1

Wie sich ein Baby fühlt, dass nach der Geburt seine Mutter vermisst…

photo-1464967493814-8aaf8fe4d622

Danke an unsplash.com

„(…) Was there something wrong with me?

Was I ugly? Too little?

Is that why she suddenly whisked me off to a dimly-lit room where pleading and plaintiff cries hovered over me, like smog in LA? (…) “

Unter dem Titel „My Set-Up for Reactive Attachment Disorder“ hat Sherrie Eldridge einen aktuellen Beitrag veröffentlicht, in dem sie die Gefühle eines Neugeborenen beschreibt, dass von seiner Mutter unmittelbar nach der Geburt getrennt wird und zur Adoption freigegeben ist.

Reactive Attachment Disorder, so heißt die Bindungsstörung, die entstehen kann, wenn Säuglinge sofort nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt werden. Diese Bindungsstörung hat mich schon oft umgetrieben. Nicht zuletzt, da wir selbst mit unseren Kindern, auf jede Fall bei Maxim, in einer gewissen Form davon konfrontiert sind. Nicht zuletzt deshalb hat mich auch das Buch von Tina Traster „Rescuing Julia Twice“ so bewegt.

Sherrie Eldridge, selbst Adoptierte und eine führende Beraterin in der amerikanischen „Adoptionsszene“ und in der Adoptionsliteratur hat nun einen Blogbeitrag zu den Anfängen von Reactive Attachment Disorder veröffentlicht, bei dem mir beim Lesen einfach die Spucke wegblieb und die Tränen kamen:

My Set-Up for Reactive Attachment Disorder

Aber lest selbst. Stellt Euch vor, wie es leiblichen Kindern bei der Geburt geht. Und dann wisst Ihr, was gerade den Kindern, die bereits unmittelbar nach der Geburt von ihrer Mutter zurückgelassen wurden, fehlt. Ich denke, treffender kann man das nicht beschreiben. Auch wenn es noch so hart ist, es ist wahrscheinlich die Wahrheit. Denn die Autorin hat es selbst erlebt.

2

Karmische Lernerfahrungen

jordan-whitt-54480

Danke an unsplash.com

Nachdem ein paar Tage seit dem „Angriff auf das Urvertrauen“ ins Land gezogen sind, überlegen wir auf der einen Seite, wie wir weiter mit dieser Situation umgehen werden. Das Wochenende war nicht leicht. Und auch wenn Maxim in der Schule scheinbar selbstbewusst auftritt, so nagt der Schmerz in ihm tief drinnen. Sicherlich werden wir noch einmal mit Maxim’s Klassenlehrerin sprechen und die Schule in solchen Situationen mehr in die Verantwortung nehmen. Für uns steht im Moment allein der Schutz und das Stärken unserer Kinder, vor allem unseres Sohnes im Vordergrund. Auf der anderen Seite sehe ich mit etwas Abstand, dass dieser Zwischenfall etwas von einer Lernerfahrung auf einer anderen Ebene für Maxim hat.

Als Maxim die Vorklasse besuchte hatte er mit einem aus Russland stammenden Jungen in seiner Klasse große Schwierigkeiten. Nicht in den aggressiven Dimensionen wie mit Leander, aber auch hier gab es verbalen Missbrauch und Handgreiflichkeiten, über Monate hinweg. Maxim nahm das damals sehr mit. Er reagierte mit Bauchschmerzen und sich häufenden Fällen, in denen er es nicht rechtzeitig auf die Toilette schaffte. In dieser Zeit bearbeitete Maxim gleichzeitig sein Trauma der kulturellen Entwurzelung in der Therapie. Seine Therapeutin sagte damals zu mir, dass dieser russische Junge natürlich auch spürte (ohne es benennen zu können), dass er bei Maxim einen wunden Punkt traf und es eine „Schwachstelle“ gab, die Maxim angreifbar und verwundbar machte. Maxim half damals, dass ich mit der Klassenlehrerin sprach, er viel mit anderen Kindern außerhalb der Schulgemeinschaft spielte, und er sich gegenüber diesem Jungen abgrenzte, indem er ihn mit den Worten „Meine Mama will das nicht, dass Du zu meinem Geburtstag kommst.“ nicht zu seinem Geburtstag einlud. Gleichzeitig fand Maxim in der Therapie zu einem ersten Umgang mit seiner russischen Herkunft und seinem Leben, bevor er zu uns kam. Von da ab war Ruhe zwischen den zwei Jungen. Monate zogen ins Land. In der ersten Klasse dann fanden die zwei Jungen auf einer ganz anderen Ebene zusammen und sind heute gut befreundet. Ein wenig schien es, als hätte Maxim in der Konfrontation mit seinem russischen Klassenkameraden auch noch einmal seine russische Herkunft bearbeitet.

