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#bestofElternblogs im Juni

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Die liebe Anja von der Kellerbande  ruft jeden Monat dazu auf,  den meist gelesenen Beitrag des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Das mache ich diesmal auch wieder sehr gerne. Erst wollte ich nicht und dachte: „Ach komm,das sparen wir uns dieses Mal. In Berlin einen Rechner mit dabei zu haben, ist einfach lästig. Und dann sind wir eh viel zu beschäftigt.“ Die Woche über bisher kam ich auch nicht dazu. Doch nach einer bisher erfolgreichen Arbeitswoche habe ich dann heute mal in die Zahlen gelunzt. Und da dieser Beitrag im vergangenen Monat zum einen ein sehr wichtiges Thema adressiert, für das auch viel Frauen, wie etwa Claire von mamastreikt, und so viele andere kämpfen, und weil er auch außerordentlich viele Zugriffszahlen hat, mehr als für selten einen Beitrag auf meinem Blog, habe ich vorhin gedacht: „Komm, Du machst jetzt doch noch mit bei #bestofElternblogs mit, wenn auch ziemlich genau eine Woche später.“

Hier ist er also mein meist gelesener Beitrag im Mai: „Mehr arbeiten können wir uns nicht leisten…“, in dem ich schildere, wie sich das so verhält mit Arbeiten als Mutter und Betreuung und der Frage nach wie viel arbeiten, wenn man, so wie ich, High-Need Kinder hat. Was ich im übrigen heute Nachmittag wieder gespürt und mit jeder Faser meines Körpers erlebt habe, aber der Situation erst viel später am Abend vielleicht ein wenig gerecht werden konnte, als Nadeschda in meinen Armen einschlief und ich zu ihr flüsterte: „Oh man, das war einfach ein Sch…-Tag für Dich. Jetzt kann ich verstehen, dass Du so wütend warst. Morgen früh ist ein neuer Tag. Und dann wird alles ein wenig besser sein.“

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„Mehr arbeiten können wir uns nicht leisten…“

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Gestern mittag, als ich mit Nadeschda am Bahnhof auf Maxim’s Rückkehr von einem Klassenausflug wartete, führte ich so eines dieser Müttergespräche mit einer anderen wartenden und befreundeten Mutter. Meine befreundete Mutter hatte mir schon vor ein paar Wochen erzählt, dass ihr Chef sie gefragt hatte, ob sie nicht ein paar Stunden mehr arbeiten wollte und könnte. Nachdem sie erst einmal Dampf abgelassen hatte, dass ihre Mutter sie einmal wieder als „Babysitterin“ im Stich gelassen hatte, fuhr sie weiter fort: „Und dann ging mir noch einmal durch den Kopf, dass ich ja eigentlich ein paar Stunden mehr arbeiten wollte. Aber wenn ich dafür einen bezahlten Babysitter engagieren muss… Weißt Du, ich habe zu meinem Mann gestern gesagt: Das können wir vergessen. Dass ich mehr arbeite, können wir uns nicht leisten! Ich müsste ja Geld mitbringen, um zu arbeiten und um die Betreuung unserer Kinder zu gewährleisten.“ Nach einem Moment des Schweigens fügte sie noch an: „Das ist einfach absurd….“

