16. Mai – Kindergarten reloaded

Auch wenn Maxim heute morgen recht munter und agil aufstand, bestätigte er eifrig, dass sein Knie ihm immer noch weh tat, nach seinem Unfall auf dem Trampolin am Wochenende. In den Kindergarten wollte er partout nicht gehen. Er wurde nicht müde, eifrig zu wiederholen: „Knie aua.“, „Nicht Kindergarten.“, ergänzt um „Steffi nicht lieb. Nicki nicht lieb.“ Sein letzter Kommentar verwunderte mich. Zum ersten Mal äußerte mein Sohn klar, dass er sich bei seinen beiden Erzieherinnen im Kindergarten nicht wohl fühlte. Auf mein Nachfragen bekam ich von ihm immer wieder dieselbe Antwort: „„Steffi nicht lieb. Nicki nicht lieb.“ bestärkt mit einem „Kindergarten gar nicht schön.“ Da ich mir ohnehin unsicher war, ob die Erzieherinnen auf Maxim und sein angeschlagenes Knie besondere Rücksicht nehmen würden, entschied ich kurzerhand, Maxim für diese Woche vom Kindergarten abzumelden. Mir war wohler dabei, meinen Sohn in meiner Obhut zu haben.

Maxims Erleichterung, als ich ihm sagte, dass er diese Woche nicht in den Kindergarten gehen müsste, bestätigte mir, dass diese Entscheidung richtig war. Nachmittags gab ich Maxims Wunsch nach, und wir gingen trotz angeschlagenem Knie auf den Spielplatz. Ich war mir sicher, dass mein Sohn sich ohnehin nur das zutrauen würde, was ihm nicht weh tat. Als ich ihn jedoch so beim Klettern und Toben beobachtete, wurde mir klar, dass sein Knie sich sehr schnell erholt hatte und dass es für ihn nur der willkommene Anlass gewesen war, mir gegenüber offen zu zeigen, dass er nicht in den Kindergarten gehen wollte. Das machte mich nachdenklich. Wieder einmal fragte ich mich, ob mein Sohn in diesem Kindergarten gut aufgehoben war. Die Verunsicherung um eine schlechte Betreuung im Kindergarten löste die Sorge um Maxims Knie ab.

5 Gedanken zu “16. Mai – Kindergarten reloaded

  1. https://marasgedanken.wordpress.com/2016/03/22/hoert-auf-eure-kinder-sofern-es-euch-moeglich-ist/

    Ich habe Dir mal einen Link zu einem meiner Beiträge kopiert.
    Den Beitrag habe ich nach unseren Problemen in der Kita geschrieben. Mein Fazit: Kinder sagen immer erst etwas, wenn schon viel im Argen ist. Es lohnt sich, mit den Erziehern zu sprechen, auch wenn es am Ende nur dazu verhilft, eine eventuelle Ignoranz der Erzieher gegenüber den Problemen des Kindes oder auch ihre generelle Abstumpfung zu erkennen. Bei uns waren die Äußerungen der Erzieherin zu unserem Kind entlarvend. Und, mein Kind aus der Kita herauszunehmen, war im Nachhinein goldrichtig. Natürlich ist es immer schöner, wenn man in der bestehenden Kita alles zum Guten wenden kann. Ich drücke Euch ganz fest die Daumen.

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    • Wie wahr, wie wahr!! Wenn ich damals dieses Selbstbewusstsein als Mutter gehabt hätte… Ich hab ja genauso gedacht, dass im Kindergarten die pädagogische Kernkompetenz liegt. Und eigentlich habe ich mehr als ein Jahr, ja fast drei im Rückblick gebraucht, um zu lernen und zu verstehen, dass das dann leider doch nicht so ist.Bei unserer Tochter sind wir dann später auch andere Wege gegangen. Aber viel später. Wie es bei Maxim weitergeht, wird in den kommenden Beiträgen zu lesen sein…;-)

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      • Ich habe ganz vergessen, dass Deine Beiträge ja in der Rückschau geschrieben sind. Sorry. Dann sind solche Hinweise ja nicht ganz so hilfreich ;-). Aber interessant, dass Du es auch so siehst. Selbstbewusst war ich auch nicht, sondern voller Zweifel. Mein Kind ließ mir keine andere Wahl. Es zeigte mir immer wieder, wie unglücklich es war und irgendwann musste ich handeln, auch wenn ich eigentlich sehr konfliktscheu bin. Mittlerweile weiß ich, dass noch andere Eltern Probleme mit dieser Kita haben, aus genau den gleichen Gründen.

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