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Charlotte’s Sonntagslieblinge (65)

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Photo by Mike Arney on unsplash.com

Oh, wie wunderbar, mein Wunsch wurde wahr und wir hatten eine verhältnismäßig ruhige Woche. Die nachmittäglichen Verpflichtungen nehmen im Moment ab. Stattdessen hatten wir viel Zeit Zuhause. Plätzchen wurden gebacken, Weihnachtsgeschenke gebastelt, die alljährliche Weihnachtsmarmelade produziert. Einfach schön! Es war fast ein wenig so, als hätten wir nun endlich die Zeit, die ich schon im Herbst so gerne mal mit den Kindern gehabt hätte. Und somit sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. Der Besuch des Nikolaus am Mittwoch Abend: Auch wenn nach Maxim nun auch Nadeschda nicht mehr daran glaubt, dass dies der „echte“ Nikolaus ist, so waren beide Kinder doch zu höflich, ihn das wissen NICHT zu lassen. Über die gefüllten Strümpfe haben sie sich dennoch gefreut.
  2. Vorlesen: Neben all der Weihnachtsbastelei haben wir wieder die Weihnachtsbücher herausgeholt und unheimlich viel vorgelesen. Mit warmen Kakao und Plätzchen auf dem Sofa. Herrlich! – Ich liebe einfach diese Adventsgeschichten…
  3. Mein neues Patenkind: Heute bin ich noch einmal Patentante geworden! Die 13-jährige Tochter von langjährigen Freunden hatte sich entschlossen sich konfirmieren zu lassen. Dafür musste sie sich nun erst noch taufen lassen. Und sie wählte mich als Patentante! Das hat mich riesig gefreut. Es war ein wunderbares  Fest. Und ich freue mich, dass ich nun mein Patenkind in den kommenden Monaten doch etwas öfter wiedersehen werde, als in den vergangenen Jahren.

Habt einen wunderbaren 2. Advent und kommt gut in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (63)

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Photo by Sanah Survana on unsplash.com

Eine gute Woche liegt hinter uns. Auch wenn gestern „Großkampftag“ mit dem Tag der offenen Tür in der Schule angesagt war, so verlief im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren die Woche davor recht entspannt. Auch ich habe nach vier Jahren in dieser Schulgemeinschaft dazu gelernt. Diesmal habe ich frühzeitig mit den Kinder gebastelt. Schon in den Herbstferien hatten wir unser „Pflichtbastelprogramm“ erledigt. Und das alles in Ruhe und mit viel Spaß. Nachdem ich mich in den Vorjahren immer mit den Essenspenden für das Büffet zwei Tage vor der Veranstaltung extrem gestresst hatte – in diesem Jahr hätte es uns aufgrund der Verantwortlichkeiten der Klassen meiner Kinder mit drei unterschiedlichen Speisen, die mitzubringen wären, „hart“ getroffen – , habe ich in diesem Jahr kurzer Hand beschlossen, unsere Kinderfrau mit dem Kuchenbacken zu beauftragen. So blieb mir nur der Salat und der war schnell gemacht. Insofern stand diese Woche trotz ganztägigem Einsatz an der Schule gestern, ein wenig unter dem Motto „geschenkte Zeit“. So sind dies meine heutigen drei Sonntagslieblinge:

  1. Am Montag hätte ich mit Nadeschda einen Hautarzttermin gehabt. Maxim war bei einem Freund. Vor Monaten hatte ich diesen Arzttermin ausgemacht und schriftlich rückbestätigt. Als wir in die Praxis kamen, hieß es: „Nein, den Termin haben wir gestrichen. Sie hätten ihn 14 Tage vorher rückbestätigen müssen.“ Ich: „Habe ich doch, sogar schon vor drei Monaten.“ Die Arzthelferin: „Nein, Sie müssen ihn genau 14 Tage vorher rückbestätigten.“ Nachdem meine Wut und Fassungslosigkeit verraucht war, nahmen Nadeschda und ich den Nachmittag so wie er war, gingen in eine Café, tranken warmen Kakao und kauften danach Dinge ein, die wir schon lange besorgen wollten, um den Nachmittag mit fast einer Stunde Schmökern und Stöbern in einer Buchhandlung zu schließen. Wunderbar!
  2. Anstatt die große Kuchenbackmaschinerie für die Schule anzuschmeißen, genossen Maxim, Nadeschda und ich einen wunderbaren Nachmittag, an dem wir unsere Weihnachtswichtelwerkstatt eröffnet haben. Die ersten selbst gebastelten Kleinigkeiten sind entstanden. Sehr schön!
  3. Der alljährliche Zirkusprobenmarathon hat begonnen. In einer Woche ist Maxim’s große Weihnachtsaufführung. Heute Nachmittag war die erste große Probe. Während Maxim trainierte, war Nadeschda bei einer Freundin eingeladen. So hatte ich zum ersten Mal seit langem einen ganzen Sonntag Nachmittag für mich allein. Und habe endlich einmal wieder gelesen. Herrlich!

Habt noch einen erholsamen Sonntag Abend und kommt wohlbehalten in die neue Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (17)

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Danke an pixabay

Die erste Woche in diesem neuen Jahr ist vorüber. Morgen beginnt die Schule wieder. Die Kinder und ich waren „fleißig“in dieser letzten Ferienwoche, haben viel gewerkelt, mein Büro weiter eingerichtet und die Kinderzimmer mit den neuen Spielsachen, die das Christkind gebracht hat, bereichert. Anderes Spielzeug musste dafür weichen. Frischer Wind tut gut. Meine to do-Liste wird kleiner und dennoch blieb Raum für viel Spielen und in den Tag Hineinleben. Das Leben kann so wunderbar sein, wenn man sich in einem stillen Moment all der schönen Dinge und Ereignisse bewusst wird, die kleinen Fortschritte sieht. Deshalb blicke ich inspiriert von  Mirjam von Perfektwir auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge der ersten Woche des noch so jungen Jahres:

  1. Ich bin dankbar für all die Zeit, die ich in den vergangenen Tagen mit meinen Kindern verbringen konnte. Gerade auch, weil wir so stinknormalen, ruhigen Alltag zusammen verbringen durften. Es war eine weise Entscheidung, in diesen Ferien Zuhause zu bleiben und nicht noch einmal zu verreisen.
  2. Wir haben in dieser Woche viel Vorgelesen. Wunderbare neue Bücher, die das Christkind gebracht hat. Und auch ich selbst habe endlich wieder, inspiriert durch Katja’s Buchrezensionen auf ihrem Blog home is where the boys are, begonnen zu lesen. Wie wunderbar! Es ist immer wieder ein Eintauchen in eine andere Welt, die einen aber manchmal auch an das eigene Leben erinnert.
  3. Glücklich bin ich über meinen neuen Kühlschrank. Ja, auch ich habe einen Spleen und der heißt „Orange“. Richard und ich sind einen kinderfreien Abend zwischen den Jahren durch unterschiedlichste Geschäfte getigert, auf der Suche nach einem orangenen Kühlschrank. Natürlich erfolglos. Wir haben ihn dann, bei Pasta und Prosecco beim Italiener sitzend online bestellt. Gestern wurde er geliefert und er ist ein Traum!

Möge das neue Jahr für Euch alle gut begonnen haben! Ich wünsche mir im Moment, dass unseres so sich weiterentwickelt, wie die erste Woche begonnen hat. Habt einen wunderbaren Wochenstart!