Wenn ich mir die Auseinandersetzungen mit Leander mit etwas Abstand betrachte, und die Aggression und Brutalität ausblende, so sehe ich Parallelen zu dieser Konfrontation von vor etwa zwei Jahren. Leander’s soziales und familiäres Umfeld ist geprägt von Vernachlässigung, er reagiert darauf mit einem stark autonomen Verhalten. Letztendlich verkörpert er in gewissen Zügen das Leben, das unser Sohn leben musste, bevor er zu uns kam. Widrige soziale Lebensverhältnisse, eine Mutter, die sich nicht richtig kümmern kann, die Notwendigkeit autonom zu sein, um zu überleben. (Natürlich hat das bei einem neunjährigen andere Qualitäten als bei einem zweijährigen, dennoch die Parallelen sind vielleicht gegeben.) Vielleicht ist es also nun auch so, dass der Konflikt mit Leander auf einer anderen Bewusstseinsebene für Maxim noch einmal die Auseinandersetzung mit der früheren Phase seines Lebens, in der er selbst vernachlässigt und zu einem stark autonomen Verhalten gezwungen war, verkörpert. Wie damals der russische Junge, spürt Leander, dass Maxim in sich einen wunden Punkt trägt, an dem er angreifbar und verletzlich ist. Und auf der anderen Seite heute Maxim all das verkörpert, was Leander nicht hat. Denn Maxim hat heute eine Mutter und einen Vater, die sich um ihn sorgen und sich um ihn kümmern, die seine Hilferufe hören und ihm helfen und für ihn da sind. So könnte wohlmöglich dieser Konflikt für Maxim – und für uns als seine Familie – auch die Chance bedeuten, ein weiteres Trauma seiner frühen Kindheit zu verarbeiten und hinter sich zu lassen.

1

Charlotte’s Sonntagslieblinge (39)

silhouette of happy mother and kids at sunset

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Eine volle Woche liegt hinter uns. Am Wochenende hatte ich wieder Seminar. (Ich war nicht so oft dort, wie ich hätte sein müssen, aber das hatte seine Gründe.) Um so dankbarer bin ich, dass ich mit Maxim und Nadeschda noch einen ruhigen und entspannten Sonntag Nachmittag verbringen durfte. Ich habe sie vermisst, meine Kinder. Und so sind sie heute meine allergrößten Sonntagslieblinge! Doch über diesen Sonntagnachmittag hinaus hatten wir auch diese drei Sonntagslieblinge zusammen:

  1. Mit Maxim und Nadeschda zusammen haben wir in dieser vergangenen Woche an einem Nachmittag mit Ton gearbeitet. Beide Kinder sind ja ob ihrer Therapieerfahrung Profis in dieser Materie. Aus der geplanten Elefantenherde wurde zwar dann ein Walross, das auf einem Stein gestrandet ist, und eine nackte Frau mit einem Muschelspiegel. Doch am wichtigsten war, wie viel Spass wir zusammen hatten. Wir haben viel gelacht, aber auch lange Phasen still und ganz versunken „gearbeitet“.
  2. Nach dem Vorfall in der Schule in der vergangenen Woche ist Maxim nun auf Distanz gegangen und orientiert sich in der Klasse neu. Ich bewundere ihn, ja wie er fast souverän mit der Verletzung umgeht.
  3. Aber dann gibt es auch wieder Momente, in denen Maxim sehr leidet. So war ich am Freitag Abend Zuhause und nicht in der Akademie. Maxim ließ mich nicht gehen und ich war mir meiner Prioritäten bewusst. Nach Eiernudeln und 40 Seiten „Sams“ vorlesen war die Welt wieder ein wenig mehr in Ordnung. Am Samstag bin ich dann früh heim gekommen. Und nach dem Abendessen gab es einen Kinoabend auf der Couch mit Chips und Salzbrezeln und ganz viel Kindern und Mama. Wunderbar!

Habt einen erholsamen Sonntagabend und kommt gut in die neue Woche!

