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Yes, I am back… Charlotte’s Sonntagslieblinge (160) – Corona mit Adoptivkindern

happy family with kids walk at sunset beach

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Monatelang gehadert, gezweifelt, viel wollte, hätte, könnte, sollte… Nicht geschrieben, nicht erzählt, nicht gelesen auf anderen Blogs… Immer wieder festgestellt, dass ich es nicht mehr schaffe, mich um meinen Blog zu kümmern, weil nun andere Dinge in meinem Leben wichtiger sind (und viel Kraft und Energie kosten). Dennoch neue Follower, Nachfragen von Lesern „Wir vermissen Deinen Blog…“, Anfragen zu Artikeln und Buchbeiträgen. Dennoch so viele Ideen zu Beiträgen und die Einsicht, dass es wichtig ist, hier weiter zu machen. Erst vor ein paar Tagen in einem Austausch mit anderen Adoptiveltern, die den ganzen Abend an meinen Lippen hingen, merkte ich wieder, dass ich doch auch hier etwas mitgeben und teilen kann. Somit also ein neuer Versuch, ein erneuter Anlauf. Vielleicht auch für mich selbst, um ein Gegengewicht zu all den anderen Herausforderungen in meinem Leben zu haben. Mal sehen. Und so beginnen wir doch mit dem, was mir so oft am liebsten war und ist: Meine Sonntagslieblinge, meine wöchentliche Rückschau auf fünf Begebenheiten, für die ich dankbar bin. (Ich habe mich erst in dieser Woche an diese Übung erinnert. Unsere Konferenzen an der Schule verliefen in den vergangenen Wochen immer mit einer gewissen – im Moment wohl sehr nachvollziehbaren Anspannung. Die Stimmung war schlecht. Ich habe lange hin und her überlegt, wie wir als Lehrerkollegium in eine positive Haltung kommen, um mit einer guten Einstellung an notwendigen pädagogischen Themen zu arbeiten. Da kam sie mir die Dankbarkeit. Wie hier bei den Sonntagslieblingen, sollte jeder Kollege eine Begebenheit erzählen, für die er / sie in den vergangenen Tagen dankbar war. Es hat funktioniert…)

Doch bevor ich nun zu meinen Sonntagslieblinge übergehe, lasst Euch sagen: Es geht uns gut! Wir haben die bisherige Zeit der Isolation in der Coronakrise gut bewältigt. Wir sind gesund, wir haben keine Sorgen im Familien- oder Freundeskreis, wir bewältigen nun auch den Alltag mit der schrittweisen Lockerung. Doch alles ist sehr viel und manches Mal bin ich an meine Grenzen gestoßen. Dann war da dieser Artikel in einer großen deutschen Tageszeitung mit dem Tenor „Mutti schafft das schon…“ und dass man aufpassen muss, dass die Mütter nicht die Verlierer der Krise sind. Im ersten Moment dachte ich: Ja stimmt. Aber im zweiten Moment habe ich gedacht: „Nee, bestimmt nicht. Wenn einer die Verlierer sind, dann sind es die Männer in diesem Land, die sich nämlich am Ende der Krise eingestehen müssen, egal wie, ohne Mutti hätten sie das nie geschafft.“ Wenn wir Mütter nicht unser Schicksal durch die Krise einfach angenommen hätten und ohne Klagen Job, Homeschooling, Betreuung und Versorgung unserer Kinder über die Schule hinaus, einen deutlich aufwendigeren Haushalt und einen noch mehr erhöhten Organisationsaufwand in allen Belangen auf uns genommen hätten, dann wäre dieses Land einfach im Chaos versunken. Und die Proteste, die nun aufpoppen, hätten einen deutlich anderen Charakter gehabt. Ja, es gibt Väter, die sich nun in Zeiten der Coronakrise deutlich mehr Zuhause engagiert haben. So ist das bei uns auch. Aber grundsätzlich halte ich es mit der Aussage, die ich neulich gelesen habe: „45% der Männer sagen, sie würden sich im Homeschooling engagieren, 3% der Frauen bestätigen das.“ Die Hauptlast der Coronakrise liegt auf uns Müttern und die, die die Maßnahmen entscheiden, haben keine Ahnung von der Rolle, die wir Mütter per se erfüllen, und jetzt schon einmal gar nicht. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen, und all das Gerede über die Rückschritte in der Emanzipation ist gelinde gesagt Mumpitz. Im Gegenteil, am Ende müssen sich die Männer und Väter leider eingestehen, dass sie diese Corona-Krise ohne uns Mütter nie hätten bewältigen können. Also, weiter geht es, getreu dem Motto: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten…“ Somit hier meine drei Sonntagslieblinge für diese Woche:

