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Charlotte’s Sonntagslieblinge (88)

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Roberto Nickson on unsplash.com

Was für eine Woche! Ich habe seit drei Wochen bei einer Theaterproduktion an der Schule mitgearbeitet. In dieser Woche waren dann von Donnerstag bis Samstag die Aufführungen. Oh man, was für ein Ritt und für ein Abenteuer. Aber am Ende ist alles gut gegangen und die Kinder dürfen stolz sein auf ihren Erfolg! Viele haben sich dann – irgendwann nach vielen, vielen mühseligen Proben – überwunden, sind über ihre Grenzen gegangen, haben das Stück und ihre Rollen angenommen, sind in eine andere Welt eingetaucht und habe sie als ihre verinnerlicht, verdaut und wieder neu zum Vorschein gebracht. Andere sind in ihren inneren Auseinandersetzungen – wie ich sie hier ansatzweise beschrieben habe – verharrt, doch die Gemeinschaft der Klasse hat sie letztendlich auch mitgetragen. Letztendlich auch für mich alles in allem eine großartige Erfahrung, auch wenn mich heute die Müdigkeit einfach übermannt und ich sehr dankbar bin, dass Pfingsten ist und morgen noch ein weiterer freier Tag. Doch trotz all dem geht auch unser Alltag weiter. Maxim und Nadeschda haben all das in den vergangenen Wochen gut mitgemacht – trotz einiger emotionaler Höhen und Tiefen, die wir hier durchaus am Nachmittag erlebten – , und somit bin ich heute vor allem für diese drei Sonntagslieblinge dankbar:

  1. Jedes Mal wieder geht mir das Herz auf, wenn ich mittags in die Mensa der Schule komme und Nadeschda mir freudestrahlend entgegenrennt und mich stürmisch umarmt.
  2. Besonders freue ich mich für Maxim, der nun – auch wenn wir gerade wieder auf eine neue Art Besuch von unserer guten alten Freundin haben – sich wirklich gut in der Schule macht. Noten gibt es ja an unserer Schule nicht, dafür „Sternchen“. Um so stolzer kam Maxim in dieser Woche gleich mit zwei „Sternchen“ an einem Tag nach Hause.
  3. Für meine lieben Freunde, die es auch gerade jetzt wieder aushalten, dass ich kaum oder gar keine Zeit habe, mich zu melden oder zu kümmern, und sie dennoch da sind. Da ist die eine, die unverhofft am vergangenen Wochenende vorbeikam und wir einen lauschigen Nachmittag spontan verbrachten, während unsere Mädchen spielten. Und da ist die andere, die sich schon vor Wochen den Oberarm gebrochen hat, ich es nicht geschafft habe, sie einmal zu besuchen und die dennoch da ist. Das ist einfach ein wunderbares großes Geschenk!

In diesem Sinne habt noch ein wunderbares Pfingstwochenende, eine erholsamen Feiertag und dann einen wohlbehaltenen Start in eine „kurze“ Woche!

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1000 Fragen an mich selbst #11

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Montag, eine neue Woche beginnt und bevor ich mich gleich wieder mit meiner Seminararbeit beschäftige, gibt es zum Wochenbeginn die nächsten Runde der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der spannenden Blogparade von Johanna von Pinkepank. Heute geht es Freundschaften, Glück, das Erbe der Eltern, Streit und mögliche Geheimnisse…

201. Wie gut kennst du deine Nachbarn? Die einen zu gut, nämlich aktuell meine Mutter und mein Bruder. Mit den anderen hatten wir in unserer kinderlosen Zeit gelegentlich Kontakt, doch nun sind unsere Lebensstile zu unterschiedlich – ich brauche einfach meinen Schlaf und kann nicht mehr die Nacht zum Tage machen, und wiederum die Nachbarn gegenüber kenne ich kaum.

