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Wie viel Berufstätigkeit vertragen (meine) Adoptivkinder?

silhouette of happy mother and kids at sunset

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

An der ein oder anderen Stelle hatte ich in den vergangenen Jahren, die es meinen Blog mittlerweile gibt, über das Thema der Berufstätigkeit als Adoptivmutter geschrieben. Im Grunde ist das Thema der Berufstätigkeit ein Dauerbrenner für mich, auch wenn ich mich immer mehr in mein „Schicksal“ als maximal teilzeitarbeitende Frau gefügt habe. Denn irgendwann werden meine Kinder größer und brauchen mich vielleicht nicht mehr so sehr. Doch dann wäre ich für den Arbeitsmarkt unbrauchbar. Bereits ein paar denkwürdige Kontakte mit der Arbeitsvermittlung im vergangenen Jahr bestätigten mir dieses Gefühl. Und auch wenn mein Mann uns gut versorgt und wir in der luxuriösen Situation sind, dass ich nicht zwingend arbeiten muss, so gibt es doch niemals eine absolute Garantie, dass das alles auch so bleibt. Inspiriert von ein paar Nachfragen von einzelnen Leserinnen und unserer aktuellen Situation, dass ich nun nach den Ferien konstant in Teilzeit arbeite – mal sehen wie lange das gut geht – greife ich das Thema der Berufstätigkeit wieder auf. Zumal mich genauso erneut die Frage nach der Wertschätzung von Fürsorgearbeit in unserer Gesellschaft, wie Claire von mamastreikt sie immer wieder zurecht aufwirft, umtreibt. Aber dazu an anderer Stelle in den kommenden Tagen mehr.

Meine Kinder brauchen eine „Übermutter“

Doch wie viel Berufstätigkeit vertragen Maxim und Nadeschda? Die Lebensgeschichte meiner Kinder begann mit dem schlimmsten, was man sich im Leben eines kleinen Menschen vorstellen kann, wie gerade erst Irmela Wiemann in einem Interview in der Aargauer Zeitung sagte: Sie wurden von ihrer leibliche Mutter getrennt. Wie so viele Adoptivkinder mussten sie in ihren ersten Lebensjahren Dinge erleben, die kaum ein Erwachsener verkraften könnte. Ihr Urvertrauen wurde zerstört, und also Folge sie lassen sich schwer auf neue Bindungen ein, sie fühlen sich selten sicher und behütet. Ihre Frustrationstoleranz ist niedrig, das Lernen fällt ihnen schwer. Sie können Risiken nicht richtig einschätzen, übernehmen sich entweder, oder trauen sich vor lauter Angst gar nichts zu. Ihnen fehlt die entscheidende innere Basis an Vertrauen und Sicherheit, die leiblich und behütet geborene Kinder von Natur aus haben.

Meine Kinder brauchen eine „Übermutter“. Dies nicht nur im Sinne von zusätzlicher Förderung, um etwaige Entwicklungsverzögerungen, Sprachstörungen oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen zu überwinden. – Sie brauchen ein Vielfaches an Zuneigung, Nähe, Fürsorge, Kümmern, Begleiten. Nur wenn ich da bin, spüren sie den Halt und die Sicherheit, um sich gesund zu entwickeln. In den ersten Jahren war es ein Nachnähren vom Baby- und Kleinkind sein, von dem man ausgehen könnte, dass es irgendwann einmal abgeschlossen ist. Aber Kinder mit frühtraumatisierenden Erfahrungen, wie die Trennung von der leiblichen Mutter, fallen immer wieder in solche frühen Entwicklungsphasen zurück. Sie sind ein „Fass ohne Boden“, sie saugen die Zuneigung und das kleinkindliche Umsorgen auf wie ein trockener Schwamm. Ich war mir bei der Adoption der Folgen der Traumatisierung bewusst. Doch glaubte ich noch, dass meine Kinder nur im ersten Jahr therapeutische Unterstützung brauchen, um ihre Entwicklungsdefizite aufzuholen, und in den ersten Monaten meine permanente Fürsorge und Anwesenheit, um eine stabile Bindung aufzubauen. Aber nach beinahe einem Jahrzehnt muss ich feststellen: Das reicht nicht aus. Meine Kinder brauchen viel mehr. Noch heute benötigen sie immer einmal wieder therapeutische Hilfe in unterschiedlicher Form. Noch heute muss ich als ihre Mutter permanent verfügbar sein. Und immer da sein. Bin ich es nicht, verlieren meine Kinder ihren Halt und stellen unsere Bindung von neuem in Frage. – Erst in dieser Woche fanden meine Kinder mich nicht, als ich sie von der Schule mittags abholte. (Sie hatten mich beim Essen schon gesehen und wussten also, dass ich da bin.) Ich war an einer anderen Stelle in der Mensa mit einer Lehrerin im Gespräch. Die Panik stand Maxim und Nadeschda noch ins Gesicht geschrieben, als sie mich fanden. Und aus ihrer Wut „Mama, kannst Du verdammt nochmal Bescheid sagen, wenn Du weggehst!“ sprach die pure Angst, allein gelassen zu werden. –