  1. Allen voran bin ich dankbar für die erneute Erfahrung in den Wochen der Isolation, dass wir uns als Familie wirklich gut genug sind. Am Anfang war ich vielleicht noch mit Sorge erfüllt, ob wir die Zeit gut bewältigen können, so ganz auf uns alleine gestellt. Doch dann fiel mir irgendwann wieder ein, dass wir als Familie ja schon einmal so eine Zeit der Isolation hatten. Als wir damals vor nun gut 10 Jahren Maxim und Nadeschda aus Russland abgeholt und mit ihnen unser Familienabenteuer begonnen hatten, begaben wir uns in den ersten Wochen ebenso in soziale Isolation. Keine Besuche, keine Kontakte nach außen, keine Einkäufe – wenn dann einer von uns Eltern abends, wenn die die Kinder auf dem Weg ins Bett waren -, keine Freizeitaktivitäten, kein externes „Entertainment“. Wir kannten das also. Von dem Zeitpunkt an, wo ich mir dies wieder ins Gedächtnis rief,  freute ich mich über diese neu gewonnene Familienzeit. Tatsächlich war es auch so, dass wir schnell merkten, dass unsere Kinder diese Nähe und Enge der kleinen Familie ganz aufsogen. Die feste Tagesstruktur tat ihnen gut. Sie genossen, dass Richard Zuhause war. Das Bedürfnis nach Kontakten nach draußen gab es gar nicht. Wir vier waren uns genug. Und das war und ist nach wie vor wunderbar so!
  2. Die Coronazeit war und ist eine große Chance für meine Kinder. Dafür bin ich jeden Tag von neuem dankbar. Maxim und Nadeschda haben die Zeit Zuhause sehr genossen und wollten auch gar nicht mehr in die Schule zurück. „Mama, Du bringst uns das ja eh alles bei.“ Beide haben riesige Fortschritte gemacht. Ja, es hat sich ausgezahlt, dass wir schon vorher eine Struktur hatten, in der wir geübt und gelernt haben. Da war der Schritt in die „Zwergenschule“  nicht so groß. Ich habe meinen „Traum“ vom Homeschooling leben können, der mich in Vielem bestätigt hat. Auch wenn es anstrengend war, gerade in der Mehrfachbelastung. Doch mit ein wenig Wehmut sehe ich nun auch die langsame Rückkehr in eine neue Normalität, wie sie so schön genannt wird. Ob diese uns und vor allem meinen Kindern gut tun wird, wird sich weisen. Doch im Moment bin ich dankbar für diese Zeit, die wir in dieser Form gehabt haben.
  3. Langsam lichtet sich der Berg an Arbeit. Monatelang lebte ich nur im Homeschooling, eben nicht nur für meine Kinder sondern auch für meine über 30 Schüler*innen. Und es ging nicht darum, Arbeitspakete zu schnüren, das war noch der geringste Teil. Vielmehr bedurfte es in großen Teilen einer intensiven Betreuung und Begleitung über die Kommunikationskanäle, die uns noch blieben. Auch das war zeitintensiv und kostete viel Kraft. Social Distancing ergab sich in meinem Leben von ganz alleine, denn ich hatte noch nicht einmal Zeit mit meinen Freundinnen zu telefonieren oder mich mit ihnen auf anderen Wegen zu verbinden. Viele Kontakte lagen brach. Doch hier weiß ich, dass es vielen von ihnen auch nicht anders ging, sie nach wie vor da sind und mir mit genauso viel Verständnis begegnen wie ich ihnen.  Es tut gut zu wissen, dass es trotz aller Zwänge und Verpflichtungen noch „Räume“ gibt, wo man die Dinge einfach so laufen lassen kann, wie sie eben gerade sind.