202. Hast du oft Glück? Grundsätzlich wahrscheinlich schon – auch wenn die Frage im Moment etwas absurd auf mich wirkt. Aber dennoch, sicherlich habe ich oft ein „glückliches Händchen“, wie man so schön sagt. Im großen und ganzen hat das Leben und das Schicksal es doch sehr gut mit mir gemeint.

203. Von welcher Freundin unterscheidest du dich am meisten? Irgendwie unterscheiden sich alle engen Freundinnen von mir, jede auf ihre Art. Und genauso verbinden uns unterschiedliche Gemeinsamkeiten. Diese Mischung macht ja den Reiz einer Freundschaft aus. Wenn die Unterschiede zu groß werden, fehlt in meinen Augen die Basis für eine gemeinsame Freundschaft.

204. Was machst du anders als deine Eltern? Oh, dafür reicht der Platz hier kaum aus. Das wäre mal einen eigenen Post wert. Ich glaube der entscheidendste Unterschied ist, dass ich meine Kinder bedingungslos liebe und keine Erwartungen an sie habe.

205. Was gibt dir neue Energie? Laufen, Lesen, Langeweile.

206. Warst du in der Pubertät glücklich? Nein. Ich habe still gelitten.

207. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht? Als wir im vergangenen Frühjahr aus den USA zurückgeflogen sind. Trotz Business Class konnte ich nicht schlafen, sondern habe gelesen.

208. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deinen Tagträumen? Mit Texten, die mir durch den Kopf gehen.

209. Blickst du dich oft um? Nein. Für mich gibt es kein Zurück, ich schaue nur nach vorne.

210. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich? Das variiert von Umfeld zu Umfeld, in dem ich mich bewege. In der Schule von Maxim und Nadeschda weiß niemand, dass ich diesen Blog habe. In der Akademie weiß niemand, dass Maxim und Nadeschda adoptiert sind. Meine Freundinnen wissen nicht immer alles aus meinem Alltag. Und je nachdem, wann sie in mein Leben getreten sind, wissen sie auch nicht alles aus meiner Vergangenheit. Es gibt also nicht wirklich die eine Tatsache, die niemand über mich weiß.

211. Worüber hast du mit deinem Partner immer wieder Streit? Über das Aufräumen. „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann….“ Nein, ganz so ist es nicht. Nur ist Richard’s Toleranz, was herumliegende Dinge angeht, nur so unendlich viel größer als meine.

212. Worauf freust du dich jeden Tag? Auf meine Kinder.

213. Welche Freundschaft von früher fehlt dir? Keine. Wenn sie heute nicht mehr da ist, dann passt sie auch nicht mehr zu mir und meinem Leben.

214. Wie gehst du mit Stress um? „Augen zu und durch.“ Ein wenig mehr Achtsamkeit würde mir aber sicherlich gut bekommen.

215. Gibst du dich gelegentlich anders, als du bist? Nein. Warum sollte ich mich verstellen?

216. In welchen Punkten gleichst du deinem Vater? Ich bin fast so früh grau geworden wie er.

217. Kann man Glück erzwingen? Nein. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg.

218. Welcher Streittyp bist du? Früher stumm und schweigend. Doch zunehmend werde ich auch laut. Und Türen schlagen hat manchmal etwas sehr befreiendes.

219. Bist du morgens gleich nach dem Aufwachen richtig munter? Nein, erst nach dem ersten Kaffee.

220. Wie klingt dein Lachen? Das fällt mir schwer, im Moment zu beantworten. Der Klang ist zur Zeit zu wenig präsent. So richtig laut und von Herzen habe ich in den Wochen nicht gelacht.

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1000 Fragen an dich selbst – #5

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Photo by „thought catalog“ on unsplash.com

Und weiter geht es mit den nächsten 20 der „1.000 Fragen an Dich selbst“, der wunderbaren Blogparade von Johanna von Pinkepank. Zum Wochenbeginn geht es um Gesetzesverstöße, Freunde und gefallene Helden… Bei manchen Fragen bin ich mir nicht so sicher, was sie mit der Selbstfindung zu tun haben, andere regen tatsächlich zum Nachdenken an. Vielleicht ist es aber auch der fast nun routinierte Prozess, sich einmal in der Woche diesen Fragen zu stellen, der langsam in meinem Inneren eine sanfte Bewegung auslöst. Mal sehen… Doch lest selbst…

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest? Meine Kinder schrecklich vermissen.