Das ist auf der einen Seite ein gewisses „Luxusleiden“, wenn ich die aktuellen Beiträge von Claire von Mama streikt lese. Bei ihr geht es um etwas ganz anderes und bekommt mit der sich abzeichnenden existenziellen Not eine ganz andere Dimension. Claire findet keinen Job, obwohl sie super qualifiziert ist, da sie durch die Betreuungsaufgaben für ihre Kinder als Alleinerziehende gebunden ist. Das wird ihr wahrscheinlich niemand so sagen, liegt aber auf der Hand. Und dann ist da noch die systemimmanente Ungerechtigkeit, dass der Kindesunterhalt von Hart IV abgezogen wird. Da wird es mir echt schlecht! Und ich frage mich, wer sich denn solche Regelungen ausdenkt. Genauso wie der Ausbau des Betreuungsangebots bis 22:00h, damit man der Schichtarbeit in vielen Bereichen gerecht wird. Haben wir dann auch Kindergartenbetreuung im Schichtbetrieb oder Schulunterricht im Schichtbetrieb? „Ach, von Montag bis Mittwoch habt Ihr Spätunterricht in der Schule. Der ist mit meinem Schichtplan abgestimmt…“ Das soll funktionieren? Mal ganz abgesehen davon, dass JEDER Erziehungsratgeber davon spricht, dass Kinder Rhythmus und Routine brauchen, dass sie Schlaf brauchen, um fit zu sein, um den Lernstoff aufzunehmen. Und JEDER weiß, dass wir hier eben nicht über Schlaf egal zu welcher Uhrzeit reden, sondern über den vor zwölf Uhr nachts.

Nun, unser Leben findet ohnehin fern ab von all dem statt. Muss es auch. Als wir uns vor mehr als acht Jahren in den Adoptionsprozess begaben, war mir zwar klar, dass ich mindestens für ein Jahr meinen Job an den Nagel hängen musste. Da redeten wir aber über ein Kind und über eine Großmutter nebenan. Und ich war trotz aller Fachliteratur noch so naiv, dass ich glaubte, alle Traumatisierungen könne man in einem Jahr heilen. Nun, es wurden zwei Kinder – wofür ich dem Schicksal ewig dankbar bin. Die Großmutter starb leider viel zu schnell – wofür ich das Schicksal ewig verfluche -, das hatte sie auf keine Fall verdient. Und die Traumatisierungen meiner Kinder lassen sich nun eben auch nicht in einem Jahr heilen, sondern sind auch nach sieben Jahren immer noch virulent. Wir haben akzeptiert, dass Maxim und Nadeschda mehr Förderung und Fürsorge als andere Kinder brauchen. Sie sind High-Need Kinder. Erst vor ein paar Tagen hatten wir ein Gespräch mit einer Lehrerin, die uns noch einmal sehr deutlich machte, dass Nadeschda die häusliche Unterstützung braucht. Ich habe daraufhin ein Jobangebot, in dem ich bis 16:00 Uhr hätte arbeiten müssen, abgelehnt. Das hätte nicht funktioniert. Ich kann nicht mit meinen Kindern um 16:30 Uhr anfangen, für die Schule zu arbeiten. Im Gegensatz zu Claire bin ich in der privilegierten Situation, dass ich allein aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus gerne wieder arbeiten möchte, um nicht zu lange vom Arbeitsmarkt weg zu sein, um drin zu bleiben. Denn wer sagt uns, dass mein Mann auf immer und ewig seinen Job behalten wird. Oder was ist, wenn er ihn aus irgendwelchen Gründen nicht mehr ausüben kann. Eine Garantie auf ein sorgenfreies Leben gibt es eben nicht. Auch bei uns nicht. So verhält es sich auch bei der eingangs erwähnten befreundeten Mutter. Sie arbeitet, um den Anschluss nicht zu verlieren, um ggf. falls bei ihrem Mann etwas schief läuft, die Möglichkeit auf einen Job zu haben, der zumindest in weiten Teilen die Familie ernährt. Doch wenn es so ist, dass sie Geld mitbringen muss, um das zu bekommen, dann ist eben das Ende der Fahnenstange erreicht.

Und viel mehr noch ist das Ende der Fahnenstange erreicht, und die Zeit endlich umzudenken mehr als überschritten, wenn hochqualifizierte aber eben alleinerziehende Mütter nicht mehr die Chance bekommen, ihre Kinder so gut zu versorgen, wie es ihre Kinder brauchen. Dann haben wir kein „Luxusproblem“, sondern ein ernsthaftes. Ein wirklich ernsthaftes und existenzielles!