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Meine drei Wünsche für 2017

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Heute ist Heilige drei Könige. Der letzte Tag der Weihnachtszeit, das Ende der Rauhnächte. Angeblich geht das, was man in ihnen träumt, in Erfüllung in diesem nun angebrochenen neuen Jahr. Man könnte also heute den Beginn des Neuen setzen. Doch bin ich noch nicht so richtig in diesem neuen Jahr angekommen. Auf der einen Seite haben mich Tatendrang und der Ferienalltag in Beschlag genommen. Die Kinder und ich sind jeden Tag arbeitsam unterwegs, erledigen viel, üben wie immer etwas für die Schule und unsere Instrumente, spielen viel und Maxim und Nadeschda sehen nachmittags viele ihrer Freunde. Auf der anderen Seite weiss ich noch nicht, wo mich dieses neue Jahr hinbringen wird. So wie das vergangene soll es nicht mehr werden. Doch zeichnen sich bereits jetzt schon neue Herausforderungen – nicht nur mit Maxim und Nadeschda – ab. Und so kreisen meine Gedanken in den vergangenen Tagen immer noch um das alte Jahr und meine Lehren daraus. Damit das neue Jahr nicht eine Wiederholung des alten wird.

2016 war ein hartes Jahr. Ich habe auf zu vielen Baustellen kämpfen müssen, und dies gefühlt immer alleine. Mein „Arbeitstag“ hatte meist mehr als 16 Stunden und das auch am Wochenende. Oft mit wenig Schlaf, wenn eines der Kinder mich nachts rief oder von vorne herein bei uns im Bett schlief. Manchmal auch beide. Richard arbeitet nach wie vor viel, zu viel, steht selten zu Verfügung. Zumindest darf ich dankbar sein, dass er mir meine Ausbildung ermöglicht und freitags früher nach Hause kommt. (Auch wenn ich dann meine Zeit der Abwesenheit in Hausarbeit am folgenden Tag meist dranhängen darf.) Weitere familiäre Unterstützung haben wir nicht. Rückblickend kann ich zwar stolz sein auf all das, was ich geschafft habe. Aber all das hatte auch seinen Preis. Ich habe 1,5 Häuser umgebaut. Eines davon, während wir drin wohnten. Ich habe rund 170 qm Wohnfläche komplett neu eingerichtet. Ich habe mit meinem ehemaligen Arbeitgeber erfolgreiche Abfindungsverhandlungen geführt und mein Arbeitsverhältnis endgültig beendet. Gleichzeitig habe ich ein Buch zur Veröffentlichungsreife gebracht und eine Ausbildung begonnen. Daneben habe ich meinen depressiven Bruder bei uns aufgenommen und quasi einen Haushalt mit vier Kindern – zwei großen und zwei kleinen – geführt.

All das neben meiner Hauptaufgabe als Mutter meinen beiden bedürftigen Kindern voll bewusst, unterstützend und stärkend zur Seite zu stehen, sie durch ihr Leben zu begleiten, mit ihnen ihre Traumata zu überwinden. Mit ihnen jeden Tag zu „arbeiten“, ihnen mit viel Struktur und wiederholendem Rhythmus Sicherheit zu geben. Sie zu trösten, ihre Wutanfälle auszuhalten, ihre Ängste ernst zunehmen und für sie stark zu sein. Und dabei immer gelassen und ruhig zu bleiben und sie meine eigenen Sorgen und Ängste, meine Erschöpfung nicht spüren zu lassen. Das war nicht immer einfach. Und leider gab es auch Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, als Mutter zu versagen. So bei der Episode mit der Fleischwurst  oder auch bei meinem Zuspätkommen. Erst mit der Zeit ging es besser. Ich fügte mich voll und ganz in die Bedürfnisse meiner Kinder. Wenn wir zusammen waren, blendete ich alles andere aus. Da war ich nur für Maxim und Nadeschda da, blieb bewusst ganz bei ihnen. So wie ich es hier und hier geschrieben habe. Am Ende hat sich das ausgezahlt und ich darf voll Stolz auf eine bewundernswerte Entwicklung meiner Kinder zurückblicken.

