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Charlotte’s Sonntagslieblinge (109)

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Photo by Cathryn Lavery on unsplash.com

Nun ist auch diese Woche geschafft. Kennt Ihr das? Es gibt so Wochen im Jahr, da ist man einfach froh, wenn sie glimpflich vorübergezogen sind. Diese war so eine. Nadeschda hat ihre OP gut überstanden und erholt sich zunehmend von ihr. Die Wunde heilt langsam aber gut. Wir harren derweil der Dinge, bis das pathologische Ergebnis vorliegt. Erst im Verlauf der kommenden Woche werden wir mehr wissen. Hoffentlich! Gleichzeitig sind nun auch unsere Ferien vorbei. Und ich weiß nicht, ob ich mich über die Rückkehr in den Alltag freuen soll, oder ob ich mir lieber wünschte, wir hätten jetzt noch einmal mindestens eine Woche schulfrei. Nach wie vor habe ich das Bedürfnis, mich mit meinen Kindern in unserem schützende und sichere Hülle unseres Zuhause zurückzuziehen. Dennoch bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Für die viele Unterstützung und Anteilnahme, die wir noch einmal in der vergangenen Woche erfahren haben. Nicht nur für Nadeschda, sondern vor allem auch für Maxim. Er war wirklich gut versorgt und hat die viele Zeit mit seinen Freunden in vollen Zügen genossen. So hatte er wenigstens das Gefühl, trotz allem doch auch schöne Ferien zu haben.
  2. Für die ruhigen Stunden mit Nadeschda Zuhause in den Tagen nach der Operation, in denen wir viel vorgelesen und Spiele gespielt haben.
  3. Für die Zeit, die ich trotzaltem noch gefunden habe, endlich einmal wieder in den Tagebüchern meiner Kinder zu schreiben. Das brannte mir schon so lange auf der Seele. Und es tat gut, endlich einmal wieder zu schreiben, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und mir die großen Dinge, die so oft unter den vielen kleinen Dingen des Alltags untergehen, noch einmal bewusst zu machen.

Habt einen schönen Herbstsonntag und kommt wohlbehalten in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (103)

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Photo by Hannah Tasker on unsplash.com

Diese Woche stellte eine kleine Ausnahmesituation in unserem beschaulichen Alltag dar. Denn meine amerikanische Mutter war vor ihrer Reise nach Schottland für ein paar Tage zu Besuch bei uns. Trotz Arbeit und Schule haben wir die Zeit mit ihr sehr genossen, haben kleine Ausflüge unternommen und uns hier und da Auszeiten von unserer Routine genommen. Es tat gut, sie einfach hier zu haben und für mich etwas mütterliche Fürsorge zu tanken, die mir meine biologische Mutter weder geben kann noch will. Vorhin habe ich Lyann zum Flughafen gebracht, von wo aus sie jetzt eine wunderbare Rundreise durch die schottischen Highlands antritt, ihr kleiner Traum seit mehreren Jahren. Ich glaube es gibt kein Buch über Schottland, das sie nicht gelesen hat und keine Serie, die in Schottland spielt, die sie ausgelassen hat. So bin ich in Gedanken bei ihr, hoffe, dass die Reise auch so traumhaft wird, wie sie sich das wünscht, und bin zugleich dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Meine amerikanische Mutter in meinem Leben zu haben, ist einfach ein großes Geschenk! Auch wenn wir uns nur einmal im Jahr sehen und uns auch nicht mehr so oft schreiben, wie vielleicht früher einmal, so ist es eine Wohltat zu wissen, dass sie da ist.
  2. Maxim hatte sich immer gesträubt, Englisch mit Lyann zu sprechen, auch wenn er sie bestens versteht. Doch bei diesem Besuch ging es dann auf einmal. Es war sehr niedlich zu beobachten, wie die beiden sich mit Worten und, wenn diese fehlten, mit Händen und Füßen unterhielten.
  3. Nadeschda hatte da nie Berührungsängste. Sie genoss es, Lyann in ihre Kochkünste einzuweisen. Da gab es dann strikte Vorgaben, wie der Salat zubereitet werden muss, oder der Gemüseauflauf auszusehen hat. Ich habe mich dann entspannt zurückgezogen und mich gefreut, dass ich einmal nicht für das Abendessen zuständig bin, getreu dem Motto „Zu viele Köche verderben den Brei.“

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und einen erfolgreichen Start in die neue Woche!

