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1000 Fragen an dich selbst – #4

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Photo by Joanna Kosinska on unsplash.com

Zum Wochenbeginn folgen hier nun meine Antworten auf die nächsten zwanzig Fragen aus „1.000 Fragen an Dich selbst“, der wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank. Heute geht es um Freunde, Anschaffungen, Humor, Kummer und Fernsehauftritte. Welch ein gedanklicher Spagat, der aber spannend ist. Doch diesmal waren schon ein paar harte Nüsse dabei…

61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Ja, irgendwie schon. Manchmal glaube ich, dass es da oben irgendwo einen Ort gibt, zu dem unsere Seelen nach dem Tod zurückkehren und darauf warten, in einem anderen Körper wieder auf die irdische Welt zurückzukehren, um das zu vollbringen, was sie im vorangegangen Leben nicht geschafft haben.

62. Auf wen bist du böse? Im Moment auf niemanden. Ich habe auch gelernt, dass es mich nicht weiterbringt und mir nur Kraft und Energie raubt, auf jemanden böse zu sein. Es nimmt mir so viel von der Schönheit des Lebens. Und das möchte ich nicht mehr. Wenn es denn dann doch jemand mal schafft, bekommt er selten eine zweite Chance. (siehe Frage 69)

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Da wir auf dem Land leben, fahre ich gar nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet? Wenn etwas mit meinen Kindern nicht in Ordnung ist, dann bereit mir das die größten Sorgen. Und die stetige Sorge, ob meine Fürsorge für sie ausreicht.

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest? Nein. Das Schicksal hat für mich einen Weg vorgesehen, den ich so nicht geplant hatte.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten? Zum „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss.

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr? Hab ich nicht, weiß ich nicht…;-)

68. Was war deine größte Anschaffung? Ein dreihundert Jahre altes Fachwerkhaus.

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance? Den Menschen, die ich liebe, ja. Anderen selten. Ich bin leider wie ein Elefant und vergesse nie. Das macht es auch schwer zu verzeihen.

70. Hast du viele Freunde? Nein. Aber dafür eine gute Hand voll sehr enge Freunde, die mit mir durch dick und dünn gehen.

71. Welches Wort bringt dich auf die Palme? Weniger ein Wort als zwei Sätze: „Ich kann das nicht.“ und „Ach, wir werden alt.“

72. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen? Nein. Es gab zwar tatsächlich zwei oder drei Anfragen, nachdem ich mit meinem Blog begonnen hatte. Doch da wir unsere Privatsphäre schützen wollen, gibt es von mir und meiner Familie keine Bilder, erst recht keine bewegten. So musste ich die Anfragen ablehnen.

73. Wann warst du zuletzt nervös? An meinem ersten Arbeitstag nach den Ferien.

74. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause? Bücher, Blumen, bunte Bilder.

75. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen? Im Radio.

76. Welches Märchen magst du am liebsten? Aschenputtel.

77. Was für eine Art Humor hast du? Auch nach längerem Nachdenken fällt mir hierzu wirklich nicht ein.

78. Wie oft treibst du Sport? Ich würde gerne drei Mal in der Woche laufen gehen und findest einmal in der Woche Schwimmen. So ist der Plan ab der nächsten Woche….

79. Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck? Der positiven Resonanz zu urteilen ja. Aber wie nachhaltig der Eindruck ist, dass weiß ich nicht. Vielleicht wird das auch erst die Zeit noch zeigen.

80. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten? Füller und Notizbuch.

Mehr 1.000 Fragen an Dich selbst findet Ihr hier und hier.

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1.000 Fragen an Dich selbst #3

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Photo by Joanna Kosinska on unsplash.com

Zum Wochenbeginn folgen hier nun meine Antworten auf die nächsten zwanzig Fragen aus „1.00 Fragen an Dich selbst“, der wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank. Es hat wieder Spaß gemacht, über die Antworten nachzudenken. Und es ist bemerkenswert, wie schnell ich manche Fragen beantworten kann und wie mich dann andere doch wieder zum Nachdenken bringen.

