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Charlotte’s Sonntagslieblinge (93)

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Photo by Maarten Deckers on unsplash.com

Wir haben Ferien! Seit Freitag! Endlich! Die Kinder haben sie mehr als herbeigesehnt. Nach dem Zirkuswochenende war das jetzt mehr als fällig. Die ganze Woche lief Nadeschda herum und wurde nicht müde zu fragen: „Wann sind endlich Ferien?“ Bei ihr merkt man so deutlich – oder vielleicht sind wir jetzt beim zweiten Kind einfach wachsamen und achtsamer – dass es gut ist, dass ein Schuljahr nur eben knapp ein Jahr ist. Mehr schaffen diese kleinen Wichte einfach nicht. Und vor allem die erste Klasse ist anstrengend. So anstrengend! Das haben wir Eltern glaube ich einfach verdrängt oder vergessen. Ich kann mich da nicht mehr daran erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich innerhalb der ersten Klasse auch noch umgezogen bin in eine andere Stadt und mitten zum Halbjahr noch einmal neu anfangen musste. Bei einer schrecklichen Lehrerin, bei der ich auch nichts gelernt habe. Das Ende vom Lied war, dass ich im ersten Halbjahr der zweiten Klasse keine Lust mehr hatte und die Schule verweigert habe. Meine Eltern hatten dann die schlaue Idee, mich aus der Klasse zu nehmen. Und die Schule hatte die noch schlauere Idee, dass ich ja anstatt in die Parallelklasse gleich in die dritte Klasse wechseln könnte. Das habe ich auch getan und mich mit viel Lernen Zuhause durchgeschlagen. Nun gut, das ist lange her. Heute kann ich sehr gut nachvollziehen, dass meine Kinder nun wirklich Ferien brauchen. Und dabei geht es eigentlich weniger ums Lernen, als um den Stress, den das soziale Miteinander bringt. Zumindest bei meinen Kindern…. Um so dankbarer bin ich an diesem Sonntag für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. In dieser Woche war ich quasi alleine mit Maxim und Nadeschda. Wie sonst meistens unter der Woche ohnehin. Denn Richard bringt zwar morgens die Kinder in die Schule, kommt aber abends erst nach Hause, wenn beide schlafen. In dieser Woche war er gar nicht da, sondern auf Dienstreise. Und nicht nur eine Nacht, sondern gleich drei am Stück. Um so begeisterter war ich, wie gut und organisch wir drei das hinbekommen haben. Morgens in unserer dann etwas anderen Routine, denn ich musste sie ja zur Schule bringen und blieb dann dort für meine Theaterproduktion.
  2. Meine Theaterproduktion lief gut, trotz vieler Widrigkeiten. Es ist schon einfach großartig, wenn man dann nach Wochen der Arbeit und Mühen sein Resultat auf der Bühne sieht, und auch noch großen Applaus erntet. Junge Heranwachsende, keine Kinder mehr, in einem Prozess zu begleiten, in dem sie an ihre Grenzen gehen und diese auch überschreiten, sich unbewusst dann doch selbst spielen, und ihnen dabei zu helfen, sich in Szene zu setzen, ist einfach eine wunderbare und sehr dankbare Aufgabe.
  3. Wir verbringen gerade noch ein wunderbar erholsames erstes Ferienwochenende mit meinem Patenkind, das wir später nach Hause bringen. Shoppen und ein wenig besondere Zeit zwischen Patenkind und Patentante und eine kleine Fussballparty mit Grillen, Popkorn, Chips bei Fussballspiel Schauen auf der Leinwand im Garten waren gestern einfach großartig! Für Spannung wurde ja dann doch auch auf dem Fussballplatz gesorgt.

Nun werde ich das große Patenkind einmal wecken, nachdem meine Kinder schon lange wach sind. Dann werden wir es nach einem gemütlichen Frühstück Heim bringen und noch einen wunderbaren Tag mit unseren Freunden verbringen. So habt auch Ihr einen großartigen Sonntag und einen wohlbehaltenen Start in die neue Woche, auch wenn bei Euch die Ferien noch ein wenig auch sich warten lassen!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (88)

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Roberto Nickson on unsplash.com

