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Charlotte’s Sonntagslieblinge (158)

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Photo by Nicol Honeywill on unsplash.com 

Mehrere Wochen ist es nun her, dass ich zum letzten Mal meine Sonntagslieblinge veröffentlicht habe. Andere Dinge hatten einfach an den Wochenenden Prioritäten, und ich habe die Umstellung zur Vollzeitarbeit einfach auch unterschätzt. Da vergeht die Zeit an den Wochenenden auch mit Dingen, zu denen ich unter der Woche nicht komme. Oder Wochenenden bekommen auch eine andere Qualität. Noch einmal mehr genieße ich die Zeit mit meiner Familie, mit Freunden oder auch mit einem guten Buch, wenn ich nicht gerade Berge von Wäsche abarbeite, Unterricht vorbereite oder meinen Haushalt irgendwie auf Vordermann bringe. Unser Alltag ist unter der Woche dicht und sehr voll, was aber – ich glaube ich schrieb es schon einmal – nicht nur daran liegt, dass ich nun Vollzeit arbeite, sondern auch daran, dass Nadeschda und Maxim einfach seit diesem Schuljahr mehr Schule haben, und allein damit viel Zeit belegt ist.

Unser tägliches Üben behalten wir bei, und wenn es auch nur manchmal eine halbe Stunde ist. Doch zeigt es seine Erfolge. Nadeschda’s Rechenschwäche hat sich in den vergangenen Wochen als „Mär“ herausgestellt. In der Klasse erzählte sie auf die Frage ihrer Lehrerin, warum sie nun so gut rechnen könnte: „Nun ja, ich habe jeden Tag eine Übezeit.“ Als die Lehrerin (die das natürlich schon lange wusste) mit Blick auf die anderen Kinder in der Klasse fragte: „Aha, und wie geht das dann bei Euch so?“, antwortete meine Tochter: „Ganz einfach, ich komme nachmittags nach Hause, dann ist erst einmal Pause. Ich spiele oder bin draußen im Garten oder fahre eine Runde Fahrrad. Dann essen wir einen Snack und dann habe ich mit der Mama eine Übezeit. Da lesen wir, ich schreibe und rechne. Die Mama hat mir auch die Schreibschrift beigebracht. Und das mache ich einfach jeden Tag.“ Die Lehrerin darauf hin: „Seht Ihr, wenn man jeden Tag ein wenig übt, dann wird man ein wirklich guter Rechner…“

Doch an diesem Sonntag, an dem die Lieblingstante meiner Kinder zu Besuch ist, und wir gestern traditionell wieder unsere Lebkuchenhäuser verziert und zusammengebaut haben, bin ich ich besonders dankbar für diese drei Sonntagslieblinge, die diesmal einfach Momente aus unserem Alltag widerspiegeln:

  1. Mein Sohn, der zu mir vermeidlich genervt sagt: „Oh Mama, liest Du schon wieder ein Buch über dieses Rom????“ Ich: „Ja.“ Er: „Wann darf ich die endlich auch lesen?“ (In der 5. Klasse ist das Geschichtsthema an unserer Schule Ägypten und Griechenland. Ersteres fand er nicht so spannend, zumindest nicht seine Lektüre. Erst in der 6. Klasse kommt dann das alte Rom.) Ich denke mir: „Von mir aus gleich.“
  2. Es ist großartig, wenn ich mit meiner Tochter zu Lotte’s und Max Giesinger’s „Auf das, was da noch kommt“ laut aufgedreht im Auto sitzend tanze und singe, wir die Musik voll aufdrehen, noch ordentlich den Bässen Dampf geben und uns völlig egal ist, was die Nachbarn sagen oder denken. Meinem Sohn ist das dann eher peinlich….Aber dann singt er doch auch mit….
  3. Shoppen gehen mit meiner Tochter, das ist inzwischen einfach fantastisch. Ich hätte nie gedacht, dass das funktioniert mit Miss-„Ich probier nichts an. Und Mama, wann können wir endlich gehen.“ Jetzt auf einmal kann sie nicht genug davon bekommen. Nun, sie braucht auch alle Nase lang neue Sachen. Neulich habe ich sie dann heimlich beobachtet, als ich an der Kasse schon anstand, und sie noch gedankenverloren durch den Laden zog. Es war zu süß zu sehen, wie sie so das ein oder andere Outfit anfasste, eine Schritt zurückging, sich wohl überlegte, wie es an ihr aussehen würde, dann den Gedanken wieder fallen ließ, dann zum nächsten Kleiderständer ging, ein Oberteil rauszog und sich anhielt und auch hier das Kleidungsstück mit einem Kopfschütteln zurück hängte. Beim Verlassen des Ladens, in dem wir fünf neue Oberteile für sie erstanden hatten, sagte sie: „Mama, ich glaube, ich muss dann auch mal wieder mit meiner Lieblingstante shoppen gehen.“

