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Charlotte’s Sonntagslieblinge (96)

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Photo by Tamara Menzi on unsplash.com

Schon ist er wieder vorbei, der wunderbare Urlaub in den Schweizer Bergen. Heile und erholt sind wir nach Hause zurückgelehrt. Die Tage waren wunderbar! Und der Tapetenwechsel tat wie immer gut. Der Urlaub hat gehalten, was er versprochen hat: Viel Schwimmen, traumhafte kleine Wanderungen, einen spannenden Ziegenabtrieb, viel Lesen und Kraft tanken. So starten wir mit viel Energie und Elan in die zweite Ferienhälfte und umso dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Im Wasser sind meine beiden Kinder einfach in ihrem Element. Das warme Umhülltsein scheint tatsächlich eine therapeutische Wirkung auf sie auszuüben. Zum Glück waren sowohl das Schwimmbecken im Hotel als auch die örtliche Therme so warm, dass wir es dort stundenlang aushalten konnten. Danach waren Maxim und Nadeschda wie selten entspannt und ausgeglichen.
  2. Wenn wir nicht unterwegs waren, haben Maxim und ich – manchmal  zum Bedauern von Richard und Nadeschda – gelesen wie die Weltmeister. Es ist schon faszinierend, wie mein Sohn mir in dieser Leidenschaft nacheifert. Einmal mit einer Geschichte angefangen, kann er kaum wieder aufhören zu lesen, bevor nicht das Buch zu Ende ist.
  3. Spannend war für mich, die Landschaft und die Felder und Tiere in diesem Schweizer Tal, das sich nahezu selbst versorgt, noch einmal durch eine andere Brille zu sehen. Denn voraussichtlich muss ich im kommenden Schuljahr Sachkunde und damit auch Ackerbau unterrichten. Lange hatte ich überlegt, wie man den Kindern tatsächlich einen Zugang zur ursprünglichen Form der Landwirtschaft nahebringen kann. In den Schweizer Bergen habe ich ihn gefunden.

Habt einen wunderbaren Sonntag und einen erfolgreichen und zufriedenen Start in die neue Woche!

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Mehr als eine Beinprothese – Über die besonderen Bedürfnisse von Adoptivkindern

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Photo by Kelly Sikkema on unsplash.com

Vor einigen Monaten hatte Sherrie Eldridge wieder einmal einen bewegenden Beitrag auf ihrem Blog veröffentlicht: In „ BECOME YOUR ADOPTED/FOSTER CHILD’S CHEERLEADER IN ADOPTIONS’ OLYMPICS“  schildert sie, wie Adoptivkinder immer das Gefühl haben werden, anders zu sein und irgendwie eingeschränkt, als würde etwas fehlen. Das Bild der Beinprothese, die ihnen hilft, durchs Leben zu kommen, steht symbolisch für ein sicheres Netz aus fürsorglichen Eltern, Freunden, Familie, etc. Und sie schildert dann sehr ausführlich und hilfreich, welche besonderen Bedürfnisse Adoptivkinder haben und wie wir Eltern sie erfüllen können.

Ich habe lange über dieses Bild nachgedacht. Das Bild von Sherrie ist plakativ und ihr Beitrag hat wieder etwas bei mir bewegt. Ja, sie hat so Recht: Adoptivkinder sind Kinder mit besonderen Bedürfnissen aufgrund der Verluste, die sie erlitten haben. So ist das auch bei meinen Kindern. Beide sind auf ihre Art High-Need Kinder. Nach wie vor und immer noch. Auch heute noch brauchen sie so unendlich viel Fürsorge, können nach wie vor mit Veränderungen schlecht umgehen, Gefühlsausbrüche sind immer ein Stück intensiver, Grundbedürfnisse müssen sofort befriedigt werden, ansonsten scheint es, als hätten sie Angst um ihr Leben. (In ihrer Wahrnehmung ist das auch so, und damit ist es mehr als verständlich.) Sie brauchen eine besondere Begleitung in der Schule, wo nichts so alt ist, wie der Erfolg von gestern. Kann Maxim an einem Tag das große Einmaleins, ist nicht gegeben, dass er es am nächsten Tag noch vollständig erinnert. Kann Nadeschda an einem Tag nahezu flüssig einen Text lesen, bringt sie am nächsten Tag die Buchstaben nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge zusammen. Die Liste der Bedürfnisse erscheint manchmal unendlich…

