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Was brauchen Familien wirklich? – Blogparade

Wecker auf Schreibtisch, Bücher im Hintergrund, Breitbild

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Fast hatte ich es geahnt, dass es keine gute Idee ist, mit einem Beitrag zu Sunnybees Blogparade so lange zu warten. Der Arbeitsalltag vor den Ferien an der Schule mit einer neuen Theaterproduktion hat mich etwas überrollt. Aber nun gut. So ist es nun einmal. 

Auf der anderen Seite hatte ich nun genug Zeit nachzudenken, mich ein wenig zu sortieren. Denn nach Sunnybees Beitrag sind mir so viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Als erstes kam mir da mehr Zeit, die ich mir für Familien für ihre Kinder wünsche. Egal wo ich bin, höre ich immer wieder: „Ich wünsche mir mehr Zeit. Mehr Zeit für mich, für meine Kinder.“ Zweitens fällt man als Frau und Mutter natürlich immer wieder in die „Falle“ der Gleichberechtigung. Auch mich bewegt das immer einmal wieder. Denn auch wir leben Zuhause nicht die „Gleichberechtigung“. Wir folgen eher dem Credo, wer am meisten verdient, bestimmt, und die anderen haben zu folgen. Aber seitdem ich mir noch einmal klar gemacht habe, dass mein Mann auch nur so erfolgreich arbeiten kann, weil ich ihm mit allem den Rücken freihalte, und ich im Grunde die „Hauptverdienerin“ in unserer Familie bin, habe ich damit zumindest für mich und mein Leben für eine Weile Frieden geschlossen. Und drittens ist dann da die ganze so wichtige Diskussion um Fürsorgearbeit und deren Anerkennung, in der Claire von mamastreikt so wunderbare Dienste tut. Hier ist ein Umdenken in unserer Gesellschaft so zwingend notwendig. Nicht nur damit die Generation unserer Eltern gut versorgt ist, sondern vor allem auch damit unserer Kinder ein Zuhause haben, in dem sie sich gesund entwicklen können. 

Das ist mein eigentliches Anliegen. Wie Ihr wisst beschäftige ich mich zwangsläufig immer wieder damit, wie es gelingen kann, Kinder, und vor allem meine Kinder gesund und heilend aufwachsen zu lassen. Dabei geht es auch um die gesunde Balance zwischen Beruf und Muttersein. Entgegen aller Überlegungen werde ich nun zum Sommer noch einmal meine Stelle an der Schule erweitern und eine eigene Klasse übernehmen. Ich bin bemüht, dass wir das gut hinbekommen. Und ich hoffe sehr, dass es funktioniert. Gerade in den vergangenen Woche schaue ich daher immer wieder darauf, was uns gut tut und was nicht. 

Aber das ist nicht das Eigentliche, was ich mir heute für Familien wünsche . Erschütternd und zum Denken erneut angeregt hat mich ein Buch, dass ich im Rahmen meines eigenen Forschungsprojektes angefangen habe zu lesen, in dem der Autor an vielen Stellen sehr eindrücklich schildert, dass es im Grunde immer mehr traumatisierte Kinder, oder konkreter beziehungstraumatisierte Kinder in unserer Gesellschaft gibt, weil die Rahmenbedingungen einfach nicht mehr gegeben sind, in denen Kinder auch mit zwei Eltern gesund aufwachsen können. Zu sehr in den Zwängen unserer Leistungsgesellschaft gefangen und oft auch aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten heraus stehen Eltern ihren Kindern nicht mehr so zur Verfügung wie sie es vielleicht brauchen. Und die Welt, in der unsere Kinder aufwachsen, ist längst auch schon keine heile mehr. Die Anforderungen an die Kinder sind schon viel zu früh viel zu groß für sie. Kind sein ist nicht mehr erlaubt, vielmehr werden sie oft in jeglicher Hinsicht schon zu führ zu kleinen Erwachsenen. 

Bei vielen Kindern mag das gut gehen, bei immer mehr aber nicht mehr. Dann fallen sie auf. Meist zuerst in der Schule. Plötzlich werden Kinder zu Problemen, die den Unterricht sprengen, die Klassenkameraden bedrohen, die die Lehrkräfte beschimpfen, die ausbrechen wollen aus dem stark reglementierten und einengenden Alltag. Hilfe bekommen sie, wenn überhaupt zu spät. Denn selbst wenn Eltern sehen, dass ihre Kinder Hilfe brauchen, die über ein sorgendes und fürsorgliches Zuhause hinausgehen, dann ist diese Hilfe in so vielen Fällen so schwer zu bekommen. Nicht nur, dass das Angebot von guten Therapeuten klein ist, einen Platz zu bekommen ist noch einmal schwieriger, von finanzieller Unterstützung hierfür ganz zu schweigen. Durch ewige Mühlen der Bürokratie mit unzähligen Hürden muss eine Familie durch, um die Unterstützung zu bekommen, die ihr Kind vielleicht braucht. Oft dauert dies Prozess Monate. Ob es dann die Hilfe ist, die wirklich zum Kind passt und es heilen lässt, ist fraglich. Zu oft – wenn die Situation in der Schule nicht mehr tragbar ist – wird der Weg über eine „Notfalldiagnostik“ gegangen. Die Kinder werden in eine Klinik eingewiesen, in denen sie zwar – manchmal über Monate – eine akute therapeutische Hilfe bekommen. Doch wirklich beginnen zu heilen und zu wachsen können sie nicht. Oft folgt eine Odyssee von Klinikaufenthalten, an deren Ende oft eine gebrochene Kinderseele steht. 