Was für eine Woche! Ich habe seit drei Wochen bei einer Theaterproduktion an der Schule mitgearbeitet. In dieser Woche waren dann von Donnerstag bis Samstag die Aufführungen. Oh man, was für ein Ritt und für ein Abenteuer. Aber am Ende ist alles gut gegangen und die Kinder dürfen stolz sein auf ihren Erfolg! Viele haben sich dann – irgendwann nach vielen, vielen mühseligen Proben – überwunden, sind über ihre Grenzen gegangen, haben das Stück und ihre Rollen angenommen, sind in eine andere Welt eingetaucht und habe sie als ihre verinnerlicht, verdaut und wieder neu zum Vorschein gebracht. Andere sind in ihren inneren Auseinandersetzungen – wie ich sie hier ansatzweise beschrieben habe – verharrt, doch die Gemeinschaft der Klasse hat sie letztendlich auch mitgetragen. Letztendlich auch für mich alles in allem eine großartige Erfahrung, auch wenn mich heute die Müdigkeit einfach übermannt und ich sehr dankbar bin, dass Pfingsten ist und morgen noch ein weiterer freier Tag. Doch trotz all dem geht auch unser Alltag weiter. Maxim und Nadeschda haben all das in den vergangenen Wochen gut mitgemacht – trotz einiger emotionaler Höhen und Tiefen, die wir hier durchaus am Nachmittag erlebten – , und somit bin ich heute vor allem für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Jedes Mal wieder geht mir das Herz auf, wenn ich mittags in die Mensa der Schule komme und Nadeschda mir freudestrahlend entgegenrennt und mich stürmisch umarmt.
  2. Besonders freue ich mich für Maxim, der nun – auch wenn wir gerade wieder auf eine neue Art Besuch von unserer guten alten Freundin haben – sich wirklich gut in der Schule macht. Noten gibt es ja an unserer Schule nicht, dafür „Sternchen“. Um so stolzer kam Maxim in dieser Woche gleich mit zwei „Sternchen“ an einem Tag nach Hause.
  3. Für meine lieben Freunde, die es auch gerade jetzt wieder aushalten, dass ich kaum oder gar keine Zeit habe, mich zu melden oder zu kümmern, und sie dennoch da sind. Da ist die eine, die unverhofft am vergangenen Wochenende vorbeikam und wir einen lauschigen Nachmittag spontan verbrachten, während unsere Mädchen spielten. Und da ist die andere, die sich schon vor Wochen den Oberarm gebrochen hat, ich es nicht geschafft habe, sie einmal zu besuchen und die dennoch da ist. Das ist einfach ein wunderbares großes Geschenk!

In diesem Sinne habt noch ein wunderbares Pfingstwochenende, eine erholsamen Feiertag und dann einen wohlbehaltenen Start in eine „kurze“ Woche!

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1000 Fragen an dich selbst – #5

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Photo by „thought catalog“ on unsplash.com

Und weiter geht es mit den nächsten 20 der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank. Zum Wochenbeginn geht es um Gesetzesverstöße, Freunde und gefallene Helden… Bei manchen Fragen bin ich mir nicht so sicher, was sie mit der Selbstfindung zu tun haben, andere regen tatsächlich zum Nachdenken an. Vielleicht ist es aber auch der fast nun routinierte Prozess, sich einmal in der Woche diesen Fragen zu stellen, der langsam in meinem Inneren eine sanfte Bewegung auslöst. Mal sehen… Doch lest selbst…

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest? Meine Kinder schrecklich vermissen.

82. Was hat dich früher froh gemacht? Was ist früher? Früher ohne Kinder war es vielleicht der Erfolg im Beruf, vielleicht aber auch, meine Ziele zu erreichen, und vor allem viel und weit zu reisen.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr? Mein Traumoutfit war ein königsblaues Samtballkleid, dass ich zusammen mit meiner „Ersatzmutter“ in den USA zu meinem ersten großen Ball gekauft habe. Mit passend gefärbten Schuhen und langen Handschuhen. Das besitze ich heute noch und es passt wahrscheinlich immer noch.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch? Ich habe keinen Nachtisch. Und neben meinem Bett steht nur der Wecker auf dem Fußboden.

85. Wie geduldig bist du? Gar nicht. Aber ich arbeite daran….

86. Wer ist dein gefallener Held? Meine Eltern. Als Kind habe ich tatsächlich geglaubt, dass sie Helden sind. Doch spätestens als junge Erwachsene habe ich gelernt, dass sie es eben nicht sind. Sondern im Gegenteil….

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst? Nein.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten? Durch meine vielen Auslandsaufenthalte sind meine Freundschaften immer wieder ins Wanken gekommen. Heute sind es tatsächlich zwei, die mich am längsten kennen. Eine Freundin aus meiner Schulzeit in den USA. Auch wenn wir mittlerweile selten schreiben, so wissen wir doch, wenn wir uns das nächste Mal sehen, werden wir wieder da beginnen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Und dann ist es eine Freundin, die mich seit Studienzeiten begleitet, die immer für mich da ist und die auch meine Trauzeugin ist.

89. Meditierst du gerne? Das würde ich gerne.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf? Gar nicht. Ich weiss, dass die Welt am nächsten Morgen irgendwie wieder besser aussieht.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch? Hatten wir die Frage nicht schon einmal? Oder war das in einer anderen Blogparade? Eins ist schwierig. Es gibt immer eines, dass zu meiner aktuellen Stimmung passt. Jetzt gerade wäre es „Die Erlöser-AG“ von Björn Kern. Ich weiß, das ist makaber, aber es passt zu meiner momentanen Situation.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What’s App? Habe ich nicht. Brauche ich nicht. Ich schreibe SMS und ich SPRECHE auch mit den Menschen, entweder persönlich oder am Telefon.

93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein? Heute leider „nein“, aber ich arbeite jeden Tag sehr stark daran, meine Neins kommunikativ anders zu verpacken.