Habt einen wunderbaren Sonntag! Lasst es euch wohl ergehen und kommt gut in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (151)

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Photo by Waranya Mooldee on unsplash.com

Langsam aber allmählich kehrt so etwas wie Routine in unser Leben zurück. Zwar sind noch Ferien, aber ich sitze seit dieser vergangenen Woche halbe Tage wieder am Schreibtisch, arbeite an meinem Buch und bereite meinen Unterricht vor. Erstaunlicherweise bin ich doch schon recht weit gekommen in dieser Woche, auch wenn ich am Montag erst noch das Gefühl hatte, nicht wirklich in den Tritt zu kommen und diesen Berg, der vor mir lag, nie bewältigen zu können. Inzwischen ist die To Do Liste recht klein geworden. Das beruhigt. Ebenso liegt ein fleißiges Wochenende fast hinter uns. Das Haus für unsere drei zukünftigen Mitbewohner ist fast fertig gebaut, der Besuch in einem einschlägigen schwedischen Möbelhaus bescherte mir eine neue Kommode für unser Schlafzimmer, so dass ich endlich meinen Kleiderschrank etwas entlasten kann. Nun blicke ich zuversichtlich auf diesen Sonntag, freue mich auf unsere nun beginnende letzte Ferienwoche und bin dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Das Thema Haustiere stand ja schon bald seit Jahren auf der Agenda. Lange hieß es, es sollte ein Hund werden. Ich war mir klar darüber, dass es dann recht schnell „mein“ Hund werden würde. Auch wenn ich mir über die pädagogischen Vorzüge von Hunden durchaus bewusst bin, war es aber definitiv nicht mein favorisiertes Haustier. Mutig ließ ich mich aber auf ein Experiment ein: Für ein paar Tage hatten wir den Hund von Freunden zu Besuch. Eigentlich ein wunderbares Tier, und was mich am meisten begeisterte, die Hündin war sehr gut aufs Laufen und Joggen konditioniert. Denn schnell ließ die Begeisterung von Maxim und Nadeschda nach, mit dem Hund spazieren zu gehen („Och nee, Mama, ich war doch schon einmal mit…“), so dass ich meist mit meiner wunderbaren Laufgefährtin alleine imm bald unterwegs war. Die Entscheidung, dass wir wohl dann doch keinen Hund bei uns aufnehmen würden, traf meine Tochter. Als sie zum dritten Mal das große Geschäft der Hündin aufsammeln musste, schaute sie mich mit ekelverzogenem Gesicht an und sagte: „Ach, Mama, ich glaube, dann sind Hasen besser.“ So ziehen nun in ein paar Wochen drei Kaninchen bei uns ein. Was besonders schön ist, sie sind von dem Bauernhof, auf dem wir ein paar Mal im Jahr wunderbare Wochenenden mit anderen Adoptivfamilien verbringen. Mit Freude erfüllt mich vor allem, mit welcher Akribie und mit wie viel Engagement beide Kinder die Ankunft der Kaninchen planen und vorbereiten. Sie scheinen beide deutlich besser vorbereitet zu sein als ich. Aber das ist auch gut so, denn Maxim und Nadeschda sollen sich um die Kaninchen kümmern und nicht ich.
  2. Mein Buch schreitet voran. Das ist gerade mühselig und mein Mentor war gerade nicht so zufrieden. Aber ich trage seine Kritik mit Fassung, auch wenn dieser diese fehlte. Aber es hat für mich etwas den Druck herausgenommen. Noch habe ich Zeit und es wird mir auch gelingen, die letzten Seiten noch zu schreiben, wenn ich voll und ganz in meine Lehreraufgabe einsteige. Gerade übe ich mich in Gelassenheit. Und das ist gut so.
  3. Am Freitag war ich mit den Kindern einkaufen. Ganz langweilig, den allwöchentlichen Wochenendeinkauf und dann auch noch auf in den Baumarkt für eine neue Steckdose und Umzugskisten (für meine Sachen für die Schule). Am Ende sind wir aus dem Baumarkt mit ein paar Pflanzen für den Garten (Die Hitze hat dann doch Schwund produziert.), zwei Umzugskisten und einer neuen Türklinke für das Bauhaus der Kinder heraus marschiert. Auf uns zurück blickte eine begeisterte Kassiererin, die voller Bewunderung über meine Kinder war, die so tatkräftig mitgeholfen hatten. Im Supermarkt zuvor war es ähnlich, nur dass diese Kassiererin eher irritiert war, dass meine Kinder alleine loszogen, die Wassermelone nachzuwiegen, was wir vorher in der Obstabteilung vergessen hatten. Nichtsdestotrotz, ich war voll stolz über meine Kinder, die so umsichtig und mitdenkend mitgeholfen haben.

