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#ZweifelimHerbst: Herbstverzweifelt – von Zweifeln einer (Adoptiv-)Mutter

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Danke an Matthew Henry auf unsplash.com

Die wunderbare Susanne von HalloliebeWolke und Tanja von Krümel und Chaos haben zu einer Blogparade aufgerufen, die gerade so treffend zu meinem Leben passt. Auch wenn ich an den Tagen in den Bergen zum einen dazu gekommen bin, ein paar meiner belastenden Altlasten abzuarbeiten, aber auch neue kreative Energie geschöpft habe und an manchen Tagen – so wie am Dienstag – einfach dankbar sein konnte für mein Leben und vor allem für meine Kinder. Dennoch die Zweifel quälen mich. Vielleicht mache ich deshalb gerne mit bei dieser Blogparade #ZweifelimHerbst. Denn auch ich fühle mich ein wenig in „ZweifelHaft“, wie Tanja so schön schrieb. Manchmal habe ich das Gefühl, ich müsste mich daraus dringend befreien. Auch wenn ich weiß, dass ich am Ende diese Beitrags doch einfach die Zähne zusammenbeiße und wieder einmal genauso weiter mache wie bisher. Irgendwie geht es ja dann doch immer, Zweifel hin oder her.

In diesem Jahr kamen die Zweifel früher als sonst. In der Regel erwischt mich die Überforderung immer zum Jahreswechsel und nicht schon jetzt. Vielleicht hängt es in diesem Jahr mit der stürmischen Michaelizeit zusammen, der Zeit, wenn der Herbst sich ankündigt, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, wenn wir dem heiligen Michael, dem tapferen Drachentöter, gedenken. Manchmal glaube ich ja, dass an seinem Mythos etwas dran ist: Der heilige Michael, der gegen den Drachen gekämpft hat. Sinnbild für den Mut und den Kampf gegen das Böse, vor allem gegen die eigenen inneren bösen Mächte, die uns so oft quälen.

Sie sind also da, diese unbequemen Zwerge im Kopf, die einen den Alltag schwer ertragen lassen. „Warum machst Du das alles?“ „Warum tust Du Dir das an?“ „Wirst Du das wirklich schaffen?“ „Ist das alles nicht zu viel?“ „Wirst Du nicht irgendwann wie ein nervöses Wrack zusammenbrechen?“ „Und dann, was ist, wenn Du mal nicht mehr kannst? Wer ist dann für Deine Kinder da?“ „Was um Himmelswillen willst Du Dir denn noch beweisen?“ Ich weiß, dass diese Zwerge mich immer mal wieder besuchen. Und spannend ist, dass sie dies immer in der dunklen Jahreszeit tun. In diesem Jahr sind sie früh dran. Normalerweise kommen sie wie gesagt immer erst zum Jahreswechsel – wie auch hier schon geschrieben – , wenn die Weihnachtsanspannung nachgelassen hat. Aber auf die habe ich ja schon in diesem Jahr keine Lust mehr. Auf die Weihnachtsanspannung. Vielleicht haben die Zwerge sich deshalb nun die stürmische Michaelizeit ausgesucht.

Ja, in den letzten Wochen hatte ich oft das Gefühl, dass es wieder alles zu viel ist. Meine Arbeit, meine Ausbildung, mein Blog, mein Haus, mein Haushalt, meine ehrenamtlichen Verpflichtungen, mein Engagement an der Schule. Nein, nicht meine kleine eigenen Familie mit Richard, Maxim und Nadeschda. Nein, diese drei liebsten Menschen, sie sind mir nie zu viel! Doch merke ich, dass mir die Ruhe fehlt, richtig bewusst mit ihnen Zeit zu verbringen. Ungeachtet dessen, dass unser Alltag so durchgetaktet ist, dass wir zu wenig Zeit und Gelegenheit haben, die Seele einfach mal baumeln zu lassen. An manchen Tagen, gerade, wenn der Schlaf wieder zu wenig war, dann fehlt mir die Geduld, die Maxim und Nadeschda doch so sehr brauchen, gerade wenn es um unser tägliches Üben geht. Und das ist nicht gut.