Unser Alltag ist nach wie vor wenig geprägt von freiem sorglosem Spiel, sondern dominiert von vielen Therapieterminen, Arztbesuchen, Aktivitäten, die die Kinder in den Bereichen fördern, wo sie noch Unterstützung brauchen, lernen für die Schule, üben für die Logopädin, etc. Wir müssen einem sklavischen Tagesablauf folgen, der immer den gleichen Rhythmus und die gleiche Struktur hat. Nur das gibt den Kindern Sicherheit. Zudem reicht der routinierte Tagesablauf nicht aus, sondern Maxim und Nadeschda  brauchen mich, ihre Mutter, als stabilen Anker in ihrem Alltag. Diese Fürsorgearbeit für meine Kinder abzugeben, ist keine Option.

Permanente Fürsorge

So fahre ich meine Kinder in die Schule und zu ihren Freizeitaktivitäten und begleite sie bis zum Unterricht, nicht weil ich glaube, dass sie es selbst nicht könnten, oder weil ich fürchte, dass ihnen etwas im Straßenverkehr passiert. Nein, meine Tochter braucht mein Umsorgen als ihre Mutter, damit sie die Kraft für den Musikschulunterricht hat, dass sie weiss, dass ich da bin. Immer. Genauso lässt mein Sohn sich nach wie vor mit inzwischen zehn Jahren morgens beim Anziehen helfen, seinen Schulranzen packen, das Brot beim Essen schmieren. Nicht weil er es nicht selbst könnte, sondern weil er diese Form der Fürsorge nach wie vor braucht.

Wenn ich sage, dass ich meine Kinder zum Abitur trage, dann nicht, weil ich die Hoffnung hege, dass aus ihnen Starwissenschaftler oder Top-Manager werden. Nein. Es geht darum, sie solange wie möglich in einem behüteten und steuerbaren Lernumfeld zu belassen, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Viele Adoptions-Experten gehen davon aus, dass frühtraumatisierte Kinder erst mit Anfang zwanzig gelernt haben, mit ihrem Trauma zu leben und die Ausprägungen dessen selbst kontrollieren können. Erst dann sind sie vollends fähig, ein normales bürgerliches Leben zu leben. Es geht also darum, ihnen solange wie möglich einen Raum für innere Heilung zu geben.