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1000 Fragen an mich selbst #15 – ein letztes Mal…

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Vielleicht für ein letztes Mal werde ich an dieser so wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank teilnehmen. Das Innehalten tut gut, doch fehlt mir dafür im Moment die Zeit. Schon in der vergangenen Woche habe ich es nicht geschafft, mich „pünktlich“ meinen Antworten zu widmen. Hinterherzuhängen bereitet mir kein gutes Gefühl. Und ich sollte mir keine zusätzlichen schlechten Gefühle bereiten bei Dingen, die mir eigentlich Spass machen sollten. Zudem bewegen mich andere Themen für meinen Blog, und auch dafür fehlt mir die Zeit. So muss ich Prioritäten setzen. Schließlich kommt auch ein wenig hinzu, dass manchmal die Fragen doch sehr persönlich sind. Gut für eine innere Reflexion, aber nicht geeignet, sie in das weltweite Orbit des Internets zu schicken. Vielleicht mache ich weiter mit, im Stillen für mich. Doch das weiß ich noch nicht. Somit hier erst einmal meine vorerst letzten Antworten zu den 20 Fragen, die dann die ersten 300 Antworten auf „1000 Fragen an mich selbst“ voll machen.

281:  Malst du oft den Teufel an die Wand? Mein Mann sagt ja, ich glaube eher nein.

282: Was schiebst du zu häufig auf? Sport machen und laufen gehen.

283: Sind Tiere genau so wichtig wie Menschen? Auf der einen Seite schon, es sind genauso würdevolle Lebewesen, die es gilt zu achten. Doch müsste ich mich in einer Krisensituation entscheiden, wäre der Mensch mir wichtiger.

284: Bist du dir deiner selbst bewusst? Ja, manchmal sogar zu sehr.

285: Was war ein unvergesslicher Tag für dich? Der Tag, an dem ich Mutter wurde, und wir Maxim und Nadeschda aus dem Kinderheim in Russland abgeholt haben.

286: Was wagst du dir nicht einzugestehen? Wenn ich mir selbst eingesehen würde, von dem ich nicht wüsste, was es sein könnte, so würde ich es bestimmt hier nicht teilen.

287: Bei welcher Filmszene musst du weinen? Meist sind es Filmszenen, die mich persönlich berühren, weil sie mich an Begebenheiten in meinem eigenen Leben erinnern. So gab es einige Szenen im Film „Wunschkinder“ , in denen mir die Tränen kamen, da die Geschichte so sehr der unseren ähnelt. Aber auch erst vor kurzem, als wir mit Maxim und Nadeschda in „Jim Knopf“ waren, habe ich eine Träne verdrückt, als sie Jim Knopf aus dem Paket auspacken.

288: Welche gute Idee hattest du zuletzt? Nach meiner Ausbildung nicht gleich eine volle neue Stelle anzunehmen, sondern vielleicht auch die Zeit zu nutzen, ein neues Buch zu schreiben. Ob die Idee tatsächlich gut ist, wird sich zeigen.

289: Welche Geschichte würdest du gerne mit der ganzen Welt teilen? Mmmh, da muss ich erst einmal drüber nachdenken….

290: Verzeihst du anderen Menschen leicht? Das hatten wir doch schon mal…(Frage 69)

291: Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es heute aber nicht mehr? Jogginghosen bügeln.

292: Was hoffst du, nie mehr zu erleben? Auch die Frage kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich habe jetzt aber keine Lust 280 Antworten noch einmal zu durchsuchen. 😉 Im Moment würde ich sagen, dass ich weder die Fürsorge für eine bösartige Mutter noch den Erbstreit mit meiner Stiefmutter noch einmal erleben möchte.

293: Gilt für dich das Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“? Ja, inzwischen schon. Manchmal ist es besser, weniger zu wissen. Das liegt aber auch daran, dass ich im schulischen Umfeld zum Beispiel eher zu viel weiß und mitbekomme. Da würde ich manches gerne nicht wissen.

294: Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer? Das kommt darauf an. Sicherlich ist mir die Meinung meines Mannes und enger Freunde und Freundinnen wichtig. Oft ist es eine Bestätigung meiner eigene inneren Stimme, die in bestimmten Situationen vielleicht noch etwas unsicher ist. Doch bei allen anderen entfernteren Aussenstehenden ist mir die Meinung eher unwichtig.

