29. September – Bestätigt sich Maxim’s Epilepsie-Diagnose

Da Maxim Gott sei Dank seit Sonntag wieder Fieberfrei ist, können wir an unserem lang geplanten Termin für sein Kontroll-EEG nach dem Absetzen des Epilepsie-Medikamentes festhalten. Das Elektroenzephalogramm (EEG) ist eine Standarduntersuchungsform in der Neurologie, die vor allem zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Epilepsie dient. Hier fallen besonders geformte Ausprägungen der Gehirnströme, auch im anfallsfreien Zustand, auf. Lassen sie sich nicht erkennen und weist das Verhalten des Kindes keine Verhaltensanzeichen auf, kann man davon ausgehen, dass keine Anhaltspunkte für eine Diagnose auf Epilepsie vorliegen und sie damit hinfällig ist.

Eine Schwester verkabelt Maxim an diesem Morgen in der Kinderklinik an Kopf und Händen. Für gut zwanzig Minuten muss er nun auf einer Liege still liegen und alle paar Minuten die Augen auf und wieder zu machen. Sein Verständnis der deutschen Sprache ist inzwischen so gut, dass er allen Anweisungen der Schwester folgt, selbst wenn er mich dabei manchmal rückversichernd ansieht. Wie auch schon bei Dr. Müller ist Maxim ganz ruhig, still und zurückhaltend; er lässt die Messung klaglos über sich ergehen.

Nach der Aufzeichnung müssen wir noch einmal warten, bis der behandelnde Kinderarzt das EEG auswerten kann. Nach einer halben Stunde Warten folgt der erlösende Befund: Es ist alles in Ordnung. Es gibt keinerlei Hinweise auf eine epileptische Erkrankung. Maxim ist gesund! Im Gegenteil, wie Dr. Müller stuft der Kinderarzt in der Kinderklinik Maxim als altersgerecht entwickelt ein. Mit Blick auf Maxims Nicht-Sprechen wiederholt er fast Dr. Müllers Rat: Wir sollen uns weiter in Geduld üben. Maxim muss im Moment zu viele Anpassungsleistungen auf anderen Gebieten erbringen. Sein Schweigen mag wahrscheinlich etwas damit zu tun haben, dass das Sprechen in seiner aktuellen Adaptionsleistung nicht die Priorität hat. Aus Maxims Perspektive des „Überlebens“ in seiner neuen Umgebung sind andere Aspekte wichtiger. Zudem merkt er, dass er in seinem engsten Umfeld auch wunderbar ohne Sprechen zurechtkommt. Der Kinderarzt erklärt uns, dass erst wenn Maxim länger als ein halbes Jahr an seinem Schweigen festhielte, könne man von einer Angstkompensation ausgehen. Was bedeuten würde, dass er das Schweigen als Schutz gegen die von ihm als bedrohlich empfundene Außenwelt einsetzt. Doch danach sehe es im Moment nicht aus. Wir sind erleichtert und dankbar. Wenigstens an dieser Front kehrt Ruhe ein.

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