Anstatt die Zeit, die die Kinder in der Schule sind, mit Arbeiten, Blog und Ausbildung zu verbringen – noch dazu Kraftraubende Abende unter der Woche und mindestens ein Wochenende im Monat, sollte ich vielleicht all dies sein lassen und mich stattdessen um mich kümmern. Nur um mich kümmern. Was wäre so verwerflich daran, meine Vormittage mit Schreiben und Lesen zu verbringen – da wir ja nun auf mein Geld auch nicht wirklich angewiesen sind -, Sport zu machen, abends früh schlafen zu gehen, damit ich dann ausreichend Kraft habe, für Maxim und Nadeschda die Mutter sein zu können, die ich so gerne für sie wäre? In meiner Kinderfreien Zeit in Ruhe alles zu erledigen, was es zu erledigen gilt, um mich dann in der Zeit, in der die Kinder da sind, mich voll und ganz meiner Familie zu widmen, ohne eben all die Dinge im Kopf zu haben, die dann doch noch erledigt werden müssen.

In den vergangenen Monaten, ja bald Jahren sind Dinge auf der Strecke geblieben, die mir Herzensangelegenheiten sind. Freunde habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Außer vielleicht meine Lieblingsfreundin hier in meinem Lieblingshaus in den Bergen. Aber andere soziale Kontakte und Freundinnen mal abends treffen? Fehlanzeige. Bücher habe ich nur noch wenige gelesen. Und wenn dann eher Fachliteratur. Aber so richtig Bücher, die einfach Spaß machen? Viel zu selten. Ich glaube, ich kann sie in diesem Jahr an einer Hand abzählen. Auch meine sportlichen Ambitionen sind auf der Strecke geblieben, bzw. kommen nicht richtig in den Gang. Hier geht es nicht darum, den nächsten Marathon laufen zu können, sondern morgens aufzuwachen und beweglich zu sein und mich nicht wie eine alte Frau zu fühlen, nur weil der Rücken einmal wieder meckert, weil ich Nadeschda herumtragen musste.

Manchmal habe ich mich in den letzten Wochen gefragt, ob meine Kraft und Energie noch lange genug ausreicht, um Maxim und Nadeschda gut in ihr Leben zu begleiten. Denn das steht außer Frage, dass dies meine oberste Lebensaufgabe und damit Priorität sein muss. Danach sollte ich alles in meinem Leben ausrichten und an nichts anderem. Allein meine zwei wunderbaren Kinder gut durch den Alltag zu begleiten und sie gut ins Leben zu führen. Alles, aber auch wirklich alles, Andere ist Nebensache und müsste hinter anstehen. Weder mir noch sonst irgendjemandem muss ich etwas beweisen. Allein eine gute und damit ausgeglichene, geduldige, fürsorgliche und stabile Mutter sollte ich sein. Mehr nicht und auch nicht weniger. Denn gerade meine Kinder brauchen mich als eben so eine Mutter, mehr als viele andere Kinder. Vielleicht. Dafür meine Kraft und Energie zu sparen und wieder aufzutanken, sollte in meinem Fokus stehen. Und nichts anderes. Vielleicht wollen mich meine Zweifelszwerge gerade daran erinnern.

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Muttersein reloaded – ein Rückblick auf mein Jahr als Adoptivmutter

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Erneut neigt sich ein weiteres Jahr dem Ende zu. Morgen steht das Christkind vor der Türe. Ich genieße diese Woche mit meinen Kindern zuhause, um die letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest zu treffen. Seit gestern mittag ist alles eingekauft. Der Christbaum steht auf der Terrasse und wartet darauf, ins Warme geholt und geschmückt zu werden. Die letzten Plätzchen und der Stollen sind gebacken. Alle Geschenke gebastelt und verpackt. In stiller Erwartung sehnen wir den Heiligen Abend herbei und ich vor allem dann die ruhigen Tage zwischen den Jahren, um inne zu halten, Ruhe zu tanken und Kraft zu sammeln für all die Aufgaben, die das neue Jahr bereit halten wird.