Doch anderes blieb auf der Strecke. Ende November kam Daniel nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus. Ja, ich hatte in den Wochen davor wohl gesehen, dass es ihm in seiner Depression wieder schlechter ging. Aber ich wollte es nicht wahr haben. Manchmal glaubte ich, er müsse doch auch so „funktionieren“ können wie ich. Konnte er aber nicht. Der Strudel zog ihn immer weiter nach unten, bis er selbst zu Kleinigkeiten und Alltäglichkeiten nicht mehr in der Lage war. All das wollte und konnte ich mir nicht bewusst machen. Die Achtsamkeit, die ich meinen Kindern gegenüber zeigte, ließ ich bei meinem Bruder nicht walten. Wenn die Kinder in der Schule waren, pflügte ich einfach weiter durch mein Programm, dass trotzdem nicht weniger wurde. Für Daniel hatte ich keine Zeit. Genauso wenig wie ich mir selbst Momente gönnte, um inne zu halten, langsam zu machen. Sport steht als unerledigtes To Do noch nicht einmal auf meinen ungezählten Listen. Der Stapel ungelesener Bücher wird immer länger. Mal mit einer guten Freundin telefonieren selten möglich. Drei Grippen und Nasennebenhöhlenentzündungen habe ich in diesem Jahr weggedrückt, mit viel zu vielen Medikamenten. Ich weiß ja, wie ich unseren Hausarzt davon überzeugen kann, was ich jetzt dringend brauche. Mein Immunsystem liegt am Boden. Doch einfach einmal nichts tun, was ist das? Stattdessen immer weiter im Hamsterrad, jeden Tag von sechs Uhr morgens bis abends um elf.

Erst nachdem mich ein Gespräch mit Nadeschdas Klassenlehrerin  zunächst völlig aus der Bahn warf, merkte ich, dass ich nicht mehr so weitermachen darf. Ich muss für meine Kinder stark und gesund sein. Das ist das allerwichtigste. Dafür muss ich schauen, dass es mir selbst gut geht, dass ich auch einmal aussteige aus meinem Hamsterrad, innehalte, langsam mache, gar nichts tue. So wie ich für Maxim und Nadeschda schon erkannt hatte, dass wir viel mehr Zeit und Ruhe Zuhause brauchen und wir unseren Terminkalender entschlacken müssen, so sollte ich dies genauso für mich selbst tun. Aber wie trage ich das in meinen ganz persönlichen Alltag? Meine To Do Zettel werden irgendwie nicht kleiner. – Ich bin hin und her gerissen, ob ich mir nicht drei gute Vorsätze für 2017 vornehme: 1. Laufen gehen, 2. mehr als sieben Stunden nachts schlafen und 3. alle zwei Wochen ein gutes Buch lesen (Katja von home is where the boys are hat so wunderbare Buchempfehlungen). Auf der einen Seite könnten sie mich zwingen, tatsächlich mehr Ruhe in meinem Leben walten zu lassen. Auf der anderen Seite habe ich die Sorge, mich nur wieder noch mehr unter Druck zu setzen. Vielleicht nenne ich sie einfach „Meine drei Wünsche für 2017“. Dann haben sie weniger etwas zwanghaftes. Sie dürfen in Erfüllung gehen, müssen es aber nicht….

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (16)

Boy and girl make a wish

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Wieder ist ein ganz besonderer Sonntag, ein Sonntag, der das neue Jahr eröffnet! Wie ein weißes Blatt liegt es nun vor uns und wartet darauf mit vielen bunten, fröhlichen aber auch sicherlich wieder herausfordernden und lehrreichen Episoden beschrieben zu werden. Ein ereignisreiches Jahr ist gestern Nacht zu Ende gegangen, mit vielen Höhen und Tiefen. Mit Spannung erwarte ich nun den Beginn des neuen, freue mich darauf, wenn es in den kommenden Wochen Fahrt auf nimmt und mich mit wie auch immer gearteten Momenten beschenkt. Inspiriert von  Mirjam von Perfektwir blicke ich nun gleich zu Jahresbeginn auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche zwischen den Jahren, die für uns viele ruhige Momente bereit hielt. Es war ein wenig innehalten, Zeit anhalten, zur Ruhe kommen. Um so mehr bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Die Zeit zwischen den Jahren gab mir die Chance auf das zurückliegende Jahr zu blicken. Voller Bewunderung und Dankbarkeit schaue ich vor allem auf die wundersame Entwicklung, die Maxim und Nadeschda in den vergangenen Wochen und Monaten genommen haben. Wie viel innere Sicherheit und Stabilität Maxim gefunden hat, wie viel Souveränität und Eigenständigkeit Nadeschda entwickelt hat. Welch ein Geschenk, diese zwei kleinen Wesen so wachsen sehen zu dürfen.
  2. Dankbar und stolz bin ich auf all das, was ich in diesem vergangenen Jahr habe bewältigen können, auch wenn es mich manchmal an meine Grenzen gebracht hat.
  3. Und an dieser Stelle sollte dies auch einmal erwähnt werden: Heute sind all meine Leser, die mich jeden Tag wieder begleiten und mir zeigen, dass es sich so lohnt, diesen Blog zu schreiben, meine absoluten Sonntagslieblinge! Danke Euch allen für Euer Interesse, für Eure Kommentare und die Inspiration Eurer eigenen Blogs! Ich freue mich auf mehr in diesem neuen Jahr.

