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Charlotte’s Sonntagslieblinge (148)

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Photo by Keith Luke on unsplash.com

Wow, unsere erste Urlaubswoche ging wie im Fluge vorbei. Wir sind wieder einmal in meiner zweiten Heimat, doch diesmal im hohen Norden der USA. Manchmal mutet es an einigen Plätzen an wie das Ende der Welt. Es erinnert mich ein wenig an die Einsamkeit, die Richard und ich einmal vor Jahren in Kanada erlebt haben. Dafür, dass unser Haus ein Stück des Weges weg vom Strand liegt, haben wir es doch gut getroffen. Meist wechseln wir Ausflüge ans Meer und ins Landesinnere ab. Zumindest in den ersten Tagen…. So bin ich an diesem Sonntag Morgen dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Auch wenn wir diesmal an einem für uns und die Kinder fremden Ort sind, so haben sie sich doch diesmal überraschend schnell an die neue Umgebung gewöhnt. Ja, mit jedem Jahr und mit jedem Urlaub geht es leichter für Maxim und Nadeschda, sich auf neue Umgebungen einzulassen und Veränderungen zu ertragen. Das sind die Momente, in denen ich mir wieder bewusst bin: „Ja, es wird leichter mit der Zeit, und langsam, langsam setzt etwas wie Heilung und innere Stabilität bei meinen Kindern ein.“
  2. Ich lese viel, und gleichzeitig macht die Landschaft hier und die neuen Eindrücke meine Kopf frei für neue Gedanken, Ideen und Impulse. Das tut gut. Themen, die ich lange in mir bewegte, scheinen jetzt eine Lösung zu finden. Und so fühle ich mich vor allem gestärkt für meine neue Aufgabe an der Schule.
  3. Auf dem Weg hierher waren wir für zwei Tage in einem wunderbaren Hotel an der Küste, das anmutete wie das „Hotel New Hampshire“ aus John Irvings gleichnamigen Roman. Das war großartig und sehr, sehr schön. Bisher hatte ich, bis auf eine einzige Reise, den Nordosten der USA eigentlich nur im Winter erlebt. Nun genießen wir die sommerlichen Brisen, den warmen Sand und farbenfrohe Landschaften.

Habt einen wunderbaren Sonntag, genießt die Ferien, wenn Ihr schon dürft, und habt einen wohlbehaltenen Start in die neue Woche.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (147)

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Photo by Aleksandr Eremin on unsplash.com

Die erste Ferienwoche liegt hinter uns. Nachdem sie überraschend harmonisch begann, und Maxim und Nadeschda (fast) ungewöhnlich friedlich und harmonisch bei Stimmung waren, zog dann doch wieder – hoffentlich nur vorübergehend – die Wut bei uns ein. Es war ja eigentlich abzusehen. Die Ferien bedeuten zwar auf der einen Seite eine große Verschnaufpause, doch auf der anderen Seite heißen sie nicht nur akut im Sinne von „Jetzt ist mal alles ein wenig anders“ Veränderung, auch wenn wir versuchen Routine und Struktur aufrechtzuerhalten, sondern genauso spüren die Kinder, und hier vor allem Nadeschda, dass auch nach den Ferien uns neue Veränderungen erwarten werden.  Ein neues Schuljahr, neue Dinge zu lernen in der Schule, und vielleicht auch, dass ich dann mit einer nahezu vollen Stelle an der Schule anfange zu arbeiten. Wohlmöglich ist letzteres noch ein wenig weit weg für die Kinder. Wahrscheinlich ist es in dieser Woche eher die Aufregung um unseren bevorstehenden Urlaub gewesen. Und die Ungewissheit, wie dort alles dann so wird. Neben der Tatsache, dass tatsächlich einfach die Umstellung in den Ferienmodus nicht so reibungslos von statten geht. So wachte Nadeschda in dieser Woche morgens auf und war der festen Überzeugung, dass sie in die Schule gehen muss… Um so mehr bin ich also für diese drei Sonntagslieblinge heute morgen dankbar:

  1. Struktur und Routine zahlen sich wirklich aus. Und manchmal muss man dann auch die vermeintlich „alte“ Struktur des Schulalltags aufrechterhalten: Dienstags war immer unser „Übfrei-Tag“, da er voll war mit nachmittäglichen Terminen – Musikunterricht und Therapien -. Nun hatten wir auch an diesem Dienstag nachmittags Termine, aber dazwischen wäre Zeit gewesen, um zu üben. Doch bei der Ankündigung der Übezeit argumentierten beide Kinder so überzeugend, dass ja Dienstag wäre und später noch – wie immer – die Therapietermine – und da gäbe es ja eigentlich keine Übezeit. In Gedanken an Rhythmus, Rituale und Gewohnheiten habe ich dann dem Wunsch der Kinder nachgegeben. Wir haben nicht geübt und für die Schule gearbeitet, sondern sie haben im Garten gespielt und ich habe ihnen bei einer Tasse Kaffee dabei zugesehen….Manchmal tut es auch gut, den Dingen seinen Lauf zu lassen.
  2. Nachdem am Montag erst einmal Alltagsorganisation über mich hereinbrach, habe ich mich an den anderen Tagen entschieden, nicht mein Buch weiter zu schreiben, sondern mich dem emotional dringlicheren Thema der Unterrichtsvorbereitung zu widmen. Ich werde in unseren Urlaub noch ein paar Bücher für mein eigenes Buch mitnehmen und es danach mit frischem Kopf zu Ende schreiben. Und die Unterrichtsvorbereitung nun bis zu den Herbstferien quasi vorerst abgeschlossen zu haben, ist ein beruhigendes Gefühl.
  3. Auch für unseren Urlaub sind nahezu alle Vorbereitungen getroffen. Ich muss jetzt nur noch die rausgelegten Kleidungsstücke und Dinge, die wir sonst noch so mitnehmen müssen, in die Koffer packen und dann darf es morgen losgehen. Auch dafür bin ich dankbar, dass wir wieder einmal einen unglaublichen Urlaub in den USA verbringen dürfen, in einem Jahr, in dem sich mein erster Aufbruch in die USA zum 30. Mal jährt.

Habt einen wunderbaren Sonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche!

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Adoptivkinder heilsam durch den Sommer bringen….(reloaded)

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Photo by Vanessa Bumbeers on unsplash.com

Nun haben sie begonnen, die langersehnten Sommerferien. Ruhe, kein Zeitdruck, weniger Termine und Verpflichtungen. Bevor wir in den Urlaub fahren, haben wir noch etwas Zeit Zuhause. Langsam können wir uns runterfahren vom vollen und manchmal turbulenten Alltag des vergangenen Schuljahres. Und dennoch gilt es auch wieder die richtige Balance zwischen Struktur und Routine auf der einen Seite und Freiräumen auf der anderen Seite zu finden. Ein gesundes Maß für einen heilsamen Rhythmus in den Ferien aufzubauen. Dabei denke ich an meinen Beitrag aus dem vergangenen Sommer zurück, in dem ich bereits schon einmal über die wirkungsvollen Tipps geschrieben habe, wie es gelingen kann, Adoptivkinder heilsam durch den Sommer zu bringen. Noch heute gelten sie für uns:

  1. Wir versuchen Struktur und Routine in weiten Teilen aufrechterhalten. Maxim und Nadeschda stehen zwar morgens ein wenig später auf als zu Schulzeiten, aber sie schlafen auch nicht bis in die Puppen. Abends gehen sie nach wie vor zeitig ins Bett.  Ja, vielleicht darf Maxim abends noch ein wenig lesen. Länger als zu Schulzeiten, aber auch nicht bis spät in die Nacht. Tagsüber muss ich – mit Ausnahme unseres Urlaubs – arbeiten. Zuhause. Mein Buch weiterschreiben, meinen Unterricht vorbereiten. Die Kinderfrau kommt, wieder in gleichbleibenden regelmäßigen Dosen. Genauso üben wir wieder jeden Tag über eine gewisse Zeitspanne. All das gibt Halt und Struktur.
  2. Bei allem was wir tun, bemühen wir uns noch einmal mehr als im vergangenen Sommer um kleine maßvollen Dosen von Aktivitäten. In den vergangenen Monaten haben wir noch einmal bewusst erfahren, dass vor allem Maxim kein Maß hat. So wie alle äußeren Eindrücke ungebremst in sein Inneres hereindrängen, so hat er nach wie vor kein gesundes Maß für die Dauer von Aktivitäten, für die Mengen an Essen, für eine gesunde Dosis zu lesen oder anderes zu tun. Körperliche Signale ignoriert er. Nach wie vor muss ich ihm Einhalt gebieten, ihn kontrollieren, damit er es egal in dem was er tut nicht übertreibt. Und so versuche ich unsere Tage so zu strukturieren, dass auch alle Aktivitäten ein gesundes Maß haben und nicht übertrieben werden. Das ist manchmal verdammt schwer, wachsam zu sein und wahrzunehmen, wann das Maß vor allem bei ihm wieder voll ist. Aber am Ende macht es uns das Leben leichter, denn Ferien und viel Zeit zusammen können wir nur genießen, wenn wir alle ausgeglichen und in der Balance sind.
  3. Ich diszipliniere mich und halte trotz der heißen sommerlichen Temperaturen die regelmäßigen Mahlzeiten Zuhause ein. Ja, meistens wird es Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu den gleichen Zeiten geben. Das schützt gleichzeitig vor zu viel Zwischendrin essen und vor allem auch vor zu viel Zuckerkonsum.
  4. Elektronische Medien haben bei uns auch wie vor nur in sehr geringem Maße Einzug gehalten. Und das wird auch so bleiben. Insofern stehen aktive Aktivitäten weiter im Vordergrund. Der große Pool, den wir im Garten haben,  trägt da sein übriges dazu bei. Nicht zuletzt auch, dass Nadeschda nun wirklich mit dem kOpf aus dem Wasser schwimmen kann.
  5. Ich selbst übe mich in Selbstfürsorge, suche auch Inseln für mich, um dann in der entsprechenden Verfassung zu sein, achtsam und gelassen auf meine Kinder eingehen zu können, wenn es ihnen nicht so gut geht. In diesem Jahr scheint es aber, als hätten sie selbst seit dem vergangenen Sommer sich in mehr Selbstfürsorge geübt. Die emotionalen Stimmungsschwankungen bleiben bisher aus, zumindest in einem eskalierenden Stadium. Denn schon vorher merken Maxim und Nadeschda, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen. Dann gehen sie lieber in ihre Zimmer und verharren dort für eine Weile, bevor die Emotionen überkochen.

Es bleibt mir zu Beginn der Ferien zu hoffen, dass sich diese Aspekte genauso wieder in diesen Ferien auszahlen wie sie sich in den vergangenen großen Ferien gelohnt und bewährt haben.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (146)

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Photo by Viko Mozara on unsplash.com

Endlich Ferien! Wir haben es geschafft für dieses Schuljahr! Auch wenn das nächste schon seine Schatten vorauswirft. Aber nun sind erst einmal Ferien. Sechs Wochen durchatmen, runterkommen, Routine aufrechterhalten und dennoch Luft zum Atmen schaffen. Mal sehen wie uns das gelingt. In der kommende Woche sind wir erst einmal Zuhause, ohne Programm. Ich habe davon Abstand genommen in den vergangenen Jahren, die Kinder gleich in irgendwelche Freizeitaktivitäten und Kinderbetreuungsangebote zu schicken. Nadeschda würde das ohnehin nicht wollen. Bei Maxim werde ich ab morgen zwei bis drei Tage das Programm „Mir ist so langweilig.“ aushalten müssen. Aber immer nur für zehn Minuten. Spätestens dann hat er etwas gefunden, womit er sich begeistert beschäftigen kann. Insofern schaue ich gespannt auf die kommende Woche und bin heute erst einmal dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Es war eine sehr dichte und volle letzte Schulwoche. Und das unter harten klimatischen Bedingungen. Und doch haben wir alles gut im Sinne von allen überstanden. Die Theaterproduktion war ein voller Erfolg, in der ich aber auch gelernt habe, mich nur gezielt einzubringen und dabei die Bedürfnisse meiner Kinder nicht aufs Spiel zusetzen. Grenzen ziehen, meine Aufgaben entschlacken und entrümpeln, Verantwortung delegieren und abgeben, das werden Themen sein, die mich nun auch durch die Ferien begleiten werden. Aber ich bin dankbar für die Erfahrungen aus der vergangenen Woche, dass das an vielen Stellen auch funktioniert.
  2. Ich bin froh, dass nun sechs Wochen ohne Schulprogramm auf uns warten. Vor allem auf sechs Wochen ohne die emotionalen Belastungen aus der Schule. Gerade die vergangenen Wochen des Schuljahres haben vor allem Nadeschda gebeutelt und belastet. Auch bei Maxim lief nicht immer alles reibungslos. Allein der Schimpfwortpegel war dramatisch erhöht und hat allein in den vergangenen zwei Tagen genauso wieder um ein erstaunliches Maß abgenommen. Das lässt mich hoffen und freuen auf ein paar Wochen in denen wir durchatmen und Kraft tanken können.
  3. Beide Kinder haben beruhigende Zeugnisse mit nach Hause gebracht. Aus schulischer Sicht scheinen beide auf einem guten Weg zu sein. Selbst wenn ich dies vorher schon geahnt hatte, so tut eine schriftliche Bestätigung doch auch gut. Nun gilt es, dies im kommenden Schuljahr beizubehalten, und beide Kinder in den Ferien weiter so zu stärken, dass sie in der Schule noch besser auf ihre inneren Ressourcen zurückgreifen können.