Oft habe ich in den letzten Tagen zurückgedacht an die vergangenen zwölf Monate. Hinter uns liegt ein Jahr mit vielen Ereignissen, Veränderungen und manchmal auch sehr belastenden Herausforderungen. An vielen Stellen habe ich mir zu viel zugemutet und selten ist es mir gelungen, langsam zu machen, zu entschleunigen, zur Ruhe zu kommen. Das Hamsterrad drehte sich weiter. Auch nach meiner Erkenntnis zur Überforderung im Herbst. Es war nicht gut, was ich mir zugemutet habe. Und mein Kräftekonto ist leer. Mehr denn je, weiß ich, dass ich an meiner Haltung etwas ändern muss. Ich muss nicht für alle zur Verfügung stehen. Oft habe ich das Gefühl – und es ärgert mich maßlos -dass viele Menschen in meinem Umfeld einfach über meine Zeit frei verfügen und keinerlei Rücksicht darauf nehmen, wie voll mein eigenes Tagesprogramm ist. Das darf ich nicht mehr zulassen. Ich muss meine Prioritäten neu setzen.

In einem waren meinen Prioritäten in diesem vergangenen Jahr klar. Meine Kinder Maxim und Nadeschda standen und stehen an allererster Stelle. Sie sind meine oberste Priorität. Alles andere muss sich hinten anstellen und für sie zurücktreten. Selbst mein Mann. Maxim und Nadeschda muss ich allen Raum geben, den ich ihnen nur geben kann. Wenn wir zusammen sind, tritt alles andere in den Hintergrund. Da fällt es mir auch nicht schwer „Nein“ zu sagen, andere Dinge abzulehnen. Der Blick zurück sagt mir, dass dies so gut und richtig ist. Wir drei haben in diesem vergangenen Jahr so viele Hürden gemeinsam genommen, die mich rückblickend mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.

Maxim und ich haben uns sprichwörtlich durch seine Versagensängste in der Schule gekämpft. Mit vielem, vielem konsequenten Üben kann er lesen und schreiben wie gemalt. Vor allem aber sitzt er nicht mehr vor einem Wort und sagt: „Das kann ich nicht.“ Dieser Satz scheint aus seinem Kopf verschwunden zu sein. Vielmehr sagt er jetzt: „ Guck mal Mama, das kann ich schon richtig gut!“ Das gleiche zeigt sich beim Trompete spielen. Und wenn ich daran denke, wie er im Sommer heulend vor Wut und Verzweiflung aus einem Ferienzirkusprojekt nach Hause kam, weil er das Jonglieren nicht gleich auf Anhieb hinbekommen hat, und jetzt in der Wehnachtsvorstellung des Schulzirkus wie ein Besessener das Diabolo geschwungen hat, so bin ich stumm und stolz vor Bewunderung für den Willen und den Ehrgeiz meines Sohnes.

Im Frühsommer hatte ich immer noch meine Zweifel, ob Nadeschda nicht völlig verloren in diesem großen Schulgebäude ist, wenn sie dort mit der Vorklasse beginnt. Schon nach wenigen Tagen marschierte sie mit einer Souveränität morgens durch den Eingang und mittags durch die Mensa, als hätte sie nie etwas anderes getan. Ich war mir nicht sicher, ob sie schnell Anschluss in ihrer Klasse findet. Schnell war sie aber im Mittelpunkt des Interesses von vielen anderen Mädchen in ihrer Klasse. Es erwärmt mein Herz, wenn ich sie mittags abhole und sie da Hand in Hand mit zwei bis drei anderen Mädchen steht und auf die Schaukel wartet. Im Ballett hat sie ihren ersten Auftritt gehabt, als Prinzessin in einem kleinen Märchen. Nun will sie auch Klavier spielen lernen. Jeder kleine Schritt in mehr Selbstständigkeit lässt mich immer wieder erstaunen.