Wenn denn schon unsere Gesellschaft so ist, wie sie ist, und das Leben von Leistung und Druck dominiert ist, in dem unserer Kinder selten einen guten Platz haben, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass der Zugang zu Hilfe für diese Kinder einfacher ist. Dass es auch Familien, die nicht über die finanziellen Freiräume verfügen, einfach und unkompliziert therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können, vielleicht sogar für sich selbst auch. (Denn oft sind Beziehungstraumatisierungen verursacht durch ein generationsmäßiges Übertragen von Traumata aus der Kindheit der Eltern.) Ich wünsche mir weniger Hemmschwellen, Hilfe und Unterstützung zu bekommen, nicht nur weniger bürokratische Hemmschwellen, sondern vor allem auch gesellschaftliche und emotionale. Es ist nicht schlimm, wenn ein Kind in der Schule verhaltensauffällig wird. Es ist nur seine Form des Schreis nach Hilfe, nach Beachtung und Wahrnehmung. Schlimm ist, wenn dieses Kind vielleicht gehört wird, ihm aber die Hilfe, die es braucht, verwehrt wird. Das darf nicht sein. Und ich wünsche mir, dass sich genau das ändert. 

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Gedanken zum Muttertag: Mütter sind im Grunde die „Hauptverdiener“…vor allem von mehr gesellschaftlicher Anerkennung…

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Rochelle Brown on unsplash.com

Neulich betrachtete ich kritisch unser Familienmodell der klassischen Rollenaufteilung: Mein Mann ist der Hauptverdiener, in dem Sinne, dass er deutlich mehr und damit mehr als den Löwenanteil des Geldes mit nach Hause bringt, und uns damit ein durchaus sehr komfortables Leben ermöglicht. Ich darf sozusagen zum Spass arbeiten und übernehme die gesamte Familienarbeit und Fürsorgearbeit für unsere Kinder.

Nun entwickelt sich aber die Konstellation so bei uns zuhause, dass ich zunehmend mehr arbeite (natürlich längst nicht für so viel Geld wie mein Mann!) und dennoch die Familienarbeit und Fürsorgearbeit allein auf meinen Schultern lastet. Meistens sieht das auch mein Mann. Aber zunehmend ärgert mich, wie wenig diese Arbeit in unserer Gesellschaft, die Mütter Zuhause leisten, egal ob und in welchem Umfang sie berufstätig sind, gesehen und wahrgenommen wird. – Als ich zum Beispiel diesen unglücklichen Frauenarzt fragte, wie lange ich nach der OP denn ausfalle, sagte er doch glatt: „Ich kann Sie für die Schule drei Tage krankschreiben. Und für ihre Kinder und so können Sie schon abends wieder da sein.“ – Genauso wie die weitergehende Pflege und Versorgung von pflegebedürftigen Eltern und Angehörigen, die genauso wenig wahrgenommen wird. Nicht umsonst kämpfen Frauen rund um Claire von mamastreikt so vehement um mehr Anerkennung der Fürsorgearbeit. Nicht nur, dass es darum geht, dass Fürsorgearbeit anerkannt und gesehen werden soll, denn ohne sie bricht unser ganzes System zusammen. Nein, vielmehr geht es ganz richtigerweise darum, dass diese Fürsorgearbeit in irgendeiner Form adäquat vergütet werden muss. 