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Von Tagträumen – Oder Fürsorgearbeit ist nur im wirklichen Leben anstrengend …

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Photo by Marissa Price on unsplash.com

Wenn Richard und unsere Kinder morgens das Haus verlassen haben, um zur Schule zu fahren, dann kehrt endlich Ruhe ein und ich gebe mich manchmal meinen Tagträumen hin:

Während die Kinder längst in der Schule sind, trinke ich mit Genuss in aller Ruhe meinen ersten Kaffee. Der Staubsaugerroboter hat schon längst gesaugt, unser Waschmaschinenvollautomat legt  die zweite Ladung Wäsche, die Richard früh am morgen nachgefüllt hat, inzwischen von selbst in seine vier Körbe, einen für jedes Familienmitglied, zusammen. Es ist wunderbar, dass ich morgens lange schlafen kann, mein Mann sich mit Maxim und Nadeschda sich alleine morgens fertig macht, und ich mich wohlberuhigt einfach wieder umdrehen kann. – Ja, der Elternabend am Tag zuvor war lang und mühselig. – Richard weckt die Kinder, hilft ihnen beim Anziehen, macht die Brotboxen, bereitet das Frühstück vor. Auf leisen Sohlen verlassen dann alle drei das Haus, so dass ich noch ein wenig schlafen kann.

Den Vormittag beginne ich mit meinem täglichen Laufprogramm gekrönt von ein paar Yogaübungen zuhause. Anschließend bereite ich mir mein Soulfood-Müsli und versinke in einer meiner neuesten Buchentdeckungen. Am späten Vormittag habe ich einen Termin bei der Maniküre. Zuhause blättere ich die neuste Frauenzeitschrift durch, überlege was es abends zu Essen geben könnte und telefoniere mit zwei lieben Freundinnen. Maxim und Nadeschda sind bis zum frühen Nachmittag in der Schule. Dort essen sie, und sie haben dann auch schon ihre Hausaufgaben gemacht und das kleine 1 x 1 gelernt, wenn ich sie dann abhole. Scherereien mit der Schule haben wir nicht. Da sind die beiden wunderbar versorgt und sie meistern den Schulstoff ohnehin ganz großartig. Da müssen wir gar nicht Zuhause nachhelfen. Es zahlt sich eben schon aus, dass unsere Kinder auf eine Privatschule gehen.

Ich halte noch ein Schwätzchen mit anderen ebenso wie ich entspannten Müttern auf dem Schulhof, bevor wir dann nach Hause fahren, jeweils einen Freund und Freundin im Gepäck. Dort spielen die Kinder. Alle sehr friedlich und vorbildlich. Es gibt keine Streitereien, die Kinder räumen von selbst alles wieder auf, bevor sie sich einem neuen Spiel zu wenden. Ich sitze wieder im Garten und lese. Wie wunderbar! Meine Gedanken schweifen zu unserem nächsten Urlaub, und ich kann in Ruhe mit dem Reisebüro telefonieren, um die Eckdaten für unsere nächsten Ferien klarzuziehen. Nach den Sommerferien ist vor den Sommerferien…. Da muss man früh dran sein. Meine Mutter kommt überraschend vorbei, freut sich über ihre Enkel und stellt sich in die Küche und kocht ihnen ihr Lieblingsessen für den Abend. Zwischendrin sind die Kinder vom vielen friedlichen Spielen hungrig. Sie freuen sich über die von Omi selbst gebackenen Cupcakes und die von mir höchst persönlich aufgeschnittene Wassermelone und Gummibärchen.

Später am Abend werden Freund und Freundin von ihren Eltern abgeholt. Richard kommt nach Hause und bei einem Abendessen, dass sich wie von selbst auf den Tisch gezaubert hat – genau die Omi war ja da -, sitzen wir zusammen, erzählen, lachen. Zeit spielt keine Rolle. Heute wird es vielleicht ein wenig später, bis Maxim und Nadeschda im Bett sind. Aber das ist auch nicht so schlimm, denn sie kommen ja am nächsten Morgen wieder ohne Probleme aus dem Bett. Oder vielmehr, es braucht mich ja nicht zu interessieren, denn Richard weckt sie ja und macht sie für die Schule fertig….Und in der Schule sind sie dann schon wach und aufnahmebereit.

