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Wenn bei meinem Kindern der Alarm im Kopf losgeht…

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Maxim sitzt am Tisch und macht Rechenhausaufgaben. Die ersten zwei Aufgaben gehen noch leicht von der Hand. Bei der dritten muss er etwas nachdenken. Er verstummt. Ich wiederhole die Aufgabe für ihn. Er erstarrt. Gefühlte Minuten passiert gar nichts. Dann wandert sein Bleistift in den Mund. Mit dem Radiergummi malt er auf seiner Tischunterlage. Dann guckt er mich wie durch einen Schleier an und sagt einfach irgendeine Zahl, die fernab von der eigentlichen Rechenaufgabe ist. Ich schaue ihn überrascht an und sage: „Mmmh, bist Du Dir sicher? Rechne nochmal nach.“ Maxim wiederholt die falsche Zahl. Ich wiederhole die Aufgabe und helfe ihm mit einem Bild. Doch Maxim hört mich schon nicht mehr. Er nimmt seinen Stift in die Faust und streicht die Aufgabe wutentbrannt durch. In der Folge wird er irgendwann den Stift und das Heft durchs Zimmer schleudern, ich werde nicht mehr ganz so verständnisvoll sein, und irgendwann wird er anfangen zu brüllen und zu toben, was irgendwann in ein verzweifeltes Weinen und Schluchzen übergeht. Ich werde ihn trösten, ihm gut zureden und nach einer halben Stunde oder auch Stunde wird er sich beruhigen und sagen: „Mama, ich habe solche Kopfschmerzen.“

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Nadeschda kommt wutschnaubend aus der Schule. Sie piesackt ihren Bruder und lässt nicht von ihm ab. Mich schnauzt sie nur an, wenn ich sie etwas frage. Mit geballten Fäusten stampft sie in ihr Zimmer. Sie flucht weiter, wirft ein paar Dinge durch die Gegend. Wenn ich sie frage, was los ist, stellt sie sich vor mir auf und brüllt: „Mama, ich bin wütend.“ Ja, das merke ich. Auf meine Frage, warum, kommt ein „Sag ich Dir nicht.“ Okay, ich lasse sie eine Weile in Ruhe, doch ihre Stimmung bessert sich nicht. Als unsere Übzeit beginnen soll, ist sie immer noch grantig und motzt. Erst beim Händewaschen entlädt sich die gesamte Wut und Traurigkeit. Erst schreit sie lauthals, dann weint sie bitterlich. Unter Tränen erzählt sie, dass ihre Freundin in der Schule sie im Gesicht gekniffen hat. „Ich gehe da nie mehr hin, Mama. Die Schule soll abgerissen werden.“ Schluchzend sitzt sie dann auf meinem Schoß.

Wir verbringen einen friedlichen Nachmittag im Garten. Die Kinder plantschen vergnügt in unserem Schwimmbecken, wir genießen die sommerliche Sonne, lachen viel, das Spiel ist entspannt. Plötzlich ziehen Gewitterwolken auf. Doch ein Donnern ist noch nicht zu hören. Die Kinder kommen aus dem Wasser, Maxim rutscht auf der Leiter ein wenig ab und verletzt sich leicht am kleinen Zeh. Ist er meist hart im Nehmen, steigert er sich schnell in ein hysterisches Weinen. Er zittert. Er hat Angst. Ich wickele ihn in ein Handtuch und tröste ihn. Doch plötzlich stimmt Nadeschda aus heiterem Himmel in das Weinen ihres Bruders mit ein. Sie zittert wie Espenlaub. Die Panik, die ihren Körper durchzieht, ist offensichtlich. Auch sie wickele ich in ein Handtuch und setze sie zu mir auf den Schoß. Jedes Kind auf ein Bein und halte sie ganz fest. Nach einer Weile haben sie sich so weit beruhigt, dass wir ins Haus gehen können. Doch auch dort halte, wärme und beruhige sie noch eine Stunde, bis ihre Angst verflogen ist. – Das Gewitter zog an unserem Ort vorbei, mehr als ein paar Regentropfen kam nicht herunter.