Ich bin überzeugt davon, dass beide ihren Weg so weiter gehen konnten, weil sie hier Zuhause immer eine verlässliche Basis hatten. Eine Basis in mir und eine Basis in unserer so schrecklich gleichen Routine. Aber genau das hat sich bewährt. Keine Nachmittagsbetreuung, so wenig Unterstützung durch die Kinderfrau wie möglich, die Zeit nach der Schule gehört uns. Und sie verläuft inzwischen immer gleich: Ich hole beide von der Schule ab, Maxim und Nadeschda  haben Zuhause eine halbe Stunde Zeit sich auszuruhen, dann machen wir Hausaufgaben und üben. Manchmal bleibt danach noch Raum zum Spielen und Vorlesen, bevor wir zu einer der vielen nachmittäglichen Freizeitaktivitäten einer der Kinder aufbrechen. Wenn wir am frühen Abend zurückkehren, spielen wir oder lesen wir noch ein wenig oder sie schauen einen kurzen Film, bevor wir das Abendessen vorbereiten. So geht das jeden Tag. – In den letzten paar Monaten waren es zu viel Freizeitaktivitäten. Denn es kam immer etwas neues dazu, aber wir trauten uns nicht Anderes zu streichen. Das werden wir nun aber über die Weihnachtsferien tun. Denn wir alle haben gemerkt, dass die besten Nachmittage die sind, an denen wir nichts mehr vorhaben. Wir stattdessen den kurzen Moment des „Mir ist so langweilig.“ aushalten und warten, was daraus entsteht. Meist waren es kreative und tolle Dinge, die uns allen sehr viel Spaß gemacht haben. Aus Plätzchenteig wurden einfach kleine, große, dicke und dünne Engel geknetet, die Kinder veranstalteten Verkleidungsparties oder schminkten sich für Stunden im Bad. Maxim machte seine ersten architektonischen Zeichnungen von Bauernhöfen. Nadeschda nähte Wichtel oder Sandsäckchen.

Ja, wir hatten auch unsere Tiefen mit vielen Wutausbrüchen, vielen Verlassensängsten und immer wieder neuen Heimsuchungen der alten Kindheitstraumata. Das war anstrengend und kostete die Kinder und mich viel Kraft. Doch wenn ich zurückblicke, so wird mir klar, dass das Muttersein – ganz im Gegensatz zu unserem ersten Jahr – für mich an sich wenig ermüdend und kräftezehrend ist. Im Gegenteil: Für mich ist das Muttersein eine wohltuende Aufgabe, die mir innere Ruhe bringt, in de ich mich -meist- zufrieden fühle. Frustrierend ist es, wenn ich aufgrund meiner anderen Belastungen in meinem Umfeld meinen Kindern nicht mit der erforderlichen Ruhe und Gelassenheit begegnen kann, die sie verdienen. Dann kehrt das Gefühl der schlechten Mutter zurück. Doch wenn es mir gelingt, in der Zeit mit meinen Kindern all das auszublenden, ist es die Zeit mit Maxim und Nadeschda, die mich mit Freude und Energie füllt. Meine Kinder geben meinem Leben einen Sinn. Es ist mehr als ich je erwarten konnte oder zu hoffen gewagt habe. Wahrscheinlich war ich nie mehr Mutter mit Haut und Haaren als in diesem Jahr. Das ist es wert, darauf in Dankbarkeit zurückzublicken.

Möget Ihr ein erfülltes und gesegnetes Weihnachtsfest haben mit etwas Ruhe und Erholung zwischen den Jahren, in denen auch Ihr in Dankbarkeit auf viel Gutes, Schönes und Wunderbares zurückblicken könnt.

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Mehr im Einklang mit meinen Adoptivkindern (1) – Nadeschda

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Mit freundlicher Unterstützung von unsplash.com

Wenn der Druck meiner eigenen Überforderung nachlässt, lichtet sich der innere Nebel und der  Blick wird frei auf das, was wirklich wichtig ist. Wieder mehr im Einklang mit meinen Kindern zu sein, scheint das Thema dieser Woche zu sein. Erleuchtend war dabei ein Artikel einer amerikanischen Adoptivmutter zu „Attuning to Family Harmony“. Alex Chase schildert dort, wie sie mit mehr Achtsamkeit für das Verhalten ihres Adoptivsohnes zu mehr Harmonie im Familienalltag fand. Und allen voran stellt sie die Aussage, dass Adoptivkinder über ihr Verhalten sagen, was sie ertragen können und was nicht. Zeichen der Überforderung sind immer deutlich zu erkennen.