Habt einen wunderbaren Sonntag und kommt gut in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (150)

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Photo by Marc Spiske on unsplash.com

Heile und wohlbehalten sind wir aus unserem USA-Urlaub zurückgekehrt. Noch leiden wir etwas unter der Zeitumstellung und die Rückkehr in einen „normalen“ Alltag fällt noch schwer. Hinzukam natürlich die Hitze, die uns hier heiß erwischte und die jegliche Aktivitäten extrem verlangsamte. Doch damit hat es nun zum Glück erst einmal vorerst ein Ende, und ich hoffe, dass sich nun in den kommenden Tagen etwas Normalität und Routine wieder einstellt. – Es ist schon ungewöhnlich, dass meine Kinder im Moment bis neun Uhr morgens oder länger schlafen und abends sich nicht immer so schnell ein Ende finden lässt. – Um so mehr bin ich an diesem Sonntag Morgen, an dem noch alle anderen Familienmitglieder friedlich schlafen, für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Für einen großartigen Urlaub mit vielen schönen Erlebnissen, für mich ein Kennenlernen und Entdecken eines neuen Teils meiner zweiten Heimat – denn so weit im Nordosten der USA war ich noch nicht gewesen. Es war schön und spannend zugleich, wie anders Maine wieder ist. Vor allem, wenn man sich weg der wenigen touristischen Zentren begibt. Da wird es dann sehr ursprünglich und fokussiert auf das Wesentliche. Umweltschutz zum Beispiel ist auch dort schon angekommen. Da gibt es auf einmal in jedem kleinen Dorf einen Supermarkt, in dem man seine Plastikflaschen wieder auffüllen kann mit Waschmittel, Seife, etc., wo man seine eigenen Boxen mitbringt, um Müsli, Mehl oder Zucker abzufüllen. Das hat mich zuversichtlich gemacht. Denn an allen anderen Orten wurde mir fast schlecht im Anblick und des Zwanges so viel Plastik zu verwenden. Wie oft dachte ich dann mit Wehmut an das Plastik-Projekt meines Sohnes in der Schule.
  2. Ich bin dankbar für die Zeit mit meiner „Mom“ – meiner amerikanischen Gastmutter. Auch wenn wir nicht viele tiefgehende Gespräche hatten, so tat es einfach gut, um sie herum zu sein, Zeit mit ihr zu verbringen. Großartig ist im Moment, dass sie in diesem Urlaub ihr Smartphone für sich entdeckt hat, und wir uns nun täglich Kurznachrichten schicken. Das bringt sie irgendwie noch einmal wieder näher. Mehr in den Alltag. Ebenso bemerkenswert ist die Begebenheit, dass Maxim irgendwann in diesem Urlaub fragte: „Mama, warum rufst Du sie immer „Mom“?“ Ich antwortete ihm, dass sie für mich wie eine Mutter ist und ihm noch einmal unsere Geschichte erklärte. Woraufhin mein Sohn begonnen hat, mich nun hin und wieder „Mom“ zu rufen.
  3. In einem kleinen, aber um so wundervolleren Buchladen in Maine habe ich „Achtung Baby“ von Sara Zaske entdeckt und gekauft. Der Untertitel verrät, um was es geht: „An American mom on the German art of raising self-reliant children“. Mmmh, ich bin gespannt. Ich habe es auf dem Rückflug angefangen zu lesen, und werde Euch sicherlich berichten. Denn der Blick von Außen ist aus meinen Augen äußerst spannend. Ich war überrascht und gleichzeitig dankbar für dieses Buch in Anbetracht all der Helikopter-Eltern-Diskussionen in unserem Land.