Seitdem ich Sherrie Eldridges Beitrag zu „The Game Changer…“ gelesen habe, gehen mir so viele Situationen nicht mehr aus dem Kopf, in denen bei meinen Kindern der „Alarm“ losgeht. Frust bei den Hausaufgaben, Wut und Trauer über eine Gemeinheit einer Freundin in der Schule, ein harmloses Gewitter. Die Palette der Auslöser ist vielfältig und unüberschaubar. Und erst jetzt, wenn ich darüber nachdenke, wird mir bewusst, mit wie vielen unterschiedlichen Ausprägungen sich das zeigt. Denn nicht immer sind es Wutanfälle oder offensichtliche Angstmomente. Eine von Nadeschdas Lehrerinnen sagte neulich erst zu mir: „Ich spüre immer noch diese Anspannung in ihr.“ Und Maxim’s Klassenlehrerin schilderte uns in einem Elterngespräch: „ Er ist ja ein Junge, der alles immer besonders gut machen möchte.“ Ich war mir bewusst, dass die Schule anstrengend für Nadeschda ist. Stets bemüht, dort allen Anforderungen gerecht zu werden. Darauf führte ich auch die Anspannung zunächst zurück. Doch das ist nur ein Teil der „Wahrheit“. Wenn ich mir wieder das Bild des Rauchmelders vor Augen führe, wird mir klar, warum Nadeschdas Körper in der Schule immer in einem Zustand der Anspannung ist. Sie ist dort in ständiger Habacht-Stellung, als müsse sie aufpassen, wann das nächste Mal der Rauchalarm in ihrem Kopf losgeht. Genauso bei Maxim. Er versucht, in dem er sich so bemüht, alles gut und richtig zu machen, zu vermeiden, dass der Alarm ausgelöst wird. So versucht er Kontrolle über das Geschehen in der Schule zu bewahren. Dass das für ihn anstrengend ist, ist nachvollziehbar. Erst Zuhause bei den Hausaufgaben entlädt sich dann der Druck mit aller Macht. Und kaum verwunderlich, dass er am Ende eines jeden Ausbruchs über Kopfschmerzen klagt.

Ich weiß, dass unsere Kinder mit der Zeit einen anderen Umgang mit ihrem Rauchmelder im Kopf finden werden und auch schon gefunden haben. Immerhin gibt es viele Zeiten, in denen sie sich besser entspannen können, in denen sie gelöst und angstfrei durch ihr Leben gehen. Doch es braucht noch mehr als Zeit und Geduld, dass sie auch in der Schule ihre permanente Anspannung etwas ablegen können. Ich weiß allerdings noch nicht was. Ich für mich habe nur erkannt, dass vor allem Maxims Wutausbrüche bei den Hausaufgaben zu einem Teil Anzeichen einer Leistungsverweigerung und Reaktionen auf einen vermeintlichen Leistungsdruck sind. Häufig ist es aber zu einem anderen Teil der Alarm in seinem Kopf, der alle Sicherungen durchbrennen läßt. Möge mir dieses Bild beim nächsten Mal gegenwärtig sein….

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Rechenbeispiel: Wie lange die ersten Lebensjahre nachwirken…

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Neulich dachte ich: Maxim ist jetzt neun Jahre alt. Wahnsinn! Und fast unglaublich, wie lange er schon bei uns und unser Sohn ist. Mehr als zwei Drittel seines bisherigen Lebens! Das ist eine verdammt lange Zeit.

Doch dann rechnete ich weiter: Wenn Maxim ungefähr 28 Jahre alt ist, dann hat er 90 Prozent seines Lebens mit uns als Eltern verbracht. Bis der Anteil seiner ersten fast drei Lebensjahre an seinem Gesamtleben verschwindend gering wird, muss er verdammt alt werden….