Habt alle einen guten und wunderbaren Start in das neue Jahr! Möge es Euch all das bringen, was Ihr Euch erhofft und wünscht.

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Charlottes Sonntagslieblinge (15)

Weihnachtskarte

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Was für ein besonderer Sonntag, der 1. Weihnachtsfeiertag! Eine meist ruhige und friedliche Adventszeit liegt hinter uns in der die Kinder und ich uns in Ruhe geübt haben. Gerade in der vergangenen Woche haben wir noch einmal viel gebastelt, gemalt, gebacken. Das Haus ist erfüllt von Tannenduft und Stollengeruch. Wir lasen Weihnachtsbücher und hörten weihnachtliche Musik. Eine friedliche Woche liegt hinter uns. Deshalb blicke ich inspiriert von  Mirjam von Perfektwir auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Weihnachtswoche. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge:

  1. Maxim und Nadeschda haben ihren ersten eigenen Stollen gebacken. Danach war die Küche zwar ein absolutes Chaos, aber der Spass, den sie hatten, war es wert.
  2. Die Kinder und ich haben einen formidablen Weihnachtsbaum geschmückt. Doch nicht nur haben wir ihn geschmückt, nein, wir mussten ihn ja auch noch einstielen. Da ist es doch gut, dass Maxim so viel handwerkliche Begabung hat und er so richtig zu packen kann. Ein paar Ästchen musste er noch absägen, was er auch vorher mit einem ganz männlichen „Lass mal Mama, ich mach das schon.“ kommentierte und loszog, um seine Säge zu holen. Nadeschda schmückte sich mit einer Goldgirlande und stand lächelnd vor mir: „Guck mal Mama, ich bin ein Weihnachtsbaum.“
  3. Wir hatten wirklich einen wunderbaren und besinnlichen Heiligabend. Das Geheimnis in diesem Jahr: Kein Kind nahm an irgendwelchen Krippenspielen teil, sondern wir waren diesmal passive Genießer. Und die Kinder und ich waren morgens zur Einstimmung in unserem „Malort“, wo Maxim und Nadeschda ohnehin zweimal im Monat zum Malen hingehen. In diesem Jahr wurde ein Weihnachtsspezial angeboten und wir nahmen es war. Das war fantastisch, denn so mussten alle Weihnachtsvorbereitungen am 23. Dezember abgeschlossen sein und wir könnten uns in Ruhe und malerisch auf den Heiligabend vorbereiten.

Habt alle ein ganz zauberhaftes Weihnachtsfest noch, genießt die Festtage im Kreise Eurer Familien und Freunde und erholt Euch gut zwischen den Jahren!

