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Charlottes Sonntagslieblinge (2)

A photo by Ben White. unsplash.com/photos/bS_O0N5oFbM

Ben White, unsplash.com

Neben all den Herausforderungen, ist unser Leben mit Maxim und Nadeschda alles andere als nur schwierig und dramatisch, sondern meistens ganz bezaubernd und wunderbar. Deshalb blicke ich inspiriert von  Mirjam von Perfektwir  auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Ich bin so stolz auf meine beiden Schulkinder! Nadeschda ist in diesem Sommer eingeschult worden. Nun marschiert auch sie tapfer jeden Morgen in die Schule. Wie groß war meine Sorge, dass sie dort am Anfang ganz verloren ist. Wenn ich sie aber mittags in der Mensa beobachte, wenn sie sich so selbstverständlich ihr Essen holt, dann tut sie dies mit einer souveränen Selbstverständlichkeit, die mich sehr glücklich macht.
  2. Mein neues „Büro“ wird in zwei Wochen fertig sein. Wie sehr freue ich mich, dass ich bald wieder Ordnung in meinen Sachen habe und nicht mehr am Küchentisch improvisieren muss.
  3. Die ergreifende Lektüre von „My name is Leon“ von Kit de Waal. Es ist die Geschichte zweier Brüder, die in Pflege leben. Der kleinere Bruder wird von einer anderen Familie adoptiert, der ältere, Leon, bleibt bei der Pflegemutter. Erschütternd realistisch wird die Geschichte aus Sicht des neunjährigen Jungen erzählt. Für mich war es ein augenöffnender Blick in die Gefühlswelt von Adoptiv- und Pflegekindern.

Für heute bin ich dankbar und freue mich auf die neue Woche. Habt auch Ihr einen wunderbaren Start in den Montag!

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Charlottes Sonntagslieblinge (1)

A photo by Ben White. unsplash.com/photos/bS_O0N5oFbM

Ben White, unsplash.com

Im Moment stehen in meinem Blog viele schwere Themen an: Bindung, Vertrauen, Lernherausforderungen in der Schule, tägliche Konflikte und Machtkämpfe, Tobsuchtsanfälle, etc. Zum einen weil sie unseren Alltag doch immer einmal wieder dominieren, zum anderen weil sie mich in der Auseinandersetzung mit anderen Adoptivfamilien einfach beschäftigen und mich dazu bringen, mich dazu zu äußern. Das wird auch noch eine Weile so anhalten. Es ist ein wenig, als müsste eine Menge Aufgestautes raus. Doch unser Leben mit Maxim und Nadeschda ist alles andere als nur schwierig und dramatisch. Nein, ganz im Gegenteil. Und deshalb gibt es ab jetzt eine neuen Reihe: Charlottes Sonntagslieblinge!

Mirjam von Perfektwir  blickt freitags oft auf fünf Dinge zurück, für die sie dankbar ist. Mich hat sie damit auf die Idee gebracht, meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge von nun an jeden Sonntag aufzuschreiben. Dies ist für mich der Tag, an dem ich morgens dankbar auf die Woche zurückblicke und mich innerlich auf die am folgenden Tag beginnende Woche einschwinge. Meine Lieblinge sind immer drei ganz besondere Dinge, Ereignisse, Begebenheiten, die mein Leben als Adoptivmutter in der vorangegangenen Woche tief berührt haben. In dieser Woche waren das:

  1. Mein Sohn Maxim, der nach acht Wochen harter Arbeit und täglichem Üben nun lesen kann. Als wir an einem Nachmittag zu Freunden fuhren, las er mir eine halbe Stunde glockenklar im Auto aus seinem Lesebuch vor. Für mich ein kleines Wunder!
  2. Die Einschulung von drei befreundeten Adoptivkindern. Es bewegt mich in solchen Momenten, mit welchem Mut und mit welcher Tapferkeit, ja auch kämpferischer Hartnäckigkeit diese Kinder ihren Weg gehen, immer weiter und weiter, hoch hinauf zum Himmel streckend. Einfach bezaubernd.
  3. Die bereichernde Lektüre von „Survivaltipps für Adoptiveltern“ von Christel Rech-Simon und Fritz B. Simon. Ich hatte es schon vor Jahren gelesen und immer einmal wieder zur Hand genommen, um mir einzelnen Passagen noch einmal bewusst zu machen. Nun habe ich es noch einmal von Anfang bis Ende gelesen. Es ist und bleibt meine persönliche „Bibel“ für Adoptiveltern.

Ich bin dankbar und freue mich auf die neue Woche. Habt auch Ihr einen wunderbaren Start in den Montag!