41. Trennst du deinen Müll? Ja, natürlich.

42. Warst du gut in der Schule? Ja, ich war eine ausgemachte Streberin. Nur in Chemie und Physik war ich eine ausgesprochene Niete. Die zwei Fächer haben mir meine einzige fünf in meiner Schulkarriere eingebrockt. Ich war froh als ich sie abwählen konnte.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche? Sechs Minuten.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt? Nein.

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf? Zwischen halb sechs und sechs Uhr morgens.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag? Mit meiner Familie ja, das lassen sich die Kinder nicht nehmen. Aber ohne große Party mit Freunden. Das tue ich schon seit bald fünfzehn Jahren nicht mehr. Ich finde die Idee absurd, mir an meinem Geburtstag viel Arbeit zu machen. Denn am Ende wäre es ja so, dass ich rumrenne und mich um die Gäste kümmere und selbst nicht wirklich etwas von der Feier habe.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook? Ich gucke da vielleicht einmal in der Woche rein. Also das wären dann etwa 0,15 Mal pro Tag?

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten? Das Kinderzimmer meiner Tochter, wenn es aufgeräumt ist. Da haben wir schon einen (meinen?) kleinen Kleinemädchentraum verwirklicht.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt? Den Kater unserer Freunde auf dem Weg in unseren Skiurlaub.

50. Was kannst du richtig gut? Organisieren.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst? Ich glaub, es war ein Junge in der Tanzschule…Ich kann mich nicht mehr so wirklich erinnern.

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen? „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus? Champagnerfarbene Seide mit einer langen Schleppe.

54. Fürchtest du dich im Dunkeln? Manchmal.

55. Welchen Schmuck trägst du täglich? Perlenohrringe und meinen Ehering.

56. Mögen Kinder dich? Irgendwie schon. Wenn ich mit Nadeschda’s Klasse in den Wald gehen, streiten sich ihre Klassenkameraden immer darum, wer bei mir an der Hand gehen darf.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino? Seitdem Maxim und Nadeschda da sind, eigentlich alle. Ich halte es für Geldverschwendung, einen Babysitter zu engagieren, um ins Kino zu gehen. Lieber nutze ich diese wenigen Gelegenheiten, um mit Richard etwas zu unternehmen, wo wir reden können. Die einzigen Filme, die man meiner Meinung nach im Kino schauen muss, sind die James Bond Filme und Filme von Quentin Terentino. Letztere sind auf dem Fernseher zu harmlos. 😉

58. Wie mild bist du in deinem Urteil? Das kommt drauf an. Und führt hier ein wenig zu weit… aber eine spannende Frage, über die es gilt, mehr nachzudenken.

59. Schläfst du in der Regel gut? Seitdem meine Kinder nach Jahren meistens durchschlafen, ja. Es sei denn, Nadeschda übt den Seestern bei uns im Bett.

60. Was ist deine neueste Entdeckung? Der Bildband „St Petersburg – Kontraste“ von Daniel Biskup mit traumhaft schönen Fotografien aus dieser so spannenden Stadt.

#1 und #2 meiner Antworten findet Ihr hier.

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1.000 Fragen an Dich selbst #1 und #2

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Photo by Joanna Kosinska on unsplash.com

Johanna von Pinkepank hat mit „1.000 Fragen an Dich selbst“ eine spannende Blogparade initiert. In der Zeitschrift Flow fand sie ein Beiheft mit der Inspiration dafür. Es geht um Zeit für sich selbst, Zeit mit sich selbst und Zeit herauszufinden: Wer bin ich? Was mache ich? Was will ich? Was möchte ich sein? Da für mich in diesem Jahr nun die Frage ansteht, wie es denn weitergeht, wenn ich meine Ausbildung beendet habe, und ich diese Blogparade – wie so viele andere von Euch – als eine wunderbare Gelegenheit sehe, mindestens einmal in der Woche zumindest über die 20 Fragen in Kontakt mit mir selbst zu kommen, mache ich gerne mit. Ich bin gespannt, wo mich diese kleine Schreibreise hinführt.

Da ich wegen unserer Ferien etwas später einsteige, folgen hier nun die Antworten auf die ersten 40 Fragen:

1.Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?  Tatsächlich in dieser Woche. Seit Montag arbeite ich mit 10-12 jährigen in der Schule meiner Kinder und habe für sie die Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgaben etc. übernommen.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?  Meistens mit meinem Mann. Aber immer mehr auch vor allem mit meiner Tochter. Richard und Maxim hecken irgendetwas aus und Nadeschda und ich verdrehen einfach nur die Augen.