Permanente Schulbegleitung

Eine Ausprägung der Traumatisierung ist sowohl bei Nadeschda als auch bei Maxim, dass die Schule ein unglaublicher Stressfaktor für beide ist. In der Folge zeigen sie Tendenzen eines anstrengungsverweigernden Verhaltens, über das ich schon an vielen Stellen geschrieben habe. Entscheidend ist bei beiden,d ass sie in Phasen der Überforderung einfach im Unterricht dissoziieren, also das Unterrichtsgeschehen einfach an ihnen vorbei rauscht. So müssen wir täglich Zuhause für die Schule arbeiten, sei es den Unterrichtsstoff nachholen, den sie nicht mitbekommen haben, sei es bestimmte Themen immer wieder und wieder zu üben, dass sie Sicherheit gewinnen und das Erlernte von ihnen eben nicht mehr als anstrengend empfunden und damit nicht mehr abgelehnt oder vermieden wird. Das braucht Zeit, viel Zeit. Je nach emotionaler Verfassung meiner Kinder arbeiten wir ein bis drei Stunden täglich, jeden Tag, egal ob Wochentag, Wochenende oder Ferien. Zudem engagiere ich mich bewusst in der Schule, um meinen Kindern das Fünkchen Mehraufmerksamkeit der Lehrköper auf der einen Seite und eine Portion mehr Wohlwollen zu teil werden zu lassen. Auch das kostet Zeit.

Der Löwenanteil der Fürsorge für Maxim und Nadeschda liegt also bei mir. Ich kümmere mich um die Schule, begleite Hausaufgaben und tägliches Üben, ich organisiere ihre Hobbies und Verabredungen, ich sorge für die richtige Begleitung durch Ärzte, Therapeuten etc., ich bin für sie immer verfügbar. Berufstätig sein kann ich nur in der Zeit, in der die Kinder in der Schule sind. Das ist nicht viel Zeit. – Ungeachtet dessen, dass hinzukommt, dass ebenso jegliche Familienarbeit auf meinen Schultern lastet. Denn Richard und ich haben uns auf die klassische Arbeitsteilung verständigt, was bedeutet, er verdient das Geld und ich mache den Rest. Dass der „Rest“ aber eben auch noch eine ganze Menge ist, wird viel zu wenig gesehen. – Bin ich außerhalb der Schule nicht so für meine Kinder da, wie ich es nun schon seit so vielen Jahren bin, verlieren sie ihren Halt, ihre Sicherheit. Dann bleibt vieles auf der Strecke. Und die Chancen sinken, dass sie irgendwann einmal heilsam mit ihrem Trauma leben und ein ganz normales bürgerliches Leben führen können. Doch sie genau dahin zu begleiten ist meine Hauptverantwortung und vor dieser muss eine Berufstätigkeit immer zurücktreten. So könnte ich also auch meine Ausgangsfrage „Wie viel Berufstätigkeit vertragen meine Adoptivkinder?“ mit einem einzigen Wort beantworten: KEINE!

P.S. Gerade als ich diesen Post fertig geschrieben hatte, rief die Schule an. Ich möge Maxim abholen. Er hätte starke Kopfschmerzen…..

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Teilzeitarbeiten als Adoptivmutter?

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Photo by Andrew Neel on unsplash.com

Viele Mütter versuchen Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Meist weil sie es auch müssen, rein aus finanziellen Gründen. Ich bewundere diese Mütter, die neben der Familie und dem geliebten Haushalt auch noch berufstätig sind, und das mit deutlich mehr Stunden als ich es bin. Ich lebe in der privilegierten Situation, dass ich nicht arbeiten muss, sondern „nur“ um nicht ganz aus der Berufswelt zu verschwinden, ein paar Stunden in der Woche freiberuflich arbeite. – Insofern werd eich hier auch über ein „Luxusproblem“ reden. – Die Ausbildung mache ich, um vielleicht irgendwann dann doch wieder in einem Angestelltenverhältnis einen geregelten Arbeitstag nachgehen zu können. Irgendwann, wenn die Kinder vielleicht noch ein wenig größer sind. Doch wird das überhaupt funktionieren?