Mir kommt es manchmal so vor, als würde eine „Beinprothese“ gar nicht ausreichen, um die emotionalen Bedürfnisse meiner Kinder zu erfüllen. Mir erscheint es, als würden sie trotz „Beinprothese“ immer wieder stolpern. Stolpern über die seelischen Verletzungen, die die Traumatisierung des Verlustes ihrer russischen Mutter und der Erfahrungen in ihren ersten Lebensjahren gerissen hat. In meinen Augen leben meine Kinder mit einem gebrochenen Herzen. Das wurde vielleicht gekittet. Aber der Bruch, die Narbe ist immer noch da. Manchmal setzt das Herz aus, oder es läuft nicht so wie es soll und dann passieren die Aussetzer….Da bricht bei dem einen Kind der Überlebensmodus durch, der sich mit der Traumarisierung bei ihm im tiefsten Inneren eingebrannt hat, und aus dem er nur schwer wieder herauskommt. Das andere Kind wird überrollt von unbeschreiblichen und tief schmerzenden Verlustängsten, die kaum auszuhalten sind. Da braucht es dann unermesslich viel Zuneigung und Liebe, noch mehr Verständnis, unendliche Ruhe, Gelassenheit und vor allem Geduld, die Wut und die Trauer und den Schmerz, die dann herausbrechen, auszuhalten, zu trösten, zu beruhigen. Meine Kinder saugen in diesen Momenten meine Fürsorge und Zuneigung auf wie ein trockener Schwamm. Ihr emotionales Loch, das die Traumatisierung gerissen hat, scheint manchmal wie ein Faß ohne Boden zu sein, in das nie ausreichend Liebe und Zuneigung hineinfließen können. Und immer noch und immer wieder gibt es Momente, in denen ich mich frage, ob es wirklich irgendetwas gibt, was meinen Kindern hilft, mit dieser Wunde und bleibenden Narbe zu leben. Wird es irgendwann einen Zeitpunkt geben, an dem sie mit ihrer Geschichte und mit den daraus gebliebenen Narben umgehen können?

Vielleicht kommt das erst mit einem zunehmenden Alter, wenn Maxim und Nadeschda größer werden. Bei Nadeschda ist es immer noch eine diffuse Wut, die immer wieder hochkommt, oder die Trauer um ihre verlorene Kindheit und Babysein. Doch sie ist noch zu klein, um ein Bewusstsein für ihre Emotionen zu haben. Dennoch beginnt auch sie zu merken und zu erkennen, dass sie manchmal anders ist. So fragte sie mich neulich: „Warum müssen die anderen Kinder nicht so viel für die Schule üben?“, um dann fortzufahren: „Ja, wenn wir das Zuhause üben, dann kann ich das schon, und dann fällt es mir in der Schule leichter.“ Auch bei Maxim zeigt sich eine spannende Entwicklung: So wie Sherrie es beschreibt, kommen auch bei ihm mit zunehmendem Alter die Emotionen, aber diesmal bewusst. Er weiß und spürt nun, dass er traurig ist und um sein Herkunftsland trauert. Er kann das benennen. Dann können wir damit arbeiten, darüber sprechen. So wie wir viel über Russland lesen und Bildbände anschauen, eine Reise planen. Während Maxim’s Klassenlehrerin erst kürzlich zu mir sagte, wie gut sich Maxim entwickelt hat und wie gut doch beide Kinder hier angekommen sind, um so mehr spüre ich, dass es eben alles nicht normal ist. Im Gegenteil, je älter meine Kinder werden, um so mehr erleben sie bewusst und spüren, dass sie anders sind. Was sie bisher als diffusen Schmerz, Wut und Trauer erlebt haben, bekommt für sie langsam ein Gesicht und einen Namen. So verändern sich auch ihre Bedürfnisse, bzw. nein, die Urbedürfnisse als High-Need Kinder bleiben. Nach wie vor brauchen sie unumstößliche Sicherheit und eine klare Struktur, unabdingbare Verlässlichkeit, bedingungslose Liebe, Geduld, Fürsorge und ein stetiges Überbehütet sein. Doch hinzukommen nun viele der von Sherrie adressierten besonderen Bedürfnisse im Umgang mit der Geschichte ihrer Adoption.