3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Haushalt. Das ist so frustrierend, dass die Wäsche niemals endet. Und auch putzen finde ich bedingt spannend, auch wenn es schön ist, wenn hinterher alles sauber ist. Aber manchmal wünschte ich auch, ich könnte alle Fünfe gerade sein lassen.

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Ehrlich, über keinen. Ich finde Witze relativ unnötig…

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Nein.

6. Woraus besteht dein Frühstück? Kaffee und Müsli mit Banane und Kokosjogurt.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinen Kinder heute Morgen beim Verabschieden in die Schule.

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? Nach bald acht Jahren Therapie hoffentlich in kaum einem einzigen mehr.

9. Was machst du morgens als erstes? Kaffee kochen.

10. Kannst du gut vorlesen? Ich glaube schon. Bisher gab es keine Beschwerden.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?  Das weiss ich gar nicht mehr. Leider sind meine Kindheitserinnerungen nicht mehr so präsent. Ich erinnere mich, dass ich mich irgendwann mal als kleines Kind total erschreckt habe, als es an Nikolaus an der Terrassentür klopfte. Das war dann der Nikolaus, der seinen Sack da gelassen hatte. Das habe ich auch fest geglaubt. Bis heute weiss ich nicht, wer es wirklich war. Also bleibt es der Nikolaus, auch in der Erinnerung. Und Weihnachtsmann und Christkind? Ich glaube, dass ich da ziemlich schnell den Zauber verloren habe, denn mein Vater ist NIE mit in die Kirche gegangen. Da war doch was faul…

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Einen schönen Sekretär mit vielen kleine Schublädchen und Fächern. Einen, an dem ich schön sitzen und schreiben kann. Ich habe aber bisher keinen gefunden, der mir wirklich gefällt.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Ich arbeite an mir, all die Eigenschaften zu entwickeln, die ich gerne hätte. Und das läuft meistens recht gut. Mehr Geduld zu haben, das lehren mich meine Kinder jede Tag. Doch manchmal wäre ich gern forscher, mutiger, oder frecher…

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Ich halte ja Fernsehen für eine absolute Zeitverschwendung. Doch ich muss gestehen, gerade, wenn wir in den USA sind, dann bin ich ein relativer Fernsehjunkie. Für meine Verhältnisse. Am liebsten war mir „Dallas“, die Neuauflage. Leider ist sie wegen zu geringer Einschaltquoten eingestellt worden.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Vor über 25 Jahren in Disneyland in Paris. Vergnügungsparks sind nicht wirklich mein Ding.

16. Wie alt möchtest du gerne werden? So alt wie das Schicksal es mir erlaubt zu werden.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? An Richard’s und meinen Urlaub vor etlichen Jahren in Südamerika. Mit dem Rucksack durch diesen wunderbaren Kontinent. Aber dennoch waren wir so fest in unseren Jobs, dass Geld keine Rolle spielte. Das entspannte ungemein.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Habe ich zum Glück seit bald zwanzig Jahren nicht mehr gehabt. Ich kann mich nicht wirklich erinnern….

19. Hättest du lieber einen anderen Namen? Nein. Mit unserer Hochzeit habe ich meinen alten furchtbaren Nachnamen aufgegeben. Und ich liebe meinen Vornamen. Zumal ich über die Jahre gelernt habe, dass ich nach einer sehr wunderbaren Großmutter bekannt wurde.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? Das tue ich immer einmal wieder. Gerade im vergangenen Herbst packten mich die Zweifel, ob das alles so richtig ist, was ich in meinem Leben tue und ob ich meine Kinder ausreichend auf ihrem Weg ins Leben begleite.

21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken? Nein, nicht mehr.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten? Den Morgen, wenn alle aus dem Haus sind, der Haushalt gemacht ist und ich mich in der Stille an meinen Schreibtisch setzen kann. Genauso mag ich die Nachmittage, wenn die Kinder und ich unser Tagwerk vollbracht haben und noch ein wenig Zeit bis zum Abendessen ist. Nach einem „Mama, mir ist so langweilig. Ich weiss nicht, was ich machen soll.“ entstehen meist die schönsten Spiele oder Impulse etwas zu basteln, zu malen, zu stricken oder ähnliches.