Habt einen erholsamen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (147)

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Photo by Aleksandr Eremin on unsplash.com

Die erste Ferienwoche liegt hinter uns. Nachdem sie überraschend harmonisch begann, und Maxim und Nadeschda (fast) ungewöhnlich friedlich und harmonisch bei Stimmung waren, zog dann doch wieder – hoffentlich nur vorübergehend – die Wut bei uns ein. Es war ja eigentlich abzusehen. Die Ferien bedeuten zwar auf der einen Seite eine große Verschnaufpause, doch auf der anderen Seite heißen sie nicht nur akut im Sinne von „Jetzt ist mal alles ein wenig anders“ Veränderung, auch wenn wir versuchen Routine und Struktur aufrechtzuerhalten, sondern genauso spüren die Kinder, und hier vor allem Nadeschda, dass auch nach den Ferien uns neue Veränderungen erwarten werden.  Ein neues Schuljahr, neue Dinge zu lernen in der Schule, und vielleicht auch, dass ich dann mit einer nahezu vollen Stelle an der Schule anfange zu arbeiten. Wohlmöglich ist letzteres noch ein wenig weit weg für die Kinder. Wahrscheinlich ist es in dieser Woche eher die Aufregung um unseren bevorstehenden Urlaub gewesen. Und die Ungewissheit, wie dort alles dann so wird. Neben der Tatsache, dass tatsächlich einfach die Umstellung in den Ferienmodus nicht so reibungslos von statten geht. So wachte Nadeschda in dieser Woche morgens auf und war der festen Überzeugung, dass sie in die Schule gehen muss… Um so mehr bin ich also für diese drei Sonntagslieblinge heute morgen dankbar:

  1. Struktur und Routine zahlen sich wirklich aus. Und manchmal muss man dann auch die vermeintlich „alte“ Struktur des Schulalltags aufrechterhalten: Dienstags war immer unser „Übfrei-Tag“, da er voll war mit nachmittäglichen Terminen – Musikunterricht und Therapien -. Nun hatten wir auch an diesem Dienstag nachmittags Termine, aber dazwischen wäre Zeit gewesen, um zu üben. Doch bei der Ankündigung der Übezeit argumentierten beide Kinder so überzeugend, dass ja Dienstag wäre und später noch – wie immer – die Therapietermine – und da gäbe es ja eigentlich keine Übezeit. In Gedanken an Rhythmus, Rituale und Gewohnheiten habe ich dann dem Wunsch der Kinder nachgegeben. Wir haben nicht geübt und für die Schule gearbeitet, sondern sie haben im Garten gespielt und ich habe ihnen bei einer Tasse Kaffee dabei zugesehen….Manchmal tut es auch gut, den Dingen seinen Lauf zu lassen.
  2. Nachdem am Montag erst einmal Alltagsorganisation über mich hereinbrach, habe ich mich an den anderen Tagen entschieden, nicht mein Buch weiter zu schreiben, sondern mich dem emotional dringlicheren Thema der Unterrichtsvorbereitung zu widmen. Ich werde in unseren Urlaub noch ein paar Bücher für mein eigenes Buch mitnehmen und es danach mit frischem Kopf zu Ende schreiben. Und die Unterrichtsvorbereitung nun bis zu den Herbstferien quasi vorerst abgeschlossen zu haben, ist ein beruhigendes Gefühl.
  3. Auch für unseren Urlaub sind nahezu alle Vorbereitungen getroffen. Ich muss jetzt nur noch die rausgelegten Kleidungsstücke und Dinge, die wir sonst noch so mitnehmen müssen, in die Koffer packen und dann darf es morgen losgehen. Auch dafür bin ich dankbar, dass wir wieder einmal einen unglaublichen Urlaub in den USA verbringen dürfen, in einem Jahr, in dem sich mein erster Aufbruch in die USA zum 30. Mal jährt.