82. Was hat dich früher froh gemacht? Was ist früher? Früher ohne Kinder war es vielleicht der Erfolg im Beruf, vielleicht aber auch, meine Ziele zu erreichen, und vor allem viel und weit zu reisen.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr? Mein Traumoutfit war ein königsblaues Samtballkleid, dass ich zusammen mit meiner „Ersatzmutter“ in den USA zu meinem ersten großen Ball gekauft habe. Mit passend gefärbten Schuhen und langen Handschuhen. Das besitze ich heute noch und es passt wahrscheinlich immer noch.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch? Ich habe keinen Nachtisch. Und neben meinem Bett steht nur der Wecker auf dem Fußboden.

85. Wie geduldig bist du? Gar nicht. Aber ich arbeite daran….

86. Wer ist dein gefallener Held? Meine Eltern. Als Kind habe ich tatsächlich geglaubt, dass sie Helden sind. Doch spätestens als junge Erwachsene habe ich gelernt, dass sie es eben nicht sind. Sondern im Gegenteil….

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst? Nein.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten? Durch meine vielen Auslandsaufenthalte sind meine Freundschaften immer wieder ins Wanken gekommen. Heute sind es tatsächlich zwei, die mich am längsten kennen. Eine Freundin aus meiner Schulzeit in den USA. Auch wenn wir mittlerweile selten schreiben, so wissen wir doch, wenn wir uns das nächste Mal sehen, werden wir wieder da beginnen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Und dann ist es eine Freundin, die mich seit Studienzeiten begleitet, die immer für mich da ist und die auch meine Trauzeugin ist.

89. Meditierst du gerne? Das würde ich gerne.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf? Gar nicht. Ich weiss, dass die Welt am nächsten Morgen irgendwie wieder besser aussieht.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch? Hatten wir die Frage nicht schon einmal? Oder war das in einer anderen Blogparade? Eins ist schwierig. Es gibt immer eines, dass zu meiner aktuellen Stimmung passt. Jetzt gerade wäre es „Die Erlöser-AG“ von Björn Kern. Ich weiß, das ist makaber, aber es passt zu meiner momentanen Situation.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What’s App? Habe ich nicht. Brauche ich nicht. Ich schreibe SMS und ich SPRECHE auch mit den Menschen, entweder persönlich oder am Telefon.

93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein? Heute leider „nein“, aber ich arbeite jeden Tag sehr stark daran, meine Neins kommunikativ anders zu verpacken.

94. Gibt es ein Gerücht über dich? Nein, nicht das ich wüsste. Und schon wieder ein Nein…

95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest? Da ich nicht wirklich arbeiten „muss“, sondern mein Mann hauptsächlich für unsere finanzielle Absicherung sorgt, wäre die Frage spannend, was wir machen würden, wenn er nicht mehr arbeiten muss. Ich glaube, dann würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, dass wir unsere Koffer packen und in die USA gehen.

96. Kannst du gut Auto fahren? Ja.

97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden? Immer weniger.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht? Vielleicht wäre ich wirklich gerne „verwegener“ gewesen, aber auf der anderen Seite ist das so anstrengend.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst? Alleine bin ich schon ewig nicht mehr ausgegangen. Und wenn Richard und ich mal alle paar Monate ausgehen, dann gehen wir eigentlich am liebsten gut essen. So dass wir reden können und eben lecker essen, ohne irgendein Genörgel neben dran….

