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Charlotte’s Sonntagslieblinge (62)

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Photo by John Mark Arnold on unsplash.com

Diese Woche stellte ein kleine Zäsur dar. Mein Praktikum endete Mitte der Woche. Und so kehre ich zurück in meinen „alten“ Alltag. Nach gut sechs Wochen, nehmen wir die Ferien im Herbst noch hinzu. Maxim und Nadeschda waren dann auch erst einmal krank, als hätten sie sehnsüchtig darauf gewartet, dass Mama nicht zwingend morgens aus dem Haus muss. Der Tag Auszeit tat uns dreien gut. Äußerlich bin ich nun sortiert für all das, was da kommen mag in den kommenden Wochen. Innerlich arbeitet viel in mir, verdaut aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen und harrt all dessen, was sich vielleicht bald zu einem konkreten Bild für das kommende Jahr zusammenfügen wird. Um so dankbarer bin ich heute für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. In einem kurzen Moment der Stille und Ruhe bin ich dankbar und stolz auf all das, was ich in diesem Jahr bewältigt habe.
  2. Ich bin dankbar für meine wunderbaren Freundinnen, die immer wieder Verständnis haben, dass es lange Phasen in meinem Leben gibt, in denen ich unsere Freundschaften nicht so intensiv pflegen kann, wie ich das gerne möchte.
  3. Es fühlt sich gut an, einen Plan für die kommenden Wochen zu haben, der zum ersten Mal bewusst das Ziel hat, mit meinen Kindern eine ruhige Vorweihnachtszeit zu verbringen, die uns auch den Raum gibt, mehr Zeit zu haben, um einfach mal nur zu sein.

Habt noch einen wunderbaren Sonntag und wohlbehaltenen Start in die kommende Woche.

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Dankbarkeit am Morgen in den Bergen

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Photo by Ales Krivec on unsplash.com

Dienstag morgen: Wir sind immer noch in den Bergen. Ich vermisse meine Freunde, die Kühe. Ich hätte nicht gedacht, dass sie schon von den Almen herunter gekommen sind. Aber ja, auch hier wird es Herbst und die Nächte kalt. Ich genieße den Kaffee im noch stillen Haus und denke gerade an all das, was ich im vergangenen Jahr so geschafft habe. Gerade nach den letzten Wochen, wo ich immer wieder gezweifelt habe, wo ich mir mehr Ruhe und Zeit so nur für mich zum Nichtstun oder Lesen gewünscht hätte, wo ich vor allem mehr Schlaf herbeigesehnt habe. – Hier habe ich ihn nun, aber auch nur, weil ich in den ersten Tagen mit den Kindern hier alleine war und mir nun mit meiner wunderbaren Freundin, der Hausbesitzerin, zusammen, ein Schlafnachholprogramm auferlegt habe, an meinem Schlafdefizit gearbeitet. Und die Schlafbilanz nach die ersten Tagen sieht extrem gut aus. Also bin ich an diesem wunderbaren Dienstagmorgen einfach dankbar – über meine Sonntagslieblinge hinaus. Es hat mehr etwas von ein paar meditativen demütigen Gedanken an diesem noch frühen Dienstag morgen:

  1. Mein Sohn macht sich so wunderbar in der Schule, trotz aller Schwierigkeiten mit Leander. Ich bewundere seine Unermüdlichkeit und seinen Kampfgeist. Und auch Nadeschda entwickelt sich. Es ist schwer und es ist anstrengend, aber es ist ein Prozess, ein Weg. Und den geht sie. So schwere s ihr auch manchmal fällt.
  2. Ich bin so dankbar für all diesen wunderbaren Momente mit meinen Kindern, wenn Nadeschda abends den Arm um mich legt und sagt:“Jetzt bist Du meine Mama, ganz alleine.“ oder wenn Maxim im Halbschlaf lächelt, wenn ich nochmal nach ihm sehe, bevor ich schlafen gehe und ihm sage: „Jetzt ist alles gut. Mama ist da.“  Dann nimmt er meine Hand für einen kurzen Moment, lächelt für einen Moment und seufzt zufrieden.
  3. Trotz allem bin ich dann doch in der Rückschau immer wieder überrascht, was dann doch alles noch so gelingt: Mein Buch, mein Blog, meine Ausbildung, mein bisschen Job. Irgendwie geht es. Ich bin ein wenig stolz heute morgen auf mein Geschafftes. Bin mir aber auch des hohen Preises bewusst….