12

„Angriff auf das Urvertrauen“

little-boy-1635065_1280

Danke an Pixabay

Ursprünglich wollte ich mich noch ein wenig über die Berufstätigkeit als Adoptivmutter auslassen. Doch ein Vorfall in der Schule in dieser Woche lässt mich das nun erst einmal hinten anstellen. Hatte ich nicht geschrieben, dass unser Leben so wunderbar normal und zwischenfallslos dahinplätschert? Nun das hatte vorerst in dieser Woche ein jähes Ende. Was war passiert?

Kennt Ihr Leander Plattner aus „Ein Sams für Martin Taschenbier“? Nun er ist überproportional groß und kräftig für sein Alter. Etwas ungelenk und vielleicht auch einfach eine unglückliche Gestalt. Maxim ist eher wie Martin Taschenbier, klein und zierlich, aber flink. Nun, Maxim hat so einen „Leander“ in der Klasse. Entgegen dem Charakter in dem Sams-Buch ist unser Leander aber leider auch ein verhaltensauffälliges Kind. Er kam als Quereinsteiger in die Klasse. Er hält sich an keine Regeln, er stört den Unterricht, er schwänzt hin und wieder die Schule. Er sucht Streit, wo er ihn nur finden kann. Und von Anfang an hatte er es auf Maxim abgesehen. Vor allem weil Maxim mit einem Jungen befreundet ist, den Leander von früher kennt und genauso mit diesem befreundet sein will. In dieser Dreierkonstellation ist Streit immer wieder vorprogrammiert. Da gibt es mal handfeste Rangeleien, Beschimpfungen, Sachen werden aus Wut in den Dreck geschmissen. Machtkämpfe unter Jungs. Doch vor ein paar Tagen ist die Situation eskaliert.

Als ich mittags zur Schule kam, um Maxim und Nadeschda abzuholen, fand ich Maxim auf dem Schulhof mit seinem Freund und einer Aufsichtsperson. Mein Sohn kämpfte mit den Tränen, sein Freund stand hilflos daneben. Die Aufsicht hielt nach Leander Ausschau. Der kam wutschnaubend aus dem Gebüsch und beschimpfte meinen Sohn. Der wollte nur seinem Freund noch etwas sagen, aber Leander ließ ihn nicht. Ich griff ein und schlug vor, dass wir jetzt gehen und Maxim dann seinen Freund von Zuhause aus anrufen könnte, um das zu besprechen, was er noch ohne Leander besprechen wollte. – Erst hinterher erzählte mir Maxim, dass ihm Leander zuvor mit der Faust ins Gesicht mitten auf die Nase geboxt hatte. – Mit den Tränen kämpfend kam mein Sohn mit mir mit. Fest hielt er meine Hand und kämpfte mit seinen Gefühlen von Verzweiflung und Wut. Wir waren fast am Schulgebäude, als aus dem Nichts Leander von hinten angeschossen kam und Maxim so anrempelte, dass dieser, obwohl noch bei mir an der Hand, zu Boden ging.

Ich war fassungslos, mein Sohn in Tränen aufgelöst. Mit dem weinenden Maxim auf dem Arm suchte ich die Leiterin der Mittagsbetreuung, um sie über das eben Geschehene zu informieren. Eine andere Aufsicht hatte derweil Leander geschnappt und zerrte ihn in das Schulsekretariat, wo er nun warten musste bis seine Mutter ihn vorzeitig abholte. Nadeschda kam zu uns gelaufen, sie hatte alles vom Klettergerüst aus beobachtet. Wir setzten uns erst einmal und ich tröstete Maxim. Schnell kamen andere Klassenkameraden und abholende Mütter aus Maxims Klasse, um zu schauen, was passiert war. Nadeschda informierte alle aufgebracht.

Von hinten aus dem Hinterhalt ein Kind so zu schupsen, dass es zu Boden ging, und das auch noch als es an der Hand der Mutter ging, war wirklich das allerletzte! Wie gestört und aggressiv war dieser Junge, der selbst vor dem „Schutzraum“ der Mutter keinen Halt machte? Das war ein Angriff auf das Urvertrauen, das Maxim in mich hatte. Denn an meiner Hand sollte er sich eigentlich sicher fühlen. Doch Leander hatte selbst vor dieser Grenze keinen Halt gemacht, sondern war gewaltsam in diesen Raum der Sicherheit und Geborgenheit eingebrochen. Das war eine Form der Gewalt, die mir neu war. Unermessliche Wut steig in mir auf. Es war gut, dass Leander bereits im Schulsekretariat saß.