Wenn ich mir dann noch vergegenwärtige, dass mein Mann auch nur so viel und erfolgreich arbeiten kann, weil ich ihm Zuhause alles abnehme – eben nicht nur die lästige Familienarbeit und die so essentielle Fürsorge für unsere Kinder, sondern auch all die Kleinigkeiten, die in einem Haus anfallen -, dann nehme ich schon lange für mich in Anspruch, dass bestimmt ein Drittel (wenn nicht sogar die Hälfte) seines Gehalts mit auf mein Konto geht. In dem Sinne „Seine Karriere ist meine Karriere“.…Fiktiv. Nicht in dem Sinne, dass ich es tatsächlich haben will. Nein. Es geht hier ja um Anerkennung. Und wenn es in unserer Gesellschaft leider oft noch so ist, dass sich die Anerkennung der Arbeit nach unserem Gehaltsscheck bemisst, dann nehme ich mal mindestens die Hälfte seines Gehalts für mich in Anspruch. Denn würde ich all dies nicht noch zuhause tun und mehr auf seine Schultern verlagern, könnte er bei Weitem nicht so arbeiten, wie er es tut. – Über die Ungerechtigkeit, dass ich wahrscheinlich in seinem Job nicht annähernd so viel verdienen würde wie er, weil ich eben eine Frau bin, wollen wir gar nicht reden…

Nehme ich dann noch das dazu, was in der allgemeinen Diskussion gefordert wird, wie Fürsorgearbeit Zuhause vergütet werden sollte und mein eigenes tatsächliches Gehalt, dann kann ich in Summe durchaus für mich proklamieren, dass ich der Hauptverdiener in dieser Familie bin. Ich schreibe dies nicht, um mich über meinen Mann zu erheben. Mir geht es vielmehr darum, dass arbeitende Mütter mit deutlich mehr Selbstbewusstsein auftreten könnten und sollten. Denn sie stemmen die Hauptlast der Familienarbeit und der Fürsorgearbeit und sind darüber hinaus noch berufstätig. Ihnen steht zumindest ideell der Hauptverdienst in der Familie zu. Wenn nicht monetär, dann ideell. Ist es nicht an der Zeit, uns Müttern mit etwas mehr  Wertschätzung gegenüber zutreten? Nicht nur am Muttertag. Oder um mit den Worten meines Mannes zu schließen: „Wir feiern den Muttertag nicht, denn für mich ist jeden Tag Muttertag!“

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Von der Gestaltungsmacht über das eigene Leben

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Photo by Alice Achterhof on unsplash.com 

Oft fühlte ich mich in den vergangenen Wochen von unserem Alltag mit Schule, Arbeiten, Arzt- und Therapieterminen überrollt und zuweilen zu sehr eingenommen. Häufig blieb mir zu wenig Zeit für die Dinge, die ich wirklich tun wollte, oder mich mit den Themen zu beschäftigen, die mir wichtig sind und am Herzen liegen. Doch dann erinnerte ich mich wieder an die Gestaltungsmacht über mein eigenes Leben:

Schaut man Kindern beim Spielen zu, erleben wir häufig einen unermesslichen Schatz an Ideen, Phantasie und Vorstellungen gepaart mit dem unumstößlichen Glauben, wirklich alles im Leben zu erreichen. Da werden Verbrecher gejagt, da wird der Pferdestall immer größer, Reitturniere werden gewonnen. Man ist König über ein unendlich großes Königreich und alle Untertanen tun, was man will. „Mama, wenn ich groß bin, dann fahre ich einen Sportwagen und einen Traktor.“ oder „Mama, ich werde Tierärztin, dann habe ich auch einen großen Reiterhof mit vielen Pferden und kann sie alle gut versorgen.“ Oder einfach: „Ich bin so stark! Ich bin so groß! Ich kann werden, was ich will.“ mag man (hoffentlich) oft aus einem Kinderzimmer hören. Noch ist das Spiel wenig getrübt von den Realitäten und Zwängen eines Alltags. Einzig der Glaube an die Gestaltungsmacht über das eigene Leben ist präsent.

Doch irgendwann wendet sich das Blatt. Zunächst haben einen die selbst gewählten Verantwortlichkeiten des Lebens mit Job, Familiengründung und Kindererziehung – die vermeidlichen Träume eines erfüllten Lebens – fest im Griff. Diese Zwänge nehmen dann irgendwann wieder ab. Das Haus ist abbezahlt, die Kinder werden groß. Dann nimmt man immer wieder mehr an den Stammtischen oder auch in vertrauten Wohnzimmerrunden Aussagen wahr wie: „Ach, wäre ich nur 10 Jahre jünger, dann würde ich noch einmal…“, „Ach, nee, dafür bin ich nun wirklich zu alt.“, „Ach, als ich jung war, hatte ich so viele Träume. Und was ist nun daraus geworden?“ Irgendwann im Leben gibt es einen Punkt, an dem wir die Gestaltungsmacht über unser Leben abgeben. Die Sachzwänge des Alltags haben uns fest im Griff. Da bleibt kein Raum mehr für Träume, für neue Ideen. Wir laufen in unserem Hamsterrad. Die Arbeit, der Job müssen gut laufen, das Haus muss abbezahlt und in Schuss gehalten werden, die Kinder müssen versorgt sein, sie müssen groß gezogen werden, damit sie hoffentlich gut auf eigenen Beinen stehen. Jahr um Jahr geht ins Land. Aber die Träume oder die Gestaltungsmöglichkeiten werden vergessen. Muss das so sein?