An so Morgen wie diesem bin ich so voller Zuversicht, dass alles gut wird. Auch wenn mich genauso die Zweifel noch quälen. Und es mir ein wenig davor graut, nach Hause zurückzukehren, wo der Alltag im Lehnsessel sitzen wird, wie ein altes Familienmitglied,  und wohlwollend wieder seine Arme um uns legen wird. Doch für heute nehme ich einfach einmal diese Dankbarkeit mit und genieße den Tag!

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Das Wachsen einer bedingungslosen Liebe – Gedanken einer Adoptivmutter

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Die Geburt meiner Kinder war eine andere. Ich habe sie nicht neun Monate unter meinem Herzen getragen. Vielmehr ließ mich das Schicksal ihre Mutter werden und unsere Liebe anders wachsen.

Maxim und Nadeschda waren ungefähr ein Jahr bei uns, als Richard mich eines Abends fragte: „Liebst Du unsere Kinder?“ Nachdenklich antworte ich: „Ja, so langsam.“ Hinter uns lag zu diesem Zeitpunkt ein wunderschönes, aber genauso aufreibendes Jahr, in dem wir nach einer abenteuerlichen Adoption in Russland Eltern von zwei Kindern geworden waren. Es war ein Jahr, in dem ich immer wieder und wieder mit meiner Mutterrolle gehadert hatte , ständig das Gefühl hatte, nicht „gut genug zu sein“.

Folgen meiner eigenen Kindheit

Ich selbst habe in meiner eigeneren Kindheit keine bedingungslose Liebe erfahren. Nur wenn ich die von mir erwartete Leistung brachte, bekam ich die positive Aufmerksamkeit meiner Eltern. Doch oft war selbst diese Leistung nicht gut genug. Liebe und Empathie fanden in meinem eigenen Elternhaus nicht statt. Heute weiss ich, dass meine biologischen Eltern dazu nicht in der Lage waren, da sie selbst diese Liebe als Kinder nie erfahren hatten. Wie sollten sie dann ihre eigenen Kinder lieben? Alles war ausgerichtet an gesellschaftlichen Konventionen. Gefühle wurden wenn dann nur negative gezeigt. Erst als ich in die USA ging, erfuhr ich, was es heißt, geliebt zu werden für das was man ist und nicht für das was man tut. Doch da war ich bereits fast eine erwachsene Frau. Lange habe ich selbst an mir gezweifelt, ob ich in der Lage bin, Kinder nach meinen eigenen Maßstäben und Wertvorstellungen großzuziehen. Ich wollte dem Rollenmodell meiner Kindheit nicht folgen. Lange wollte ich keine Kinder haben. Als ich mir es doch zutraute, mich dieser Lebensaufgabe zu stellen, war es zu spät. Mein Körper wollte keine leiblichen Kinder mehr austragen.

Alles sollte so sein….

Heute denke ich, es hat alles so sollen sein. Denn ohne die Adoption hätte ich mich nie so intensiv mit der Aufgabe und Rolle einer Mutter auseinandergesetzt. Ohne die Annahme von Maxim und Nadeschda, die bis heute unsere ungeteilte Aufmerksamkeit brauchen, hätte ich nicht so mit meiner Rolle als Mutter gehadert und gerungen. Bin ich gut genug? Bin ich die Mutter, die meine Kinder verdient haben? Ist all das, was wir für Maxim und Nadeschda tun, ausreichend? Habe ich genügend Geduld, diese zwei Kinder durch das Leben zu begleiten. Reicht meine Liebe aus, sie zu halten und auszuhalten? Bis heute ist die Entwicklung meiner Kinder selten „normal“. Sie werden immer ein „Mehr“ brauchen. Mehr Halt, mehr Sicherheit, mehr Verlässlichkeit, mehr Fürsorge, mehr Zuneigung. Oft sind sie ein „Fass ohne Boden“, deren Bedürfnisse nach Nähe und Sicherheit nie gestillt zu werden scheinen. All das kann ich ihnen aber nur geben – und wenn ich dafür immer wieder über meine eigenen Grenzen und Kraftressourcen hinausgehen muss -, weil ich diese beiden, meine beiden Kinder bedingungslos liebe. Ich habe sie nicht neun Monate unter meinem Herzen getragen, wo vielleicht eine bedingungslose Mutterliebe automatisch entsteht. Als wir Maxim und Nadeschda im Kinderheim zum ersten Mal begegneten, stellte sich auch nicht die viel romantisierte „Liebe auf den ersten Blick“ ein. Meine Liebe für diese zwei Kinder wuchs erst im Laufe unseres gemeinsamen Lebens. Je mehr ich in meiner Rolle als Mutter ankam, um so mehr liebte ich meine Kinder. Je mehr ich mich überzeugte, dass ich gut genug bin als ihre Mutter, um so mehr gedieh die bedingungslose Liebe zwischen uns. Je mehr ich unser „anderes“ Leben als Adoptivfamilie akzeptierte, um so freier wurde die Liebe zu meinen Kindern.