23. Kannst du gut kochen? Dafür, dass ich gar nicht gekocht habe, bis Maxim und Nadeschda zu uns kamen, mittlerweile recht gut.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten? Besonders mag ich den Frühling. In ihm steckt immer so viel Energie und Euphorie für Neuanfänge.

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht? Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Gar nichts zu tun, fällt mir ungemein schwer.

26. Warst du ein glückliches Kind? Nein. Meine Kindheit war alles andere als glücklich. Meine „Mütter“ haben mir bis auf eine nicht wirklich das Leben leicht gemacht.

27. Kaufst du oft Blumen? Ja, fast jede Woche einen frischen Strauß. Das ist meine Art, mich für mein Tagewerk zu belohnen.

28. Welchen Traum hast du? Mein zweites Buch weiterzuschreiben und zu veröffentlichen.

29. In wievielen Wohnungen hast du schon gewohnt? Als Kind bin ich viel umgezogen und auch im Studium habe ich ein ziemliches Vagabundenleben im In- und Ausland gelebt. Erst mit Richard bin ich sesshaft geworden. Kaum zu glauben, dass ich nun bald zwanzig Jahre unter derselben Adresse lebe.

30. Welches Laster hast du? Verrate ich nicht…;-)

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen? „Sie kam aus Mariupol“ von Nadine Wodin. Eine sehr bewegende Erzählung über eine Wurzelsuche in der Ukraine und dem heutigen Russland.

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst? Irgendwann war ich es leid, meine Locken immer zu bändigen. Insofern lasse ich sie nun tun, was sie wollen. Das macht mich entspannter. Und auf der anderen Seite kann man an ihnen manchmal meinen Gemütszustand ablesen. Denn zuweilen stehen dann vorne ein oder zwei Zornlocken ab.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig? Nein. Wenn meine Kinder bei mir sind, habe ich sogar den Hang dazu, es manchmal zu vergessen.

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto? Genug.

35. In welchen Laden gehst du gern? Am liebsten in Künstlerbedarfs- und Bastelgeschäfte.

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe? Meistens Tee oder Apfelschorle, wenn ich selbst Autofahren muss. Wenn nicht, gerne Prosecco.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen? Ja, denn der nächste Morgen kommt bestimmt. Und der Tag wird dann umso anstrengender, wenn der Schlaf fehlt.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit? Das bin ich schon und schreibe.

39. Willst du immer gewinnen? Ja, meistens. Deshalb hasse ich auch Gesellschaftsspiele. Es sei denn, ich gewinne. Nur bei meinen Kindern kann ich zurückstecken. Aber gegen andere Erwachsene….niemals.

40. Gehst du in die Kirche? Ja. Zwar nicht mehr so oft, wie früher einmal, aber dennoch in regelmäßigen Abständen. Für mich hat es etwas Meditatives. Und wenn die Predigt gut ist, gibt sie mir auch manchmal neue Impulse.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (70)

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Photo by Terry Matthews on unsplash.com

Nach einer Woche Winterferien in den Schweizer Bergen sind wir gestern Nacht wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Wunderbar war es! Wir haben diese Familienzeit in weiten Teilen genossen, bevor uns nun wieder der Alltag einholt. Ab Morgen beginnt wieder die Schule. Auch ich kehre zurück in meine Ausbildung und muss wieder die Schulbank in der Akademie drücken. Noch ein halbes Jahr, und dann ist es geschafft. Während Richard und die Kinder sich im Schwimmbad tummeln, schaue ich dankbar auf diese Sonntagslieblinge:

  1. Diesmal sind wir alle gesund geblieben und der Schweizer Dorfarzt hat leider nichts an uns verdient. Ein seltenes Ereignis, denn bei den vorangegangenen Skiurlauben waren Nadeschda oder ich krank, manchmal auch wir beide zusammen, oder Maxim war wegen Stürzen in der Notaufnahme des Kantonspitals.
  2. Hatte ich am vergangene Sonntag noch eine kleinen Mangel an Schnee festgestellt, so wurde das wahrscheinlich erhört. Von Sonntag Nacht an bis Dienstag Abend schneite es in einem fort. So viel Schnee habe ich zuletzt in Kanada vor etlichen Jahren erlebt. Lawinengefahr und Sturm taten ihr übriges, um uns zwei Tage nur ans Haus zu fesseln. Wir haben aber das beste daraus gemacht. Wir haben viel gelesen, und mit Spielzeug Lawinensprengungen und Bergrettung nachgespielt. Nadeschda schreibt nun auch selbstständig „Lawinengefahr“. Der Abgang eines gesprengten Schneefeldes ist ihr und vor allem auch Maxim in bleibender Erinnerung geblieben.
  3. Die Kinder und ich waren zum ersten Mal Schlittschuhlaufen. Es war ein kleines Abenteuer, das wir drei tapfer und mutig überstanden haben. Nach anfänglichen Unsicherheiten klappte es dann richtig gut!

Nun starten wir in eine neue Schulwoche, die Ranzen sind gepackt und wir harren all dem, was uns nun in diesem neuen Jahr in der Schule erwartet. Habt noch einen wunderbaren Sonntag und einen wohlbehaltenen Start in die neue Woche!

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Verwöhne ich meine (Adoptiv-)Kinder zu viel?

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Einige Zeit vor Weihnachten war bei Sherrie Eldridge wieder einmal ein spannender Post zu lesen. In „Why Adoptive and Foster Parents must resist over the top giving“ schildert sie sehr einfühlsam aber auch deutlich, warum es nicht förderlich ist, sondern ganz im Gegenteil, Adoptivkinder zu sehr zu verwöhnen mit einem zu viel von allem: Geschenke, Essen, Süßigkeiten, aber auch Fürsorge und zu viel Freiraum.

Als ich in den Tagen vor Weihnachten die Geschenke für Maxim und Nadeschda verpackte, musste ich an Sherrie’s Beitrag denken. Es war gut, sich noch einmal kritisch zu überprüfen. Nein, in diesem Jahr hatten wir ein gutes Maß bei den Geschenken gehalten. Aber auch das mussten wir erst lernen. Ich erinnere mich an unser erstes Weihnachten, wo natürlich das ganze Zimmer überladen war mit Geschenken. Maxim und vor allem Nadeschda waren schnell restlos überfordert, so dass wir das Auspacken der Geschenke abbrechen und auf die kommenden Tage weiter verteilen mussten. Auch danach in den folgenden Jahren hatten wir zwar den Vorsatz, es mit den Geschenken nicht zu übertreiben, doch dann wurde es am Ende wieder viel zu viel. Irgendwann ging ich dann dazu über, einige Geschenke schon im Vorhinein zurückzuhalten für irgendwann. Erst in diesem Jahr ist es nun gelungen, die Geschenkflut wirklich einzudämmen. Und der Heiligabend gab uns recht. Statt großer Geschenkschlacht, konzentrieren sich Maxim und Nadeschda auf ihre zwei, drei Geschenke. In aller Ruhe bauten wir sie auf und spielten bis abends spät. Wunderbar!

Doch weiter beschäftigt mich der Gedanke an zu viel Fürsorge für meine Kinder. Im ersten Momente dachte ich: Meine beiden Kinder haben so viel entbehren müssen. Und immer noch sind sie emotional betrachtet wiederkehrend in einem seelischen Stadium, dass sie eigentlich nie genug Fürsorge bekommen könnten. Sie saugen alles Umsorgen und alle Zuwendung auf wie ein trockener Schwamm. Es kann eigentlich nie zu viel sein, denn es ist ja oft noch nicht einmal genug. Für mich ist es eine schmale Gratwanderung, denn ich darf Nadeschda und Maxim auch nicht zur Unselbständigkeit erziehen. Manchmal weiß ich, dass sie bestimmte Dinge, bei denen sie genießen, dass ich ihnen helfe, durchaus selbst bewältigen können. So kann sich Nadeschda durchaus alleine an- und ausziehen. Aber sie genießt es, wenn ich dies morgens für sie übernehme. Es ist so ein kleiner Moment der Exklusivzeit, in der sie dann ihren Arm um mich legt und mir ins Ohr flüstert: „Meine Mami ganz alleine.“ Sollte ich ihr das nehmen? Auf der anderen Seite gibt es Aufgaben, die die Kinder durchaus übernehmen können sollten. So ist es Maxim’s Verantwortung, dass er seine Schulsachen alle beieinander hat. Die Sporttasche sollte ich ihm nicht mehr hinterher tragen. Oder doch?