Wohlmöglich ist am wichtigsten die Erkenntnis, dass vor allem für meine Kinder ihre Adoption ein lebenslanger Weg ist. Ihre Adoption ist eben nicht ein „Projekt“, das irgendwann abgeschlossen ist. Es ist kein Thema, das irgendwann abschließend behandelt ist. Es ist eine Lebensreise, auf der ich meine Kinder ein großes Stück begleite und so für sie da bin und ihre Bedürfnisse versuche zu erfüllen, dass sie irgendwann in der Lage sind, mit den Narben ihrer frühkindlichen Verletzungen auch alleine leben zu können.

Oder, um auch wiederum mit Sherrie’s Worten zu sprechen: Gerade weil Adoption eine Lebensreise ist, ist es ein Weg voll Hoffnung und Zuversicht, den Schmerz, die Trauer und die Wut ganz gewiss irgendwann einmal hinter sich zu lassen.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (95)

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Karsten Wurth on unsplash.com

Wir sind in den Schweizer Bergen angekommen! Nun erwartet uns eine Woche Heidi-Heimat im Rundum-Sorglos-Paket. Ein wunderbares Hotel mit allem was das Herz begehrt. Ein sehr schönes Zimmer für uns vier, in dem Richard und ich auch abends noch unseren Rückzugsbereich haben, wenn unsere Kinder selig schlafen. Eine Woche lang kann ich dem täglichen Haushalt adé sagen. Keine Wäsche, kein Putzen, kein Aufräumen, kein Einkaufen, kein Kochen, … Welch Luxus! Auch ich setze mich morgens an einen gedeckten Frühstückstisch, das Zimmer wird aufgeräumt, die Kinder sind glücklich über pausenloses Schwimmen. Von unserem Balkon aus blicke ich in die Weiden auf den Bergen und schaue den gemütlich grasenden Kühen zu. Wir werden in den kommenden Tagen viel schwimmen, die ein oder andere Wanderung machen, den Ziegenabtrieb uns ansehen, Kristalle sammeln, viel und gut essen, noch mehr schlafen und lesen. Was für eine wunderbare Woche erwartet uns, und ich hoffe sehr, dass sie hält, was sie verspricht. Dennoch bin ich auch für diese drei Sonntagslieblinge der vergangenen Woche dankbar:

  1. Nadeschda kann lesen. Und zwar so richtig, wenn sie will. An guten Tagen flutscht es einfach. Und das ist wunderbar! Genauso kann sie schreiben, was sie hört. Wenn ich ihr die Worte deutlich vorsage, erkennt sie die Buchstaben und schreibt sie richtig. Ich bin ein großes Stück erleichtert.
  2. Seitdem ich in der Nachmittagsbetreuung gearbeit habe, war Rechtschreibung für mich ein Damoklesschwert, von dem ich hoffte, dass es mein Sohn Beiseite legt. Das hat er! Wir üben in den Ferien das Aufsatz schreiben. – Nachdem seine Klassenlehrerin seine abwechslungsreichen Aufsätze des letzen Schuljahres gelobt hat. Hahaha…;-) Ich habe mich über das Lob gefreut, denn meistens habe ich ihm die Sätze diktiert…. – Auch wenn die abwechslungsreiche Sprache und Wortwahl noch auf sich warten lässt, so bin ich doch beeindruckt, dass er nahezu alles richtig schreibt, ohne dass ich interveniere.
  3. Trotz Ferien, oder vielleicht auch gerade deswegen, komme ich endlich wieder viel zum Lesen. Das tut gut. Besonders genieße ich es, morgens, wenn fast alle noch schlafen, in den frühen Morgenstunden in der Stille des Hauses mich endlich lang auf mich wartenden Büchern hinzugeben. Im Moment kämpfe ich mich allerdings ein wenig durch „Mutterland“ hindurch. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es der Schreibstil ist oder das Thema an sich, was das Buch für mich zur schweren Kost werden lässt.

Habt einen sonnigen Sonntag und einen wohlbehaltenen Start in die neue Woche!

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Das Gespenst ist zurück….