Habt einen wunderbaren Sonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche!

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Adoptivkinder heilsam durch den Sommer bringen….(reloaded)

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Photo by Vanessa Bumbeers on unsplash.com

Nun haben sie begonnen, die langersehnten Sommerferien. Ruhe, kein Zeitdruck, weniger Termine und Verpflichtungen. Bevor wir in den Urlaub fahren, haben wir noch etwas Zeit Zuhause. Langsam können wir uns runterfahren vom vollen und manchmal turbulenten Alltag des vergangenen Schuljahres. Und dennoch gilt es auch wieder die richtige Balance zwischen Struktur und Routine auf der einen Seite und Freiräumen auf der anderen Seite zu finden. Ein gesundes Maß für einen heilsamen Rhythmus in den Ferien aufzubauen. Dabei denke ich an meinen Beitrag aus dem vergangenen Sommer zurück, in dem ich bereits schon einmal über die wirkungsvollen Tipps geschrieben habe, wie es gelingen kann, Adoptivkinder heilsam durch den Sommer zu bringen. Noch heute gelten sie für uns:

  1. Wir versuchen Struktur und Routine in weiten Teilen aufrechterhalten. Maxim und Nadeschda stehen zwar morgens ein wenig später auf als zu Schulzeiten, aber sie schlafen auch nicht bis in die Puppen. Abends gehen sie nach wie vor zeitig ins Bett.  Ja, vielleicht darf Maxim abends noch ein wenig lesen. Länger als zu Schulzeiten, aber auch nicht bis spät in die Nacht. Tagsüber muss ich – mit Ausnahme unseres Urlaubs – arbeiten. Zuhause. Mein Buch weiterschreiben, meinen Unterricht vorbereiten. Die Kinderfrau kommt, wieder in gleichbleibenden regelmäßigen Dosen. Genauso üben wir wieder jeden Tag über eine gewisse Zeitspanne. All das gibt Halt und Struktur.
  2. Bei allem was wir tun, bemühen wir uns noch einmal mehr als im vergangenen Sommer um kleine maßvollen Dosen von Aktivitäten. In den vergangenen Monaten haben wir noch einmal bewusst erfahren, dass vor allem Maxim kein Maß hat. So wie alle äußeren Eindrücke ungebremst in sein Inneres hereindrängen, so hat er nach wie vor kein gesundes Maß für die Dauer von Aktivitäten, für die Mengen an Essen, für eine gesunde Dosis zu lesen oder anderes zu tun. Körperliche Signale ignoriert er. Nach wie vor muss ich ihm Einhalt gebieten, ihn kontrollieren, damit er es egal in dem was er tut nicht übertreibt. Und so versuche ich unsere Tage so zu strukturieren, dass auch alle Aktivitäten ein gesundes Maß haben und nicht übertrieben werden. Das ist manchmal verdammt schwer, wachsam zu sein und wahrzunehmen, wann das Maß vor allem bei ihm wieder voll ist. Aber am Ende macht es uns das Leben leichter, denn Ferien und viel Zeit zusammen können wir nur genießen, wenn wir alle ausgeglichen und in der Balance sind.
  3. Ich diszipliniere mich und halte trotz der heißen sommerlichen Temperaturen die regelmäßigen Mahlzeiten Zuhause ein. Ja, meistens wird es Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu den gleichen Zeiten geben. Das schützt gleichzeitig vor zu viel Zwischendrin essen und vor allem auch vor zu viel Zuckerkonsum.
  4. Elektronische Medien haben bei uns auch wie vor nur in sehr geringem Maße Einzug gehalten. Und das wird auch so bleiben. Insofern stehen aktive Aktivitäten weiter im Vordergrund. Der große Pool, den wir im Garten haben,  trägt da sein übriges dazu bei. Nicht zuletzt auch, dass Nadeschda nun wirklich mit dem kOpf aus dem Wasser schwimmen kann.
  5. Ich selbst übe mich in Selbstfürsorge, suche auch Inseln für mich, um dann in der entsprechenden Verfassung zu sein, achtsam und gelassen auf meine Kinder eingehen zu können, wenn es ihnen nicht so gut geht. In diesem Jahr scheint es aber, als hätten sie selbst seit dem vergangenen Sommer sich in mehr Selbstfürsorge geübt. Die emotionalen Stimmungsschwankungen bleiben bisher aus, zumindest in einem eskalierenden Stadium. Denn schon vorher merken Maxim und Nadeschda, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen. Dann gehen sie lieber in ihre Zimmer und verharren dort für eine Weile, bevor die Emotionen überkochen.