Nein. Denn wir vergessen, dass wir die Gestaltungsmacht für unser Leben haben. Alles, was wir tun, tun wir aus freien Stücken. Auch unsere Träume nicht weiter zu verfolgen. Oder sie dann doch wieder zu verfolgen und uns die Gestaltungshoheit in unserem Leben zu bewahren? Eine Freundin von mir entdeckte auf einmal in der Mitte ihres Lebens ihre Leidenschaft für den Sport und das Laufen. Sie erinnerte sich an das Bild, das sie einmal als Studentin vor fast dreißig Jahren in New York hatte: Einmal beim New York-Marathon über die Brooklyn-Bridge laufen. Und sie begann zu laufen und zu laufen und zu laufen. Erst Halbmarathons, dann auch einmal einen ganzen. Im vergangenen Jahr wurde sie 50 und für das kommende Jahr sind die Flüge schon nach New York gebucht. Sie wird ihn laufen, ihren Traum vom New-York Marathon.

Mit der Ankunft unserer Kinder begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Mit vielen Hürden und Herausforderungen. Doch die Entwicklung meiner Kinder so zu begleiten, dass sie irgendwann selbstständig im Leben stehen können, eröffnete mir neue Horizonte. So öffnete ich mich für neue Perspektiven und Ideen. Und so taten sich nach einer Weile auch neue Tore auf für eine berufliche Zukunft. Mittlerweile habe ich eine Aufgabe außerhalb der Familie, die zu meiner Verantwortung als Mutter passt. Es ist kein Jugendtraum, der sich nun verwirklicht, aber ich habe eine Aufgabe gefunden, die mich erfüllt. Denn ich habe meine Gestaltungsmacht über mein Leben nicht abgegeben, sondern sie behalten. Dass der Alltag funktioniert, bedarf nun noch ein wenig Kreativität.

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„Rollentausch – Wenn die Eltern pflegebedürftig werden“ – Mein Interview auf mamastreikt

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Photo by Jorge Lopez on unsplash.com

Vor einiger Zeit habe ich ein langes und intensives Gespräch mit der wunderbaren Claire von mamastreikt, die sich so tapfer und hartnäckig für die Anerkennung von Care-Arbeit als Arbeit in unserer Gesellschaft eingesetzt, geführt. Ausführlich ging es um unsere Situation mit zwei bedürftigen Adoptivkindern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Doppel- oder Dreifachbelastung durch die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter. Entstanden ist ein wertvoller Beitrag, in dem Claire uns einmal wieder sehr deutlich vor Augen führt, dass es allerhöchste Zeit ist, in unserer Gesellschaft zu einem Umdenken zu kommen und endlich Fürsorgearbeit mehr wertzuschätzen und überhaupt erst einmal anzuerkennen. Aber lest selbst…

P.S. Claire von mamastreikt schreibt regelmäßig über Care-Arbeit. Schon ihrem Netzprotest #carearbeitmusssichtbarwerden bin ich aufmerksam gefolgt. Doch erst mit der bei mir einziehenden doppelten Care-Arbeit hat das Thema für mich eine neue Brisanz bekommen. Umso mehr möchte ich Euch Claire’s aktuelle Aktion „Care eine Stimme geben“ ans Herz legen.

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Über mangelnde Wertschätzung von Betreuungsarbeit

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Photo by Celia Ortega on unsplash.com

Nadeschda hatte nach den Ferien eine kleine Theatervorführung an der Schule. Als wir auf den Beginn der Vorstellung warteten, wurde ich von mehreren Müttern an unsere Schule mit den Worten begrüßt: „Na, Du Retterin unserer Schule.“ Ich wunderte mich ein wenig. Im Grunde habe ich nichts Weltbewegendes getan. Oder doch?

Im Hort der Schule unserer Kinder ist aufgrund einer längeren Krankheit eine Kraft ausgefallen. Nicht eine, die „nur“ die Kinder beim Spielen betreut, sondern eine Fachkraft, die auch die Hausaufgaben begleitet. Es ist also nicht irgendwer ausgefallen, sondern eine Betreuerin, die eine essentielle Aufgabe neben der Schule wahrnimmt, nämlich mit den Kindern das bei den Hausaufgaben nachzuarbeiten, was Zuhause aus welchen Gründen auch immer – meist mangelnde Zeit – nicht gewährleistet werden kann. Denn beide Eltern sind berufstätig, weil sie das wollen und vor allem auch müssen. Dies ist auch mit ein Grund für so viele Schüler an unserer Schule, da hier einfach eine konstante Betreuung bis 16:00h angeboten wird. Selbst bei „Hitzefrei“, wie gerade in den vergangenen Wochen. Und die Eltern wollen eben auch, dass die Hausaufgaben ordentlich gemacht sind und mit all dem „Schaff“, den Schule eigentlich so mitbringt, nichts zu tun haben.

