trotz totaler Erkältung endlich lang überfällige Orgadinge erledigt, meine Finanzen mal wieder auf Vordermann gebracht, und einen finalen Plan für die Ferien (über unseren Familienurlaub hinaus) haben wir nun auch. Maxim und Nadeschda haben zwar unter der ersten vollen Schulwoche seit langem gestöhnt (mit den vielen Feiertagen sind sie ganz aus dem Trott gekommen), um so mehr haben wir das Wochenende mit lieben Freunden nun genossen. So sind dies für heute meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Man merkt, dass Maxim und Nadeschda Ferienreif sind. Die Luft ist langsam raus. Dennoch schlagen sie sich tapfer durch die nun verbleibenden letzten Schulwochen. Auch zum täglichen Üben raffen sie sich nach wie vor auf. Meist sogar ohne Theater. Dann geht es auch entsprechend schnell und beide kommentieren dann: „Was, Mama, mehr nicht? Das war schon alles? So schnell ging das?“
  2. Klare Prioritäten zu setzen hilft und beschert schöne Momente: So habe ich doch tatsächlich am Montag Abend einen wichtigen Elternabend einfach mal sausen lassen, und habe meinen Abend bei einem wunderbaren Geburtstag meiner lieben Freundin verbracht. Hinterher das Protokoll des Elternabends zu lesen, hat völlig ausgereicht.
  3. Auch bei meiner Portfolioarbeit habe ich dann am Schluss einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen. Irgendwann habe ich mir gesagt, dass ich diese Arbeit nun nicht noch ein x-tes Mal Korrektur lesen muss und habe sie einfach an die Druckerei geschickt. Als sie fertig zurückkam, habe ich auf den ersten Blick nun auch keinen Rechtschreibfehler gefunden…

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und einen wohlbehaltenen Start in die nächste Woche!

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#bestofElternblogs im Juni

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Photo by Marco Xu on unsplash.com

Die liebe Anja von der Kellerbande  ruft jeden Monat dazu auf,  den meist gelesenen Beitrag des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Das mache ich diesmal auch wieder sehr gerne. Erst wollte ich nicht und dachte: „Ach komm,das sparen wir uns dieses Mal. In Berlin einen Rechner mit dabei zu haben, ist einfach lästig. Und dann sind wir eh viel zu beschäftigt.“ Die Woche über bisher kam ich auch nicht dazu. Doch nach einer bisher erfolgreichen Arbeitswoche habe ich dann heute mal in die Zahlen gelunzt. Und da dieser Beitrag im vergangenen Monat zum einen ein sehr wichtiges Thema adressiert, für das auch viel Frauen, wie etwa Claire von mamastreikt, und so viele andere kämpfen, und weil er auch außerordentlich viele Zugriffszahlen hat, mehr als für selten einen Beitrag auf meinem Blog, habe ich vorhin gedacht: „Komm, Du machst jetzt doch noch mit bei #bestofElternblogs mit, wenn auch ziemlich genau eine Woche später.“

Hier ist er also mein meist gelesener Beitrag im Mai: „Mehr arbeiten können wir uns nicht leisten…“, in dem ich schildere, wie sich das so verhält mit Arbeiten als Mutter und Betreuung und der Frage nach wie viel arbeiten, wenn man, so wie ich, High-Need Kinder hat. Was ich im übrigen heute Nachmittag wieder gespürt und mit jeder Faser meines Körpers erlebt habe, aber der Situation erst viel später am Abend vielleicht ein wenig gerecht werden konnte, als Nadeschda in meinen Armen einschlief und ich zu ihr flüsterte: „Oh man, das war einfach ein Sch…-Tag für Dich. Jetzt kann ich verstehen, dass Du so wütend warst. Morgen früh ist ein neuer Tag. Und dann wird alles ein wenig besser sein.“

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (90)

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Photo by Jez Timms on unsplash.com

Eine kurze Schulwoche und ein aufregendes Wochenende in Berlin liegen hinter uns. Es tat gut, einmal wieder rauszukommen, aus unserem Alltagstrott und die Zeit als Familie zu genießen. Auch wenn alles ein wenig dicht gedrängt war und wir heute alle ein wenig übermüdet sind von der Geburtstagsfeier, auf der wir gestern Abend noch in Berlin eingeladen waren. Jetzt heißt es, noch einmal alle Kräfte sammeln für den „Endspurt“. Denn in zwei Wochen habe ich meinen Abschluss meiner Ausbildung und in drei Wochen sind schon Schulferien! Kaum zu glauben, dieses Schulhalbjahr flog einfach so dahin. Um so dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Feiertag waren Maxim, Nadeschda und ich endlich zum ersten Mal in dieser Saison Erdbeerenpflücken und haben unsere Erdbeermarmeladenproduktion angeschmissen. Nachdem wir an einem der vergangenen Wochenenden das letzte Glas Erdbeermarmelade aus dem vergangenen Sommer geleert hatten, war es nun höchste Zeit für Nachschub.
  2. Langsam aber unnachgiebig lernt Nadeschda das Lesen. Es ist bewundernswert, wie sie sich die Welt der Wörter Buchstabe für Buchstabe, Silbe für Silbe erkämpft und erobert.
  3. Maxim hat sich tapfer durch seine Hausbau-Epoche in der Schule gekämpft. Für ihn war es eine riesige Überwindung, zu merken, dass das, was er sich ursprünglich ausgedacht hatte – die Kinder sollten selbstständig ein Modellhaus aus Naturmaterialien bauen – nicht so einfach und vor allem nicht so schnell umzusetzen war. Es war für ihn eine harte Geduldsprobe, und jeden Tag wieder musste er gegen seine eigene Frustration ankämpfen. Mit viel Wut und Tränen am Nachmittag, wo er seine eigene Unzufriedenheit immer wieder rauslassen musste, hat er dann doch diese Phase in der Schule überstanden. Ich durfte sein fertiges Haus noch nicht sehen. Aber für mich zählt allein, dass er diesen Prozess für sich gut beendet hat, egal wie schön oder wie perfekt das Ergebnis ist.

