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„Anders Mutter werden – Das erste Jahr nach einer Auslandsadoption“

„Sometimes the strength of motherhood is greater than natural laws.“ 
(Barbara Kingsolver)

cover_anders_mutter-werden_blogNach der Adoption unserer zwei Kindern aus Russland habe ich meine Erfahrungen aus dem ersten Jahr als Adoptivfamilie aufgeschrieben. Auszüge daraus haben Euch auf diesem Blog begleitet. Als erzählendes Sachbuch schildert „Anders Mutter werden“ nun den besonderen Alltag, die unterschiedlichen Herausforderungen, Veränderungen und Schicksalsschläge sowie die Reaktionen des sozialen Umfeldes im ersten Jahr einer frisch gebackenen Adoptivfamilie. Die Suche nach dem richtigen Umgang mit der neuen Mutterrolle bildet seinen roten Faden. Es ist das erste Buch auf dem deutschen Markt, das sich intensiv mit der ersten Zeit nach einer Auslandsadoption befasst.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (65)

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Photo by Mike Arney on unsplash.com

Oh, wie wunderbar, mein Wunsch wurde wahr und wir hatten eine verhältnismäßig ruhige Woche. Die nachmittäglichen Verpflichtungen nehmen im Moment ab. Stattdessen hatten wir viel Zeit Zuhause. Plätzchen wurden gebacken, Weihnachtsgeschenke gebastelt, die alljährliche Weihnachtsmarmelade produziert. Einfach schön! Es war fast ein wenig so, als hätten wir nun endlich die Zeit, die ich schon im Herbst so gerne mal mit den Kindern gehabt hätte. Und somit sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. Der Besuch des Nikolaus am Mittwoch Abend: Auch wenn nach Maxim nun auch Nadeschda nicht mehr daran glaubt, dass dies der „echte“ Nikolaus ist, so waren beide Kinder doch zu höflich, ihn das wissen NICHT zu lassen. Über die gefüllten Strümpfe haben sie sich dennoch gefreut.
  2. Vorlesen: Neben all der Weihnachtsbastelei haben wir wieder die Weihnachtsbücher herausgeholt und unheimlich viel vorgelesen. Mit warmen Kakao und Plätzchen auf dem Sofa. Herrlich! – Ich liebe einfach diese Adventsgeschichten…
  3. Mein neues Patenkind: Heute bin ich noch einmal Patentante geworden! Die 13-jährige Tochter von langjährigen Freunden hatte sich entschlossen sich konfirmieren zu lassen. Dafür musste sie sich nun erst noch taufen lassen. Und sie wählte mich als Patentante! Das hat mich riesig gefreut. Es war ein wunderbares  Fest. Und ich freue mich, dass ich nun mein Patenkind in den kommenden Monaten doch etwas öfter wiedersehen werde, als in den vergangenen Jahren.

Habt einen wunderbaren 2. Advent und kommt gut in die neue Woche!

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Von Vorurteilen – Wenn ein gut gemeintes Lob doch eine Ohrfeige ist

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Photo by Annie Spratt on unsplash.com

Die Welt ist klein, auch wenn man in einem Ballungsgebiet wie wir leben. Denn neulich erzählte mir unsere Kinderfrau, die in der nächst größeren Stadt lebt, dass sie in ihrem Sportstudio eine Nachbarin von uns getroffen habe. Dies sprach sie wohl an: „Sie sind doch jetzt bei der Familie, die die zwei Kinder aus Russland adoptiert hat? (…) Ach, die sind ja so wohlerzogen.“

Das mag ja schön sein, dass an unserem Wohnort die Leute den Eindruck haben, dass meine Kinder wohlerzogen sind. Und so war es wohl auch als ein Kompliment gemeint. Doch kam es bei mir wie eine Ohrfeige an. Denn für mich schwang mit: „Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass russische Adoptivkinder sich so gut benehmen können.“ Da waren sie wieder die Vorurteile. Lange hatten sie uns nicht beschäftigt. In den vergangenen Jahren hatten wir ohnehin recht wenig Kontakt an unserem Wohnort, seitdem Maxim und Nadeschda in einen anderen Kindergarten und Schule gegangen waren. Doch offensichtlich ist der Stempel der „Russenkinder“ geblieben.