Nachdem sich Maxim etwas beruhigt hatte – äußerlich verletzt war er zum Glück nicht -, holten wir seine Sachen und fuhren nach Hause. Da erst erzählte mir Maxim die ganze Geschichte mit der vorangegangenen Kopfnuss. Zum Seelenbalsam gab es erst einmal Blaubeeren und Süßigkeiten. Und wir telefonierten mit Richard. Der rief im weiteren Verlauf des Nachmittags Leaders Mutter an, was eine kluge Entscheidung war, denn ich hätte wahrscheinlich die Fassung vollständig verloren. Er ließ sie, die sich schnell in Entschuldigungen und Erklärungsversuchen, warum Leander im Moment so schwierig sei, verlieren wollte, kaum zu Wort kommen. Nach sieben Minuten hatte er unseren Standpunkt klar gemacht: Ein solches Verhalten ist ein Angriff auf das Urvertrauen und dieser wie auch jede andere Form von körperlicher oder verbaler Gewalt gegen unseren Sohn tolerieren wir nicht, egal aus welchen Gründen. Ein solches Verhalten müssen die verantwortlichen Eltern abstellen.

Bei Maxim hat dieser Vorfall zwei Dinge ausgelöst: Auf der einen Seite ist er nun in der Schule etwas haltlos, er muss oder will sich neu orientieren. Denn auch von seinem Freund ist er enttäuscht, dass der ihm nicht geholfen hat. Selbstbewusst sagt er zwar „Dann spiele ich eben mit jemandem anderes.“, doch ich weiß, dass ihn das belastet. Leander geht er aus dem Weg, beobachtet ihn aber sehr genau. Auf der anderen Seite ist es, als wäre er uns Eltern noch einmal ein Stück weit näher gekommen. Deutlich hat er lernen müssen, dass der einzige sichere Ort für ihn hier Zuhause ist, mit Richard, Nadeschda und mir. Wir sind die, die zu ihm halten, die für ihn einstehen, ihn schützen und verteidigen. Auch wenn ich ihn im Sturz nicht auffangen konnte, so spürte er, dass wir in der Auseinandersetzung mit Leander Mutter und den Lehrern an der Schule um ihn und für ihn kämpften. (Das mal an der Oberfläche betrachtet. Ich denke es ist auch noch etwas tieferes bei ihm in Bewegung gekommen, doch das füllt einen weiteren Post.)

Meine Wut und meine Fassungslosigkeit sind auch noch nach ein paar Tagen nicht verraucht. Sollte so etwas noch einmal vorkommen, kann ich mir vorstellen, dass ich alle Hebel in Bewegung setze, damit dieses Kind die Schule verlassen muss. Denn egal was die Ursachen für Leanders Verhalten sind, diese Form der Gewalt ist mit nichts zu entschuldigen. Nur weil die Großmutter im Sterben liegt und der Vater sich von der Mutter trennt, muss ein Kind nicht aus dem Hinterhalt mit so viel Wucht schupsen, dass ein anderes Kind zu Boden geht. Verständnis dafür habe ich in keiner Weise. Zumal meine eigenen Kinder in ihrem Leben, bevor sie zu uns kamen, traumatische Erfahrungen gemacht haben, die um ein vielfaches schlimmer waren. Aber sie rennen nicht auf dem Schulhof Amok, wenn ihnen etwas nicht passt. Denn wir haben ihnen geholfen, ihrer Traumata langsam zu verarbeiten. So sehe ich auch, dass dieser Akt der Brutalität ein lauter Schrei nach Hilfe war. Ein Hilferuf Leanders nach Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung, die er Zuhause nicht bekommt. Ich fürchte allerdings, dass seine Eltern aus diesem Vorfall keine Konsequenzen ziehen und sich keine Hilfe suchen bzw. Leander nicht die Hilfe geben werden, die er braucht. Wenn ich mir das bewusst mache, tut dieser Junge mir (fast) leid.

7

Post vom Arbeitsamt

kirsty-tg-74703

Danke an unsplash.com

Im vergangenen Jahr hatte ich entgültig mein auch während der Elternzeit noch fortbestehendes Arbeitsverhältnis mit meinem alten Arbeitgeber aufgelöst. Man wollte oder konnte mir meine alte Funktion – die zum Ende meiner Elternzeit unbesetzt war – nicht in Teilzeit geben. Doch dies ist ein anderes Thema.