—— Hat einer von Euch wirklich geglaubt, dass so unser Alltag abläuft? Ich weiß noch nicht einmal, ob das erstrebenswert wäre. Kehrt alles, was ich geschrieben habe, ins Gegenteil um, und dann habt ihr die Realität, die so viele von Euch kennen (oder die ich zum Beispiel hier beschrieben habe). Dann ist jeder Tag ein Ritt, eine große Anstrengung. Das Pensum, was Mütter jeden Tag stemmen, ist gerade bei bedürftigen Kinder, egal in welcher Form, unermesslich. Und es wird Zeit, dass das gesehen wird! Deshalb ist es so wichtig, dass es Frauen wie Claire gibt, die dafür so hart kämpfen, dass Carearbeit endlich sichtbar wird. Und wertgeschätzt wird! Denn wir Mütter sitzen eben nicht den lieben langen Tag im Garten, lesen und lackieren uns die Nägel! Ganz im Gegenteil!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (97)

Kuh auf Alpe liegt im Gras, Bayern

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Kaum zurück aus dem einen Bergurlaub sind wir schon wieder im nächsten. Seit ein paar Tagen sind die Kinder und ich einmal wieder in unserem Lieblingshaus in den Bergen. Wunderbar ist es hier, wie immer. Tapfer waren wir in einem eiskalten Bergsee schwimmen, haben einen kleinen Gipfel erklommen und die Weite der Aussicht genossen. Auch wenn es hier nicht mehr ganz so ursprünglich ist, wie noch in den Schweizer Bergen, wo mich die viele mühevolle Handarbeit der Bergbauern sehr beeindruckt hat, so genießen wir auch hier die Natur in vollen Zügen. „Meine“ Kühe sind auch wieder da, und begrüßen mich jeden Morgen zu meinem ersten Kaffee. So bin ich an diesem Sonntag für diese drei Dinge dankbar:

  1. Nachdem wir nun zwei Drittel unserer Ferien rumhaben, sind Maxim und Nadeschda deutlich entspannter. Es zahlt sich aus, dass wir unser Programm egal ob zuhause oder unterwegs deutlich reduziert haben. Maxim’s Verspannungen im Nacken haben sich gelöst, von Kopfschmerzen und Schwindel keine Spur. Für mich ein Zeichen, doch noch einmal über unser Alltagsprogramm nachzudenken und noch ein Stück weiter zu reduzieren. Zumal die Schule nach den Ferien anziehen, und vor allem Maxim noch einmal mehr Unterricht haben wird.
  2. In diesen Freiräumen entwickelt sich auch bei den Kindern wieder sehr viel. So kam Maxim Zuhause auf einmal auf die Idee, sein Zimmer umzuräumen – was wr dann auch gemacht haben. „Mama, ich möchte jetzt eine Leseecke unter einem Vorhang haben. Wir haben doch da diese Stange. Und die könnten wir aufhängen, und dann kann ich dadrunter meinen Sessel stellen und mich unter einem Vorhang dann zurückziehen. Und mein Playmobiltisch muss auch woanders hin, so habe ich nicht genug Platz für die Cowboys auf der Koppel.“ Als ich das einer Bekannten erzählte, kommentierte sie schmunzelnd: „Er macht es sich eben auch gemütlich und sorgt für sich.“
  3. Nadeschda’s Lesebegeisterung steigt stetig. Zu gerne versinkt sie nun die Comics ihres großen Bruders und sucht nach Wörtern, die sie kennt. Und dies manchmal stundenlang.

Habt eine traumhaften Sonntag und kommt wohlbehalten in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (89)

happy family with two kids walking at sunset

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Noch ist das Haus ganz still. Richard ist mit den Kindern über’s Wochenende mit ein paar anderen Vätern und deren Kindern auf einen Bauernhof gefahren. Ich habe derweil wieder die Schulbank gedrückt. Mein letztes Wochenendseminar im Rahmen meiner Ausbildung. Schon bald ist es geschafft, in nur wenigen Wochen habe ich den Berg meiner Ausbildung überwunden und darf mich auf viele neue Perspektiven und viel geschenkte Zeit freuen. Ich bin gespannt, was das Leben für mich nach dem Sommer bereit hält. Doch jetzt bin ich erst einmal dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Freitag habe ich meine Seminararbeit präsentiert. Es war gut, dass ich mich vorher von dem Druck befreit habe, alles perfekt zu machen. In zehn Minuten Präsentationszeit kann man ohnehin nicht viel reißen. Und letztendlich wusste ich, dass ich gut im Thema drin bin. Dennoch war ich am Ende erleichtert, dass ich nun an diese Baustelle auch einen Haken machen kann.
  2. Den gestrigen freien Morgen habe ich genutzt und endlich auch meine Portfolioarbeit abgeschlossen. Irgendwann hatte ich auch hier beschlossen, es nicht zu übertreiben, sondern Nutzen und Aufwand in einem verträglichen Maß zu halten. Das tat gut. Und dennoch kann ich zufrieden sein, mit meinem Werk.
  3. Auch wenn ich selbst nicht viel Zeit Zuhause hatte, so freue ich mich nun doch, dass meine kleine Familie in den nächsten Minuten hier wieder eintreffen wird. Es war sehr still in diesen vier Wänden, und obwohl ich gerne auch einmal alleine bin, freue ich mich, wenn Richard mit Maxim und Nadeschda nun gleich die Bude wieder mit Lärm und ein wenig Chaos füllen.