Mit den Zweifeln der vergangenen Woche geht für mich die Frage einher, ob ich mir nicht mit dem ganzen Pensum wieder einmal zu viel zumute. Meine Bilanz zur Familienarbeit  war für mich ja schon ernüchternd. Genauso wie meine Beschreibung von „48 Stunden im Leben einer Adoptivmutter“ . Wo bleibt da der Raum, mehr zu arbeiten, als ich es heute tue? Schon jetzt komme ich an meine Grenzen. Hatte ich nicht vor ein paar Wochen verkündet, dass es so wohltuend ist, dass mein To Do Zettel abgearbeitet ist? Nun, inzwischen ist er wieder so lang, dass es mir fast den Hals zuschnürt. Mit dem Ferienende beginnt nun auch wieder meine Ausbildung, zwei Abende in der Woche und ein Wochenendseminar pro Monat. Bis zum Ende des Jahres muss ich noch eine Seminararbeit schreiben, ein Praktikum mit Praktikumsbericht abliefern und an meiner Portfolioarbeit weiterschreiben. Ich muss schon zweimal durchatmen und mir immer sagen „Schritt für Schritt“, um nicht in Panik auszubrechen. Seitdem ich die Ausbildung begonnen habe, leiden eindeutig meine sozialen Kontakte. Es gibt Freundinnen, die ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen, habe. Selbst zum Telefonieren oder Schreiben komme ich so gut wie gar nicht mehr, da ich ja abends unter der Woche entweder in der Akademie oder auf einem Elternabend in der Schule bin. Nur gelegentlich habe ich die noch die Muße, ein Buch zu lesen, was keine pädagogische oder Adoptionsfachliteratur ist. Und gerade auch letztere kam in den vergangenen Wochen zu kurz. Doch ich merke, dass ich wieder ran muss. Denn das Thema „Herkunft und Wurzeln“ drängt.

Dennoch stelle ich mir immer wieder die Frage: „Wenn es in anderen Familien funktioniert, dann müsste ich das doch auch hinbekommen.“ Ja, ABER: Ich habe einen Mann, der sehr viel arbeitet und insofern Haushalt, Kinder und Familie nahezu allein meine Aufgabe sind. Wir haben keine Großeltern in der Nähe, die helfen. Manchmal blicke ich neidvoll auf eine Freundin, deren Mutter den Haushalt quasi schmeisst mit Einkaufen, Kochen, Wäsche waschen, einspringt, wenn eines der Kinder krank ist, mal vormittags einen Arzttermin wahrnimmt und vieles mehr. Hätten wir so eine wunderbare Großmutter, dann würde ich es mir auch leichter vorstellen, nahezu 70% zu arbeiten. Haben wir aber nicht. Und schließlich haben wir zwei Adoptivkinder. Viele meiner Freundinnen, die ein Kind adoptiert haben, arbeiten in Teilzeit. Irgendwie geht das gut. Natürlich gibt es da auch einen Mann, der mithilft und Großeltern in der Nähe. Dass zwei Kinder dann doch etwas anderes sind und eine andere Herausforderung darstellen, wurde mir erst jetzt in den Ferien klar, als mir eine dieser befreundeten Adoptivmütter auf den Kopf zusagte: „Hätte das geklappt mit dem zweiten Kind, hätte ich sofort aufhört zu arbeiten.“

Das saß! Sollte ich mich also von dem Gedanken verabschieden, jemals mehr zu arbeiten, als ich es heute tue? Würde es mir nicht besser gehen, wenn ich mich ganz auf meine Kinder und meine Aufgabe als Mutter konzentriere? Bettina Bonus hat mal in einem Vortrag zur „Anstrengungsverweigerung“ deutlich gesagt: „Vergessen Sie es berufstätig zu sein. Ihre ganze Zeit und Kraft werden Sie für Ihr Kind brauchen, um es durch die Schule zu begleiten, mit ihm täglich zu trainieren und das tägliche Trainieren vorzubereiten. Und die dann noch verbleibende Zeit brauchen Sie, um sich selbst zu erholen.“ Je weiter meine Kinder in der Schule voranschreiten, um so mehr spüre ich, dass sie auch hier einmal wieder Recht hatte. Selbst wenn bei Maxim und Nadeschda die Anstrengungsverweigerung nicht tief ausgeprägt ist, und wir mit unserem täglichen Üben frühzeitig angefangen haben und es inzwischen so zur Gewohnheit geworden ist, dass uns tägliche Kämpfe nahezu erspart bleiben, so kostet auch das viel Zeit und Kraft. Und noch ist unser Lernpensum klein.