In den Ferien kam der Hilferuf der Schule, ob ich nicht einspringen könnte. Nun, die komplette Zeit war für mich nicht zu realisieren – ich habe ja noch eine Fürsorgeaufgabe Zuhause – , aber ich habe dann binnen zwei Tagen eine Lösung für die Schule gefunden. Nun teile ich mir den Job mit einer Kollegin aus meiner Ausbildung, der ich den Job angeboten habe. Schon mit der Suche nach einer neuen Betreuungskraft für die Mittelstufe hatte die Schule extreme Schwierigkeiten, und so waren sie natürlich dankbar, dass ich so schnell reagiert habe.

Seitdem treibt mich aber der Gedanke um, warum das eigentlich Alles so schwierig ist. Mit „das Alles“ meine ich: Warum ist es so schwierig, wo doch in unserem Land Betreuung der Kinder vermeidlich so hoch gehalten wird, adäquate Betreuungskräfte zu finden? – Egal in welchem Feld der Betreuung. Denn auch als ich im Frühjahr eine Betreuerin für meine Mutter – also jemanden, der dreimal die Woche mit ihr die Dinge des Alltags erledigt, mit ihr spazieren geht, etc. – gesucht habe, gestaltete sich die Suche ähnlich schwierig. – Nicht das alle minder qualifiziert sind. Nein. Es gibt einfach niemanden!

Mit Blick auf die Schule treibt mich das natürlich gerade mehr um und so will ich auch bei dieser Baustelle bleiben. In den Medien geht wieder die Diskussion um die Erfüllung des Betreuungsangebots und der Kindergartenplätze für alle Kinder ab drei Jahren um. War ja ein Gesetz. Und selbst in den einschlägigen Medien des Hauses der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab es einen Artikel („Wartelistenplatz Nr. 374“ vom 3. 08.2018) , wie sich in den vergangenen Jahren die Arbeitsverhältnisse vor dem Hintergrund der veränderten Betreuungssituation geändert haben, dank des vermeidlich ausgebauten Betreuungsangebots. Waren es 2006 noch 48 Prozent aller Paare, in denen der Mann der Alleinverdiener in der Familie war und 26 Prozent aller Paare, in denen der Mann Vollzeit und die Frau in Teilzeit arbeitete, so verschob sich dies bis  2016 zu 39 Prozent und er erst genannten Gruppe und 34 Prozent in der zweitgenannten Gruppe. Das mag ja alles gut und schön sein, und seit dem 1. August 2018 sind nun in einigen Bundesländern auch die ersten sechs Stunden am Tag der Betreuung in einem Kindergarten kostenlos. Alles wunderbar. Aber was passiert, wenn dann mal die zauberhafte Kindergartenzeit vorbei ist? Dann beginnt der Run auf die wenigen und heiß begehrten Hortplätze. Und wenn Kindergartenplätze gerade in den Großstädten noch nicht ausreichend geschaffen worden sind, wie sieht das dann erst in den Horten aus? Mal ganz abgesehen davon, dass man dort selbst bei einem Ausbau keine Kräfte findet. Und schon gar nicht zu den Gehältern, die dort bezahlt werden. Auch an unserer Schule könnte man über den Ausbau des Hortes nachdenken. Aber wer soll dann den Job machen?

Die Politik sagt, dass immer mehr Frauen wieder in die Erwerbstätigkeit gehen sollen. Das mag ja auch eine gute Idee sein. Aber wenn die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen sind, wie soll das dann funktionieren? Und Voraussetzungen heißt für mich eben nicht nur ordentliche und schöne Kindergartenplätze zu schaffen, wo sich die Kleinen auch wirklich wohl fühlen. – Erst in den vergangenen Tagen habe ich im Radio wieder eine Diskussion gehört, wie man es kleinen Kindern leichter machen kann, sich von der Mutter im Kindergarten zu trennen. Mag ja alles sein. Aber wenn das Kind in dem Kindergarten nun völlig überfordert ist, weil es sich auf einmal mit 18 oder meist mehr Kindern in einem „offenen Konzept“  zurechtfinden soll, dann ist das nicht die Lösung, um Mütter in den Arbeitsmarkt zurückzuschicken. – Ungeachtet dessen, dass es dann mit Eintritt in die Schule vorbei ist mit der Herrlichkeit. Denn dann ist es vorbei mit zwei Wochen kompletter Schließzeit im Jahr, wenn es denn vorher gut lief. Dann stehen je nach Bundesland 14 Wochen Schulferien an, die nur begrenzt durch den Hort abgedeckt werden, wenn es denn einen gibt und wenn man da einen Platz bekommt. Wie soll es dann funktionieren, dass beide Eltern arbeiten und ihr Kind in der Zeit gut betreut ist?