Nadeschda geht seit diesem Sommer in die Schule. Manchmal war ich versucht, mir einzureden, dass der Wechsel nicht so eklatant für sie ist, wie für ihren großen Bruder. Denn sie kannte das Schulgebäude, sie kannte die Abläufe, sie kannte ihre Lehrerin, wir waren oft gemeinsam in der Mensa essen, damit sie auch dieses Umfeld kennenlernt und erfährt, sich dort zurecht zu finden. Dennoch, die Veränderung ist groß für sie und fordert sie sehr. Sich im neuen Schulalltag zurecht zu finden, ist ein enormer Kraftakt für sie. Das habe ich nun verstanden. Sie hat es mir durch ihr Verhalten deutlich vor Augen geführt.

In den ersten Schulwochen lief alles noch am Schnürchen. Nadeschda ging gerne in die Schule, doch genauso freute sie sich, wenn ich sie abholte. Da ich wusste, dass nach dem Mittagessen eine weitere Betreuung am Nachmittag zu viel für sie sein würde, hatte ich uns alle nach den Ferien so organisiert, dass die Kinder zwar beide noch in der Schule essen, ich sie aber vor der Nachmittagsbetreuung abhole. Je länger der Schulalltag voranschritt, um so öfter zeigte sich bei Nadeschda, dass sie am Nachmittag zunehmend anhänglich wurde. Umso mehr verwundete es mich, als sie auf einmal in der Abholsituation mittags in der Schule immer öfter forderte, doch noch länger bleiben zu dürfen. Bis zu dem Punkt, dass sie sagte, sie wolle auch in die Nachmittagsbetreuung gehen. Das Schulgelände verließ sie nur unter Protest. Das hielt mehrere Tage an. Bis zu einem Mittag in der vergangenen Woche: Wieder wollte sie länger spielen, wieder konnte sie sich schwer von der Schule lösen. Ich liess sie noch ein paar Minuten spielen. Doch sie geriet in Streit mit zwei Klassenkameradinnen. Und auf einmal brach alles in ihr zusammen. Sie weinte nur noch verzweifelt, tobte erst, weil sie nicht nach Hause gehen wollte, schrie und schlug um sich, bis sie nur noch bitterlich auf meinem Schoß weinte und jammerte: „Ich will nach Hause, Mama.“ Bis zu diesem Satz hatten wir fast eine Stunde auf dem Schulhof gesessen.

Wieder musste ich an den Artikel denken. „If he couldn’t leave a birthday party, without a rage, he wasn’t ready to go in the first place.“ Ja, wenn Nadeschda den Schulhof nach dem Mittagessen nur unter Protest verlassen konnte, dann war der Zeitpunkt überschritten für sie. Dann war es einfach zu viel. Auch wenn sie mir verbal etwas anderes sagte. Erneut wurde mir bewusst, wie wichtig es in dieser Zeit ist, langsam zu machen, viel Ruhe in unserem Alltag walten zu lassen und meine Kinder erst einmal in ihrem neuen Lebensabschnitt ankommen zu lassen. Denn meine Kinder zeigen in ihrem Verhalten, was sie brauchen, nicht in ihren Worten.

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Der Fluch der Technik…

…oder wenn vielmehr die „Überforderungs-Demenz“ einsetzt, mit einem kranken Kind zuhause, einem Schulkind, was sich mit dem Wiedereinstieg nach den Ferien schwertut und Mama trotzdem arbeiten und sich um so vieles mehr kümmern muss. (Und dann auch noch bloggen will…) Manchmal wünschte ich, doch „Vater“ zu sein, oder vielleicht auch nicht. Warum? Das lest Ihr nun wirklich hier in meiner Kolumne zum Vaterglück.