Als mein Ärger verrauchte, dachte ich an einen Ausspruch von Bettina Bonus auf einem ihrer Vorträge, der ungefähr sinngemäß so lautete: „Achten Sie auf das Äußerliche Ihrer Kinder. Denn so ecken sie weniger an und fallen weniger auf. Ziehen Sie ihrem Sohn ruhig die Kordhose, das weiße Hemd und den Pullunder an. Dann hat man gleich ein positives Bild von ihm.“ Wie recht sie behalten sollte! Ja, nach all den Jahren ist es auch mir in Fleisch und Blut übergegangen, bei meinen Kindern immer auf ein möglichst gepflegtes Aussehen zu achten. Zu meinem großen Glück ziehen sie auch immer noch das an, was ich ihnen hinlege. Und genauso sind sie in der Öffentlichkeit sehr höfliche und freundliche Kinder. Das habe ich ihnen zwar nicht anerzogen, doch folgen sie hier wahrscheinlich einfach dem Beispiel von uns Eltern. Dennoch gebe ich zu, dass es natürlich beruhigend ist, dass Maxim und Nadeschda eben nicht unangenehm in der Öffentlichkeit auffallen, sondern eben ganz im Gegenteil. Der Ausspruch der Dame im Sportstudio bestätigt das. Wie würde man da draußen wohl über meine Kinder sprechen, wenn sie sich nicht so „wohlerzogen“ verhielten?

Eigentlich mag ich es mir gar nicht ausmalen. Denn dann kehrt nur meine eigene innere Wut zurück. Warum dürfen Maxim und Nadeschda nicht einfach da draußen ganz normale Kinder sein? Ist ja schön, dass sie als wohlerzogen gelten. Die „Ohrfeige“ tat dennoch weh. Doch schlucke ich lieber meinen Ärger runter, freue mich über meine wunderbaren Kinder und fahre in die Stadt, um Maxim einen neue Kordhose zu kaufen.

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Herkunft reloaded (6): Trauer um das verlorene Babysein

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Photo by Tim Gouw on unsplash.com

Der Schmerz sitzt tief. Der schmerzliche Verlust, nicht ein Baby gewesen zu sein, wie alle anderen, die in Liebe und Fürsorge ihre ersten Lebensmonate verbrachten, umgeben von der sorgenden Mutterhülle, mit Menschen drum herum, die sich alle so über die Geburt des neuen Menschenkindes freuen. Immer wieder holt dieser Schmerz meine Tochter ein. Mit ihm kommt die Wut. Denn nur mit ihr kann der ohnmächtigen Trauer Ausdruck verliehen werden. Und so hat sie wieder Einzug gehalten in unseren Alltag, diese andere Dimension der Wut. Es ist nicht die Frustration über die Schule und die Angst dort zu scheitern. Ja, auch die ist manchmal da. Doch im Moment dominiert einmal wieder die Wut, so vieles nicht gehabt zu haben, was andere Babys haben. Geweckt durch bestimmte Ereignisse in den vergangenen Tagen und Wochen:

Da war der Streit und das Gespräch mit Marie über „echte Eltern“ vor ein paar Tagen. Nadeschda hatte nicht mitbekommen, dass ich mit Marie gesprochen hatte. Ich wunderte mich nur im weiteren Verlauf des Nachmittags, dass Nadeschda so wütend war und ihr nichts passte, was Marie tat. Ständig hatten sich die beiden Mädchen in den Haaren. Am Abend fragte ich Nadeschda, ob sie wütend gewesen wäre, weil Marie zu ihr gesagt hatte, dass ich nicht ihre echte Mutter bin. Es kam ein fast erleichtertes Ja. „Aber Mama, das kann die doch nicht einfach sagen. Das stimmt doch gar nicht! – Die Marie ist blöd. Die ist nicht mehr meine Freundin.“ Ich erzählte daraufhin meiner Tochter von meinem Gespräch mit Marie. „Und weisst Du, was Marie am Ende gesagt hat?“ Nadeschda schaut mich fragend an. „Sie will jetzt auch zwei Mamas und zwei Papas haben.“ Ein Lächeln huscht über das Gesicht meiner Tochter und ihre zornverdunkelten Augen hellen sich ein wenig auf. „Warum?“ Ich: „Vielleicht weil sie es toll findet, zwei Eltern zu haben.“ „Mmhhmm, manchmal ist das aber auch gar nicht schön…“ entgegnet meine Tochter. Ich nehme sie in den Arm und flüstere ein: „ Ja, ich weiss.“