Kommt noch gut durch diesen Hitze geplagten Sonntag und startet wohlbehalten und gut in eine neue Woche.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (144)

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Photo by Jez Timms on unsplash.com

Erdbeeren. Ich habe dieses Bild von einer satten Erdbeere vor den Augen, dass mich diese ganze Woche begleitet hat. Trotz allem. Trotz viel Arbeit an der Schule. Die nächste und letzte Theaterproduktion für dieses Schuljahr hat begonnen, läuft aber gut. Denn ich hatte die Eingebung, zwei Schülerinnen, die extra nur für Maske, Requisiten und Kostüme eingeteilt sind, einfach in ihren „Job“ einzuweisen und sie dann machen zu lassen. In der Oberstufe darf so etwas funktionieren und es funktioniert. So freue ich mich darüber, habe Bilder von Erdbeeren im Kopf und bin an diesem Sonntag dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Wir waren Erdbeeren pflücken. Ganze sechs Kilo haben wir gesammelt. Die Kinder waren nach dem Sammeln erschöpft und wollten lieber spielen. So bleiben die Erdbeeren Richard und mir überlassen. Zum ersten Mal in Partnerproduktion putzen wir Erdbeeren, kochten sie zu Marmelade ein und produzierten Sirup, während unsere Kinder im Garten spielten. Auch nach bald 20 Jahren Ehe gibt es immer noch Raum für neue Erfahrungen…;-)
  2. In der Schule steuern wir auf die Ferien zu. Der Druck lässt etwas nach. Auch weil beide Kinder, wenn sie nicht mehr so unter Stress stehen, viel eher auf ihr Können und Wissen zurückgreifen können, fällt das tägliche Üben deutlich leichter. Manchmal lassen wir es nun auch mal ausfallen und gönnen uns kleine Pausen in unserem Alltag. Das tut gut!
  3. Maxims Klasse organisierte in der vergangenen Woche einen „Orientierungslauf“. Als Ersatz für den Sportunterricht hatten sie dies als Fach in der Schule gehabt. Die Lehrerin hatte sich zum Abschluss des Schuljahres überlegt, die Kinder selbst einen Orientierungslauf zu organisieren, mit allem, was dazugehört: Einladungen, Anmeldungen, Streckenplanung, Büfett, Urkunden etc. Bei den meisten Eltern – und ganz ehrlich auch bei mir – war zunächst das Gefühl „Oh Gott, noch ein Termin vor den Ferien…“ Doch dann war es wie so oft ganz im Gegenteil eine großartige Erfahrung. Die Kinder hatten eine perfekte Veranstaltung organisiert. Das machte viel Spaß, das zu beobachten. Und für eine knappe Stunde durch den Wald zu laufen und mit meiner Tochter die nächsten Stationen zu suchen, war eine überraschende Auszeit von allen To Do Listen, Alltäglichkeiten, die noch zu erledigen wären und Aufgaben an der Schule, die noch organisiert werden mussten. Es war eine Stunde pures Konzentrieren auf die Strecke und meine Tochter, die uns emsig durch den Wald lotste. Wunderbar!