Was es wirklich braucht, sind gute Betreuungskonzepte, wenn die Kinder dann einmal in der Schule sind. Nicht nur gute Betreuungsideen, dass die Kinder sich wohlfühlen, sondern auch gute Konzepte, dass man die Pädagogen findet, die diese Aufgaben mit Schulkindern bewältigen können und wollen. Denn auch hier in der Schule ist es neben dem fachlichen Wissen, um den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen, ganz viel Beziehungspflege, die nötig ist. Das erlebe ich nun jeden Tag. – Natürlich geht mir das Herz auf, wenn ein 3. Klässler vor mir steht und sagt: „Wir haben heute Hausaufgaben auf. Und die will ich unbedingt bei Dir machen.“. Und wenn sie dann da alle sitzen ganz brav und ruhig und mit ihren Texten kämpfen, die sie in Schreibschrift übertragen müssen. Oder ich sehe, dass ein Mädchen, dass ich eben noch aus dem Kindergarten kenne, weil sie mit Nadeschda in einer Gruppe war, fast weint; ich mich zu ihr setze und sie beruhige und sie immer wieder sagt: „Ich schaffe das nicht, und ich muss doch eigentlich raus zu meinem kleinen Bruder. Der ist gerade ein die Vorklasse gekommen und der tut sich so schwer draußen.“ und ich sie in den Arm nehme und sage: „Du schaffst das. Ich helfe Dir. Du kannst das jetzt mit meiner Hilfe ganz schnell schreiben und dann gehst Du zu Deinem Bruder. Und solange Du hier bist, ist er draußen gut aufgehoben.“ Und das Mädchen einfach mit einem schweren Seufzer der Erleichterung das schreibt, was ich vorgemalt habe.

Die Arbeit mit Kindern ist so wunderbar, wenn auch anstrengend und herausfordernd. Und sie ist so unermesslich wichtig. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern, damit sie ruhigen Gewissens ihre berufstätigen Pflichten erfüllen können. Doch oft frage ich mich, warum diese Arbeit so wenig anerkannt und wertgeschätzt wird. Wenn ich allerdings so darüber nachdenke, ist das kaum verwunderlich: Denn wenn die Fürsorgearbeit Zuhause schon nicht wahrgenommen und wertgeschätzt wird, warum sollte man die Betreuungsarbeit außerhalb des Zuhauses, an die ja nur dieselbe heimische Fürsorgearbeit ausgelagert wird, wertschätzen und vielleicht auch entsprechend honorieren?

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#bestofElternblogs im September 2018

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Die liebe Anja von der Kellerbande  ruft jeden Monat dazu auf, den meist gelesenen Beitrag des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Nach einem bewegenden Monat August, in dem ich auch ganz vielschichtige Themen veröffentlichen konnte, und mich ohnehin über ungeahnte und lange nicht dagewesene Zugriffszahlen freuen konnte, beteilige ich mich doch wieder sehr gerne an dieser wunderbaren Blogparade. Denn eigentlich hat mich das Ergebnis ein wenig überrascht – schon interessant, das ist oft so, dass ein Beitrag am meisten gelesen wird, von dem ich es gar nicht erwartet habe: Mein meist gelesener Beitrag war im August „Wie viel Berufstätigkeit vertragen (meine) Adoptivkinder?“, in dem ich einmal wieder darauf eingehen, wie sich überhaupt eine Berufstätigkeit mit dem Muttersein für zwei Adoptivkinder vereinbaren lässt, nämlich eigentlich gar nicht… Aber lest selbst!

Habt Dank für’s Lesen, Liken, Kommentieren und Schreiben….und genießt noch dieses so wunderbare Wochenende!

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Wie viel Berufstätigkeit vertragen (meine) Adoptivkinder?

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An der ein oder anderen Stelle hatte ich in den vergangenen Jahren, die es meinen Blog mittlerweile gibt, über das Thema der Berufstätigkeit als Adoptivmutter geschrieben. Im Grunde ist das Thema der Berufstätigkeit ein Dauerbrenner für mich, auch wenn ich mich immer mehr in mein „Schicksal“ als maximal teilzeitarbeitende Frau gefügt habe. Denn irgendwann werden meine Kinder größer und brauchen mich vielleicht nicht mehr so sehr. Doch dann wäre ich für den Arbeitsmarkt unbrauchbar. Bereits ein paar denkwürdige Kontakte mit der Arbeitsvermittlung im vergangenen Jahr bestätigten mir dieses Gefühl. Und auch wenn mein Mann uns gut versorgt und wir in der luxuriösen Situation sind, dass ich nicht zwingend arbeiten muss, so gibt es doch niemals eine absolute Garantie, dass das alles auch so bleibt. Inspiriert von ein paar Nachfragen von einzelnen Leserinnen und unserer aktuellen Situation, dass ich nun nach den Ferien konstant in Teilzeit arbeite – mal sehen wie lange das gut geht – greife ich das Thema der Berufstätigkeit wieder auf. Zumal mich genauso erneut die Frage nach der Wertschätzung von Fürsorgearbeit in unserer Gesellschaft, wie Claire von mamastreikt sie immer wieder zurecht aufwirft, umtreibt. Aber dazu an anderer Stelle in den kommenden Tagen mehr.