Lasst es Euch nun gut ergehen, in dieser neuen Woche, die morgen beginnt. Habt einen guten und friedlichen Sonntag und startet wohlbehalten in die neue Woche. Bleibt gesund und zuversichtlich!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (121)

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Photo by Mara Ket on unsplash.com

Mit den ganzen Feiertagen, oder viel eher wie sie in diesem Jahr lagen, bin ich so manches Mal durcheinander gekommen. Am Neujahrstag brach ich irgendwann nachmittags in innere Hektik aus, weil ich für einen kurzen Moment dachte, ich müsse noch meine „Sonntagslieblinge“ schreiben, da mir auch gefühlt die Zeit zwischen dem vorangegangen Sonntag und dem Neujahrstag schon bald wieder wie eine ganze Woche vorkam. Irgendwie war alles ein wenig aus den Fugen. Sehr konnte ich Fundevogel’s Beitrag zu „Weihnachten … nicht für Weicheier“ nachempfinden, auch wenn unsere Weihnachtszeit wirklich ruhig war. Aber dennoch spürte man eine gewisse Anspannung bei unseren Kindern und vor allem den Verlust von Routine gepaart mit einer Überdosis Reize und Geschenke. Nach dem Neujahrstag kehrte tatsächlich kurzfristig etwas Routine in unseren Alltag ein. Doch nun sind wir an unserer dritten Etappe unserer Ferien, unserem alljährlichen Skiurlaub, angekommen. Während ich dies schreibe, blicke ich auf ein blütenweißes Alpenpanorama in den Schweizer Bergen. Langsam geht die Sonne über dem Tal auf und der neue Tag liegt vor uns. Gestern sind wir hier heile angekommen und nun werden wir später sehen, was dieser Urlaub für uns bereit hält. Es wird gut tun, in der Abgeschiedenheit das neue Jahr langsam zu beginnen, noch ein wenig Inne zu halten, ehe der Alltag wieder seine kräftigen Arme um uns schließt. So bin ich an diesem stillen Morgen, bevor das Geräusch der ratternden Lifte zu uns in die Wohnung dringt und es meine Kinder nach draußen in den Schnee treibt, dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Wir haben tatsächlich ein wunderschönes und ruhiges Silvesterfest mit zwei sehr lieben Freunden verbracht. Mir tat es gut, die Chance zu nutzen ( da beide Gäste sich am liebsten vegan ernähren), endlich einmal wieder in Kochbüchern zu schwelgen und vegan zu kochen. Es gab orientalische Küche mit einer persischen Neujahrssuppe und gefüllten Auberginen nach einem nordafrikanischen Rezept. Auch der orientalische Kuchen meiner Freundin zum Nachtisch hatte Suchtfaktor. Noch schöner waren allerdings die Gespräche und die träumerischen Ideen, die sich so bei Tisch entwickelten. Dann vielleicht doch ein Buchladen mit selbst geröstetem Kaffee, den unser Freund produziert, und selbst gebackenen Kuchen, den meine liebe Freundin so begeistert backt…? Uns drei verbindet neben vielem die Leidenschaft zu Büchern und so entstand diese Idee… Selbst wenn es nur bei der Idee bleibt, schön war es ohnehin. Und es war einfach ein wunderbares Gefühl, zusammenzusitzen, und auf einmal gemeinsame Ideen zu haben…
  2. Genauso tat es gut, auf dem Weg hier her bei unseren lieben Freunden im Schwarzwald Halt zu machen und einfach einen halben Tag und eine ganzen Abend gemütlich zusammen zu sein, sich zusammen zu finden und Stunden des Austausches unter gleichgesinnten Adoptiveltern zu pflegen. Möge es mehr davon in diesem Jahr wieder geben.
  3. Manchmal sind es auch die profanen Dinge des Lebens, für die ich so dankbar bin. Nach vielem Hin und Her hat Richard doch noch eine Dachbox für unser Auto aufgetrieben. So war das Packen und die Fahrt hier her doch um einiges entspannter.