Habt einen erholsamen Sonntag und kommt gut in die neue Woche! Unsere wird kurz sein, da noch ein Feiertag auf uns wartet. Das ist schön!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (135)

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Photo by Marco Ceschi on unsplash.com

Endlich sind sie da, die lang herbeigesehnten Ferien, die wir uns alle redlich verdient haben. Zwei Wochen durchatmen, ausschlafen, Ruhe tanken, Zeit Zuhause und auf Reisen genießen, lesen, spielen, Freunde sehen, und mal schauen, was sich noch so ergibt. Morgen fliegen Maxim und ich nun erst einmal für ein paar Tage nach Moskau. Wir sind gut vorbereitet. Und mindestens genauso gespannt auf all das, was uns dort erwarten wird, was die Eindrücke und Impulse dieser Stadt mit uns beiden machen werden. Doch vorerst bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Ich habe es tatsächlich geschafft, meine lange To Do Liste, die sich in den letzten Wochen aufgebauscht hatte, endlich vollständig abzuarbeiten. Einzig mein Fotobuch ist nicht fertig geworden. Aber vielleicht wird das ja noch in den dann verbleibenden Ferien.
  2. Beim Aufräumen und Ablage machen habe ich tatsächlich noch ein paar alte Arztrechnungen gefunden, die ich vergessen hatte, im vergangenen Jahr bei der Krankenkasse einzureichen. Die Rückzahlung bzw. kleine Finanzspritze wird meinem Konto gut tun. Und die Arbeit der Ablage hat sich auch noch bezahlt gemacht…
  3. Vor allem aber bin ich wieder einmal so unendlich dankbar für meine beiden Kinder, die mir das Schicksal geschenkt hat. Es ist schon unglaublich, was ich alles mit und von ihnen lernen darf. Neulich saß ich in einem ruhigen Moment in unserem Garten, also ich vom Laufen in den Feldern zurückkam und dachte bei mir: „Wie sich mein Leben doch in dem bald vergangenen Jahrzehnt, seitdem Maxim und Nadeschda bei uns sind, verändert hat. Nicht nur, dass ich Mutter geworden bin, und wir eine Familie. Mit ihnen habe ich mich auf einen völlig neuen Weg in meinem Leben begeben, auf dem ich inzwischen so viel bewegt habe. Ich habe eine zweite „Karriere“ als Lehrerin begonnen, habe ein Buch geschrieben und das zweite begonnen zu schreiben, ich belebe diesen Blog nun bald seit vier Jahren. Ich lerne Russland kennen und lieben, beschäftige mich mit den seelischen Nöten und Bedürfnissen von Kindern… das ist alles ganz schön viel, und ganz schön großartig.“

Habt einen erholsamen Sonntag, lasst die neue Woche gut beginnen und genießt die Ferien!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (109)

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Photo by Cathryn Lavery on unsplash.com

Nun ist auch diese Woche geschafft. Kennt Ihr das? Es gibt so Wochen im Jahr, da ist man einfach froh, wenn sie glimpflich vorübergezogen sind. Diese war so eine. Nadeschda hat ihre OP gut überstanden und erholt sich zunehmend von ihr. Die Wunde heilt langsam aber gut. Wir harren derweil der Dinge, bis das pathologische Ergebnis vorliegt. Erst im Verlauf der kommenden Woche werden wir mehr wissen. Hoffentlich! Gleichzeitig sind nun auch unsere Ferien vorbei. Und ich weiß nicht, ob ich mich über die Rückkehr in den Alltag freuen soll, oder ob ich mir lieber wünschte, wir hätten jetzt noch einmal mindestens eine Woche schulfrei. Nach wie vor habe ich das Bedürfnis, mich mit meinen Kindern in unserem schützende und sichere Hülle unseres Zuhause zurückzuziehen. Dennoch bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Für die viele Unterstützung und Anteilnahme, die wir noch einmal in der vergangenen Woche erfahren haben. Nicht nur für Nadeschda, sondern vor allem auch für Maxim. Er war wirklich gut versorgt und hat die viele Zeit mit seinen Freunden in vollen Zügen genossen. So hatte er wenigstens das Gefühl, trotz allem doch auch schöne Ferien zu haben.
  2. Für die ruhigen Stunden mit Nadeschda Zuhause in den Tagen nach der Operation, in denen wir viel vorgelesen und Spiele gespielt haben.
  3. Für die Zeit, die ich trotzaltem noch gefunden habe, endlich einmal wieder in den Tagebüchern meiner Kinder zu schreiben. Das brannte mir schon so lange auf der Seele. Und es tat gut, endlich einmal wieder zu schreiben, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und mir die großen Dinge, die so oft unter den vielen kleinen Dingen des Alltags untergehen, noch einmal bewusst zu machen.

Habt einen schönen Herbstsonntag und kommt wohlbehalten in die neue Woche!