In keiner Weise will ich seine ersten nahezu drei Lebensjahre in Russland negieren oder „wegrechnen“. Doch diese Rechenbeispiel zeigt so schön, wie viel Lebenszeit vergehen muss, bis vielleicht die ursprüngliche Herkunft numerisch gesehen nicht mehr so wichtig ist. Dieser letzte Punkt wird eigentlich nie erreicht. Und gerade deshalb ist vielleicht auch die Herkunft etwas, was man nie verneinen darf und kann. Sie ist und bleibt immer ein essentieller Bestandteil eines jeden Lebens. Vor allem, wenn diese erste Zeit geprägt war von einschneidenden, schmerzlichen gar traumatisierenden Erlebnissen. Das ihr Einfluss so immanent ist und manchmal bleibt, zeigt allein dieses einfache Rechenbeispiel.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (41)

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Eine Zirkusdominierte Woche mit vielen Proben und vier Aufführungen lässt uns nun die Sommerferien herbeisehnen. Doch nicht nur der Zirkus, sondern auch gleich zwei Elternabende und eine Elternbeiratssitzung neben meiner abendlichen Ausbildung haben mich in der vergangenen Woche in Beschlag genommen. Wenn, dann kommt immer alles auf einmal. Dennoch, ich bin so stolz auf Maxim, der seine Auftritte in der sommerlichen Zirkusvorstellung so bravurös gemeistert hat. So sind dies meine drei Sonntagslieblinge für heute:

  1. Es war wieder ein erhebendes Gefühl, meinen Sohn so selbstbewusst in der Zirkusmanege stehen zu sehen. Ich bin tief beeindruckt davon, wie er das jedes Mal wieder mit einer großen Leichtigkeit hinbekommt. Auch wenn ich genauso spüre, wie anstrengend es für ihn ist.
  2. Nadeschda hat meine viele abendliche Abwesenheit zum ersten Mal gut überstanden. Keine Albträume, kein nächtliches Aufwachen. Auch sie wird größer und entwickelt sich so tapfer und mutig weiter.
  3. Das Radio in meinem Auto ist kaputtgegangen. Jetzt muss ich mich zwar disziplinieren, doch mal abends im Fernsehen oder im Netz die Nachrichten zu schauen, um irgendetwas mitzubekommen. Doch dafür habe ich den allerbesten Radioersatz: Meine Kinder singen nun immer, vor allem auf dem Heimweg von der Schule nach Hause. Das ist großartig und ein Wundermittel gegen schlechte Laune und Schulmüdigkeit.

Habt einen besinnlichen Sonntagabend und einen wohlbehaltenen Start in die neue Woche!

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Die „Waldorf-Welt“ ist auch keine heile…

…nein, ganz im Gegenteil. Das ist mir spätestens mit der karmischen Erfahrung zwischen Leander und Maxim klar geworden. Drei Jahre haben wir mehr oder weniger in der idyllischen Waldorf-Welt gelebt. In der Welt einer Waldorfschule und einem Waldorfkindergarten, in dem so vieles aus der „bösen“ Welt da draußen einfach nicht stattfand. Wir fanden uns wohlgehütet in einer Umgebung, in der es keinen Markenwahn gibt, in der alle Kinder wohl erzogen sind, in der die meisten Eltern so fürsorglich sich um ihre Kinder kümmern, wie wir das tun. Medienkonsum ist verpönt, Märchen und andere Geschichten vorlesen steht im Vordergrund, genauso wie viel draußen in der freien Natur spielen, wenige mit elektronischem  Spielzeug überladenen Kinderzimmer, viel Malen, Basteln und Handarbeiten. Diskussionen um Süßigkeiten in der Brotbox gibt es nicht, Schlägereien unter den Jungs werden stark geahndet. Die Elternhäuser sind irgendwie  – wenn auch an unserer Schule sozial und monitär sehr verschieden – doch alle gleich vom Bildungsniveau. (Das kann man auch in Studien nachlesen, Waldorfschulen rekrutieren ihre Schüler aus dem klassischen Bildungsbürgertum.) Ja, wir fühlten uns so ein wenig unter uns. Ein bisschen naiv glaubte ich an eine heile Welt, in der meine Kinder ihre Zeit verbrachten und gebildet wurden, wenn sie nicht Zuhause waren. Eine heile Welt, die der Werte- und Vorstellungswelt entsprach wie wir sie hier Zuhause unseren Kindern gaben.