Jetzt mit dem nahenden Neuen Jahr steht ohnehin für uns an, mit den Kindern noch einmal zu überlegen, welche Aufgaben sie für sich , aber auch hier im Haushalt übernehmen können und sollen. Sherrie’s Beitrag wird uns dabei sicherlich noch weiter begleiten.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (67)

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Nun ist er da, der Weihnachtstag, auf den wir nur so kurz in diesem Jahr hinfiebern durften. Eine manchmal anstrengende, aber dann doch mit Momenten der Ruhe und Besinnlichkeit gespickte Woche liegt hinter uns. Alle Vorbereitungen für den großen Abend sind schon seit Mittwoch abgeschlossen. Ich sitze hier und genieße meinen morgendlichen Kaffee, weiß, dass ich gleich noch ein paar Stündchen in der Küche verbringen werde, was aber auch etwas Meditatives hat. Mein Blick wandert ins Wohnzimmer und freut sich über den wunderbar geschmückten Baum. Und so denke ich an meine Lieblinge in dieser Woche und so sind dies heute meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Maxim hat am Mittwoch noch ein wunderbares Trompetenvorspiel gegeben – mit seinen Mitschülern. Und er war wirklich der Beste! Es klang einfach wundervoll!! Neben einem anderen Kind war er der einzige, der ein Solostück vorspielen durfte. Ich war so unglaublich stolz auf meinen Sohn. Und konnte mir dennoch nicht verkneifen, zu denken: Ja, das ist auch so, weil er eben jeden Tag übt…
  2. Meine Tochter hingegen hat das Handarbeiten für sich entdeckt. Wie eine Irre hat sie in dieser vergangenen Woche noch an Papa’s Weihnachtsgeschenk gestrickt. Und was hatten wir für eine Spaß, das Kunstwerk fertigzustellen! Einfach großartig…
  3. Das Highlight der Woche war der gestrige Nachmittag, als meine wunderbaren Kinder und ich den Weihnachtsbaum geschmückt haben. Am Vormittag waren wir noch unterwegs, doch dann haben wir den Nachmittag mit dem Schmücken bei Plätzchen und Kakao genossen. Maxim war der Chef der Lichter, Nadeschda hatte eher den Dekotick…

Habt einen wunderbaren und gesegneten Heiligabend! Habt ein wunderbares Fest mit Euren Lieben und genießt zauberhafte, vor allem aber erholsame und besinnliche Feiertage!!

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Oh, es weihnachtet sehr… Mein liebstes Weihnachtsgedicht…

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Und damit es schön bleibt, und die Weihnachtsstimmung nun auch weiterlebt, (nach meinem schönsten Weihnachtserlebnis)  folgt hier nun heute mein wirklich allerliebstes Weihnachtsgedicht…Ich musste es als Kind auswendig lernen und heute bin ich dankbar dafür…

Knecht Ruprecht

Ruprecht: Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.
Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.

Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?

Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
freßen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?

Ich sprach: die Rute die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich’s hierinnen find:
sind’s gute Kind., sind’s böse Kind?

Vater: Die Kindlein sind wohl alle gut,
haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht: Ei, ei, für trotzgen Kindermut
ist meine lang Rute gut!
Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater: Wie einer sündigt so wird er gestraft;
die Kindlein sind schon alle brav.

Ruprecht: Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
lesen und scheiben und rechnen genug?

Vater: Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht: Beten sie denn nach altem Brauch
im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?

Vater: Neulich hört ich im Kämmerlein
eine kleine Stimme sprechen allein;
und als ich an die Tür getreten,
für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht: So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
probiert einmal von seinen Gaben
morgen sollt ihr was beßeres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

(Theodor Storm)

Einfach schön! Habt ein besinnliches Nähern dem Heiligen Abend….