Meine Kinder brauchen eine „Übermutter“

Doch wie viel Berufstätigkeit vertragen Maxim und Nadeschda? Die Lebensgeschichte meiner Kinder begann mit dem schlimmsten, was man sich im Leben eines kleinen Menschen vorstellen kann, wie gerade erst Irmela Wiemann in einem Interview in der Aargauer Zeitung sagte: Sie wurden von ihrer leibliche Mutter getrennt. Wie so viele Adoptivkinder mussten sie in ihren ersten Lebensjahren Dinge erleben, die kaum ein Erwachsener verkraften könnte. Ihr Urvertrauen wurde zerstört, und also Folge sie lassen sich schwer auf neue Bindungen ein, sie fühlen sich selten sicher und behütet. Ihre Frustrationstoleranz ist niedrig, das Lernen fällt ihnen schwer. Sie können Risiken nicht richtig einschätzen, übernehmen sich entweder, oder trauen sich vor lauter Angst gar nichts zu. Ihnen fehlt die entscheidende innere Basis an Vertrauen und Sicherheit, die leiblich und behütet geborene Kinder von Natur aus haben.

Meine Kinder brauchen eine „Übermutter“. Dies nicht nur im Sinne von zusätzlicher Förderung, um etwaige Entwicklungsverzögerungen, Sprachstörungen oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen zu überwinden. – Sie brauchen ein Vielfaches an Zuneigung, Nähe, Fürsorge, Kümmern, Begleiten. Nur wenn ich da bin, spüren sie den Halt und die Sicherheit, um sich gesund zu entwickeln. In den ersten Jahren war es ein Nachnähren vom Baby- und Kleinkind sein, von dem man ausgehen könnte, dass es irgendwann einmal abgeschlossen ist. Aber Kinder mit frühtraumatisierenden Erfahrungen, wie die Trennung von der leiblichen Mutter, fallen immer wieder in solche frühen Entwicklungsphasen zurück. Sie sind ein „Fass ohne Boden“, sie saugen die Zuneigung und das kleinkindliche Umsorgen auf wie ein trockener Schwamm. Ich war mir bei der Adoption der Folgen der Traumatisierung bewusst. Doch glaubte ich noch, dass meine Kinder nur im ersten Jahr therapeutische Unterstützung brauchen, um ihre Entwicklungsdefizite aufzuholen, und in den ersten Monaten meine permanente Fürsorge und Anwesenheit, um eine stabile Bindung aufzubauen. Aber nach beinahe einem Jahrzehnt muss ich feststellen: Das reicht nicht aus. Meine Kinder brauchen viel mehr. Noch heute benötigen sie immer einmal wieder therapeutische Hilfe in unterschiedlicher Form. Noch heute muss ich als ihre Mutter permanent verfügbar sein. Und immer da sein. Bin ich es nicht, verlieren meine Kinder ihren Halt und stellen unsere Bindung von neuem in Frage. – Erst in dieser Woche fanden meine Kinder mich nicht, als ich sie von der Schule mittags abholte. (Sie hatten mich beim Essen schon gesehen und wussten also, dass ich da bin.) Ich war an einer anderen Stelle in der Mensa mit einer Lehrerin im Gespräch. Die Panik stand Maxim und Nadeschda noch ins Gesicht geschrieben, als sie mich fanden. Und aus ihrer Wut „Mama, kannst Du verdammt nochmal Bescheid sagen, wenn Du weggehst!“ sprach die pure Angst, allein gelassen zu werden. –

Unser Alltag ist nach wie vor wenig geprägt von freiem sorglosem Spiel, sondern dominiert von vielen Therapieterminen, Arztbesuchen, Aktivitäten, die die Kinder in den Bereichen fördern, wo sie noch Unterstützung brauchen, lernen für die Schule, üben für die Logopädin, etc. Wir müssen einem sklavischen Tagesablauf folgen, der immer den gleichen Rhythmus und die gleiche Struktur hat. Nur das gibt den Kindern Sicherheit. Zudem reicht der routinierte Tagesablauf nicht aus, sondern Maxim und Nadeschda  brauchen mich, ihre Mutter, als stabilen Anker in ihrem Alltag. Diese Fürsorgearbeit für meine Kinder abzugeben, ist keine Option.