Doch langsam hebt sich der Schleier der Blauäugigkeit. Warum auch sollten äußere Einflüsse und Veränderungen vor einer Waldorfschule halt machen? Schon immer gab es an jeder Schule verhaltensauffällige Kinder. Doch ihre Zahl nimmt gefühlt zu. (De facto von dem was ich an Quellen gefunden habe, waren es vor zehn Jahren genauso wie heute rund 15 % aller Kinder.) „Leander“ ist kein Einzelfall, nicht an unserer Schule und auch an anderen Schulen nicht. Vielleicht ist es eher so, dass diese Kinder in der Waldorfpädagogik lange gut aufgefangen werden konnten. Doch im Zuge von gesellschaftlichen Entwicklungen und einer stärkeren Problemorientierung bzw. auch einer anderen Qualität der Probleme, steht nun die Auseinandersetzung mit Verhaltensauffälligkeiten wie Aggression, fehlende sozialen Kompetenzen, Konzentrationsschwächen, Leserechtschreibschwächen, und vielen mehr auch an einer Waldorfschule an der Tagesordnung. Und vielleicht nimmt dann doch auch die Zahl der verhaltensauffälligen Kindern an einer Waldorfschule zu. Zumal der äußere Einfluss einfach auch stärker wird. Das Nutzen von elektronischen Medien macht das so schön deutlich. Früher hatte kein Kind ein Tablet Zuhause oder einen iPod oder ein Nintendo, geschweige denn durfte es Computerspiele geben. Da waren das Fernsehen und maximal der Videorekorder der „Feind“, der die heile Waldorf-Welt bedrohte, Märchen entmystifizierte, Kinder am aktiven Spielen hinderte und vieles mehr. Doch das ist heute anders. Selbst wenn all diese Medien an der Schule verboten sind, so kann eine Waldorfschule nicht verhindern, dass die Kinder nach dem Unterricht Zuhause sich hemmungslos dem Einfluss elektronischer Medien und Spielzeuge aussetzen.

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Sicherlich sind Missstände an unsere Schule lange nicht so eklatant wie vielleicht an vielen staatlichen Schulen. Ein bisschen ist noch da von der „heilen“ Welt. Doch langsam macht sich bei mir die Erkenntnis breit, dass ich meine Kinder auch an einer Waldorfschule nicht vor bestimmten Einflüssen und Herausforderungen schützen kann. Diese sind einfach da und ich kann die Augen nicht davor verschließen. Wieder bin ich als Mutter, sind wir als Eltern gefragt, unsere Kinder zuhause für diese Herausforderungen zu stärken. Wenn Maxim im Moment im Hauptunterricht zwar physisch anwesend ist, aber vom Inhalt nichts mitbekommt, übe ich Zuhause mit ihm. Lesen, Schreiben, Rechnen. Jeden Tag. Nur so ist und bleibt er auf dem Lernniveau eines bald Drittklässlers. Wenn Maxim’s Freundschaften in der Schule wanken, stärken wir Freundschaften außerhalb der Schule. Ein paar hat er sich noch aus seiner Kindergartenzeit hier bei uns im Dorf bewahrt. Das tut ihm gut. Um sich gegen Übergriffe von Klassenkameraden wie Leander zu wehren, lassen wir ihn nun ein Selbstbehauptungstraining machen und er probiert im Moment Judo aus. In der Schule zeigen Richard und ich wieder erhöhte Präsenz in Gesprächen mit der Klassenlehrerin, bei Elternabenden und in unterschiedlichen Gremien. Wir Helikoptereltern sind wieder allgegenwärtig. Und über allem zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, dass ich einfach immer da bin, Richard und ich ihm ein stabiles und sicheres Zuhause geben, ihn halten und aushalten. So wie vor ein paar Tagen: Wir hatten einen harten Übnachmittag – irgendetwas war wieder in der Schule vorgefallen, vermutete ich – mit viel Wut und Tränen. Als ich am späten Nachmittag in die Akademie fahren wollte, fing Maxim bitterlich an zu weinen. Ich sollte Zuhause bleiben und nicht wegfahren. Das tat ich dann auch. Ich blieb bei ihm und hielt ihn, den ganzen Abend. Danach war seine Welt wieder ein Stück weit heiler.

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Wie fühlt sich ein Kind mit einer desorganisierten Bindungsstörung…

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Wieder lese ich viel über Leistungsverweigerung und Bindungsstörungen. Das hat zum einem etwas mit meiner Ausbildung zu tun. Zum anderen hallt aber auch der „Angriff auf das Urvertrauen“  immer noch nach.