So, Maxim und Nadeschda sind wach. Der Schnee und die Berge rufen! Habt einen wunderbaren Sonntag und einen guten Start in die neue Woche, für viele von Euch sicherlich in einen wohlgekannten Alltag nach der Ferienzeit. Möge er Euch gut gelingen!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (120)

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Photo by Paul Green on unsplash.com

Es war Weihnachten und daher ruhig auf diesem Blog. Nicht weil es mir an Themen mangelt, sondern weil ich mich bewusst dazu entschieden habe, diese besondere Zeit zwischen den Jahren meiner Familie und mir zu widmen. Schön und erholsam waren die Tage.

In den frühen Morgenstunden, wenn alle anderen noch schliefen, habe ich gelesen. Maxim Biller“s „Sechs Koffer“ habe ich endlich beendet, genauso wie Melanie Raabe’s „Der Schatten“. Beide mehr als lesenswert. Jetzt wartet Michail Bulgakov’s „Meister und Margarita“ in der Neuübersetzung von Alexander Nutzberg auf mich. Ich fliege ja mit Maxim im Frühjahr nach Moskau. Zeit sich vorzubereiten. Auch literarisch… Manchmal kam Maxim morgens verschlafen ins Wohnzimmer getapst, wo ich in meinem Sessel saß und las. Meist gesellte er sich mit einem seiner Bücher zu mir und las ebenso. Neben diesen stillen Momenten habe ich das getan, was ich oft zwischen den Jahren tue: Umräumen, ausmisten, neu gestalten. Das tat gut. War irgendwie befreiend, und wenn auch nicht viel weg gekommen ist, so doch zumindest die alten Wollmäuse, die schon seit langem hinter den nicht vorgerückten Regalen und Schränken ihr Dasein fristeten.

Bevor nun mein Sohn mit einem erneuten: „Mama, was machst Du da…?“ zu mir aus dem Wohnzimmer getroddelt kommt, denke ich an diesem letzten Sonntag in diesem Jahr an all die Dinge, für die ich nach diesem doch sehr sorgenvollen und manchmal schmerzhaften Jahr dankbar bin.  Aus den vielen Gedanken, die mir gerade dabei durch den Kopf gehen, sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. Ich bin so unendlich dankbar für meine beiden Kinder! Immer wieder und wieder! Dieses Jahr mit all seine Sorgen hat mir gezeigt, dass ich sie niemals missen möchte. Niemals!!! Erst vor ein paar Tagen habe ich mir ganz lieben Freunden zusammen gesessen, die ebenso ein Kind aus Russland adoptiert haben. Wir kamen irgendwie im Gespräch auf die Frage, ob wir heute wissend ob all der Schwierigkeiten und Herausforderungen noch einmal adoptieren würden. Und wir alle bejahten diese Frage ganz vehement. Ja, es ist schwierig und es ist herausfordernd, und es kostet mit all den Sorgen, die man sich macht, so viel Kraft. Vielleicht mehr Kraft als mit leiblichen Kindern. Doch auf der anderen Seite haben mir selbst unser zwei Kinder so viel gegeben. Erst vor ein paar Tagen stellte Richard so treffend fest: „Was für eine Entwicklung Du mit diesen zwei Kindern gemacht hast…“ Ja, und welchen Weg ich gegangen bin…. Das hätte ich mir nicht in meinen kühnsten Träumen ausmalen können.
  2. Viel zu selten machen Richard und ich uns bewusst, dass wir genauso dankbar sein können für unsere Zuhause, unsere kleine Familie und die wohlbehüteten Umstände, in denen wir leben, die uns viele andere Sorgen und Nöte ersparen, und uns auch die Freiheit geben, genau diesen Weg mit unseren Kindern zu gehen.
  3. Dankbar bin ich in diesen Tagen für unsere Freunde, die uns auch in schwierigen Zeiten die Stange gehalten haben, die für uns da waren, auch wenn wir nicht immer die besten Kontaktpfleger waren und sind. Wie stellte einer von ihnen an Weihnachten so schön fest: „Es ist doch egal, wie oft man sich sieht und wie oft man miteinander spricht. Die Hauptsache ist doch, dass man für einander da ist, in den Momenten, in denen es darauf ankommt.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein großartiges Silvesterfest und einen wohlbehaltenen und gesunden Start in das neue Jahr! Möge es für Euch vieles bereit halten, was Ihr Euch erhofft und wünscht.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (88)