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Photo by Leen on unsplash.com

Vor wenigen Wochen rief die Schule an. Ich war gerade erst selbst von der Schule nach Hause gekommen, wo ich Maxim beim Bau seines Hauses im Unterricht geholfen hatte. „Ja, der Maxim ist ohnmächtig geworden. Jetzt liegt er hier. Es geht ihm zwar wieder ganz gut. Ich glaube aber, dass es besser wäre, wenn Sie ihn abholen, Frau Weiss.“ hörte ich die Stimme der Schulsekretärin am anderen Ende der Leitung. Mir rutschte das Herz in die Hose. Natürlich machte ich auf dem Absatz kehrt und fuhr zur Schule zurück. Der Lehrer, in dessen Unterricht Maxim umgekippt war, schilderte mir noch einmal die Situation: Sie haben in der Klasse stehend gesungen. Plötzlich setzte sich Maxim hin, mit den Worten, ihm sei schlecht. Sekunden später sank er in sich zusammen, fiel dabei gegen seinen Sitznachbarn und war weg. Als der Lehrer ihn versuchte anzusprechen, zuckte Maxim drei bis fünf Mal krampfartig zusammen. Dann kam er wieder zu sich und guckte den Lehrer nur fragend an. Er war wirklich weggewesen.

Während wir so im Sekretariat saßen, war Maxim immer noch etwas neben sich, wirkte blass und angeschlagen. Ich versuchte den Kinderarzt zu erreichen, zunächst vergeblich. Denn in Anbetracht von Maxim’s Vorgeschichte, die mir sofort wieder durch den Kopf schoss, als der Lehrer das Zucken erwähnte, mussten wir zum Arzt gehen und konnten die Ohnmacht nicht einfach auf sich beruhen lassen. Schnell organisierte ich Nadeschda’s Betreuung um, sagte meine Termine für den Nachmittag ab und verließ mit Maxim die Schule. Im Auto erreichten wir zum Glück den Kinderarzt. Wir durften vorbeikommen. Während der Autofahrt schaute ich öfter besorgt in den Rückspiegel zu Maxim als auf die Straße. Was, wenn nun doch das alte Gespenst der Epilepsie wiederkehrte, vielleicht nie weg war, sondern nur auf den „richtigen“ Zeitpunkt gewartet hatte, um aus den Tiefen des Vergessens wieder aufzutreten? Nur weil wir damals Epilepsie als Diagnose ausschließen konnten, hieß das nicht zwangsläufig, dass wir, vor allem Maxim, davon auf immer und ewig verschont blieben. Oder was war, wenn etwas anderes dahinter steckte? Ich versuchte mich zu fokussieren und sagte mir immer wieder, egal was es war, auch über diese Brücke würden wir gehen können.

Was alles noch eine Ursache für die plötzlich auftretende Ohnmacht sein konnte, erfuhr ich erst beim Kinderarzt: Diabetes, Herzrhythmusstörungen, etc. Die zwei ersten genannten konnte der Arzt dank Schnelltest ausschließen. Am Ende blieb erst einmal, dass eine Ohnmacht durchaus in dem Alter vorkommen konnte. Das mochte auch mit dem Wachstum und den einschießenden Hormonen zu tun haben. Natürlich eigentlich bei Mädchen häufiger als bei Jungen. Genauso konnte es aber auch die Hitze an dem Tag gewesen sein, gepaart mit der Luft im Klassenraum, die nach dem Häuserbauen geschwängert war mit Ausdünstungen von Leim, Heißkleber, Holz, etc., die zu Maxim’s Ohnmacht geführt hatten. Um die genaue Ursache herauszufinden, müssten wir auf eine Wiederholung der Ohnmacht warten. So unbefriedigend dieses Ergebnis war, so beruhigend war es doch auch. Es war nichts, was sofort Handlungsbedarf nach sich zog. Dennoch, das Gespenst ist wieder da. Denn sollten sich die Ohnmachten mit krampfartigen Reaktionen wiederholen oder gar häufen, so müssten wir uns einer neurologischen Diagnostik unterziehen.

So warten wir nun ab, sorgen dafür, dass Maxim ausreichend trinkt, beobachten ihn mehr und intensiver, wenn die Temperaturen auf dem Thermometer wieder nach oben schießen. Das Gespenst ist präsent. Aber wir hoffen, dass es nur ein Gespenst bleibt, und keine Realität, die Einzug in unser Leben halten wird.