Das Baby meiner Freundin kommt bald auf die Welt. Seitdem wir sie das letzte Mal besuchten, wo natürlich viel über das Baby gesprochen wurde, gärt die Wut in Nadeschda. Deutlich wurde mir das erst vor ein paar Tagen, als ich mit Nadeschda zusammen ein Geschenk zur Geburt aussuchte. Erst fragte Nadeschda mich immer wieder: „Mama, warum bekommen Babys zur Geburt ein Geschenk? Habe ich auch Geschenke bekommen?“ Da dämmerte mir schon, was in meiner Tochter gerade vor sich ging. Im Kindergeschäft wurde Nadeschda nicht müde, mir zu zeigen, was das Baby noch alles braucht. Stofftiere, Decken, ein Schnullertier, ein wärmendes Kuscheltier, Rasseln, Knisterbücher und vieles mehr. Ihr „Mama, Mama, das müssen wir unbedingt kaufen. Das braucht das Baby. Ganz dringend!“ wurde immer intensiver und eindringlicher, je länger wir uns in dem Geschäft aufhielten. Der Nachdruck, mit dem Nadeschda mir immer wieder neue Dinge zeigte, ließ mich innehalten. Und mit einem Schlag wurde mir klar: Es ging ihr gar nicht um das Baby meiner Freundin, sondern aus ihr sprach der Herzenswunsch, all das auch so gerne gehabt zu haben. Hätte ich Nadeschda gefragt, ob sie selbst auch so ein Schnullertier oder eine Rassel haben wollte, hätte sie es wahrscheinlich verneint. „Nee, Mama, das ist doch Babykram. Ich bin doch jetzt groß.“ Doch es war offensichtlich, dass sie hier eine leere Stelle in ihrem Leben versuchte nachzunähren. Für einen Moment wurde es mir schwer ums Herz. Doch dann beschloss ich, an einem anderen Tag in diesen Kinderladen ohne Nadeschda zurückzukehren und vielleicht doch etwas zu kaufen, was ihren unerfüllten Bedürfnissen als Baby ein klein wenig Rechnung tragen könnte.

Spielzeug wird die Wunden meiner Tochter nicht heilen. Das weiß ich. Sie wird immer wieder durch den Schmerz und die Trauer hindurch gehen müssen, bis er vielleicht im Laufe der Zeit ein bisschen weniger wird, er nicht mehr so eine überbordende Ohnmacht ausstrahlt. Ich kann nur für Nadeschda da sein, sie halten und ihre Wut, wenn sie denn kommt, aushalten.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (64)

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Photo by Toa Heftiba on unsplash.com

Geschafft! Ab heute Nachmittag dürfen wir nun in relativer Ruhe die Adventszeit genießen. Wir haben unseren Zirkusprobenmarathon erfolgreich hinter uns gebracht. Gestern Nachmittag durften wir dann ein wunderbares Weihnachtsmärchen im Zirkus sehen. Maxim war wieder großartig! Unser Haus ist adventlich dekoriert, erste Plätzchen sind gebacken und das Lebkuchenhaus ist mal wieder eine wahre Zierde geworden. Mit Ausnahme von ein paar Weihnachtsgeschenken dürfen wir uns jetzt auf eine ruhige Vorweihnachtszeit freuen. Und so sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal einen selbst gemachten Adventskranz. Eine Gemeinschaftsproduktion von Maxim, Nadeschda und mir. Das war eine wunderbare Bastelstunde, die wir drei sehr genossen haben. Nun freuen wir uns, heute Abend die erste Kerze anzuzünden.
  2. Ich bin so froh, dass Maxim die Anstrengung der Zirkusaufführungen wieder einmal gut bewältigt hat. Ich freue mich, wenn er heute Abend von seiner dritten und letzten Aufführung nach Hause kommt. Ihn gestern auf der Bühne zu sehen, erfüllte mich wieder einmal mit großem Stolz. Wenn er da so steht, wird mir immer wieder der lange Weg bewusst, den mein großer Sohn schon gegangen ist.
  3. Nadeschda wird mal eine tüchtige Geschäftsfrau. Seitdem sie am Tag der offenen Türe Richard beim Verkaufen von Mineralien geholfen hat, kennt sie nun das Geld. Sprich sie kennt die Münzen und weiß, was mehr und was weniger ist. „Mama, guck mal, den kleinen Stein habe ich für 50 Cent gekauft. Wenn ich ihn Dir jetzt für einen Euro verkaufe, dann habe ich mehr Geld gemacht. Stimmt‘ Mami? Dann bin ich reich….“

