Die Sonne scheint immer… irgendwie….

happy family with kids walk at sunset beach

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Gerade im Moment dürfen wir ein wenig durchatmen. Aber nur ein wenig, denn die nächsten Schwierigkeiten mit der Schule zeichnen sich ab. Neue Schwierigkeiten mit der Schule. Nicht erwartete. Und auch wenn ich mich noch so an der Schule engagiere, habe ich gelernt, dass es dann doch einen Punkt gibt, an dem auch dort, selbst in dieser vermeidlich heilen Waldorfwelt, die sie schon längt nicht mehr ist, und die Lehrer wenig auf die Schwierigkeiten, die die Kinder mitbringen – nicht meine Kinder, sondern auch die anderen – vorbereitet geschweige denn geschult sind, meine Kinder irgendwann keine Sonderrolle mehr haben. Da ist es dann nicht mehr selbstverständlich, dass man von Seiten der Schule sagt: „Ja, klar wir schaffen das.“ Nein, da sind wir dann einem Punkt, wo wir Eltern wieder für Lösungen sorgen müssen. Wieder und wieder. Tun wir ja auch. Aber dazu mehr an anderer Stelle.

Auch wenn wir uns, was die Gesundheit unserer Kinder angeht, etwas entspannen können, so hält doch die Belastung an. Denn neue Herausforderungen erwarten uns. Das ist hart und schwierig. Und manchmal denke ich durchaus – und sitze abends heulend auf dem Sofa -: „Das ist alles so unfair.“ Unfair vor allem für meine Kinder. All das, was wir in den vergangenen Wochen durchgemacht haben, das braucht keiner, vor allem kein Kind. Und erst recht nicht ein Kind, das schon so vieles in seinem Leben durchlitten hat. Manchmal denke ich: „Kein Wunder, dass Nadeschda oft für mindestens ein Jahr jünger gehalten wird, als sie ist. Denn in den knapp eineinhalb Jahren bevor sie zu uns kam, hat sie nur überlebt. Und das teilweise wahrscheinlich unter widrigsten Umständen. Da hat sie alles andere hinten angestellt. Sie ist nicht gewachsen, sie hat nicht zugenommen, sie hat bestimmte Basisfunktionen, die ein Baby, das behütet aufwächst nicht gelernt. Wie auch? Geschweige denn den natürlichen Willen sich zu entwickelnd und zu lernen. Sie musste einfach nur überleben. Wieviel Kraft das gekostet hast? Alle, alle Kraft, aber wirklich alle Kraft, die ihr zur Verfügung stand. Und sie hat überlebt. Und das ist die wahre Leistung!“

Um so erleichternder fand ich dann einen Beitrag wieder einmal von Michael von Confessionsofanadoptiveparent, wo er ebenso von einem harten Tag schreibt und am Ende aber zu dem Schluss kommt: „Die Sonne scheint immer.“ Ja, sie mag versteckt sein hinter dunklen, grauen und manchmal sogar schwarzen Wolken. Aber eigentlich ist sie immer da. Und sie scheint IMMER. Nur können wir das eben an manchen Tagen nicht sehen. An diese Sätze denke ich in den letzen Tagen sehr oft. Ja, da draußen dreht die Sonne ihre Runden im Universum. Und sie ist immer da. Es sind nur die grauen und schwarzen Wolken, die sich manchmal (oder auch öfter) vor sie schieben. Aber am Ende scheint die Sonne. Immer…