Vor ein paar Tagen hat erneut Sherrie Eldridge einen knackigen Post zu ihrer eigenen Bindungsstörung veröffentlicht:

The Game Changer for My Attachment Disorder

Stellt Euch einfach nur vor, Ihr werdet Mitten in der Nacht von einem Rauchmelder geweckt. Wie geht es Euch dann? … Genau. Und so fühlen sich Adoptivkinder jeden Tag. Jeden Tag! Jede Stunde, die sie wach sind, und auch jede Stunde, wenn sie schlafen. Sie leben, so Sherrie Eldridge, mit einem permanent warnenden Rauchmelder in ihrem Kopf.

Ich fand dieses Bild so treffend und es erklärt so vieles. Auch im Leben meiner Kinder…

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (40)

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Schon wieder eine Woche mit einem herrlichen Feiertag und einem langen Wochenende liegt hinter uns. Wie wohltuend und erholsam es ist, einfach so in den Tag hineinleben zu können. Selbst wenn dann einiges liegen bleibt. Und doch waren wir sehr tatkräftig in dieser zurückliegenden Woche. So sind dies meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Freitag war Maxim auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Nadeschda und ich waren derweil Erdbeeren pflücken und haben über das Wochenende nun stolze 10 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet.
  2. Nach einem Nachmittag in einem schwedischen Möbelhaus haben wir Nadeschdas Kinderzimmer fit für den nahenden Beginn ihrer Karriere als Erstklässlerin gemacht.
  3. Maxim übt – manchmal wie ein Besessener – mit seinen Diabolos für den nahenden Auftritt im Schulzirkus. Wenn jemand sagt, er hätte kein Durchhaltevermögen, so muss ich dies einmal wieder verneinen. Wenn ihm etwas liegt – Jonglieren in welcher Form auch immer ist eben sein Ding – und er etwas unbedingt will, dann legt er einen ungeahnten Ehrgeiz an den Tag. Mit großer Freude und Aufregung erwarten wir alle nun seinen Auftritt am kommenden Wochenende.

Habt einen wunderbaren Sonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche!

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Wie sich ein Baby fühlt, dass nach der Geburt seine Mutter vermisst…

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„(…) Was there something wrong with me?

Was I ugly? Too little?

Is that why she suddenly whisked me off to a dimly-lit room where pleading and plaintiff cries hovered over me, like smog in LA? (…) “

Unter dem Titel „My Set-Up for Reactive Attachment Disorder“ hat Sherrie Eldridge einen aktuellen Beitrag veröffentlicht, in dem sie die Gefühle eines Neugeborenen beschreibt, dass von seiner Mutter unmittelbar nach der Geburt getrennt wird und zur Adoption freigegeben ist.

Reactive Attachment Disorder, so heißt die Bindungsstörung, die entstehen kann, wenn Säuglinge sofort nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt werden. Diese Bindungsstörung hat mich schon oft umgetrieben. Nicht zuletzt, da wir selbst mit unseren Kindern, auf jede Fall bei Maxim, in einer gewissen Form davon konfrontiert sind. Nicht zuletzt deshalb hat mich auch das Buch von Tina Traster „Rescuing Julia Twice“ so bewegt.

Sherrie Eldridge, selbst Adoptierte und eine führende Beraterin in der amerikanischen „Adoptionsszene“ und in der Adoptionsliteratur hat nun einen Blogbeitrag zu den Anfängen von Reactive Attachment Disorder veröffentlicht, bei dem mir beim Lesen einfach die Spucke wegblieb und die Tränen kamen:

My Set-Up for Reactive Attachment Disorder

Aber lest selbst. Stellt Euch vor, wie es leiblichen Kindern bei der Geburt geht. Und dann wisst Ihr, was gerade den Kindern, die bereits unmittelbar nach der Geburt von ihrer Mutter zurückgelassen wurden, fehlt. Ich denke, treffender kann man das nicht beschreiben. Auch wenn es noch so hart ist, es ist wahrscheinlich die Wahrheit. Denn die Autorin hat es selbst erlebt.