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#bestofElternblogs im Juli

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Photo by Craig Whitehead on unsplash.com

Die liebe Anja von der Kellerbande  ruft jeden Monat dazu auf,  den meist gelesenen Beitrag des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Gerne mache ich das auch in diesem Monat wieder. Der Juni war ein relativ ruhiger Monat auf meinem Blog, was aber damit zusammenhängt, dass ich ohnehin die vergangenen Monate nicht viel Zeit hatte, mich mit neuen Beiträgen zu beschäftigen. Das kann jetzt wieder anders werden. Und so freut es mich umso mehr, dass mein Beitrag aus der vergangenen Woche zu „Adoptivkinder heilsam durch den Sommer bringen…“ die meisten Klicks bekommen hat, obwohl er erst so frisch veröffentlicht war. Das gibt mir eine neue Bestätigung, doch weiter mich nicht nur für mich selbst, sondern auch für Euch mit adoptionsrelevanten Themen zu beschäftigen und sie hier zu veröffentlichen.

Habt – wie immer tausend Dank – für’s Lesen, Liken, Teilen und Kommentieren.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (94)

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Danke an Pixabay.com

Die erste Ferienwoche liegt nun hinter uns. Es war gut, dass weder wir alle zusammen noch die Kinder gleich weiter ein vollgefülltes Programm hatten. Die leicht veränderte Routine tat uns, nachdem wir uns daran gewöhnt hatten, gut. Die Phasen der Langeweile wurden immer kürzer, bzw. Maxim und Nadeschda kamen immer schneller mit Ideen, was sie denn nun tun oder spielen könnten. Nach und nach entspannten sich Maxim und Nadeschda zusehens und genossen die Pausenzeiten, genauso wie die Zeiten mit gemeinsamen Aktivitäten. Wir waren so zum ersten Mal Blaubeeren pflücken. Nachdem wir bei unserem alten und gewohnten Erdbeerhof schon am Wochenende zuvor gescheitert waren, hatten wir durch einen Zufall einen wunderbaren Beerenhof entdeckt, der uns alles bot: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren. Das war großartig und unser Marmeladenvorrat ist nun in diesem Jahr sehr mannigfaltig geworden. Welch wunderbares Geschenk! Doch genauso bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Für den Berg Pfannkuchen und den Berg Rührei, den Maxim und Nadeschda in dieser Woche für uns zum Abendessen gemacht haben. Irgendwie kam Maxim auf die Idee mit den Pfannkuchen. Er hat selbst den Teig gemacht, frei nach Gefühl, nicht nach Rezept, und hat dann auch den gesamten Teig verbacken. Alles war so lecker. Wir drei haben alles aufgegessen und der Papa hatte dann leider zu später Stunde das Nachsehen. „Naja, dann muss er sich eben ein Brot mit Butter und Salz machen.“ stellte mein Sohn fest, nachdem ich ihm erklärte, dass der Kühlschrank nicht mehr viel hergeben würde aufgrund gähnender Leere.
  2. Für all die Berge, die ich dann doch abarbeiten und wegräumen konnte in dieser Woche. Ablage, Steuer, Wäsche, Ausbildungsunterlagen sortieren und ablegen, Kostüme waschen und reinigen, Rechnungen bezahlen, die Erneuerung der russischen Pässe unserer Kinder anleiern, Arzttermine planen und vereinbaren, und so vieles mehr…
  3. Für die Last, die mir Mike Berry’s Beitrag zu „5 Tips to help you navigate Summer Break…“ von den Schultern nahm und der mir mit seinem Beitrag noch einmal die Augen öffnete und mich mit meinen beiden Kindern drei Gänge zurückschalten ließ, weshalb vielleicht auch gerade deshalb der Übergang in den Ferienmodus doch überraschend schnell gelang. Sein Buch „Confessions of an Adaptive Parent“ ist ebenso eine Bereicherung, in der ich noch einmal im Strandkorb schmökerte, während meine Kinder in der Hitze schwammen…

Habt einen wunderbaren Sonntag und kommt mehr als wohlbehalten in die neue Woche!