3 Gedanken zu “Die Sonne scheint immer… irgendwie….

  1. Danke liebe Charlotte,
    dass habe ich gerade sehr gebraucht! Wir haben im Moment,trotz Schulwechsel und hervorragender Schule, leichte Schulprobleme und die alte Angst ( wie geht es mit meinem Sohn weiter) hat mich fest im Griff. Auch er hat viele Stationen durchlaufen, bevor er zu uns kam( 4 monatiger Krankenhausaufenthalt, Kinderheim). Leider fällt auch ihm nichts einfach so zu und wir müssen viel kämpfen, uns durch beißen,lernen und dennoch reicht es oft nicht, er fällt aus dem Raster…… Das zehrt sehr an seinem Selbstwert, wie oft sagt er sich selbst, dass er schlecht ist oder nicht dazu gehört. Das tut nicht nur ihm, sondern auch mir in der Seele weh. Das bewerten mit Noten jetzt im 3.Schuljahr tut da noch ihr Übriges.
    Die wenigsten Lehrer haben leider ein sensibles Gespür für Adoptiv und Pflegekinder und was in ihnen vorgeht. Da bedarf es viel Aufklärung und Gespräche durch die Eltern.
    Manchmal ist mir dass alles zu viel und ich wünschte mir, wir seien eine stink normale Familie und alles würde einfach mal nach Plan laufen…….und dann sehe ich meine einzigartigen, besonderen Kinder und ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ICH sie ins Leben begleiten darf und Sie mir anvertraut wurden.
    Ich Danke dir von Herzen für deinen Blog. Du schreibst mir aus der Seele, ich fühle mich beim Lesen deiner Beiträge von jemandem verstanden. Es tut gut, nicht alleine mit seinen Sorgen und Herausforderungen zu sein.
    Und ab heute werde ich mir wieder öfters sagen: Nicht: die Wolken sind vor der Sonne, nein die Sonne scheint hinter den Wolken.
    Alles Liebe für dich und viel Sonnenschein im Herzen,
    deine Veronika

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    • Liebe Veronika,
      hab unglaublichen Dank für diesen Kommentar, der mir nun auch, nachdem ich gerade von einem Gespräch mit der Schule nach Hause komme, sehr gut getan hat. Ja, nicht nur der Glaube an die Sonne, die irgendwo immer scheint, hilft, sondern eben auch das Gefühl, dass es anderen da draußen oft genauso geht wie einem selbst…
      Ganz liebe Grüße
      Charlotte

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  2. Liebe Charlotte, und wieder einmal habe ich mich voll und ganz in deinem Bericht wiedergefunden. Unsere Kinder funktionieren aktuell ganz gut in der Schule – gemessen an dem, was die Schule klassischerweise von seinen Schülern erwartet. Das ist zwar schön, aber ich weiß, dass das kein selbstverständlicher Zustand von Dauer ist, sondern es jederzeit sein kann, dass ein Einbruch kommt. Außerdem fordert das Funktionieren hohe Kraftanstrengungen auf beiden Seiten – sowohl von Seiten der Kinder als auch von Seiten der Eltern. Mehr als bei anderen Kindern. Unsere Kinder hatten einen schweren Start und einen steinigen Weg bis sie zu uns kamen. Wie sehr würde ich ihnen wünschen, dass ihnen alles zufliegt und der tägliche Schulbesuch mit wenig bis gar keinen Anstrengungen und Rückschlägen verbunden wäre. Wie sehr würde ich ihnen dauerhafte Erfolgserlebnisse in Form von guten Noten wünschen, die sie beflügeln und bestätigen. Sie hätten es so verdient und wie oft sitze ich abends wütend und traurig auf der Couch und denke mir: „Jetzt haben wir doch schon so viel Schwierigkeiten erlebt und aus dem Weg geräumt – kann es jetzt nicht einfach mal laufen.“ Oft denke ich: „Ich kann nicht mehr, meine Kräfte reichen nicht mehr aus!“ Doch gleichzeitig weiß ich, dass Aufgeben nie in Frage kommen wird und so kämpfe ich am nächsten Tag wieder für und gemeinsam mit meinen Kindern für deren glückliches und erfülltes Leben. Und auch nach den düstersten Gedanken und Erlebnissen kommt die Sonne immer wieder raus und man weiß, wofür man kämpft…

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