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Roberto Nickson on unsplash.com

Was für eine Woche! Ich habe seit drei Wochen bei einer Theaterproduktion an der Schule mitgearbeitet. In dieser Woche waren dann von Donnerstag bis Samstag die Aufführungen. Oh man, was für ein Ritt und für ein Abenteuer. Aber am Ende ist alles gut gegangen und die Kinder dürfen stolz sein auf ihren Erfolg! Viele haben sich dann – irgendwann nach vielen, vielen mühseligen Proben – überwunden, sind über ihre Grenzen gegangen, haben das Stück und ihre Rollen angenommen, sind in eine andere Welt eingetaucht und habe sie als ihre verinnerlicht, verdaut und wieder neu zum Vorschein gebracht. Andere sind in ihren inneren Auseinandersetzungen – wie ich sie hier ansatzweise beschrieben habe – verharrt, doch die Gemeinschaft der Klasse hat sie letztendlich auch mitgetragen. Letztendlich auch für mich alles in allem eine großartige Erfahrung, auch wenn mich heute die Müdigkeit einfach übermannt und ich sehr dankbar bin, dass Pfingsten ist und morgen noch ein weiterer freier Tag. Doch trotz all dem geht auch unser Alltag weiter. Maxim und Nadeschda haben all das in den vergangenen Wochen gut mitgemacht – trotz einiger emotionaler Höhen und Tiefen, die wir hier durchaus am Nachmittag erlebten – , und somit bin ich heute vor allem für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Jedes Mal wieder geht mir das Herz auf, wenn ich mittags in die Mensa der Schule komme und Nadeschda mir freudestrahlend entgegenrennt und mich stürmisch umarmt.
  2. Besonders freue ich mich für Maxim, der nun – auch wenn wir gerade wieder auf eine neue Art Besuch von unserer guten alten Freundin haben – sich wirklich gut in der Schule macht. Noten gibt es ja an unserer Schule nicht, dafür „Sternchen“. Um so stolzer kam Maxim in dieser Woche gleich mit zwei „Sternchen“ an einem Tag nach Hause.
  3. Für meine lieben Freunde, die es auch gerade jetzt wieder aushalten, dass ich kaum oder gar keine Zeit habe, mich zu melden oder zu kümmern, und sie dennoch da sind. Da ist die eine, die unverhofft am vergangenen Wochenende vorbeikam und wir einen lauschigen Nachmittag spontan verbrachten, während unsere Mädchen spielten. Und da ist die andere, die sich schon vor Wochen den Oberarm gebrochen hat, ich es nicht geschafft habe, sie einmal zu besuchen und die dennoch da ist. Das ist einfach ein wunderbares großes Geschenk!

In diesem Sinne habt noch ein wunderbares Pfingstwochenende, eine erholsamen Feiertag und dann einen wohlbehaltenen Start in eine „kurze“ Woche!

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1000 Fragen an mich selbst #11

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Photo by rawpixel-com on unsplash.com

Montag, eine neue Woche beginnt und bevor ich mich gleich wieder mit meiner Seminararbeit beschäftige, gibt es zum Wochenbeginn die nächsten Runde der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der spannenden Blogparade von Johanna von Pinkepank. Heute geht es Freundschaften, Glück, das Erbe der Eltern, Streit und mögliche Geheimnisse…

201. Wie gut kennst du deine Nachbarn? Die einen zu gut, nämlich aktuell meine Mutter und mein Bruder. Mit den anderen hatten wir in unserer kinderlosen Zeit gelegentlich Kontakt, doch nun sind unsere Lebensstile zu unterschiedlich – ich brauche einfach meinen Schlaf und kann nicht mehr die Nacht zum Tage machen, und wiederum die Nachbarn gegenüber kenne ich kaum.