Genießt noch einen erholsamen Sonntag! Und habt einen wunderbaren Start in eine erneut kurze Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (86)

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Photo by Sanah Savanna on unsplash.com

Ach, so eine Woche mit einem Feiertag hat doch etwas herrliches! Kurz einmal im Alltagstrott innehalten, eine Tag ohne Termine und Pläne verbringen. Das hat schon etwas. Ich freue mich darauf, dass uns der Mai noch ein paar weiterer solcher Wochen mit einem Feiertag bescheren wird. Und es ist gut, dass ich für dieses Jahr beschlossen habe, dass wir auch die anderen langen Wochenenden nicht dazu nutzen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben, um wegzufahren, sondern einfach die Ruhe Zuhause genießen. Dennoch waren die drei übrigen Tage der Woche arbeitsreich und am Wochenende musste ich wieder die Schulbank drücken. Doch ein Ende ist absehbar. Noch zwei Wochenendseminare und dann ist es endlich geschafft. So bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Hatte ich Euch schon erzählt, dass mein Sohn sich nun freiwillig morgens den Wecker auf sechs Uhr stellt, um genug Zeit zu haben, vor der Schule noch zu lesen oder zu spielen? Ja, in der Tat! Er selbst kam auf die Idee, als ihm klar wurde, dass er nicht lange schlafen und dann trotzdem noch vor der Schule lesen oder spielen kann. Nun steht er schon seit ein paar Wochen früh auf und macht sich dann ohne irgendeine Ermahnung oder Erinnerung von selbst rechtzeitig fertig. Seitdem ist unser morgendliches Leben um so ein Vielfaches entspannter.
  2. Nadeschda beschäftigt einmal wieder ihre Herkunft. Abends vor dem Schlafengehen kommen ihr immer mal wieder „alte“ Themen in den Sinn. Die müssen dann raus und geklärt werden. So auch in dieser Woche: „Mama, warum glaubt die Marie, dass Du nicht meine echte Mama bist?“ Als ich Nadeschda erneut erklärte, dass ich genauso ihre echte Mutter bin wie ihre russische Mutter, seufzte mein kleines Mädchen aus tiefstem Herzen, legte ihr Ärmchen um mich und sagte: „Da bin ich aber froh.“
  3. Auch meine zweite Seminararbeit ist nun so gut wie fertig. Noch einmal Korrekturlesen und dann kann auch diese in den Druck. Es ist so ein befreiendes Gefühl, dass sich meine Ausbildung nun wirklich bald dem Ende zuneigt.

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und einen wohlbehaltenen Start in die Woche!

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#bestofElternblogs im April

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Photo by Toa Heftiba on unsplash.com

Die liebe Anja von der Kellerbande  hat wieder aufgerufen, den meist gelesenen Post des vergangenen Monats zu benennen und zu teilen. Das mache ich diesmal wieder ganz besonders gerne, wenn auch wegen Ostern einen Tag später. Denn im März war es ein Beitrag, in dem ich mir einfach mal Luft machen musste und mich über die Haltung von so manchem, der Carearbeit, Fürsorgearbeit Zuhause, vor allem für Kinder, nicht ernst nimmt. Mir lag dieser Beitrag sehr am Herzen, und um so mehr habe ich mich gefreut, dass er so ungewöhnlich häufig auch gelesen wurde. Im März wurde von Euch „Mein Couch-Vormittag – Ironie und Realität der Fürsorgearbeit“ von Euch am meisten gelesen, in dem ich erzähle, was ich alles an einem Vormittag tue. Und ich mich eben nicht mit Freundinnen treffe, um vor lauter Langeweile Prosecco zu nippen….

Habt Dank fürs Lesen, Liken und Kommentieren, und ein besonderer Dank geht an Claire von mamastreikt, die mir den Impuls zu diesem Beitrag gab.