Es bleibt mir zu Beginn der Ferien zu hoffen, dass sich diese Aspekte genauso wieder in diesen Ferien auszahlen wie sie sich in den vergangenen großen Ferien gelohnt und bewährt haben.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (146)

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Photo by Viko Mozara on unsplash.com

Endlich Ferien! Wir haben es geschafft für dieses Schuljahr! Auch wenn das nächste schon seine Schatten vorauswirft. Aber nun sind erst einmal Ferien. Sechs Wochen durchatmen, runterkommen, Routine aufrechterhalten und dennoch Luft zum Atmen schaffen. Mal sehen wie uns das gelingt. In der kommende Woche sind wir erst einmal Zuhause, ohne Programm. Ich habe davon Abstand genommen in den vergangenen Jahren, die Kinder gleich in irgendwelche Freizeitaktivitäten und Kinderbetreuungsangebote zu schicken. Nadeschda würde das ohnehin nicht wollen. Bei Maxim werde ich ab morgen zwei bis drei Tage das Programm „Mir ist so langweilig.“ aushalten müssen. Aber immer nur für zehn Minuten. Spätestens dann hat er etwas gefunden, womit er sich begeistert beschäftigen kann. Insofern schaue ich gespannt auf die kommende Woche und bin heute erst einmal dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Es war eine sehr dichte und volle letzte Schulwoche. Und das unter harten klimatischen Bedingungen. Und doch haben wir alles gut im Sinne von allen überstanden. Die Theaterproduktion war ein voller Erfolg, in der ich aber auch gelernt habe, mich nur gezielt einzubringen und dabei die Bedürfnisse meiner Kinder nicht aufs Spiel zusetzen. Grenzen ziehen, meine Aufgaben entschlacken und entrümpeln, Verantwortung delegieren und abgeben, das werden Themen sein, die mich nun auch durch die Ferien begleiten werden. Aber ich bin dankbar für die Erfahrungen aus der vergangenen Woche, dass das an vielen Stellen auch funktioniert.
  2. Ich bin froh, dass nun sechs Wochen ohne Schulprogramm auf uns warten. Vor allem auf sechs Wochen ohne die emotionalen Belastungen aus der Schule. Gerade die vergangenen Wochen des Schuljahres haben vor allem Nadeschda gebeutelt und belastet. Auch bei Maxim lief nicht immer alles reibungslos. Allein der Schimpfwortpegel war dramatisch erhöht und hat allein in den vergangenen zwei Tagen genauso wieder um ein erstaunliches Maß abgenommen. Das lässt mich hoffen und freuen auf ein paar Wochen in denen wir durchatmen und Kraft tanken können.
  3. Beide Kinder haben beruhigende Zeugnisse mit nach Hause gebracht. Aus schulischer Sicht scheinen beide auf einem guten Weg zu sein. Selbst wenn ich dies vorher schon geahnt hatte, so tut eine schriftliche Bestätigung doch auch gut. Nun gilt es, dies im kommenden Schuljahr beizubehalten, und beide Kinder in den Ferien weiter so zu stärken, dass sie in der Schule noch besser auf ihre inneren Ressourcen zurückgreifen können.