94. Gibt es ein Gerücht über dich? Nein, nicht das ich wüsste. Und schon wieder ein Nein…

95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest? Da ich nicht wirklich arbeiten „muss“, sondern mein Mann hauptsächlich für unsere finanzielle Absicherung sorgt, wäre die Frage spannend, was wir machen würden, wenn er nicht mehr arbeiten muss. Ich glaube, dann würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, dass wir unsere Koffer packen und in die USA gehen.

96. Kannst du gut Auto fahren? Ja.

97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden? Immer weniger.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht? Vielleicht wäre ich wirklich gerne „verwegener“ gewesen, aber auf der anderen Seite ist das so anstrengend.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst? Alleine bin ich schon ewig nicht mehr ausgegangen. Und wenn Richard und ich mal alle paar Monate ausgehen, dann gehen wir eigentlich am liebsten gut essen. So dass wir reden können und eben lecker essen, ohne irgendein Genörgel neben dran….

100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen? Ja, als 17jährige. Ich habe mit meinem Vater auf einem Parkplatz das Autofahren für den Führerschein geübt und wir sind erwischt worden. Mein Vater musste damals 500 D-Mark spenden und ich musste 10 Stunden Kartoffel schälen in einer sozialen Einrichtung.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (62)

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Photo by John Mark Arnold on unsplash.com

Diese Woche stellte ein kleine Zäsur dar. Mein Praktikum endete Mitte der Woche. Und so kehre ich zurück in meinen „alten“ Alltag. Nach gut sechs Wochen, nehmen wir die Ferien im Herbst noch hinzu. Maxim und Nadeschda waren dann auch erst einmal krank, als hätten sie sehnsüchtig darauf gewartet, dass Mama nicht zwingend morgens aus dem Haus muss. Der Tag Auszeit tat uns dreien gut. Äußerlich bin ich nun sortiert für all das, was da kommen mag in den kommenden Wochen. Innerlich arbeitet viel in mir, verdaut aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen und harrt all dessen, was sich vielleicht bald zu einem konkreten Bild für das kommende Jahr zusammenfügen wird. Um so dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. In einem kurzen Moment der Stille und Ruhe bin ich dankbar und stolz auf all das, was ich in diesem Jahr bewältigt habe.
  2. Ich bin dankbar für meine wunderbaren Freundinnen, die immer wieder Verständnis haben, dass es lange Phasen in meinem Leben gibt, in denen ich unsere Freundschaften nicht so intensiv pflegen kann, wie ich das gerne möchte.
  3. Es fühlt sich gut an, einen Plan für die kommenden Wochen zu haben, der zum ersten Mal bewusst das Ziel hat, mit meinen Kindern eine ruhige Vorweihnachtszeit zu verbringen, die uns auch den Raum gibt, mehr Zeit zu haben, um einfach mal nur zu sein.

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und wohlbehaltenen Start in die kommende Woche.

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Charlottes Sonntagslieblinge (10)

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Ben White, unsplash.com

So schwer der Alltag als Mutter auch manchmal ist, das Leben kann so wunderbar sein, wenn man sich in einem stillen Moment einmal all der schönen Dinge und Ereignisse bewusst wird. Deshalb blicke ich inspiriert von  Mirjam von Perfektwir auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Ein arbeitsamer aber dann doch immer wieder wunderschöner „Tag der offenen Tür“, der in jedem Jahr an dem Wochenende vor dem ersten Advent in unserer Schule stattfindet, liegt hinter uns. Es war wunderbar, eine kleine Krippe aus Holz, Moss und mit Tannenzweigen mit Maxim zu bauen, in die jetzt in der Vorweihnachtszeit Maria und Josef mit dem allen anderen Figuren nach und nach einziehen werden.
  2. Wir haben heute unser traditionelles Knusperhäuschen dekoriert. Und wie fast in jedem Jahr – in den vergangenen sechs Jahren – war Katharina da, um bei der Dekoration Hand anzulegen mit den Kindern. Die Institutionalisierung einer Tradition ist geglückt. Was allerdings das größte Geschenk ist: Inzwischen sind vier Kinder anwesend und wir bauen zwei Häuser zusammen, für jede Familie eines. Denn auch meine liebe Freundin und Wegbegleiterin über all die Jahre hat inzwischen zwei wunderbare Kinder. Das war mal anders.
  3. Ja, in dieser Woche habe ich an all die Freunde gedacht, die mich in all den Jahren begleitet haben und begleiten. Und wie wunderbar das ist! Es sind diejenigen, die schon ewig da sind, da hat man meist kaum Kontakt im Alltag, aber wenn man sich sieht oder spricht, so selten das auch sein mag, da springt der Funke über. Es ist als würde man nahtlos daran anschließen, wo man vor Wochen, Monaten, Jahren aufgehört hat. Da geht es einfach nahtlos weiter. Und das ist einfach schön!

Wie jeden Sonntag, für heute bin ich dankbar und freue mich auf die neue Woche. Habt einen wunderbaren Start in die nächste Woche! – Der Advent naht!