295: Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer? Nur für die Zukunft wage ich zu träumen, was in der Vergangenheit war, kann ich eh nicht mehr ändern.

296: Nimmst du eine Konfrontation leicht an? Nein, ich gehe ihnen lieber aus dem Weg, oder finde für mich alleine eine Lösung.

297: In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter? Ich hoffe, in allen.

298: Wo bist du am liebsten? Gerade im Moment mit meinen Kindern in unserem Garten. Doch mein liebster Ort ist die Bank am See am Haus meiner Ersatzmutter in den USA.

299: Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet? Das kommt darauf an…

300: Was ist dein Lieblingsdessert? Käse. Und am liebsten Schweizer Käse. Die können das meiner Meinung nach besser als die Franzosen…

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1000 Fragen an mich selbst #14

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Die Ferien sind vorbei, der Alltag steht wieder vor der Türe. Doch bevor ich mich wieder meiner Portfolioarbeit widme, die ich bis zur kommenden Woche abgeschlossen haben muss, gibt es zum Wochenbeginn die nächste Runde der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der spannenden Blogparade von Johanna von Pinkepank. Heute geht es viel um Fehler, die eigenen und die der anderen, Gemütszustände, Autoritäten, Zusammenarbeit im Team und noch so das ein oder andere. Doch lest selbst.

261. Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten? Kinder und Erziehung. Gute Bücher. Und manchmal auch die Beziehung.

262. Kannst du leicht Fehler eingestehen? Geht so.

263. Was möchtest du nie mehr tun? Mich um den Scherbenhaufen meiner Eltern kümmern. Oder grundsätzlich die Fehler anderer, die aufgrund von niederen Motivationen entstanden sind und in letzter Konsequenz einfach dumm waren, ausbügeln.

264. Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise? Am liebsten gelassen, doch in den letzten Wochen leider eher sehr angespannt.

265. Sagst du immer die Wahrheit? Ja. Ich sage vielleicht nicht immer alles, aber das, was ich sage, entspricht der Wahrheit.

266. Was bedeutet Musik für dich? Das ist spannend. Früher lief hier zuhause oft Musik. Seitdem die Kinder da sind, hören wir nur noch selten Musik – zu viel Ablenkung und zu viele Reize. Doch wenn ich wütend bin oder genau im Gegenteil, dann halte ich es inzwischen mit Herbert Grönemeyer „Sie mag Musik, nur wenn sie laut ist…“

267. Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht? Nein, noch nie. Meine waren immer echt. Ich bin eine sehr schlechte Schauspielerin.

268. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein? Eigentlich alleine. Nicht umsonst konnte und kann ich das selbstständige Texten alleine so gut aushalten. Da kann ich mein eigenes  Tempo bestimmen. Doch manchmal schätze ich auch den Austausch im Team. Bei meiner Seminararbeit hätte ich mir manchmal den Austausch gewünscht, doch der kam nicht zustande, und so habe ich dann lieber die Energie in die eigenständige Arbeit gesteckt.

269. Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht? Das ist dann doch zu privat.

270. Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selbst nicht? Diese Frage verstehe ich nicht…Ich bin gespannt, was die anderen antworten werden….

271. Denkst du intensiv genug über das Leben nach? Oh ja, manchmal vielleicht sogar zu viel.

272. Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber sehr unsicher? Ja, es gibt so Menschen, die Knöpfchen bei mir drücken. Die Knöpfchen der Gefühle der Unzulänglichkeit. Meine Stiefmutter war so ein Mensch. Egal wie, ich fühlte mich immer unsicher und ein wenig wie das hässliche Entlein. Doch irgendwann habe ich mich daraus befreit. Mittlerweile tritt dieser Zustand immer seltener auf. Vielleicht hat das etwas mit meinen Lebenserfahrungen zu tun und bewusst meinen eigenen Weg zu gehen.