Sollte ich mir überlegen, ob ich nicht doch an der ein oder anderen Stelle kürzer trete? Ob ich nicht, in der Zeit, die mir alleine bleibt, wirklich nur das tue, wofür mein Herz schlägt? Sollte ich mich von der Idee verabschieden, eine dieser Heldenmütter zu sein, die Beruf, Familie und Haushalt alleine wuppen, ohne mit der Wimper zu zucken? Vieles davon ist ja auch nur mehr Schein als Sein. Und gerade hier in der anonymen Bloggerwelt liest man vielmehr, wie kräftezehrend eine solche Mehrfachbelastung ist. Das allein schon mit einem Kind.

Schließlich bleibt am Ende die Tatsache, dass Maxim und Nadeschda aufgrund ihrer Geschichte immer ein MEHR an Begleitung und Förderung brauchen werden. Ich bin diese Verantwortung eingegangen und ich will sie auch wahrnehmen. Alles andere muss dahinter zurücktreten. Vor allem der Wunsch nach einer Berufstätigkeit.

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48 Stunden im Leben einer Adoptivmutter

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Mit freundlicher Unterstützung von Pixabay

Vorab

„48 Stunden im Leben einer Berufstätigen Mutter“ hat mich zu diesem Beitrag inspiriert. Danke an „Die verlorenen Schuhe“ für diesen Impuls!

Tag 1

5:45h:  Mein Wecker klingelt. Schlaftrunken stehe ich auf. Die Nacht war wieder kurz. Ich war zu spät im Bett, lange Telefonate in Vorbereitung auf die Elternbeiratssitzung heute Abend an der Schule. Mein kurzer nächtlicher Schlaf wurde immer wieder von Kinderfüßen in meinem Gesicht unterbrochen. Wenn Richard nicht da ist, schlafen die Kinder meistens bei mir im Bett, da sie ihren Vater zu sehr vermissen. Müde schleppe ich mich in die Küche, mache mir den ersten Kaffee, bereite die Brotdosen für den Tag vor und räume die Restanten des Vorabends auf. Danach duschen und anziehen. Richard ist auf Dienstreise und ich fahre die Kinder in die Schule.

6:30h Kinder wecken. Es braucht wie jeden Morgen viel Überredungskunst, Maxim und Nadeschda aus den Betten zu bekommen. Die Spielverabredung am Nachmittag hilft.

Bis 7:15h: Kinder anziehen bzw. sie sich anziehen lassen, Zähneputzen, Frühstücken, letzte Sachen für die Schule packen und ab ins Auto zur Schule.

7:45h. Ankunft in der Schule. Maxim geht alleine in seine Klasse, Nadeschda bringe ich in die Vorklasse. Kurzes Warten auf die Lehrerin, kurzer Plausch mit anderen wartenden Eltern, kurzer Informationsaustausch mit der Lehrerin: „Und denken Sie daran, dass ich Nadeschda heute früher abhole. Wir haben einen Ohrenarzttermin.“

8:30h Wieder Zuhause. Aufräumen, Waschmaschine anschmeißen, ein paar Überweisungen machen, Handwerker anrufen, etc.

9:30h Ich sitze endlich in meinem Büro und schreibe einen Auftragstext.

11:00h Ich klappe meinen Rechner zu, esse kurz etwas, trinke einen Kaffee und mache mich wieder auf den Weg zur Schule, um Nadeschda abzuholen.

11:30h Eine wütende Nadeschda beschwert sich bei mir im Auto über ihre Klassenkameraden und mich, die sie zu früh von der Schule abgeholt hat. Sie will nicht zum Ohrenarzt gehen.