Habt einen wunderbaren 1. Advent. Genießt die Zeit mit Euren Lieben! Und kommt dann gut in die neue Woche…

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#bestofElternblogs Dezember 2017

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Photo by Slava Bowman on unsplash.com

Anja von der Kellerbande ruft regelmäßig zum 1. des Monats zu den besten Beiträgen der Elternblogs auf. Und wie immer mache ich gerne mit. Wegen unseres Zirkusmarathons und Besuch der Lieblingspatentante zum Knusperhäuschenbauen erst etwas verspätet.

Im November war der meist gelesener Beitrag von Euch „48 Stunden im Leben einer Adoptivmutter – Wenn Papa verreist ist“. Darin nehme ich Euch mit in unseren Alltag, wenn der Papa dann mal ein paar Tage ganz weg ist. Ja, er bringt, wenn er nicht auf Dienstreise ist oder morgens Termine hat, konsequent und kontinuierlich Nadeschda und Maxim morgens in die Schule. Abends ist er bis auf den Freitag selten da. Doch wenn er über mehrere Tage verreist ist, dann sieht unser Alltag doch etwas anders an. Aber lest selbst.

Habt wieder einmal Dank fürs Lesen und Teilen, doch vor allem erst einmal einen wunderbaren Start in eine zauberhafte Adventszeit!

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Herkunft reloaded (5): Von „echten“ Eltern

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Vor ein paar Tagen hatte Nadeschda ihre Freundin Marie zum Spielen zu Besuch. Sie ist die kleine Schwester von Maxim’s Freund Johannes. Marie ist ein durchaus aufgewecktes Mädchen, die in keiner Weise auf den Mund gefallen ist. Und so trug sich folgende Szenerie an diesem verregneten Nachmittag zu:

Während ich im Esszimmer über meinen ToDo-Listen brütete, hörte ich wie die Mädchen zunächst friedlich im Kinderzimmer spielten. Doch dann entbrannte plötzlich ein etwas lauterer Wortwechsel. „Stimmt gar nicht!“ hörte ich meine Tochter wutentbrannt rufen. „Die Charlotte ist meine echte Mama! Jawohl, ganz bestimmt!!!“ Marie wollte wohl noch etwas entgegnen, entschied sich dann aber zu mir zu kommen.

„Du Charlotte?“ zögerlich stand sie im Türrahmen unseres Esszimmers. „Die Nadeschda hat doch zwei Mamas und zwei Papas. Stimmt’s? Eine Mama und ein Papa sind irgendwo anders. Stimmt’s?“ Ich: „Ja….“ und schaute sie abwartend an. Marie zupfte an ihrem Rock und fuhr fort: „ Aber wenn sie noch irgendwo anders eine Mama und einen Papa hat, dann kannst Du doch gar nicht ihre echte Mutter sein.“ Ich wendete mich ihr zu und antwortete: „Weißt Du, Marie, wir sind alle Nadeschda’s echte Eltern. Nadeschda’s Mama und Papa in Russland sind ihre echten Eltern und genauso sind Richard und ich ihre echten Eltern. Nadeschda hat eben zwei echte Mamas und zwei echte Papas. Ihre Mama und ihr Papa in Russland haben ihr das Leben geschenkt. Ohne sie wäre Nadeschda gar nicht auf der Welt. Und Richard und ich sind ihre Mama und ihr Papa, die jetzt immer für sie da sind und sie durch ihr Leben begleiten.“ Marie drehte die Augen zur Decke und dachte nach. „Aber ich habe nur eine Mama und einen Papa. Ich war bei meiner Mama im Bauch und sie ist immer für mich da.“ Ich: „Ja, genau. Aber weißt Du, Nadeschda’s russische Mama konnte sich dann nicht mehr so um Nadeschda kümmern und hat um Hilfe gebeten, dass man eine Mama und einen Papa findet, die besser für Nadeschda sorgen können. So ist sie zu uns gekommen. Und so hat sie eben zwei echte Mamas und zwei echte Papas. Die einen haben ihr das Leben geschenkt und die anderen, Richard und ich, sind jetzt immer für Nadeschda da.“