273. Bist du autoritätsgläubig? Das kommt darauf an. Wenn jemand ein gutes Vorbild ist, und ich ihn für sein Wissen, seine Erfahrung, seinen Charakter und seine Lebensführung bewundern kann, dann wohlmöglich schon – mit einer gewissen kritischen Distanz. Aber nur weil jemand Glück hatte und deshalb einen Posten oder eine Funktion bekleidet, ist er oder sie noch lange keine Autorität für mich, und erst recht keine, an die ich glauben würde.

274. Bist du gern allein? Ja. Immer schon.

275. Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt? Früher meine Malerei. In den letzten Jahren mein Schreiben und meine Ausbildung.

276. Welchen guten Zweck förderst du? Nicht konkret einen Verein, auch wenn ich mich in der Kirchengemeinde, bei einer Jugendorganisation und letztendlich in der Schule meiner Kinder engagiere. Letztlich liegt mir aber vor allem das Wohl bedürftiger Kinder am Herzen. Und hier unterstütze ich lokal mit Spenden jeglicher Art.

277. Wie sieht dein Traumhaus aus? Ich wohne eigentlich drin …. – Doch wenn ich nochmal anfangen müsste (und dürfte) mit unbegrenzten finanziellen Mitteln, dann wäre es eine Villa aus der Gründerzeit, außen mit einem riesigen verwunschenen Garten, innen kernsaniert, mit alten Dielenböden, großen Fenstern, die Bäder in Weiß, grau und türkis. Und einer offenen Küche zu Wohn- und Esszimmer in komplett orange….

278. Machst du leicht Versprechungen? Ich sage zu schnell „ja“, und zu langsam „nein“. Aber ich mache keine falschen Versprechungen.

279. Wie weit gehst du für Geld? Nur so weit, dass Aufwand und Nutzen in einem gesunden Verhältnis stehen.

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist? Ich bin hartnäckig, aber bisher noch nie zu meinem eigenen Nachteil. Meine Mitarbeiter früher haben mich gehasst für meinen Satz: „Geht doch.“, wenn dann doch etwas funktioniert hat, was vorher aussichtslos schien. Aber ein „Geht nicht.“ war bei mir immer ein „Gibt es nicht.“ Und natürlich ging es dann doch irgendwann. Ob das Eigensinn ist, weiß ich nicht. Und wenn ja, dann war er nie zu meinem Nachteil.

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1000 Fragen an mich selbst #13

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Photo by Maarten Deckers on unsplash.com

Pünktlich nach Ostern, halte ich an meiner Routine fest: Hier kommen wieder zum Wochenbeginn die nächsten 20 Antworten auf „1000 Fragen an mich selbst“, der manchmal doch auch herausfordernden Blogparade von Johanna von Pinkepank. Aber wie sie neulich schrieb, ein wenig kommt langsam in Bewegung. Und wenn es erst einmal in einem ersten Schritt das Trennen von Altlasten ist, die wie auch immer gelagert sind. In meinem Falle spannt sich hier der Bogen von Ablage machen und Kinderklamotten ausmisten bis hin zu einem erneuten Überdenken meiner Fürsorgerolle gegenüber meiner Mutter. In den heutigen Fragen geht es einmal wieder um Arbeit, Berufungen, Fähigkeiten,Vergangenes und Zukünftiges.

241. Fühlst du dich im Leben zu etwas berufen? Ja, meine Kinder sicher und wohlbehalten in ihr eigenes Leben zu begleiten.

242. Bist du nach etwas süchtig? Nein, nicht wirklich.

243. Wessen Tod hat dich am meisten berührt? Der meiner Schwiegermutter und der meines Ersatz-Vaters in den USA.

244. Wie würde der Titel deiner Autobiografie lauten? Lustig, dazu gab es vor etlicher Zeit mal eine Blogparade „If you were a book, who would read you?“ Doch einen konkrete Titel habe ich noch nicht. Der entwickelt sich dann mit der Geschichte.

245. In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest? Ich habe es fast geschafft.

246. Wann muss man eine Beziehung beenden? Rechtzeitig bevor nur noch negative Gefühle und tiefste Verletzungen übrig bleiben.