202. Hast du oft Glück? Grundsätzlich wahrscheinlich schon – auch wenn die Frage im Moment etwas absurd auf mich wirkt. Aber dennoch, sicherlich habe ich oft ein „glückliches Händchen“, wie man so schön sagt. Im großen und ganzen hat das Leben und das Schicksal es doch sehr gut mit mir gemeint.

203. Von welcher Freundin unterscheidest du dich am meisten? Irgendwie unterscheiden sich alle engen Freundinnen von mir, jede auf ihre Art. Und genauso verbinden uns unterschiedliche Gemeinsamkeiten. Diese Mischung macht ja den Reiz einer Freundschaft aus. Wenn die Unterschiede zu groß werden, fehlt in meinen Augen die Basis für eine gemeinsame Freundschaft.

204. Was machst du anders als deine Eltern? Oh, dafür reicht der Platz hier kaum aus. Das wäre mal einen eigenen Post wert. Ich glaube der entscheidendste Unterschied ist, dass ich meine Kinder bedingungslos liebe und keine Erwartungen an sie habe.

205. Was gibt dir neue Energie? Laufen, Lesen, Langeweile.

206. Warst du in der Pubertät glücklich? Nein. Ich habe still gelitten.

207. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht? Als wir im vergangenen Frühjahr aus den USA zurückgeflogen sind. Trotz Business Class konnte ich nicht schlafen, sondern habe gelesen.

208. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deinen Tagträumen? Mit Texten, die mir durch den Kopf gehen.

209. Blickst du dich oft um? Nein. Für mich gibt es kein Zurück, ich schaue nur nach vorne.

210. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich? Das variiert von Umfeld zu Umfeld, in dem ich mich bewege. In der Schule von Maxim und Nadeschda weiß niemand, dass ich diesen Blog habe. In der Akademie weiß niemand, dass Maxim und Nadeschda adoptiert sind. Meine Freundinnen wissen nicht immer alles aus meinem Alltag. Und je nachdem, wann sie in mein Leben getreten sind, wissen sie auch nicht alles aus meiner Vergangenheit. Es gibt also nicht wirklich die eine Tatsache, die niemand über mich weiß.

211. Worüber hast du mit deinem Partner immer wieder Streit? Über das Aufräumen. „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann….“ Nein, ganz so ist es nicht. Nur ist Richard’s Toleranz, was herumliegende Dinge angeht, nur so unendlich viel größer als meine.

212. Worauf freust du dich jeden Tag? Auf meine Kinder.

213. Welche Freundschaft von früher fehlt dir? Keine. Wenn sie heute nicht mehr da ist, dann passt sie auch nicht mehr zu mir und meinem Leben.

214. Wie gehst du mit Stress um? „Augen zu und durch.“ Ein wenig mehr Achtsamkeit würde mir aber sicherlich gut bekommen.

215. Gibst du dich gelegentlich anders, als du bist? Nein. Warum sollte ich mich verstellen?

216. In welchen Punkten gleichst du deinem Vater? Ich bin fast so früh grau geworden wie er.

217. Kann man Glück erzwingen? Nein. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg.

218. Welcher Streittyp bist du? Früher stumm und schweigend. Doch zunehmend werde ich auch laut. Und Türen schlagen hat manchmal etwas sehr befreiendes.

219. Bist du morgens gleich nach dem Aufwachen richtig munter? Nein, erst nach dem ersten Kaffee.

220. Wie klingt dein Lachen? Das fällt mir schwer, im Moment zu beantworten. Der Klang ist zur Zeit zu wenig präsent. So richtig laut und von Herzen habe ich in den Wochen nicht gelacht.