Marie kaute nachdenklich auf ihrer Lippe und antwortete: „Das ist ja eigentlich ganz schön cool. Ich will auch zwei Mamas und zwei Papas haben!“

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (63)

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Photo by Sanah Survana on unsplash.com

Eine gute Woche liegt hinter uns. Auch wenn gestern „Großkampftag“ mit dem Tag der offenen Tür in der Schule angesagt war, so verlief im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren die Woche davor recht entspannt. Auch ich habe nach vier Jahren in dieser Schulgemeinschaft dazu gelernt. Diesmal habe ich frühzeitig mit den Kinder gebastelt. Schon in den Herbstferien hatten wir unser „Pflichtbastelprogramm“ erledigt. Und das alles in Ruhe und mit viel Spaß. Nachdem ich mich in den Vorjahren immer mit den Essenspenden für das Büffet zwei Tage vor der Veranstaltung extrem gestresst hatte – in diesem Jahr hätte es uns aufgrund der Verantwortlichkeiten der Klassen meiner Kinder mit drei unterschiedlichen Speisen, die mitzubringen wären, „hart“ getroffen – , habe ich in diesem Jahr kurzer Hand beschlossen, unsere Kinderfrau mit dem Kuchenbacken zu beauftragen. So blieb mir nur der Salat und der war schnell gemacht. Insofern stand diese Woche trotz ganztägigem Einsatz an der Schule gestern, ein wenig unter dem Motto „geschenkte Zeit“. So sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Montag hätte ich mit Nadeschda einen Hautarzttermin gehabt. Maxim war bei einem Freund. Vor Monaten hatte ich diesen Arzttermin ausgemacht und schriftlich rückbestätigt. Als wir in die Praxis kamen, hieß es: „Nein, den Termin haben wir gestrichen. Sie hätten ihn 14 Tage vorher rückbestätigen müssen.“ Ich: „Habe ich doch, sogar schon vor drei Monaten.“ Die Arzthelferin: „Nein, Sie müssen ihn genau 14 Tage vorher rückbestätigten.“ Nachdem meine Wut und Fassungslosigkeit verraucht war, nahmen Nadeschda und ich den Nachmittag so wie er war, gingen in eine Café, tranken warmen Kakao und kauften danach Dinge ein, die wir schon lange besorgen wollten, um den Nachmittag mit fast einer Stunde Schmökern und Stöbern in einer Buchhandlung zu schließen. Wunderbar!
  2. Anstatt die große Kuchenbackmaschinerie für die Schule anzuschmeißen, genossen Maxim, Nadeschda und ich einen wunderbaren Nachmittag, an dem wir unsere Weihnachtswichtelwerkstatt eröffnet haben. Die ersten selbst gebastelten Kleinigkeiten sind entstanden. Sehr schön!
  3. Der alljährliche Zirkusprobenmarathon hat begonnen. In einer Woche ist Maxim’s große Weihnachtsaufführung. Heute Nachmittag war die erste große Probe. Während Maxim trainierte, war Nadeschda bei einer Freundin eingeladen. So hatte ich zum ersten Mal seit langem einen ganzen Sonntag Nachmittag für mich allein. Und habe endlich einmal wieder gelesen. Herrlich!

Habt noch einen erholsamen Sonntag Abend und kommt wohlbehalten in die neue Woche!