247. Wie wichtig ist dir deine Arbeit? Ziemlich wichtig. Doch meine Kinder gehen bei allem voran.

248. Was würdest du gern gut beherrschen? Ich würde gerne Russisch sprechen können. Ich hatte ein wenig einmal beherrscht, doch in den vergangenen Jahren wieder vergessen. Nun steht so langsam an, dass wir in den kommenden Jahren sicherlich in das Herkunftsland meiner Kinder reisen werden. Spätestens, wenn ich mein Projekt der Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn realisiere, brauche ich gute Russisch-Kenntnisse. Es wird wohl Zeit, dass ich damit einmal anfange…

249. Glaubst du, dass Geld glücklich macht? Nein. In meiner Herkunftsfamilie drehte sich alles nur um Geld, und es hat die Charaktere meiner beiden Eltern verdorben.

250. Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden? Ja, jeden Tag von Neuem.

251. In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut? In keiner so wirklich. Aber ich treibe Sport, weil ich mich beweglich und fit halten will, um möglichst lange noch für meine Kinder so da zu sein wie heute.

252. Heuchelst du häufig Interesse? Nein, nie.

253. Kannst du gut Geschichten erzählen? Geht so, mein Mann ist da besser.

254. Wem gönnst du nur das Allerbeste? Meinen Kindern.

255. Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst? Nichts.

256. Kannst du dich gut ablenken? Ja, mit viel Arbeit kann ich mich gut ablenken. Da gehe ich dann in meinen Orga-Modus und blende alles andere aus.

257. In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten? Jeans und Rollkragen-Pullover.

258. Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde? Dass meine bösartige Mutter mal als Pflegefall auf der Matte steht.

259. Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören? Ja, einmal im Monat schon…

260. Wer nervt dich gelegentlich? Die Krankenkasse meiner Mutter, die so langsam arbeitet und so umständlich ist.

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#bestofElternblogs im April

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Photo by Toa Heftiba on unsplash.com

Die liebe Anja von der Kellerbande  hat wieder aufgerufen, den meist gelesenen Post des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Das mache ich diesmal wieder ganz besonders gerne, wenn auch wegen Ostern einen Tag später. Denn im März war es ein Beitrag, in dem ich mir einfach mal Luft machen musste und mich über die Haltung von so manchem, der Carearbeit, Fürsorgearbeit Zuhause, vor allem für Kinder, nicht ernst nimmt. Mir lag dieser Beitrag sehr am Herzen, und um so mehr habe ich mich gefreut, dass er so ungewöhnlich häufig auch gelesen wurde. Im März wurde von Euch „Mein Couch-Vormittag – Ironie und Realität der Fürsorgearbeit“ von Euch am meisten gelesen, in dem ich erzähle, was ich alles an einem Vormittag tue. Und ich mich eben nicht mit Freundinnen treffe, um vor lauter Langeweile Prosecco zu nippen….

Habt Dank fürs Lesen, Liken und Kommentieren, und ein besonderer Dank geht an Claire von mamastreikt, die mir den Impuls zu diesem Beitrag gab.

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1000 Fragen an mich selbst #12

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Photo by Milada Vigerova on unsplash.com

Die Ferien sind da. Ostern steht vor der Tür. Und dennoch Zeit, einen Moment innezuhalten und mich den nächsten Fragen zu „1000 Fragen an mich selbst“, der spannenden Blogparade von Johanna von Pinkepank zu widmen. Diesmal waren ein paar harte Brocken dabei: Glück, Ängste, in die Zukunft schauen, die letzten Minuten im Leben… Da musste ich an der ein oder anderen Stelle schlucken. Doch wie immer hat es Spass gemacht und neue Impulse an deren oder anderen Stelle gesetzt. Doch lest selbst…..

221. Gibt es Freundschaft auf den ersten Blick? Nicht wirklich denke ich, aber dennoch glaube ich, dass es irgendetwas gibt, so einen ersten Impuls, in dem man denkt: “Mmmhh, diese Person möchte ich näher kennenlernen.“ Und dann entwickelt sich etwas, oder eben auch nicht.