Denn gerade beim Aufräumen fiel mir wieder ein Brief vom Arbeitsamt in die Hände. Wenn auch schon eine gute Weile her und die Sache für mich längt abgeschlossen ist, so hat der Brief mich doch wieder geärgert. Nachdem ich mein fest angestelltes Arbeitsverhältnis beendet und mit meiner Ausbildung kurz zuvor begonnen hatte, zogen wir in Erwägung, dass ich mich für die Zeit der Ausbildung arbeitslos meldete und ich so vielleicht auf  hin und wieder kleinen freien Textarbeiten verzichten könnte. Gut, ich begab mich also in diese Mühlen, um am Ende einen Brief mit den freundlichen Worten zu bekommen:

„(…) Ihren Antrag lehne ich ab. Sie haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Sie sind in den letzten zwei Jahren weniger als zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen und haben die Anwartschaftszeit nicht erfüllt. (…)“

Mmmmhhh, wie sollte ich auch sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein, wenn ich mich in Elternzeit befand? Das wäre schon allein technisch nicht gegangen. In meinen Augen könnte ich das auch so lesen: Ich habe kein Anrecht auf Arbeitslosengeld, weil ich es gewagt habe, fünf Jahre in Elternzeit Zuhause zu bleiben und mich im Schwerpunkt um die Erziehung unserer Kinder zu kümmern. Dass ich vor meinem Muttersein mehr als ein Jahrzehnt sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, interessierte nicht mehr.

Wenn denn die Erziehungszeit in unserem Land auch dem Schutz der Familie dient, so sollte sie doch auch wertbare Zeit hinsichtlich einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sein. Ich verstand es nicht und verstehe es jetzt immer noch nicht. Und die Agentur für Arbeit schuldet mir immer noch eine Erklärung. Zurück bleibt aber einmal wieder: Familien, egal welche und in welcher Konstellation sind nicht erwünscht. Aber das haben wir ja schon am Muttertag gelesen…

0

Charlotte’s Sonntagslieblinge (38)

kids have fun outdoors

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Neulich habe ich überlegt, ob es nicht wieder einmal ein längeres Thema aus unserem Alltag zu erzählen gäbe. Doch gerade im Moment und so auch in der letzten Wochen habe ich festgestellt, dass unser Leben so normal und ruhig vor sich hinplätschert. Ohne extreme Amplitudenausschläge nach oben oder nach unten. Ja, wir haben unsere anstrengenden Momente, aber genauso so viele schöne kleine erinnerungswürdige Augenblicke. Deshalb sind dies meine heutigen Sonntagslieblinge:

  1. Maxim und ich hatten nach dem langen Wochenende einen schweren Start zurück in die Schule. Unsere tägliche Übstünde war am Montag ein einziges Drama. Doch abends merkte ich dann, dass der Satz „Aushalten kommt von Halten.“ so viel Wahres in sich birgt. Denn beim Gute Nacht Sagen nahm mich Maxim ganz fest in den Arm und drückte mich. Das hatte er schon wochenlang nicht mehr getan. Da war immer das Buch spannender, das er gerade las, als eine Mama, die Gute Nacht sagen will. Fragt sich nur, wer wen ausgehalten und gehalten hat. Wahrscheinlich wir uns gegenseitig. 😉
  2. Der Schulranzenkauf für Nadeschda hat einen Motivationsschub bei ihr ausgelöst: Nun will Nadeschda doch tatsächlich vor dem Eintritt in die 1. Klasse alle Buchstaben lernen. Die in ihrem Namen kann sie ja schon, was eine ganze Menge ist. Doch nun arbeitet sie sich an unseren Nachnamen heran. Und für mich erstaunlich: Sie kann auch alle Buchstaben benennen und an anderen Stellen erkennen.
  3. Zirkus reloaded: Die Kinder und ich haben unser ganzes Zirkusequipment gesammelt und in einem Zimmer in meinem Büro ein Zirkuszimmer eingerichtet. Nun heißt es „Manege frei!“ mit angedeutetem Zirkuszelt, Vorhängen für die Manege, Verkleidungsutensilien, Jonglagesets, Bälle, Tiermasken, etc.

Und schon wieder sei uns ein langes Wochenende beschert. Habt ein wunderbares Pfingstwochenende und startet am Dienstag gut in die neue Woche!