Kommt noch gut durch diesen Hitze geplagten Sonntag und startet wohlbehalten und gut in eine neue Woche.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (145)

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Photo by Marissa Price on unsplash.com

Wenn ich an einem Sonntagmorgen am Rechner sitze und erst einmal überlegen muss, was am Anfang der Woche, also am Montag passiert ist, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass wieder einmal viel los war. Diesmal war es aber weniger das Arbeiten und der Alltag. Wir waren ja wieder mit einem Feiertag und damit einer „kurzen“ Woche beschenkt. Vielmehr war unser soziales Leben einmal wieder intensiv. Und das war schön, wenn auch an manchen Stellen aufregend. So kehrt jetzt an diesem Sonntag hoffentlich noch etwas Ruhe ein, wirkliche Ruhe und keine abwartende, so wie gestern. Aber da wäre ich schon bei meinen drei Sonntagslieblingen, die diesmal diese wären:

  1. Die Lieblingsfreundin mit dem Lieblingshaus in den Bergen war mit ihrer Familie über das lange Wochenende zu Besuch. Was friedlich und entspannt begann mit glücklichen, spielenden Kindern und uns großen Mädchen, die die Zeit zum Erzählen nutzten, endete gestern in einem kurzen Krankenhausaufenthalt. Die Kinder tobten im Garten. Erst verletzte sich das eine Kind an einer eisernen Statue, die wir seit Jahrzehnten bald im Garten stehen haben. Als Maxim und Nadeschda kamen, dachten wir damals, wir müssen diesen Vogel wegräumen, das ist zu gefährlich, wenn da mal ein Kind dagegen rennt. Irgendwie räumten wir ihn dann doch nie weg, und nie ist etwas passiert. Bei keinem Gartenspiel, bei keinem Kindergeburtstag mit noch so vielen Kindern. Doch am Freitag erwischte es dann ein Kind. Das gab einen martialisch anmutenden Kratzer über den gesamten Bauch.  Das war schmerzhaft. Doch wurde das schnell vergessen, als das zweite Kind im Eifer des Gefechtes gegen eine Gartenstuhl rannte, fiel und zunächst weinend Aufwand mit „Aua, mein Knie.“ Doch dann schoß auch schon das Blut aus einer Platzwunde am Kopf. Nicht groß, wie sich nach dem vorsichtigen Reinigen zeigte. Zunächst war alles schnell wieder gut. Doch am nächsten Morgen klagte das Kind über Erbrechen und war gar nicht gut bei einander. Wir sind dann doch ins Krankenhaus gefahren und meine liebe Freundin verbrachte den Tag in der Notaufnahme. Abends konnte ich sie zum Glück mit Entwarnung wieder abholen und statt einer Nacht in einem Drei-Bett-Zimmer verbrachten wir einen ruhigen Abend zusammen. Ich bin dankbar, dass dem kleinen Kind nichts wirklich ernsthaftes passiert ist und wir alle mit einem Schrecken davon gekommen sind. – Da wir den Tag anders geplant hatten, kam damit einen unerwartete Ruhe Zuhause, aber es war ebene eine abwartende. Was passiert jetzt im Krankenhaus? Wie geht es weiter? Und, und, und…. Deshalb freue ich mich heute vielleicht auf eine wirkliche Ruhe.
  2. Wenn ich zurück an Montag denke, so war ich dankbar für einen freien Nachmittag. Maxim hatte sich in der vergangenen Woche den Ellbogen geprellt. Nach einem Arztbesuch in der schon vergangenen Woche stellte sich heraus, dass es nicht wirklich schlimm und besorgniserregend war, aber er durfte in dieser Woche keinen Sport machen. Somit fielen ein paar Nachmittagsaktivitäten aus, was uns unverhoffte Zeit Zuhause bescherte. Das war einfach schön und schärfe die Vorfreude auf die Sommerferien mit viel ungeplanter Zeit Zuhause.
  3. Manchmal muss man nur mal ein wenig abwarten und die Dinge laufen lassen. In der Schule hatten mir zwei Kolleginnen noch einmal ins Gewissen geredet, ob ich mich nicht ein wenig mit meinen Stunden im kommenden Jahr übernehme. Ich hatte das mitgenommen, um Zuhause darüber nachzudenken. Das tat ich, aber mehr bisher nicht. Vorgestern riefen mich dann die Stundenplaner an, nachdem sie festgestellt hatten, dass meine Klasse mit den neuen und veränderten Themen, die jetzt zusätzlich in den Stundenplan kommen, viel zu viele Stunden haben. Sie wollten von mir hören, was man streichen könnte. Und siehe da, so war ich dann wieder zwei Stunden los. Ganz ohne eine große Welle….

Habt einen großartigen und sonnigen Sonntag und startet wohlbehalten in die neue Woche!