Dankbarkeit

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke und innehalte, so breitet sich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit aus, Dankbarkeit für meine Kinder und für all das, was ich bisher durch sie und mit ihnen habe lernen dürfen. Den Wahnsinn unseres Familienalltags zu ertragen und lieben zu lernen; die Verantwortung, zwei Kinder mit besonderen Bedürfnissen auf ihrem Weg groß zu werden zu führen und zu begleiten; meinen Kindern die Nähe und das Verständnis zugeben, die sie brauchen, manchmal bis zur eigenen emotionalen Selbstaufgabe; als Paar und als Familie zusammenzuhalten, wenn das Umfeld einen alleine lässt; zum Experten zu werden, wenn es um die richtige medizinische oder therapeutische Behandlung der eigenen Kinder geht; Vorurteile zu überwinden, um die bestmögliche Begleitung und Förderung für Maxim und Nadeschda zu finden; das Bewusstsein und das Selbstvertrauen zu haben, allein zu wissen, was meinen Kindern gut tut. Nach all den Jahren spüre ich, dass ich in meiner Rolle und Aufgabe als Mutter – als Adoptivmutter – angekommen bin. Ja, ich bin gut genug. Maxim und Nadeschda den Himmel zu geben, nach dem sie sich strecken, ist meine Lebensaufgabe. Ich habe diese Bestimmung angenommen. Heute habe ich das Gefühl, dass ich dieser Herausforderung gerecht werden kann. Demütig danke ich dem Schicksal, das mir diese zwei Kinder anvertraut hat. Denn sie geben meinem Leben einen wahren Sinn.

Meine Kinder nehmen mich als ihre Mutter an…

Doch nicht nur geben Maxim und Nadeschda meinem Leben einen Sinn, mehr noch haben sie mich die Fähigkeit bedingungslos zu lieben gelehrt. Für diese Kinder da zu sein, für sie zu sorgen, sie zu beschützen und zu behüten, egal wie viel Kraft es auch kosten mag. Sie so anzunehmen, wie sie sind. Einfach das Herz aufgehen zu lassen, wenn ich an sie denke, sie betrachte oder mit ihnen bin. Ja, es ist ein großes Geschenk, die Mutter dieser zwei Kinder zu sein. Maxim und Nadeschda haben mich als ihre Mutter genauso angenommen, bedingungslos. Und dass obwohl sie allen Grund gehabt hätten, mich auf den „Prüfstand“ zu stellen. Sie waren tief verletzt und enttäuscht worden. Und nun kam ich und behauptete, es besser machen zu können. Sie waren zu klein, um zu widersprechen. Sie mussten sich in ihr Schicksal fügen, ob sie wollten oder nicht. Auch wenn sie bis heute nicht direkt gesagt haben: “Mama, ich hab dich lieb.“, so zeigen sie ihre ungeschminkte Liebe auf so viele unterschiedliche Arten. Der Arm, der sich fest um mich legt, mich festhält und der Kindermund sagt: „Meine Mami ganz alleine.“, die stürmische Begrüßung auf dem Schulhof, die Bemerkung zu einem Freund „Meine Mama kann alles.“, die Tränen, wenn ich in die Akademie fahre, oder die Feststellung „Beim nächsten Bauernhofwochenende musst Du aber mitfahren. Ohne dich ist es doof.“ und das gepflückte Blümchen auf dem Nachhauseweg, genauso wie die Beruhigung nach einem mißglückten Kuchen „Ist doch nicht schlimm, Mama, er schmeckt doch immer bei Dir.“ Wie kein anderer werden sie nicht müde, mir jeden Tag wieder zu sagen: „Mama, du bist gut genug. Und noch viel mehr als das.“

P.S. Lieben Dank an Katja von homeiswheretheboysare für ihren Beitrag zu „Bedingungslos lieben“, der mich zu diesem Post inspiriert hat.

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (20)

A photo by Ben White. unsplash.com/photos/bS_O0N5oFbM

Ben White, unsplash.com

Wow, schon die 20. Ausgabe meiner „Sonntagslieblinge“! Wie die Zeit verfliegt!