12:00h Ankunft beim Ohrenarzt. Gottseidank müssen wir nicht lange warten. Nach Untersuchung und Hörtest ist alles okay. Erleichterung. Nach Jahren scheinen wir dieses Problem gelöst zu haben.

14:00h Wieder zurück an der Schule holen wir Maxim ab. Der ist wenig begeistert, doch die Spielverabredung zieht immer noch.

14:30h Zuhause angekommen, beginnen Maxim und ich sofort mit den Hausaufgaben. Wir sind ja verabredet. Bei Aufgabe 3 im Rechnen werde ich schief von der Seite angeraunzt, bei Aufgabe 4 wird wüst im Heft rumgekritzelt und bei Aufgabe 5 fliegen Heft, Bleistift und Radiergummi durchs Zimmer. Mir ist klar, dass das jetzt dauert, und dass wir zu unserer Verabredung zu spät kommen.

15:30h Maxim hat sich von seinem Tobsuchtsanfall beruhigt. Wir können die restlichen drei Aufgaben machen. Und dann mit deutlicher Verspätung zu unserer Verabredung fahren.

16:15h Wir kommen mit einer Stunde Verspätung bei unserer Verabredung an. Die Freundin und die Kinder freuen sich trotzdem und spielen schön, während wir Mütter im Garten in der Frühlingssonne sitzen und plauschen. Zum ersten Mal an diesem Tag kann ich durchatmen.

18:30h Wieder Zuhause duschen die Kinder schnell, ich koche derweil das Abendessen, immer wieder unterbrochen von Hilferufen des gerade duschenden Kindes. Richard kommt ausnahmsweise früh von seiner Dienstreise nach Hause. Denn ich habe ja einen Abendtermin an der Schule.

19:30h Beginn der Elternbeiratssitzung. Nachdem ich noch kurz beim Abendessen dabei saß, wir die wichtigsten Neuigkeiten der letzten zwei Tage ausgetauscht haben, bin ich mit wehenden Fahnen zur Schule gefahren. Ich ergattere gerade so noch den letzten Parkplatz. Irgendwie hatte ich verdrängt, dass noch drei weitere Veranstaltungen an der Schule an diesem Abend stattfinden. Dennoch sitze ich pünktlich auf meinem Stuhl.

23:30h Nach einer aufreibenden Sitzung – es ging um den Haushaltsplan der Schule – und den nacharbeitenden Parkplatzgesprächen bin ich wieder Zuhause. Nach einem kurzen Gespräch mit Richard falle ich hundemüde ins Bett.

Tag 2

6:00h Wieder reisst mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Heute Nacht hatte ich zwar keine Kinderfüße im Gesicht, dafür rief Nadeschda zweimal nach mir. Immer wenn ich abends nicht da bin, wird sie nachts wach und ruft nach mir, als müsste sie sich vergewissern, dass ich tatsächlich zurückgekommen bin. Wie erschlagen schleppe ich mich in die Küche. Sechs Stunden Schlaf und die auch noch mit Unterbrechung sind einfach zu wenig. Nach meinem ersten Kaffee packe ich die Brotdosen und neue Wechselklamotten für Maxim.

6:30h Ich wecke die Kinder, die erst einmal viel kuscheln müssen. Nach dem Abend Abwesenheit besteht Nachholbedarf. Danach eiliges Anziehen, Zähneputzen, Frühstücken.

7:15h Nachdem Richard mit den Kindern das Haus Richtung Schule verlassen hat, würde ich mich am liebsten noch einmal hinlegen. Aber vor mir liegt ein voller Vormittag. Also, zweiter Kaffee, duschen, anziehen, aufräumen, drei Maschinen Wäsche, die gestern so zwischendurch liefen, zusammenlegen, wegräumen, Kühlschrank nochmal checken, ob für das Abendessen alles da ist. „Ach, Mist, es fehlt der Grillkäse.“ Also zum Supermarkt, Grillkäse kaufen. Das war so mit den Kindern abgesprochen. Und da ich heute Abend in der Akademie bin und die Kinderfrau da ist, darf es keine Überraschungen geben.

