Ordnung ist relativ…

domestic kitchen with dirty crockery and cutlery in messy sink

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Als ich am Samstag Abend von meiner Weiterbildung nach Hause kam, traf mich der Schlag. Selten habe ich unser Haus so „verwüstet“ vorgefunden. Ich kam schon gar nicht richtig zur Haustür hinein, da unzählige Schuhe auf dem Fußabtreter standen. Der Esszimmertisch war übersät mit angefangenen Bastelsachen, dazwischen schmutziges Geschirr und Gläser vom Abendbrot. Der Boden war übersät mit Krümmeln und Papierschnipseln. Dazwischen drapierten sich Matchbox-Autos, Bilderbücher und Teile der Holzeisenbahn. Im Bad war die Wäsche aufgetürmt, schmutzige lag auf dem Boden, saubere und trockene Wäsche drängelte sich in einem riesigen Haufen im überquellenden Wäschekorb. Dazwischen muffelten die nassen Schwimmsachen meiner Kinder. Im Wohnzimmer stand kein Sessel mehr an seinem Platz, die Decken lagen zerknüllt auf dem Sofa, die Kissen waren im Raum verteilt. Und auch hier fand ich Puppensachen, Holzklötze und noch mehr Bilderbücher. In der Küche standen die Einkäufe vom Vormittag, unausgepackt und nicht verstaut, genauso wenig wie die Gemüselieferung vom Biobauern. Auf dem Herd stapelten sich schmutzige und saubere Töpfe. Doch immerhin vernahm ich das leise Surren der Spülmaschine.

Am Morgen hatte ich doch mit meinen Kindern ein ordentliches Haus verlassen. Ich hatte sie zum Schwimmen gebracht und war von dort weiter in mein Seminar gefahren. Ich war also gerade einmal zehn Stunden aus dem Haus gewesen. Richard hatte den weiteren Tag mit Maxim und Nadeschda verbracht. Davon aber auch weite Teile außer Haus und unterwegs. Während ich noch verwundert in der Küche stehe und überlege, wo ich nun – abends um neun – beginne, dieses Chaos zu beseitigen, kommt Richard erschöpft aus dem ersten Stock, wo unsere Kinder inzwischen friedlich schlafen. „Hach, was für ein voller Tag! Ohne Pause zum Durchatmen.“ seufzt er, „Ich habe schon mal Ordnung gemacht und die Spülmaschine angestellt.“ fährt er fort. Schweigend lächele ich ihn an, schlucke meine Gedanken herunter und packe die Einkäufe aus.

6 Gedanken zu “Ordnung ist relativ…

    • Nun ja, soweit ging dann das kognitive Verständnis von Richard leider nicht. 😉 Er hat eben mit den Kindern gespielt und Spass gehabt. Den Sprung aber zu der Erkenntnis, warum hier eben nicht jeden Abend große Unordnung herrscht und dieses Haus nicht im Chaos versinkt, hat er nicht vollzogen. Für ihn war es ja „ordentlich“…. 😉

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  1. Pingback: Mein ordentliches Leben mit 3 „Cholerikern“ | Charlotte's Adoptionsblog ©

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