Schon seit längerem folge ich dem Reiseblog Second-Half Travel. Ingrid hat vor etwa einem Jahr ihren Job an den Nagel gehängt und reist seitdem um die Welt. Immer wieder für mehrere Wochen oder Monate. Mich ließ das zurückdenken an meine Studentenzeit, in der ich ebenso mehr fremde Länder bereist habe als Vorlesungen und Seminare an der Universität. So bereichernd und schön die Zeit im Ausland jedes Mal war, sie ließ mich auch bewusst selbstverständliche Alltäglichkeiten dankbar mit neuen Augen sehen. Manche hallen bis heute nach. Inspiriert von  Mirjam von Perfektwir will ich heute auf diese ganz profanen Dinge unseres Alltags schauen, die ich oft für viel zu selbstverständlich nehme. Hier sind meine drei Sonntagslieblinge in 20. Ausgabe:

  1. Jeden Morgen eine warme Dusche zu haben: Seitdem ich drei Monate lang im anbrechenden Winter in Südamerika in meiner dortigen Wohnung kalt duschen musste, freue ich mich noch heute jeden Morgen von neuem über eine warme Dusche.
  2. Ein Bett, auf dessen Matratze ich keine Rückenschmerzen bekomme: Noch heute, wenn wir im Urlaub sind und in fremden Betten schlafen, wache ich immer mit Rückenschmerzen auf. Welch eine Wohltat ist der erste Morgen nach der Rückkehr, wieder Zuhause im eigenen Bett ohne Rückenschmerzen aufzuwachen.
  3. Die Vielfalt des finanzierbaren Angebots an Lebensmitteln in unseren Supermärkten: Wenn Du Dich in einem anderen Land der Erde über Monate nur von Obst, Marmelade, Brot, Reis und Bohnen ernährt hast, weil es zwar andere Nahrungsmittel gibt, die aber unglaublich teuer sind, wie groß ist dann die Freude über einen frischen Salat oder ganz simple Nudeln mit Tomatensauce.

Habt einen guten Start in den Februar – hey Monat Zwei des neuen Jahres! – und verbringt eine zauberhafte Woche!

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Charlotte’s Sonntagslieblinge (16)

Boy and girl make a wish

Mit freundlicher Unterstützung von Fotolia

Wieder ist ein ganz besonderer Sonntag, ein Sonntag, der das neue Jahr eröffnet! Wie ein weißes Blatt liegt es nun vor uns und wartet darauf mit vielen bunten, fröhlichen aber auch sicherlich wieder herausfordernden und lehrreichen Episoden beschrieben zu werden. Ein ereignisreiches Jahr ist gestern Nacht zu Ende gegangen, mit vielen Höhen und Tiefen. Mit Spannung erwarte ich nun den Beginn des neuen, freue mich darauf, wenn es in den kommenden Wochen Fahrt auf nimmt und mich mit wie auch immer gearteten Momenten beschenkt. Inspiriert von  Mirjam von Perfektwir blicke ich nun gleich zu Jahresbeginn auf meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge dieser Woche zwischen den Jahren, die für uns viele ruhige Momente bereit hielt. Es war ein wenig innehalten, Zeit anhalten, zur Ruhe kommen. Um so mehr bin ich heute dankbar für diese drei Sonntagslieblinge:

  1. Die Zeit zwischen den Jahren gab mir die Chance auf das zurückliegende Jahr zu blicken. Voller Bewunderung und Dankbarkeit schaue ich vor allem auf die wundersame Entwicklung, die Maxim und Nadeschda in den vergangenen Wochen und Monaten genommen haben. Wie viel innere Sicherheit und Stabilität Maxim gefunden hat, wie viel Souveränität und Eigenständigkeit Nadeschda entwickelt hat. Welch ein Geschenk, diese zwei kleinen Wesen so wachsen sehen zu dürfen.
  2. Dankbar und stolz bin ich auf all das, was ich in diesem vergangenen Jahr habe bewältigen können, auch wenn es mich manchmal an meine Grenzen gebracht hat.
  3. Und an dieser Stelle sollte dies auch einmal erwähnt werden: Heute sind all meine Leser, die mich jeden Tag wieder begleiten und mir zeigen, dass es sich so lohnt, diesen Blog zu schreiben, meine absoluten Sonntagslieblinge! Danke Euch allen für Euer Interesse, für Eure Kommentare und die Inspiration Eurer eigenen Blogs! Ich freue mich auf mehr in diesem neuen Jahr.