222. Gönnst du dir selbst regelmäßig eine Pause? Nein, viel zu wenig.

223. Bist du jemals verliebt gewesen, ohne es zu wollen? Ja, und es hätte mir vielleicht ungeahnte Möglichkeiten in meinem Leben eröffnet. Mein Leben wäre ein anderes geworden. Es war ein Mann, der am anderen Ende der Welt lebte. Doch ich habe gekniffen. Vielleicht war es gut so. Denn anstatt dieser flüchtigen Liebe hinterherzureisen, bin ich hier geblieben und habe meinen Mann kennengelernt.

224. Steckst du Menschen in Schubladen? Nein.

225. Welches Geräusch magst du? Das Vogelgezwitscher in den frühen Morgenstunden.

226. Wann warst du am glücklichsten? An dem Tag, an dem ich Mutter wurde.

227. Mit wem bist du gern zusammen? Mit meinen Kindern und meinem Mann.

228. Willst du immer alles erklären? Ja, vor allem bei meinen Kindern. Doch lerne ich, dass es in manchen oder auch vielen Situation gar nicht darum geht etwas zu verstehen, sondern einfach einmal die Emotionen rauszulassen, ohne irgendwelche Erklärungen.

229. Wann hast du zuletzt deine Angst überwunden? Als ich am Freitag Abend den Beginn der „Odyssee“ im griechischen Original vorlesen sollte.

230. Was war deine größte Jugendsünde? Auf einem Fährschiff nach England mit 15 zum ersten Mal heimlich zu rauchen.

231. Was willst du einfach nicht einsehen? Wie man sich so gehen lassen kann, wie meine Mutter es gerade im Moment tut. Leiden, um des Leidens willen und zu faul zu sein, das Leiden abzustellen. Das will ich einfach nicht nachvollziehen.

232. Welche Anekdote über dich hörst du noch häufig? Meine Ersatzmutter in den USA erzählt jedes Mal, wenn wir dort sind, immer gerne wieder, wie sehr ich als Jugendliche Gartenarbeit gehasst habe und mich immer wieder beschwert habe: „You make me do slave-work.“

233. Welchen Tag in deinem Leben würdest du gerne noch einmal erleben? Jeden Tag, der schön und erfüllt war. Davon gibt es im Moment nicht so viele. Ich hoffe, aber, dass sie nun bald mit dem Frühling wiederkehren.

234. Hättest du lieber mehr Zeit oder mehr Geld? Weder noch, wenn ich so darüber nachdenke. Denn weder mehr Geld noch mehr Zeit würden meine aktuellen Belastungen lösen. Ich glaube auch, dass die Zeit die ich habe im Grunde ausreichend ist, nur müsste ich lernen und mich durchsetzen, um sie in Teilen anders zu nutzen.

235. Würdest du gern in die Zukunft schauen können? Ja, mit Blick auf meine Kinder schon. Es würde mich beruhigen, zu wissen sehen, dass alles gut wird. Doch auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Zukunft mir kein gutes bIld zeigt? Ach, vielleicht ist es besser nicht zu wissen, was die Zukunft für einen parat hält.

236. Kannst du gut deine Grenzen definieren? Nein, dies ist meine wunde Stelle.

237. Bist du jemals in eine gefährliche Situation geraten? Nein, nicht wirklich.

238. Hast du einen Tick? Mein Mann würde sagen, ich hab einen Putzfimmel und muss bei jedem Staubkorn schon zum Staubsauger greifen. Ich halte es für mein ganz natürliches Bedürfnis, meine Umgebung um mich herum einfach schön zu haben.

239. Ist Glück ein Ziel oder eine Momentaufnahme? Weder noch. Für mich ist es eine Haltung.

240. Mit wem würdest du deine letzten Minuten verbringen wollen? Mit meinen Kindern und meinem Mann.

Mehr meiner Antworten auf “ 1.000 Fragen an mich selbst“ findet Ihr hier, hier und hier zum Beispiel….