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Charlotte’s Sonntagslieblinge (151)

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Photo by Waranya Mooldee on unsplash.com

Langsam aber allmählich kehrt so etwas wie Routine in unser Leben zurück. Zwar sind noch Ferien, aber ich sitze seit dieser vergangenen Woche halbe Tage wieder am Schreibtisch, arbeite an meinem Buch und bereite meinen Unterricht vor. Erstaunlicherweise bin ich doch schon recht weit gekommen in dieser Woche, auch wenn ich am Montag erst noch das Gefühl hatte, nicht wirklich in den Tritt zu kommen und diesen Berg, der vor mir lag, nie bewältigen zu können. Inzwischen ist die To Do Liste recht klein geworden. Das beruhigt. Ebenso liegt ein fleißiges Wochenende fast hinter uns. Das Haus für unsere drei zukünftigen Mitbewohner ist fast fertig gebaut, der Besuch in einem einschlägigen schwedischen Möbelhaus bescherte mir eine neue Kommode für unser Schlafzimmer, so dass ich endlich meinen Kleiderschrank etwas entlasten kann. Nun blicke ich zuversichtlich auf diesen Sonntag, freue mich auf unsere nun beginnende letzte Ferienwoche und bin dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Das Thema Haustiere stand ja schon bald seit Jahren auf der Agenda. Lange hieß es, es sollte ein Hund werden. Ich war mir klar darüber, dass es dann recht schnell „mein“ Hund werden würde. Auch wenn ich mir über die pädagogischen Vorzüge von Hunden durchaus bewusst bin, war es aber definitiv nicht mein favorisiertes Haustier. Mutig ließ ich mich aber auf ein Experiment ein: Für ein paar Tage hatten wir den Hund von Freunden zu Besuch. Eigentlich ein wunderbares Tier, und was mich am meisten begeisterte, die Hündin war sehr gut aufs Laufen und Joggen konditioniert. Denn schnell ließ die Begeisterung von Maxim und Nadeschda nach, mit dem Hund spazieren zu gehen („Och nee, Mama, ich war doch schon einmal mit…“), so dass ich meist mit meiner wunderbaren Laufgefährtin alleine imm bald unterwegs war. Die Entscheidung, dass wir wohl dann doch keinen Hund bei uns aufnehmen würden, traf meine Tochter. Als sie zum dritten Mal das große Geschäft der Hündin aufsammeln musste, schaute sie mich mit ekelverzogenem Gesicht an und sagte: „Ach, Mama, ich glaube, dann sind Hasen besser.“ So ziehen nun in ein paar Wochen drei Kaninchen bei uns ein. Was besonders schön ist, sie sind von dem Bauernhof, auf dem wir ein paar Mal im Jahr wunderbare Wochenenden mit anderen Adoptivfamilien verbringen. Mit Freude erfüllt mich vor allem, mit welcher Akribie und mit wie viel Engagement beide Kinder die Ankunft der Kaninchen planen und vorbereiten. Sie scheinen beide deutlich besser vorbereitet zu sein als ich. Aber das ist auch gut so, denn Maxim und Nadeschda sollen sich um die Kaninchen kümmern und nicht ich.
  2. Mein Buch schreitet voran. Das ist gerade mühselig und mein Mentor war gerade nicht so zufrieden. Aber ich trage seine Kritik mit Fassung, auch wenn dieser diese fehlte. Aber es hat für mich etwas den Druck herausgenommen. Noch habe ich Zeit und es wird mir auch gelingen, die letzten Seiten noch zu schreiben, wenn ich voll und ganz in meine Lehreraufgabe einsteige. Gerade übe ich mich in Gelassenheit. Und das ist gut so.
  3. Am Freitag war ich mit den Kindern einkaufen. Ganz langweilig, den allwöchentlichen Wochenendeinkauf und dann auch noch auf in den Baumarkt für eine neue Steckdose und Umzugskisten (für meine Sachen für die Schule). Am Ende sind wir aus dem Baumarkt mit ein paar Pflanzen für den Garten (Die Hitze hat dann doch Schwund produziert.), zwei Umzugskisten und einer neuen Türklinke für das Bauhaus der Kinder heraus marschiert. Auf uns zurück blickte eine begeisterte Kassiererin, die voller Bewunderung über meine Kinder war, die so tatkräftig mitgeholfen hatten. Im Supermarkt zuvor war es ähnlich, nur dass diese Kassiererin eher irritiert war, dass meine Kinder alleine loszogen, die Wassermelone nachzuwiegen, was wir vorher in der Obstabteilung vergessen hatten. Nichtsdestotrotz, ich war voll stolz über meine Kinder, die so umsichtig und mitdenkend mitgeholfen haben.

Habt einen wunderbaren Sonntag und kommt gut in die neue Woche!