100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen? Ja, als 17jährige. Ich habe mit meinem Vater auf einem Parkplatz das Autofahren für den Führerschein geübt und wir sind erwischt worden. Mein Vater musste damals 500 D-Mark spenden und ich musste 10 Stunden Kartoffel schälen in einer sozialen Einrichtung.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (62)

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Diese Woche stellte ein kleine Zäsur dar. Mein Praktikum endete Mitte der Woche. Und so kehre ich zurück in meinen „alten“ Alltag. Nach gut sechs Wochen, nehmen wir die Ferien im Herbst noch hinzu. Maxim und Nadeschda waren dann auch erst einmal krank, als hätten sie sehnsüchtig darauf gewartet, dass Mama nicht zwingend morgens aus dem Haus muss. Der Tag Auszeit tat uns dreien gut. Äußerlich bin ich nun sortiert für all das, was da kommen mag in den kommenden Wochen. Innerlich arbeitet viel in mir, verdaut aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen und harrt all dessen, was sich vielleicht bald zu einem konkreten Bild für das kommende Jahr zusammenfügen wird. Um so dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. In einem kurzen Moment der Stille und Ruhe bin ich dankbar und stolz auf all das, was ich in diesem Jahr bewältigt habe.
  2. Ich bin dankbar für meine wunderbaren Freundinnen, die immer wieder Verständnis haben, dass es lange Phasen in meinem Leben gibt, in denen ich unsere Freundschaften nicht so intensiv pflegen kann, wie ich das gerne möchte.
  3. Es fühlt sich gut an, einen Plan für die kommenden Wochen zu haben, der zum ersten Mal bewusst das Ziel hat, mit meinen Kindern eine ruhige Vorweihnachtszeit zu verbringen, die uns auch den Raum gibt, mehr Zeit zu haben, um einfach mal nur zu sein.

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und wohlbehaltenen Start in die kommende Woche.

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Charlottes Sonntagslieblinge (10)

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Ben White, unsplash.com

So schwer der Alltag als Mutter auch manchmal ist, das Leben kann so wunderbar sein, wenn man sich in einem stillen Moment einmal all der schönen Dinge und Ereignisse bewusst wird. Deshalb blicke ich inspiriert von  Mirjam von Perfektwir auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Ein arbeitsamer aber dann doch immer wieder wunderschöner „Tag der offenen Tür“, der in jedem Jahr an dem Wochenende vor dem ersten Advent in unserer Schule stattfindet, liegt hinter uns. Es war wunderbar, eine kleine Krippe aus Holz, Moss und mit Tannenzweigen mit Maxim zu bauen, in die jetzt in der Vorweihnachtszeit Maria und Josef mit dem allen anderen Figuren nach und nach einziehen werden.
  2. Wir haben heute unser traditionelles Knusperhäuschen dekoriert. Und wie fast in jedem Jahr – in den vergangenen sechs Jahren – war Katharina da, um bei der Dekoration Hand anzulegen mit den Kindern. Die Institutionalisierung einer Tradition ist geglückt. Was allerdings das größte Geschenk ist: Inzwischen sind vier Kinder anwesend und wir bauen zwei Häuser zusammen, für jede Familie eines. Denn auch meine liebe Freundin und Wegbegleiterin über all die Jahre hat inzwischen zwei wunderbare Kinder. Das war mal anders.
  3. Ja, in dieser Woche habe ich an all die Freunde gedacht, die mich in all den Jahren begleitet haben und begleiten. Und wie wunderbar das ist! Es sind diejenigen, die schon ewig da sind, da hat man meist kaum Kontakt im Alltag, aber wenn man sich sieht oder spricht, so selten das auch sein mag, da springt der Funke über. Es ist als würde man nahtlos daran anschließen, wo man vor Wochen, Monaten, Jahren aufgehört hat. Da geht es einfach nahtlos weiter. Und das ist einfach schön!

Wie jeden Sonntag, für heute bin ich dankbar und freue mich auf die neue Woche. Habt einen wunderbaren Start in die nächste Woche! – Der Advent naht!