Habt noch einen ruhigen Sonntag und einen gelungenen Start in eine neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (89)

happy family with two kids walking at sunset

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Noch ist das Haus ganz still. Richard ist mit den Kindern über’s Wochenende mit ein paar anderen Vätern und deren Kindern auf einen Bauernhof gefahren. Ich habe derweil wieder die Schulbank gedrückt. Mein letztes Wochenendseminar im Rahmen meiner Ausbildung. Schon bald ist es geschafft, in nur wenigen Wochen habe ich den Berg meiner Ausbildung überwunden und darf mich auf viele neue Perspektiven und viel geschenkte Zeit freuen. Ich bin gespannt, was das Leben für mich nach dem Sommer bereit hält. Doch jetzt bin ich erst einmal dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Freitag habe ich meine Seminararbeit präsentiert. Es war gut, dass ich mich vorher von dem Druck befreit habe, alles perfekt zu machen. In zehn Minuten Präsentationszeit kann man ohnehin nicht viel reißen. Und letztendlich wusste ich, dass ich gut im Thema drin bin. Dennoch war ich am Ende erleichtert, dass ich nun an diese Baustelle auch einen Haken machen kann.
  2. Den gestrigen freien Morgen habe ich genutzt und endlich auch meine Portfolioarbeit abgeschlossen. Irgendwann hatte ich auch hier beschlossen, es nicht zu übertreiben, sondern Nutzen und Aufwand in einem verträglichen Maß zu halten. Das tat gut. Und dennoch kann ich zufrieden sein, mit meinem Werk.
  3. Auch wenn ich selbst nicht viel Zeit Zuhause hatte, so freue ich mich nun doch, dass meine kleine Familie in den nächsten Minuten hier wieder eintreffen wird. Es war sehr still in diesen vier Wänden, und obwohl ich gerne auch einmal alleine bin, freue ich mich, wenn Richard mit Maxim und Nadeschda nun gleich die Bude wieder mit Lärm und ein wenig Chaos füllen.

Genießt noch einen erholsamen Sonntag! Und habt einen wunderbaren Start in eine erneut kurze Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (88)

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Roberto Nickson on unsplash.com

Was für eine Woche! Ich habe seit drei Wochen bei einer Theaterproduktion an der Schule mitgearbeitet. In dieser Woche waren dann von Donnerstag bis Samstag die Aufführungen. Oh man, was für ein Ritt und für ein Abenteuer. Aber am Ende ist alles gut gegangen und die Kinder dürfen stolz sein auf ihren Erfolg! Viele haben sich dann – irgendwann nach vielen, vielen mühseligen Proben – überwunden, sind über ihre Grenzen gegangen, haben das Stück und ihre Rollen angenommen, sind in eine andere Welt eingetaucht und habe sie als ihre verinnerlicht, verdaut und wieder neu zum Vorschein gebracht. Andere sind in ihren inneren Auseinandersetzungen – wie ich sie hier ansatzweise beschrieben habe – verharrt, doch die Gemeinschaft der Klasse hat sie letztendlich auch mitgetragen. Letztendlich auch für mich alles in allem eine großartige Erfahrung, auch wenn mich heute die Müdigkeit einfach übermannt und ich sehr dankbar bin, dass Pfingsten ist und morgen noch ein weiterer freier Tag. Doch trotz all dem geht auch unser Alltag weiter. Maxim und Nadeschda haben all das in den vergangenen Wochen gut mitgemacht – trotz einiger emotionaler Höhen und Tiefen, die wir hier durchaus am Nachmittag erlebten – , und somit bin ich heute vor allem für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Jedes Mal wieder geht mir das Herz auf, wenn ich mittags in die Mensa der Schule komme und Nadeschda mir freudestrahlend entgegenrennt und mich stürmisch umarmt.
  2. Besonders freue ich mich für Maxim, der nun – auch wenn wir gerade wieder auf eine neue Art Besuch von unserer guten alten Freundin haben – sich wirklich gut in der Schule macht. Noten gibt es ja an unserer Schule nicht, dafür „Sternchen“. Um so stolzer kam Maxim in dieser Woche gleich mit zwei „Sternchen“ an einem Tag nach Hause.
  3. Für meine lieben Freunde, die es auch gerade jetzt wieder aushalten, dass ich kaum oder gar keine Zeit habe, mich zu melden oder zu kümmern, und sie dennoch da sind. Da ist die eine, die unverhofft am vergangenen Wochenende vorbeikam und wir einen lauschigen Nachmittag spontan verbrachten, während unsere Mädchen spielten. Und da ist die andere, die sich schon vor Wochen den Oberarm gebrochen hat, ich es nicht geschafft habe, sie einmal zu besuchen und die dennoch da ist. Das ist einfach ein wunderbares großes Geschenk!

In diesem Sinne habt noch ein wunderbares Pfingstwochenende, eine erholsamen Feiertag und dann einen wohlbehaltenen Start in eine „kurze“ Woche!