Permanente Fürsorge

So fahre ich meine Kinder in die Schule und zu ihren Freizeitaktivitäten und begleite sie bis zum Unterricht, nicht weil ich glaube, dass sie es selbst nicht könnten, oder weil ich fürchte, dass ihnen etwas im Straßenverkehr passiert. Nein, meine Tochter braucht mein Umsorgen als ihre Mutter, damit sie die Kraft für den Musikschulunterricht hat, dass sie weiss, dass ich da bin. Immer. Genauso lässt mein Sohn sich nach wie vor mit inzwischen zehn Jahren morgens beim Anziehen helfen, seinen Schulranzen packen, das Brot beim Essen schmieren. Nicht weil er es nicht selbst könnte, sondern weil er diese Form der Fürsorge nach wie vor braucht.

Wenn ich sage, dass ich meine Kinder zum Abitur trage, dann nicht, weil ich die Hoffnung hege, dass aus ihnen Starwissenschaftler oder Top-Manager werden. Nein. Es geht darum, sie solange wie möglich in einem behüteten und steuerbaren Lernumfeld zu belassen, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Viele Adoptions-Experten gehen davon aus, dass frühtraumatisierte Kinder erst mit Anfang zwanzig gelernt haben, mit ihrem Trauma zu leben und die Ausprägungen dessen selbst kontrollieren können. Erst dann sind sie vollends fähig, ein normales bürgerliches Leben zu leben. Es geht also darum, ihnen solange wie möglich einen Raum für innere Heilung zu geben.

Permanente Schulbegleitung

Eine Ausprägung der Traumatisierung ist sowohl bei Nadeschda als auch bei Maxim, dass die Schule ein unglaublicher Stressfaktor für beide ist. In der Folge zeigen sie Tendenzen eines anstrengungsverweigernden Verhaltens, über das ich schon an vielen Stellen geschrieben habe. Entscheidend ist bei beiden,d ass sie in Phasen der Überforderung einfach im Unterricht dissoziieren, also das Unterrichtsgeschehen einfach an ihnen vorbei rauscht. So müssen wir täglich Zuhause für die Schule arbeiten, sei es den Unterrichtsstoff nachholen, den sie nicht mitbekommen haben, sei es bestimmte Themen immer wieder und wieder zu üben, dass sie Sicherheit gewinnen und das Erlernte von ihnen eben nicht mehr als anstrengend empfunden und damit nicht mehr abgelehnt oder vermieden wird. Das braucht Zeit, viel Zeit. Je nach emotionaler Verfassung meiner Kinder arbeiten wir ein bis drei Stunden täglich, jeden Tag, egal ob Wochentag, Wochenende oder Ferien. Zudem engagiere ich mich bewusst in der Schule, um meinen Kindern das Fünkchen Mehraufmerksamkeit der Lehrköper auf der einen Seite und eine Portion mehr Wohlwollen zu teil werden zu lassen. Auch das kostet Zeit.

Der Löwenanteil der Fürsorge für Maxim und Nadeschda liegt also bei mir. Ich kümmere mich um die Schule, begleite Hausaufgaben und tägliches Üben, ich organisiere ihre Hobbies und Verabredungen, ich sorge für die richtige Begleitung durch Ärzte, Therapeuten etc., ich bin für sie immer verfügbar. Berufstätig sein kann ich nur in der Zeit, in der die Kinder in der Schule sind. Das ist nicht viel Zeit. – Ungeachtet dessen, dass hinzukommt, dass ebenso jegliche Familienarbeit auf meinen Schultern lastet. Denn Richard und ich haben uns auf die klassische Arbeitsteilung verständigt, was bedeutet, er verdient das Geld und ich mache den Rest. Dass der „Rest“ aber eben auch noch eine ganze Menge ist, wird viel zu wenig gesehen. – Bin ich außerhalb der Schule nicht so für meine Kinder da, wie ich es nun schon seit so vielen Jahren bin, verlieren sie ihren Halt, ihre Sicherheit. Dann bleibt vieles auf der Strecke. Und die Chancen sinken, dass sie irgendwann einmal heilsam mit ihrem Trauma leben und ein ganz normales bürgerliches Leben führen können. Doch sie genau dahin zu begleiten ist meine Hauptverantwortung und vor dieser muss eine Berufstätigkeit immer zurücktreten. So könnte ich also auch meine Ausgangsfrage „Wie viel Berufstätigkeit vertragen meine Adoptivkinder?“ mit einem einzigen Wort beantworten: KEINE!

P.S. Gerade als ich diesen Post fertig geschrieben hatte, rief die Schule an. Ich möge Maxim abholen. Er hätte starke Kopfschmerzen…..