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1000 Fragen an dich selbst – #5

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Und weiter geht es mit den nächsten 20 der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank. Zum Wochenbeginn geht es um Gesetzesverstöße, Freunde und gefallene Helden… Bei manchen Fragen bin ich mir nicht so sicher, was sie mit der Selbstfindung zu tun haben, andere regen tatsächlich zum Nachdenken an. Vielleicht ist es aber auch der fast nun routinierte Prozess, sich einmal in der Woche diesen Fragen zu stellen, der langsam in meinem Inneren eine sanfte Bewegung auslöst. Mal sehen… Doch lest selbst…

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest? Meine Kinder schrecklich vermissen.

82. Was hat dich früher froh gemacht? Was ist früher? Früher ohne Kinder war es vielleicht der Erfolg im Beruf, vielleicht aber auch, meine Ziele zu erreichen, und vor allem viel und weit zu reisen.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr? Mein Traumoutfit war ein königsblaues Samtballkleid, dass ich zusammen mit meiner „Ersatzmutter“ in den USA zu meinem ersten großen Ball gekauft habe. Mit passend gefärbten Schuhen und langen Handschuhen. Das besitze ich heute noch und es passt wahrscheinlich immer noch.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch? Ich habe keinen Nachtisch. Und neben meinem Bett steht nur der Wecker auf dem Fußboden.

85. Wie geduldig bist du? Gar nicht. Aber ich arbeite daran….

86. Wer ist dein gefallener Held? Meine Eltern. Als Kind habe ich tatsächlich geglaubt, dass sie Helden sind. Doch spätestens als junge Erwachsene habe ich gelernt, dass sie es eben nicht sind. Sondern im Gegenteil….

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst? Nein.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten? Durch meine vielen Auslandsaufenthalte sind meine Freundschaften immer wieder ins Wanken gekommen. Heute sind es tatsächlich zwei, die mich am längsten kennen. Eine Freundin aus meiner Schulzeit in den USA. Auch wenn wir mittlerweile selten schreiben, so wissen wir doch, wenn wir uns das nächste Mal sehen, werden wir wieder da beginnen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Und dann ist es eine Freundin, die mich seit Studienzeiten begleitet, die immer für mich da ist und die auch meine Trauzeugin ist.

89. Meditierst du gerne? Das würde ich gerne.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf? Gar nicht. Ich weiss, dass die Welt am nächsten Morgen irgendwie wieder besser aussieht.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch? Hatten wir die Frage nicht schon einmal? Oder war das in einer anderen Blogparade? Eins ist schwierig. Es gibt immer eines, dass zu meiner aktuellen Stimmung passt. Jetzt gerade wäre es „Die Erlöser-AG“ von Björn Kern. Ich weiß, das ist makaber, aber es passt zu meiner momentanen Situation.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What’s App? Habe ich nicht. Brauche ich nicht. Ich schreibe SMS und ich SPRECHE auch mit den Menschen, entweder persönlich oder am Telefon.

93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein? Heute leider „nein“, aber ich arbeite jeden Tag sehr stark daran, meine Neins kommunikativ anders zu verpacken.

94. Gibt es ein Gerücht über dich? Nein, nicht das ich wüsste. Und schon wieder ein Nein…

95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest? Da ich nicht wirklich arbeiten „muss“, sondern mein Mann hauptsächlich für unsere finanzielle Absicherung sorgt, wäre die Frage spannend, was wir machen würden, wenn er nicht mehr arbeiten muss. Ich glaube, dann würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, dass wir unsere Koffer packen und in die USA gehen.

96. Kannst du gut Auto fahren? Ja.

97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden? Immer weniger.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht? Vielleicht wäre ich wirklich gerne „verwegener“ gewesen, aber auf der anderen Seite ist das so anstrengend.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst? Alleine bin ich schon ewig nicht mehr ausgegangen. Und wenn Richard und ich mal alle paar Monate ausgehen, dann gehen wir eigentlich am liebsten gut essen. So dass wir reden können und eben lecker essen, ohne irgendein Genörgel neben dran….

100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen? Ja, als 17jährige. Ich habe mit meinem Vater auf einem Parkplatz das Autofahren für den Führerschein geübt und wir sind erwischt worden. Mein Vater musste damals 500 D-Mark spenden und ich musste 10 Stunden Kartoffel schälen in einer sozialen Einrichtung.