9:00h Ich sitze in meinem Büro, arbeite schnell ein paar Textänderungen in unterschiedliche Aufträge ein, stelle einen Blogpost ein, um mich dann meiner Portfolioarbeit für die Akademie zu widmen. Heute Abend ist Zwischenbesprechung. Da muss ich etwas vorweisen.

12:00 Wieder Zuhause, schnell noch den Kartoffelsalat für heute Abend vorbereiten. Dann auf zur Schule. Maxim hat Kunsttherapie und der Termin liegt leider so, dass die Kinder an diesem Tag nicht in der Schule essen können.

13:30h Gerade so mal wieder pünktlich kommen wir bei der Therapeutin an. Ich bringe Maxim in den Raum und bereite ihn für die Therapiestunde vor. Zum Glück geht er gerne hin und freut sich jedes Mal auf die Stunde. Nadeschda und ich warten derweil im Wartezimmer. Nachdem ich ihr vorgelesen habe, überkommt mich die Müdigkeit. Ich würde mich am liebsten auf den Spielteppich legen und kurz die Augen schließen. Aber Nadeschda will mit mir die Eisenbahn aufbauen. Das tun wir dann auch und ich schiebe die Müdigkeit weg.

15:00h Zuhause zurück trinke ich erst einmal einen doppelten Espresso. Ich weiss in dem Moment nicht, wie ich heute Abend noch vier Stunden Akademie überstehen soll. Aber gut. Zum Jammern bleibt keine Zeit. Wir haben eine Stunde Zeit, um Maxims Hausaufgaben zu machen und Lesen zu üben. Nadeschda spielt friedlich in ihrem Zimmer. Zum Glück sind die Hausaufgaben nur klein und schnell gemacht. Auch das Lesen klappt immer besser. Maxim hat danach sogar noch eine Viertelstunde Zeit sich auszuruhen, bevor wir auch schon wieder losmüssen.

16:00h Abfahrt zum Zirkus. Maxim hat Zirkustraining. Danach Weiterfahrt zur Musikschule, wo Nadeschda Unterricht hat. Ich verabschiede sie schnell, danach mache ich mich auf den Weg zur Akademie. Die Kinderfrau holt später Maxim und Nadeschda ab, übt Zuhause noch mit Maxim Trompete und bringt die Kinder dann später ins Bett. Hoffentlich schafft sie es heute pünktlich. Im Auto zweifele ich noch, ob das alles so eine gute Idee ist. Vielleicht sollte ich das mit der Ausbildung doch besser sein lassen, Nadeschda in einen anderen Musikschulkurs anmelden und versuchen, Maxim in einer anderen Zirkustrainingsgruppe unterzubringen. Dieser Tag ist einfach zu dicht. Doch ab morgen haben wir wieder entspannte Nachmittage ohne Programm.

22:00h Dank viel Cola habe ich die Akademiestunden gut überstanden und komme hellwach Zuhause an. Zum Glück hat heute das Abholen und das Abendprogramm mit der Kinderfrau gut geklappt. Beide Kinder schlafen friedlich in ihren Betten. Ich bin beruhigt und entlasse zufrieden die Kinderfrau in ihren Feierabend. Richard ist noch auf einem Kundenabendessen. Ich könnte die Gelegenheit nutzen und sofort ins Bett gehen. Aber nun bin ich wach. Ich räume auf, lege Wäsche zusammen, lese und schreibe noch ein paar E-Mails.

23:30h Richard kommt nach Hause. Wir sprechen noch kurz, dann gehen wir schlafen. Auch diese Nacht wird wieder zu kurz sein. Nadeschda wird mich bereits um 1:00h rufen, dann noch einmal um 3:00h. Maxim muss um 5:00 auf die Toilette (es ist der Kinderfrau nicht beizubringen, dass die Kinder vor dem Schlafen noch einmal auf die Toiletten gehen sollten….) und hat Durst. Eine Stunde später klingelt wieder mein Wecker.