„Fröhliche Weihnachten!“

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Muttersein reloaded – ein Rückblick auf mein Jahr als Adoptivmutter

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Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Erneut neigt sich ein weiteres Jahr dem Ende zu. Morgen steht das Christkind vor der Türe. Ich genieße diese Woche mit meinen Kindern zuhause, um die letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest zu treffen. Seit gestern mittag ist alles eingekauft. Der Christbaum steht auf der Terrasse und wartet darauf, ins Warme geholt und geschmückt zu werden. Die letzten Plätzchen und der Stollen sind gebacken. Alle Geschenke gebastelt und verpackt. In stiller Erwartung sehnen wir den Heiligen Abend herbei und ich vor allem dann die ruhigen Tage zwischen den Jahren, um inne zu halten, Ruhe zu tanken und Kraft zu sammeln für all die Aufgaben, die das neue Jahr bereit halten wird.

Oft habe ich in den letzten Tagen zurückgedacht an die vergangenen zwölf Monate. Hinter uns liegt ein Jahr mit vielen Ereignissen, Veränderungen und manchmal auch sehr belastenden Herausforderungen. An vielen Stellen habe ich mir zu viel zugemutet und selten ist es mir gelungen, langsam zu machen, zu entschleunigen, zur Ruhe zu kommen. Das Hamsterrad drehte sich weiter. Auch nach meiner Erkenntnis zur Überforderung im Herbst. Es war nicht gut, was ich mir zugemutet habe. Und mein Kräftekonto ist leer. Mehr denn je, weiß ich, dass ich an meiner Haltung etwas ändern muss. Ich muss nicht für alle zur Verfügung stehen. Oft habe ich das Gefühl – und es ärgert mich maßlos -dass viele Menschen in meinem Umfeld einfach über meine Zeit frei verfügen und keinerlei Rücksicht darauf nehmen, wie voll mein eigenes Tagesprogramm ist. Das darf ich nicht mehr zulassen. Ich muss meine Prioritäten neu setzen.

In einem waren meinen Prioritäten in diesem vergangenen Jahr klar. Meine Kinder Maxim und Nadeschda standen und stehen an allererster Stelle. Sie sind meine oberste Priorität. Alles andere muss sich hinten anstellen und für sie zurücktreten. Selbst mein Mann. Maxim und Nadeschda muss ich allen Raum geben, den ich ihnen nur geben kann. Wenn wir zusammen sind, tritt alles andere in den Hintergrund. Da fällt es mir auch nicht schwer „Nein“ zu sagen, andere Dinge abzulehnen. Der Blick zurück sagt mir, dass dies so gut und richtig ist. Wir drei haben in diesem vergangenen Jahr so viele Hürden gemeinsam genommen, die mich rückblickend mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.

Maxim und ich haben uns sprichwörtlich durch seine Versagensängste in der Schule gekämpft. Mit vielem, vielem konsequenten Üben kann er lesen und schreiben wie gemalt. Vor allem aber sitzt er nicht mehr vor einem Wort und sagt: „Das kann ich nicht.“ Dieser Satz scheint aus seinem Kopf verschwunden zu sein. Vielmehr sagt er jetzt: „ Guck mal Mama, das kann ich schon richtig gut!“ Das gleiche zeigt sich beim Trompete spielen. Und wenn ich daran denke, wie er im Sommer heulend vor Wut und Verzweiflung aus einem Ferienzirkusprojekt nach Hause kam, weil er das Jonglieren nicht gleich auf Anhieb hinbekommen hat, und jetzt in der Wehnachtsvorstellung des Schulzirkus wie ein Besessener das Diabolo geschwungen hat, so bin ich stumm und stolz vor Bewunderung für den Willen und den Ehrgeiz meines Sohnes.

Im Frühsommer hatte ich immer noch meine Zweifel, ob Nadeschda nicht völlig verloren in diesem großen Schulgebäude ist, wenn sie dort mit der Vorklasse beginnt. Schon nach wenigen Tagen marschierte sie mit einer Souveränität morgens durch den Eingang und mittags durch die Mensa, als hätte sie nie etwas anderes getan. Ich war mir nicht sicher, ob sie schnell Anschluss in ihrer Klasse findet. Schnell war sie aber im Mittelpunkt des Interesses von vielen anderen Mädchen in ihrer Klasse. Es erwärmt mein Herz, wenn ich sie mittags abhole und sie da Hand in Hand mit zwei bis drei anderen Mädchen steht und auf die Schaukel wartet. Im Ballett hat sie ihren ersten Auftritt gehabt, als Prinzessin in einem kleinen Märchen. Nun will sie auch Klavier spielen lernen. Jeder kleine Schritt in mehr Selbstständigkeit lässt mich immer wieder erstaunen.