Habt alle einen guten und wunderbaren Start in das neue Jahr! Möge es Euch all das bringen, was Ihr Euch erhofft und wünscht.

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Charlottes Sonntagslieblinge (1)

A photo by Ben White. unsplash.com/photos/bS_O0N5oFbM

Ben White, unsplash.com

Im Moment stehen in meinem Blog viele schwere Themen an: Bindung, Vertrauen, Lernherausforderungen in der Schule, tägliche Konflikte und Machtkämpfe, Tobsuchtsanfälle, etc. Zum einen weil sie unseren Alltag doch immer einmal wieder dominieren, zum anderen weil sie mich in der Auseinandersetzung mit anderen Adoptivfamilien einfach beschäftigen und mich dazu bringen, mich dazu zu äußern. Das wird auch noch eine Weile so anhalten. Es ist ein wenig, als müsste eine Menge Aufgestautes raus. Doch unser Leben mit Maxim und Nadeschda ist alles andere als nur schwierig und dramatisch. Nein, ganz im Gegenteil. Und deshalb gibt es ab jetzt eine neuen Reihe: Charlottes Sonntagslieblinge!

Mirjam von Perfektwir  blickt freitags oft auf fünf Dinge zurück, für die sie dankbar ist. Mich hat sie damit auf die Idee gebracht, meine eigenen, ganz persönlichen Lieblinge von nun an jeden Sonntag aufzuschreiben. Dies ist für mich der Tag, an dem ich morgens dankbar auf die Woche zurückblicke und mich innerlich auf die am folgenden Tag beginnende Woche einschwinge. Meine Lieblinge sind immer drei ganz besondere Dinge, Ereignisse, Begebenheiten, die mein Leben als Adoptivmutter in der vorangegangenen Woche tief berührt haben. In dieser Woche waren das:

  1. Mein Sohn Maxim, der nach acht Wochen harter Arbeit und täglichem Üben nun lesen kann. Als wir an einem Nachmittag zu Freunden fuhren, las er mir eine halbe Stunde glockenklar im Auto aus seinem Lesebuch vor. Für mich ein kleines Wunder!
  2. Die Einschulung von drei befreundeten Adoptivkindern. Es bewegt mich in solchen Momenten, mit welchem Mut und mit welcher Tapferkeit, ja auch kämpferischer Hartnäckigkeit diese Kinder ihren Weg gehen, immer weiter und weiter, hoch hinauf zum Himmel streckend. Einfach bezaubernd.
  3. Die bereichernde Lektüre von „Survivaltipps für Adoptiveltern“ von Christel Rech-Simon und Fritz B. Simon. Ich hatte es schon vor Jahren gelesen und immer einmal wieder zur Hand genommen, um mir einzelnen Passagen noch einmal bewusst zu machen. Nun habe ich es noch einmal von Anfang bis Ende gelesen. Es ist und bleibt meine persönliche „Bibel“ für Adoptiveltern.

Ich bin dankbar und freue mich auf die neue Woche. Habt auch Ihr einen wunderbaren Start in den Montag!

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Vom Umgang mit der leiblichen Mutter (Teil 2) – Dankbarkeit

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Eure russische Mutter hat Euch geboren und Euch Euer Leben geschenkt. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Denn ohne sie würde es Euch nicht auf der Welt geben. Ohne sie wärt Ihr nicht meine Kinder geworden. Ich bin ihr dankbar dafür, egal wie schlimm oder schwierig auch Euer Weg zu uns danach war. Katja bin ich dankbar, dass sie so klug war, in ihrer Not das Sozialamt um Hilfe zu bitten. Nur so konntet Ihr zu uns kommen und zusammen das Wichtigste und Kostbarste in unserem Leben werden, unser Maxim und unsere Nadeschda!

Ich bin eure zweite und ebenso richtige Mutter. Denn ich begleite Euch jetzt in Eurem Leben. Ich bin immer für Euch da und werde Euch solange begleiten und unterstützen, wie Ihr es braucht und wollt. Ich bin Eure Mama und werde das auch immer bleiben. Denn ich sorge für und mich um Euch. Ich werde Euch niemals alleine lassen. Ich werde immer für Euch da sein, so gut ich es kann! Ich liebe Euch bedingungslos von ganzem Herzen. Ich halte Euch beide und halte Euch aus, egal vor welche Herausforderungen Ihr mich auch stellt. Ich liebe Euch so wie Ihr seid: Wundervoll und großartig!