Ich bin überzeugt davon, dass beide ihren Weg so weiter gehen konnten, weil sie hier Zuhause immer eine verlässliche Basis hatten. Eine Basis in mir und eine Basis in unserer so schrecklich gleichen Routine. Aber genau das hat sich bewährt. Keine Nachmittagsbetreuung, so wenig Unterstützung durch die Kinderfrau wie möglich, die Zeit nach der Schule gehört uns. Und sie verläuft inzwischen immer gleich: Ich hole beide von der Schule ab, Maxim und Nadeschda  haben Zuhause eine halbe Stunde Zeit sich auszuruhen, dann machen wir Hausaufgaben und üben. Manchmal bleibt danach noch Raum zum Spielen und Vorlesen, bevor wir zu einer der vielen nachmittäglichen Freizeitaktivitäten einer der Kinder aufbrechen. Wenn wir am frühen Abend zurückkehren, spielen wir oder lesen wir noch ein wenig oder sie schauen einen kurzen Film, bevor wir das Abendessen vorbereiten. So geht das jeden Tag. – In den letzten paar Monaten waren es zu viel Freizeitaktivitäten. Denn es kam immer etwas neues dazu, aber wir trauten uns nicht Anderes zu streichen. Das werden wir nun aber über die Weihnachtsferien tun. Denn wir alle haben gemerkt, dass die besten Nachmittage die sind, an denen wir nichts mehr vorhaben. Wir stattdessen den kurzen Moment des „Mir ist so langweilig.“ aushalten und warten, was daraus entsteht. Meist waren es kreative und tolle Dinge, die uns allen sehr viel Spaß gemacht haben. Aus Plätzchenteig wurden einfach kleine, große, dicke und dünne Engel geknetet, die Kinder veranstalteten Verkleidungsparties oder schminkten sich für Stunden im Bad. Maxim machte seine ersten architektonischen Zeichnungen von Bauernhöfen. Nadeschda nähte Wichtel oder Sandsäckchen.

Ja, wir hatten auch unsere Tiefen mit vielen Wutausbrüchen, vielen Verlassensängsten und immer wieder neuen Heimsuchungen der alten Kindheitstraumata. Das war anstrengend und kostete die Kinder und mich viel Kraft. Doch wenn ich zurückblicke, so wird mir klar, dass das Muttersein – ganz im Gegensatz zu unserem ersten Jahr – für mich an sich wenig ermüdend und kräftezehrend ist. Im Gegenteil: Für mich ist das Muttersein eine wohltuende Aufgabe, die mir innere Ruhe bringt, in de ich mich -meist- zufrieden fühle. Frustrierend ist es, wenn ich aufgrund meiner anderen Belastungen in meinem Umfeld meinen Kindern nicht mit der erforderlichen Ruhe und Gelassenheit begegnen kann, die sie verdienen. Dann kehrt das Gefühl der schlechten Mutter zurück. Doch wenn es mir gelingt, in der Zeit mit meinen Kindern all das auszublenden, ist es die Zeit mit Maxim und Nadeschda, die mich mit Freude und Energie füllt. Meine Kinder geben meinem Leben einen Sinn. Es ist mehr als ich je erwarten konnte oder zu hoffen gewagt habe. Wahrscheinlich war ich nie mehr Mutter mit Haut und Haaren als in diesem Jahr. Das ist es wert, darauf in Dankbarkeit zurückzublicken.

Möget Ihr ein erfülltes und gesegnetes Weihnachtsfest haben mit etwas Ruhe und Erholung zwischen den Jahren, in denen auch Ihr in Dankbarkeit auf viel Gutes, Schönes und Wunderbares zurückblicken könnt.